Keiner weiß, was sie letzten Sommer getan haben

Einen Tag vor Hal­lo­ween hat das Stu­die­ren­den­par­la­ment (StuPa) getagt – von allen guten Geis­tern ver­las­sen. Frisch aus dem Gru­sel­ka­bi­nett: ein sexis­ti­scher, män­ner­dis­kri­mi­nie­ren­der Vor­stoß und die haar­sträu­bende Ver­ab­schie­dung des AStA-Haushalts.

Abstimmung im StuPa

Kopf­lo­ses Abstim­men im StuPa: Mehr soll die Basis von ihren Ver­tre­tern nicht sehen. Es gilt nach­drück­li­ches Fotoverbot.


Text: Clau­dia Schu­ma­cher, Foto: Cora-Mae Gregorschewski


Die Hüt­chen­spie­ler­tricks des AStA

Die Jah­res­ab­rech­nung des AStA ist seit jeher ein bes­ten­falls eso­te­ri­sches Doku­ment. Dank einem „all­ge­mei­nen Deckungs­ver­merk“ kann der AStA Pos­ten mit­ein­an­der ver­tau­schen. Im Haus­halts­aus­schuss sit­zen nur Leute aus der Koali­tion. Kon­trolle durch die Oppo­si­tion gibt es keine (wir haben frü­her bereits dar­über berich­tet). Der AStA ver­passt sei­nen Aus­ga­ben also hier und da eine Schön­heits­kur, dann geht der Wisch ins StuPa, wo er geneh­migt wer­den muss. Fra­gen sollte dies­mal Finanz­re­fe­ren­tin Sina Kirch­ner beantworten.

Fra­gen wie: „Wieso hat der AStA ein Auto und wieso kos­tet die­ses 13 000 Euro im Jahr?“ Sina Kirch­ner weiß es nicht. Lukas Krie­ger von der Liste gegen Bache­lor gibt nicht nach: „Wird über die Fahr­ten Buch geführt? Wird das Auto auch pri­vat genutzt und wer ent­schei­det, wer das Auto nut­zen darf?“ Kirch­ners Beam­ten­ant­wort: „Keine Ahnung, dafür bin ich nicht zustän­dig“. Als sie von irgend­wo­her nach­ge­äfft wird, schrillt sie: „Ey, auf so was hab ich echt kein‘ Bock! Kin­der­gar­ten!!“ Auch die Frage, wie viel der Bil­dungs­streik gekos­tet hat, macht ihr kei­nen Bock. Sie schlägt dem Fra­ge­stel­ler vor, seine Frage schrift­lich ein­zu­rei­chen. Büro­kra­tie, die dem AStA Ant­wor­ten erspart. Auch wenn am Ende alle Klar­hei­ten besei­tigt waren, geneh­migte das StuPa den AStA-Haushalt, immer­hin eine halbe Mil­lion Euro stu­den­ti­scher Gel­der. FURIOS wird noch detail­liert dar­über berichten.

Män­ner­dis­kri­mi­nie­ren­der Sexismus

Nach Stun­den wei­te­rer Pöbe­leien (Güte­klasse: „Ich möchte einen Antrag stel­len, dass der RCDS nicht mit dem AStA-Auto fah­ren darf!“- gefolgt von stu­pi­dem Gega­cker) ging die schwer dezi­mierte Ver­samm­lung zu einem Antrag von Sil­vana Tie­de­mann und Meike Berg von der GHG über. Bei gen­der­po­li­ti­schen Fra­gen sol­len Frauen künf­tig „alle anwe­sen­den Män­ner mit sofor­ti­ger Wir­kung“ des Rau­mes ver­wei­sen dür­fen, um inner­halb des eige­nen Geschlechts einen Lösungs­vor­schlag und eine Ent­schei­dungs­emp­feh­lung zu erar­bei­ten. Sofern sich drei Frauen zusam­men­tun, soll ihnen außer­dem ein Veto ver­gönnt wer­den, mit dem sie die Abstim­mung auf die nächste Sit­zung ver­schie­ben können.

Nor­ma­ler­weise sind AStA-Kreise mit Sexis­mus­vor­wür­fen schnell zur Stelle. Hier mach­ten sie offen­bar eine Aus­nahme. Obwohl der Antrag (männ­li­che) Par­la­men­ta­rier auf­grund ihres Geschlechts dis­kri­mi­niert, fie­len die meis­ten Rede­mel­dun­gen posi­tiv aus. Doch konn­ten sich Befür­wor­te­rin­nen inner­ge­schlecht­li­cher Bera­tung zum Wohle kom­pe­ten­ter Ent­schei­dungs­fin­dung auch nach halb­stün­di­ger inner­ge­schlecht­li­cher Bera­tungs­zeit nicht ent­schei­den, ob im Erfolgs­fall das Veto in der Geschäfts­ord­nung oder in der Sat­zung fest­ge­schrie­ben wer­den sollte. Die Abstim­mung wurde ver­tagt (wobei „ver­tagt“ irre­führt: die nächste StuPa-Sitzung fin­det in Mona­ten statt).

Immer­hin wurde der Antrag von der „queerfe­mi­nis­ti­schen frau­en­les­ben­trans“ liste um ein paar angeb­lich „gesell­schaft­lich und uni­ver­si­tär benach­tei­ligte und mar­gi­na­li­sierte Grup­pen“ erwei­tert: „People of Color, Schwule, Les­ben, Trans, Men­schen mit kör­per­li­cher Beein­träch­ti­gung etc.“ Wer ist „etc.“? Der Antrag sollte bes­ser den sys­te­ma­tisch dis­kri­mi­nier­ten Grup­pen inner­halb des StuPa hel­fen. Vor­schläge für etc: Men­schen, die Ver­ant­wor­tung und Ideen ein­brin­gen wol­len, sowie Men­schen, die neben der eige­nen poli­ti­schen Gesin­nung auch Sinn fürs Cam­pus­le­ben haben.

Ankün­di­gung: Gegen­in­spi­riert von den Bräu­chen im Stu­die­ren­den­par­la­ment wird FURIOS in Kürze Por­trait­fo­tos sei­ner Auto­ren online stellen!

2. November 2009, Politik

25 Kommentare

  1. wer an den ent­spre­chen­den doku­men­ten (haus­halt, antrag) inter­es­siert ist, fin­det sie hier:

    http://www.wuala.com/FUleaks/StuPa/2009/

    Comment von fuleaks googlemail com — 3. November 2009, 16:55

  2. Wenn Asta und Stupa zum teu­ren Selbst­zweck wer­den, kann man den Hau­fen auch gleich abschaf­fen. Da sind mir meine Semes­ter­bei­träge ehr­lich gesagt zu Schade, als­dass ich sie unfä­hi­gen, ver­wirr­ten und kor­rup­ten Nichts­kön­nern in den Schlund werfe!

    Comment von Erboster Student — 3. November 2009, 17:18

  3. So sehr diese Uni eine kri­ti­sche, unab­hän­gige Zei­tung braucht, so über­flüs­sig ist eine Zei­tung die Sach­ver­halte falsch wie­der­gibt und stark Par­tei ergreift. Die­ser Arti­kel ist ein­fach schwach(sinn).

    Comment von Sitzungsgast — 4. November 2009, 1:09

  4. Trau­rig, trau­rig.. Was habt ihr mit eurem Maga­zin eigent­lich für einen Anspruch? Habt ihr über­haupt einen?? Die Bezeich­nung »sexis­ti­sches, neo­li­be­ra­les Pro­pa­gan­dablatt« ist da fast schon ein Lob. Ich dachte ihr hät­tet euch mit eurem »Ein Rudel Tit­ten in Dahlem«-Artikel bereits selbst aus­rei­chend dis­qua­li­fiert, aber es wird tat­säch­lich immer schlim­mer, immer fre­cher und immer dreis­ter. Mies recher­chiert oder bewusst die Rea­li­tät ins Gegen­teil ver­rückt — das ist die Frage, wel­che ich mir gerade stelle?! Macht doch am bes­ten eine poli­ti­sche Hoch­schul­gruppe irgendwo rechts vom RCDS auf, dann ist eure Bericht­er­stat­tung nicht ganz so ver­lo­gen, wie wenn ihr euch selbst als Campus-Zeitung das Eti­kett seriö­ser Bericht­er­stat­tung auf­klebt.
    Es ist typisch, dass ihr dem AStA bei jedem Pos­ten gleich wie­der Mau­sche­lei unter­stellt. Das AStA-Fahrzeug wurde, um nur ein Bei­spiel zu nen­nen, für die Ersti-Fahrt am Fach­be­reich Wirt­schafts­wis­sen­schaft genutzt. Auch einen nicht uner­heb­li­chen finan­zi­el­len Zuschuss war dem AStA die Fahrt Wert. Ohne diese bereit­ge­stellte Infra­struk­tur hätte es die Fahrt nicht gege­ben. Wenn dies für euch also nicht Bei­spiel genug für Unter­stüt­zung stu­den­ti­scher Akti­vi­tä­ten durch den AStA sein sollte, dann bin ich gepannt auf eure Ideen. Viel­leicht wür­det ihr ja wie der dama­lige RCDS-AStA an der TU eine Absen­kung des Semestergebühren-Beitrags von knapp 10 auf annäh­rend 0 € unter­stüt­zen — dann hätte tat­säch­lich jeder Stu­die­rende ein paar Euro mehr in der Tasche.. Die gezielte Zer­schla­gung der AStA-Infrastruktur wie damals an der TU (als ein kon­ser­va­ti­ver AStA das erste und bis­her ein­zige Mal die Wahl zum AStA gewann) wäre für euch sicher auch ein hee­res Ziel, ein­fach um dem poli­ti­schen Geg­ner ein’s aus­zu­wi­schen. Mit euren Arti­keln seid ihr da ja schon auf einen ganz guten Weg.. Eure Bericht­er­stat­tung zielt gänz­lich dar­auf ab, den AStA mit der Unter­stel­lung fal­scher Tat­sa­chen zu ver­un­glimp­fen und somit poli­tisch Ein­fluss zu neh­men. Mit der durch unse­ren der­zei­ti­gen AStA bereits­ge­stell­ten Infra­struk­tur (und dazu zählt auch das Auto!!) las­sen sich eine Menge Sachen orga­ni­sie­ren, wenn man eben nicht gerade damit beschäf­tigt ist, rea­li­täts­ferne Ver­risse von Haus­halts­be­rich­ten zu publi­zie­ren, von denen man sel­ber nichts ver­steht. Da las­sen sich tat­säch­lich so viele uni­ver­si­täts­be­zo­gene Sachen orga­ni­sie­ren, dass man auf einen ordent­li­chen Betrag an Betriebs­kos­ten kommt, auch wenn ihr euch so viel altru­is­ti­sches Ver­hal­ten in eurer klei­nen »Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht«-Welt bei wei­tem nicht vor­stel­len könnt. Pfui!!

    Comment von fsi aktiver — 4. November 2009, 15:15

  5. Apro­pos »Lukas Krie­ger von der Liste gegen Bache­lor«: http://www.youtube.com/watch?v=kDoyIqEQIQw

    Comment von Nachtrag — 4. November 2009, 17:39

  6. 1. Danke für den Hin­weis über den Fako­ver­tei­ler, hier Kom­men­tare zu posten!

    Ich find den Arti­kel gut! Ins­be­son­dere der Hin­weis auf die Unfä­hig­keit unse­res Stu­Pas gegen­über ande­ren (HTW bspw.). Das muss, sollte, wird sich aber bald ändern! Beson­ders der Punkt: Deckungs­ver­merk ist äußerst kri­tisch und ich kann »Erbos­ter Stu­dent« nur unter­stüt­zen — die 7 Euro sind mir zu Schade!

    @4. ja — ein Haus­halts­plan den man nicht ver­steht, weil kei­ner der Kos­ten­punkte im Haus­halts­jahr ver­bind­lich ist, kann man den verstehen??

    @5. — ja toll, er ist von der Union, und? Was genau will uns das sagen??

    Pro star­ken StuPa!
    Gegen einen zu star­ken AsTa.
    Damit viele Stu­die­rende über die Ver­gabe von Mit­teln ent­schei­den kön­nen und nicht einige Wenige!

    Und Pro neues Logo ohne Stern!

    Comment von Maßbandspezialist — 4. November 2009, 18:28

  7. @»fsi akti­ver«: Lässt du uns wis­sen, wo der Arti­kel inhalt­li­che Feh­ler aufweist?

    Comment von Claudia Schumacher — 4. November 2009, 18:46

  8. 1) Die Bezeich­nung »Hüt­chen­spie­ler­tricks« ist eine Frech­heit und sug­ge­riert eine bewusste Täu­schung durch den AStA. Wenn ihr so etwas in den Raum stellt, dann belegt es doch bitte. Andern­falls hat euer Arti­kel selbst eso­te­ri­schen Cha­rak­ter. Ihr macht hier aus euren Vor­wür­fen angeb­li­che Tat­sa­chen. Das hat nichts mit seriö­ser Bericht­er­stat­tung zu tun.
    2) Wie vor eini­ger Zeit auch schon Falko in einem Kom­men­tar zum Haus­halt auf dem LHG-Blog anmerkte: »dass die aus­sa­gen teil­weise etwas pam­pig wirk­ten, lag wohl eher daran, dass die fra­gen nur zeig­ten, dass die fra­gen­den sich vor­her noch nicht mit dem haus­halts­plan aus­ein­an­der­ge­setzt hat­ten, bzw. so spe­zi­ell waren, dass sie nicht sofort beant­wor­tet wer­den konn­ten. die grüne hoch­schul­gruppe hat detail­fra­gen bereits vor­her gestellt, somit konn­ten diese auch aus­rei­chend beant­wor­tet werden.«

    Comment von fsi aktiver — 4. November 2009, 19:06

  9. @claudia: oh, der arti­kel weist jede menge inhalt­li­che feh­ler auf. zum einen habt ihr offen­sicht­lich — aber das habt ihr ja schon öfter ein­drück­lich unter beweis gestellt — keine ahnung von antise­xis­mus, sonst wür­det ihr nicht von »dis­kri­mi­nier­ten män­nern« schrei­ben. zwei­tens hatte der zwi­schen­ruf von wegen »RCDS soll nicht mit dem AStA-bus fah­ren dür­fen« nichts mit der AStA-koalition zu tun, son­dern kam aus einer ganz ande­ren ecke — aller­dings auch von einem lin­ken, da fällt es euch ja auch etwas schwe­rer, zu dif­fe­ren­zie­ren, nicht wahr? drit­tens bedeu­tet »ver­tagt« nun­mal »ver­tagt«, wann da die nächste sit­zung statt­fin­det, ist rein for­mal gese­hen völ­lig uner­heb­lich. vier­tens ist eine fast schon unglaub­li­che unter­stel­lung, zu behaup­ten dass der AStA und die ihn tra­gen­den FSIn kei­nen »sinn für cam­pus­le­ben« hät­ten. ihr habt schlicht­weg keine ahnung, in wel­chem aus­maß sich die basis­grup­pen teil­weise den arsch auf­rei­ßen — das ist vom »kon­struk­ti­ven mit­wir­ken«, sprich spei­chel­ge­lecke in gre­mien à la LHG so weit ent­fernt wie ber­lin von kap­stadt. wobei: wenn eure vor­stel­lung von »cam­pus­le­ben« aus tit­ten­ka­len­dern und hoch­glanz­wer­bung besteht, habt ihr viel­leicht doch recht.
    ach so: wenn euch unde­mo­kra­ti­sche struk­tu­ren an der uni so sehr stö­ren, wie wäre es dann mal mit einem bericht über die sys­te­ma­ti­sche abwick­lung der kom­mis­sion für lehr­an­ge­le­gen­hei­ten durch das präsidium?

    Comment von tsss macht die fliege — 4. November 2009, 19:07

  10. wie kann man ver­hin­dern, dass eine rcds-verherrlichende redak­tion beschis­sene arti­kel mit fal­schen behaup­tun­gen schrei­ben darf. echt unglaub­lich. der schlech­teste jour­na­lis­mus seit lan­gem. und dann auch noch rechts.

    Comment von nö — 4. November 2009, 19:26

  11. oh ja.. die ande­ren machen immer alles falsch.

    der ton hier lässt stark zu wün­schen übrig — auf einen iro­ni­schen Arti­kel ant­wor­tet man mit wüs­ten beschimp­fun­gen… klasse! die AsTa-Koaltition belegt ihr Niveau! aber je pein­li­cher desto bes­ser. wer sich so äußert gehört ein­fach mal abgewählt.

    Comment von pöbel2 — 4. November 2009, 19:52

  12. Sexis­mus: »Bezeich­nung für jede Art der Dis­kri­mi­nie­rung, Unter­drü­ckung, Ver­ach­tung und Benach­tei­li­gung von Men­schen auf­grund ihres Geschlechts sowie für die Ideo­lo­gie, die dem zugrunde liegt.»
    Des wei­te­ren: »[…]rich­tet sich der Vor­wurf des Sexis­mus beson­ders gegen For­men geschlechts­spe­zi­fi­scher Benach­tei­li­gun­gen von Frauen.»
    Man beachte das kleine, aber wich­tige Wort »beson­ders«, im Gegen­satz zu »aus­schließ­lich«.
    Das wäre alles.
    (Quelle: Brock­haus 2010)

    Comment von Julia — 4. November 2009, 20:48

  13. Und schon wie­der wer­den hier Ver­mu­tun­gen als Tat­sa­chen ver­kauft — natür­lich schreibt hier die gesam­melte AStA-Koalition.. Andere Stu­dis, die eure Arti­kel mal vor­sich­tig for­mu­liert nicht gelun­gen fin­den, gibt es selbst­ver­ständ­lich nicht. Herz­li­chen Glück­wunsch! Der Ein­trag von »erbos­ter Stu­dent« (Zitat: »Wenn Asta und Stupa zum teu­ren Selbst­zweck wer­den, kann man den Hau­fen auch gleich abschaf­fen. Da sind mir meine Semes­ter­bei­träge ehr­lich gesagt zu Schade, als dass ich sie unfä­hi­gen, ver­wirr­ten und kor­rup­ten Nichts­kön­nern in den Schlund werfe!«) schien euch vor­hin noch ganz will­kom­men. Wenn’s in die rich­tige Rich­tung geht, darf es wohl auch mal etwas aus­fäl­li­ger wer­den. Meine Zeit ist mir echt zu schade für eure Seite.. Das, was sich hier abspielt, kom­men­tiert sich eigent­lich von selbst..

    Comment von fsi aktiver — 4. November 2009, 20:55

  14. Hallo,

    das Lager­den­ken hier ist klasse (ein­mal wars die Asta-Koalition, dann wars der RCDS). Daher:
    ich war in einer FSI + 2 FSRs an ande­ren Uni­ver­si­tä­ten und habe nichts mit der Furios-Redaktion zu tun. Ich bin auch nicht vom RCDS, son­dern in der sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Par­tei Deutsch­lands — aber nicht bei den Jusos, denn dafür sind mir die Fach­schaftsi­nis an den Insti­tu­ten zu wich­tig und die Jusos zu wenig bereit auf die­sel­ben zu zu gehen.

    Das Niveau der Debatte — wie bereits von einem anony­men Vor­red­ner gesagt — lässt zu wün­schen übrig. Mei­nun­gen sollte man bele­gen und nicht durch beschimp­fen der ande­ren aus der Welt räumen.

    Den Arti­kel finde ich lus­tig zu lesen und er sollte dem der­zei­ti­gen StuPa m.E. in eini­gen Punk­ten (Deckungs­klau­sel, trans­pa­ren­tere Finanz­po­li­tik… ) deut­lich zu den­ken geben.

    Ich finde es für mei­nen Teil auf jeden Fall gut, dass sich ein stu­den­ti­sche Zeit­schrift der FU durch­aus kri­tisch mit die­sem Thema auseinandersetzt.

    Und ich werde kei­nen ernst neh­men, der nicht sei­nen Namen unter die Bei­träge schreibt. Wovor habt ihr denn Angst?? Das euch jemand für eure Mei­nung zur Rechen­schaft zieht? Schafft ihr es nicht über die Kri­tik erha­ben zu sein. Falls ihr davon aus­geht, dass ihr recht habt, und falls ihr zu eurer Mei­nung ste­hen könnt, dann:
    Wo sind eure Namen?

    Beste Grüße,
    Tobias.

    Comment von Tobias — 4. November 2009, 21:58

  15. So, mit fast vol­lem Namen, damit ich auch ernst genom­men werde…

    Will hier nicht auf den Zug der gegen­sei­ti­gen Pau­schal­an­schul­di­gun­gen auf­sprin­gen, aber:

    - Nach eini­ger Zeit FURIOS drängt sich auch mir der Ver­dacht auf, dass man­che Autor_innen die­ses Medium gezielt dafür nut­zen wol­len, ein­sei­tig Stim­mung gegen den AStA und die fsien zu machen. Jedes Blatt hat seine Aus­rich­tung, das der FURIOS wird deutlicher.

    - Bringt doch mal ähnli­che Arti­kel über Sit­zun­gen des AS, des Kura­to­ri­ums oder ande­rer uni­ver­si­tä­rer Gre­mien. Wer iro­nisch schrei­ben will, wird hier näm­lich auch fün­dig. Da gehts übri­gens um nen Haus­halt von 400 Mio Euro.

    - Oder bringt doch mal nen Arti­kel zu Grup­pen wie dem RCDS.

    - Und dann, das liegt mir wirk­lich am Her­zen, ver­sucht doch mal ein ernst­haf­tes Por­trait der Fach­schafts­in­itia­ti­ven. Denn nach mitt­ler­weile 12 Semes­tern Uni (TU, HU, die letz­ten vier Jahre FU) muss ich mal eines fest­stel­len. Diese Grup­pen sind tat­säch­lich die, die sich am meis­ten um die stu­den­ti­schen Belange des All­tags küm­mern, die sich rein­hän­gen und die auch mal nen Kon­flikt wagen. Und das vor allem ohne Par­tei­an­bin­dung und ohne den Selbst­zweck Kar­riere. Allein dafür zahl ich die 7 Euro pro Semes­ter gerne. Vor die­sem Hin­ter­grund macht mich das per­ma­nente Bashing von Sei­ten der lhg und co manch­mal rich­tig wütend!

    Comment von Stefan H. — 4. November 2009, 22:50

  16. pffff, unab­hän­gi­ger jour­na­lis­mus schreibt sich die furios auf die nase. ha, dass ich da lache. die­ser arti­kel hat nun mal wie­der bewie­sen, was schon die zwei aus­ga­ben davor bewie­sen haben. die furious ist unfä­hig ihrer zei­tung ein eige­nes pro­fil zu geben. das edi­to­rial, die arti­kel und sonst noch was, gehen immer gegen den asta. diese unfä­hig­keit wird noch durch eine unfä­hig­keit zu reche­rie­ren ergäntzt und getoppt durch ein begrent­z­tes welt­bild und dis­kri­mi­nie­ren­der ver­hal­tens­wei­sen. kurzum, schlech­ter jour­na­lis­mus. ein kläg­li­ches blatt. die furios ist alles andere, als das, was sie glaubt, was sie ist.

    Comment von pfff — 4. November 2009, 23:34

  17. freut euch doch ein­fach über das Vor­han­den­sein von Kri­tik, KOn­tro­ver­si­tät und Humor!

    es ist nur ein Arti­kel, den macht Über­spit­zung lesens­wer­ter. wer einen tat­säch­lich objek­ti­ven ein­blick haben will, falls sowas exis­tiert, dem bleibt ncihts and­res als sich selbst ein Bild zu machen!

    Comment von karl — 5. November 2009, 0:06

  18. @karl: sorry, ich lache gerne über alles mög­li­che, auch über die eigene »szene« — über die eigent­lich beson­ders gerne — aber ers­tens konnte ich in dem arti­kel kaum humor erken­nen, und zwei­tens kann mensch ein gewis­ses niveau doch noch ver­lan­gen, oder? clau­dia emp­fiehlt sich mit die­sem arti­kel allen­falls als nach­fol­ge­rin von gun­nar schu­pe­lius, nicht als zukünf­tige »titanic«-redakteurin (was ja ver­mut­lich ohne­hin nicht ihre absicht war).

    einen rat für die zukunft, an die furios-redaktion: nicht alles glau­ben, was die bei euch zahl­reich ver­tre­te­nen LHG-kader über inis und den AStA erzäh­len. auch mal sel­ber in den haus­halts­plan rein­schauen, und ver­su­chen sel­bi­gen zu ver­ste­hen (was die grüne hoch­schul­gruppe z.b. ganz gut hin­kriegt). und vor allem: sich mal ein wenig an der uni umse­hen, wer denn eigent­lich tat­säch­lich den gan­zen basis­kram macht — da sieht mensch näm­lich höchst sel­ten die Jusos oder die LHG (hin und wie­der schon auch, das sei fai­rer­weise erwähnt) und den RCDS schon gar nicht — was ja auch gar nicht ver­kehrt ist — son­dern nahezu aus­schließ­lich die inis. es sind die inis, die in den insti­tuts– und fach­be­reichs­rä­ten und im AS kon­se­quent die inter­es­sen der stu­die­ren­den ver­tre­ten. es waren die inis, die sich am meis­ten für den erhalt des diploms ein­ge­setzt haben. es sind die inis, die erst­se­mes­ter­wo­chen orga­ni­sie­ren, es sind leute aus den inis, die ihre frei­zeit opfern um insti­tuts­feste, semes­ter­auf­takt­par­tys oder ersti­fahr­ten orga­ni­sie­ren. und nicht zuletzt sind es leute aus den inis, die auch mal, wenn es gar nicht anders geht, ein wenig auf den putz hauen, statt sich mit for­mal­ju­ris­ti­schem »die (pro­fes­so­rale) mehr­heit hat ent­schie­den — das ist demo­kra­tisch — haha — und das müs­sen wir akzeptieren«-gequatsche vor die stu­dis hin­zu­stel­len und ihnen die scheiße vom prä­si­dium noch mit dem löf­fel zu verabreichen.

    Comment von tsss macht die fliege — 5. November 2009, 0:49

  19. Zunächst ein­mal: die FSIs leis­ten sicher­lich viel Arbeit (ich arbeite da auch mit). Aller­dings bin des­we­gen lange kein AStA-Unterstützer.
    Ich bemühe mich mal um gute Recher­che: Ich war gerade auf der AStA-Seite und habe anch dem Haus­halts­plan gesucht. Ich habe ihn sogar gefun­den, aller­dings etwas ver­al­tet (von 2002/03: http://astafu.de/struktur/asta/hhp02-03_html; Abruf 05.11.09). Da wäre etwas mehr Aktua­li­tät schön. In die­sem Haus­halts­plan sind aufgeführt:

    53200 Mit­tel für die Fach­schaf­ten 2.500,00€
    67101 Ersatz von Aus­ga­ben 5.000,00€

    Bei einem Gesamt­haus­halts­vo­lu­men von 570.000,00€ sind das also unge­fähr 1,32%. Grö­ßere Pos­ten sind:

    41201 Aus­ga­ben für ehren­amt­lich Tätige 105.000,00€
    42601 Löhne der plan­mä­ßi­gen Arbei­te­rIn­nen 60.000,00€
    42701 Aus­ga­ben für freie Mit­ar­bei­te­rIn­nen 146.000,00€

    Da frag ich mich doch, wofür der AStA soviele Leute beschäf­tigt. Und wieso kos­ten Ehren­amt­li­che Geld? Kos­ten Ehren­amt­li­che nicht gerade per Defi­ni­tion kein Geld? Ich freue mich über Aufklärung.

    Johan­nes

    Comment von Johannes M. — 5. November 2009, 2:35

  20. alter, ich bin sprachlos…es ist frus­trie­rend zu sehen, dass men­schen immer noch nicht ver­ste­hen, dass es so etwas gibt wie »struk­tu­relle benach­tei­li­gun­gen gegen­über frauen«. dass erst in den 90gern in der schweiz das wahl­recht für frauen ein­ge­führt wurde und im sel­ben jahr­zehnt in deutsch­land erst ein gesetz ein­ge­führt wurde, dass ver­ge­wal­ti­gung von frauen inner­halb der ehe unter strafe stellt, sind nur einige wirk­lich offen­sicht­li­che bei­speile. dass frauen auch heute noch für die selbe arbeit gerin­ger bezahlte wer­den ein ande­res. dass es weit­aus sub­ti­lere mecha­nis­men gibt, ins­be­son­dere der pro­zess der »weib­li­chen« und »männ­li­chen« sozia­li­sa­tion, die men­schen mit bes­imm­ten erfolgs­ver­spre­chen­den (oder auch nicht) skills aus­stat­ten ist wohl eine tat­sa­che, für die es wohl ein biss­chen mehr fein­ge­fühl bedarf (mensch achte nur mal auf das rede­ver­hal­ten von män­nern oder frauen, auf domi­nanz und laut­stärke in ent­spre­chen­den dis­kur­sen). trau­rig, wenn men­schen sich nur dem unmit­tel­ba­ren schein hige­ben, ohne nach dahin­ter­lie­gen­den gesell­schaft­li­chen struk­tu­ren zu fragen.

    Comment von feminist — 5. November 2009, 9:42

  21. Viele FSIn leis­ten in der tat gute und wert­volle Arbeit. Fai­rer­weise muss man aber sagen, dass der Arti­kel über­haupt nichts über die FSIen sagt, nicht mal das Wort kommt vor. Er schil­dert das durch­aus nach­voll­zieh­bare, leicht gro­teske Erleb­nis einer Sit­zung mit eini­gen Stu­die­ren­den­ver­tre­tern, die eher sich selbst ver­tre­ten als die Stu­die­ren­den. Man sollte also beim Kom­men­tie­ren nicht immer die Wahr­heit so dre­hen, wie man sie gerade braucht. Und nicht jeder Arti­kel ist gleich »schlech­ter Jour­na­lis­mus«, nur weil er nicht zum Gene­ral­streik aufruft.

    Ansons­ten möchte ich Ste­fan bei­pflich­ten und würde mich freuen, hier auch mal einen Bericht aus dem AS zu lesen, das wäre sicher auch spannend.

    Und die Ant­wor­ten auf Johan­nes‹ Fra­gen, wür­den mich auch interessieren.

    Comment von Tobi (auch in einer FSI aktiv) — 5. November 2009, 10:27

  22. Zur Frau­en­frage im StuPa möchte ich hier nur die Frage wie­der­ho­len, die ich auch im LHG-Blog stellte: Hier geht es ja um den Schutz der Frau­en­rechte im StuPa, nicht drau­ßen. Das bedeu­tet, dass Frauen im StuPa Gefahr lau­fen, dis­kri­mi­niert zu wer­den. 2009 sind 34 von 60 Mit­glie­dern im StuPa. Die Frage daher: Warum Veto– und Ausschlussrechte?

    Zur Sache der Akti­vi­tät der FSIs gebe ich inso­fern Recht, als dass am Fach­be­reich ein Groß­teil der Arbeit von ihnen gemacht wird. FSI ist auch nicht gleich FSI, wir müs­sen da dif­fe­ren­ziert blei­ben. Aber!

    (1) Ich würde mich freuen, würde die Arbeit unpo­li­ti­scher gemacht.

    (2) Es sind nicht immer die FSIs, wie rich­tig ein­ge­stan­den wurde.

    Die FSIs mit ihrem gegen­wär­ti­gen Image ver­hin­dern es lei­der mit­un­ter, dass neue Leute nach­kom­men. Und die ande­ren Hoch­schul­grup­pen ihrer­seits auch. Was wird denn ein jun­ger Stu­dent den­ken, der diese Kom­men­tare liest? Dass er sich auch enga­gie­ren sollte? Das wäre ja Selbstmord.

    Ich schlage daher einen unsin­ni­gen, aus­sichts­lo­sen, aber den­noch reiz­vol­len Weg vor: Alle, die jetzt hoch­schul­po­li­tisch aktiv sind, tre­ten zurück und schauen zu. Schauen wir doch mal, wer das Vakuum füllt?

    Ich behaupte: Am Fach­be­reich wer­den es am Ende ganz nor­male Stu­den­ten sein, die ihre Arbeit ziem­lich unpo­li­tisch machen. Was ich auch in Ord­nung finde. Fei­ern und brei­tere Lehr­an­ge­bote sind keine poli­ti­schen The­men. Die wol­len wir doch alle.

    Am Ende sind es des­halb Leute mit Herz und Lei­den­schaft. Deren Blut sich für ein Thema erwärmt, das ihnen und ihren Kom­mi­li­to­nen am Her­zen liegt und für das sie gemein­sam streiten.

    Was sind die The­men des Stu­Pas, und zwar sowohl der Oppo­si­tion als auch der Koali­tion? Was sind die The­men der Stu­den­ten? Wofür schla­gen unsere Her­zen? Ver­ste­hen wir ein­an­der noch?

    Nein, fürchte ich. Geht hin­aus und hört doch ein­fach mal zu.

    Zu mir: Ehe­mals LHG-Mitglied, nun kein Stu­dent mehr, hat sich vor allem am FB WiWiss ausgetobt.

    Comment von Thomas E. — 5. November 2009, 14:47

  23. Es geht bei dem Antrag mei­nes Erach­tens darum, die­sen Men­schen die Mög­lich­keit zu geben sich in einer homo­ge­nen Gruppe aus­zu­tau­schen und Argu­mente vor­zu­brin­gen ohne sich vor der gan­zen Gruppe damit bloß stel­len zu müs­sen.
    Damit soll dar­auf ein­ge­gan­gen wer­den, dass von Men­schen die nicht zu einer sol­chen Gruppe gehö­ren bei The­men die diese Gruppe betref­fen immer wie­der sexis­ti­sche, ras­sis­ti­sche, homo­phobe oder ander­wei­tig dis­kri­mi­nie­rende Äuße­run­gen kom­men, die ein kon­struk­ti­ves Arbei­ten verhindern.

    Comment von eoz3mny — 6. November 2009, 2:19

  24. @20, sog. femi­nist: Das Frau­en­wahl­recht in der Schweiz wurde 1971 ein­ge­führt, also 20 Jahre vor dei­nem Datum. Was du meinst, bezieht sich auf das weib­li­che Recht auf Stimm­ab­gabe in einem ein­zel­nen (Halb-Kanton), wo es 1990 eine Ver­fas­sungs­klage gab und die Frauen dann auch wäh­len durf­ten. Eine Mücke, würde ich sagen.
    Grund­sätz­lich ist bei jeg­li­chem Gender-Thema zu beach­ten, dass nur auf­grund von vor­an­ge­gan­ge­nen Benach­tei­li­gun­gen nicht der Spiess umge­dreht wer­den darf. Dies allein war die Aus­sage des Arti­kes. Eine Bevor­tei­lung der weib­li­chen Stu­den­ten ist eben­so­we­nig sinn­voll wie unkon­struk­tive Kommentare.

    Comment von Devid Mrusek — 6. November 2009, 14:27

  25. @ Ste­fan H.: Wir möch­ten unsere hoch­schul­po­li­ti­sche Bericht­er­stat­tung aus­bauen und wer­den auch über die nächste Sit­zung des AS berich­ten. Freu mich auf deine Kommentare!

    @»tsss macht die fliege«: Zahl­rei­che LHG-Kader in unse­rer Redak­tion? Mei­nes Wis­sens enga­gie­ren sich momen­tan genau zwei FURIOS-Autoren par­tei­lich: Björn Ste­phan in der LHG und Mar­tin Lejeune in der Linkspartei.

    @Stefan H., Tobias, Johan­nes M.: Womög­lich eine inter­es­sante Idee zur Stär­kung der FSIn: http://www.furios-campus.de/wahlen2009/berichte/mehr-demokratie-beim-geld/#more-196

    Comment von Claudia Schumacher — 6. November 2009, 16:17