K„asta“strophe in gelb-blau

LHG 1

Sub­jek­tiv und scho­nungs­los: Die Fly­er­kri­tik der FURIOS. Dies­mal: Die Libe­rale Hoch­schul­gruppe übt sich in Kon­struk­ti­vi­tät

von Moritz Leetz

Dass die Libe­rale Hoch­schul­gruppe (LHG) den beste­hen­den AStA nicht mag, ist ver­ständ­lich. Schließ­lich sitzt sie seit lan­gen Jah­ren im StuPa nur in der Oppo­si­tion. Dabei wür­den die LHG­ler doch bestimmt alles bes­ser machen. Aber wie eigentlich?

Dar­über sagt der Flyer der Liste lei­der wenig. Tat­säch­lich kommt er über das Schlecht­ma­chen des amtie­ren­den AStAs nicht hin­aus. „Weg mit die­ser K‚asta‘strophe!“ heißt es bockig in gro­ßen Let­tern. Als Hin­ter­grund dient ein Bild der AStA-Villa. Die gewollte Aus­sage ist offen­sicht­lich, wird aber dadurch ad absur­dum geführt, dass Bild und Umrah­mung in gelb und blau gehal­ten sind, also in den Far­ben der LHG. Soll das dem Betrach­ter zu ver­ste­hen geben, das die LHG for­dert, sich selbst aus dem AStA zu wäh­len, in dem sie doch gar nicht ver­tre­ten ist? Sehr kryptisch.

Viel­leicht hilft die Rück­seite des Fly­ers beim Ver­ständ­nis. Ein Blick genügt – nein, lei­der keine Ver­ständ­nis­hilfe. Nur wann und wo man sein Kreuz set­zen soll, ist für jeden Fach­be­reich ein­zeln auf­ge­lis­tet, dazu noch ein Ver­weis auf den lis­ten­ei­ge­nen Blog und zwei Bil­der der Spit­zen­kan­di­da­ten, das war’s. Auch auf dem Blog wird nichts über die For­de­run­gen, Posi­tio­nen oder Anlie­gen der Liste ver­ra­ten. Der letzte Arti­kel (vom 22.12.09) echauf­fiert sich lie­ber über einen auf dem Cam­pus aus­ge­han­ge­nen fik­ti­ven WAZ-Artikel, der „aus ethi­schen und mora­li­schen Grün­den ver­werf­lich“ sei. Danke für diese hoch­tra­bende sitt­li­che Beleh­rung. Wofür ihr steht und was ihr wollt, weiß ich jetzt immer noch nicht.

Viel­leicht hätte die LHG es in den letz­ten Jah­ren mal mit freund­li­chem Dia­log anstatt mit gro­ßem Mot­zen ver­su­chen sol­len. Dann hätte der AStA sie sicher auch mit­spie­len lassen.

Eine Anmer­kung: Nach dem Ver­fas­sen des Arti­kels kam mir zu Ohren, dass die LHG auch andere Flyer mit mehr Inhalt besitzt – den Stu­den­ten, denen wie mir nur der hier bespro­chene zuflog, wird das trotz­dem nicht gehol­fen haben.

9. Januar 2010, Plakatkritik, Politik, Wahlen 2010

1 Kommentar

  1. Was für ein selt­sa­mes Demo­kra­tie­ver­ständ­nis des Autors. Oppo­si­ti­ons­grup­pen müs­sen sich also beim ZK mit »Dia­log« ein­schmei­cheln. Even­tu­ell ent­schei­det dann also der weise Füh­rer, inwie­weit Oppo­si­ti­ons­mei­nung zuge­las­sen wird.

    Dass die Belange der Stu­den­ten für den AStA »ein Spiel« sind, ist eben­falls eine treff­li­che Anmer­kung. Das erklärt auch, warum die meis­ten Stu­den­ten den blan­ken Unfug aus Mos­kau, nein AStA, nie ernst­ge­nom­men haben. Soll­ten sie gar nicht! War ein Spiel! Schade nur um die ver­tane Zeit, in der man sich tat­säch­lich für Stu­dis hätte ein­set­zen können.

    Dass der linke AStA selbst­herr­lich, anti­de­mo­kra­tisch und bera­tungs­re­sis­tent ist, war mir seit län­ge­rem bekannt, aber so deut­lich habe ich das Ein­ge­ständ­nis — wenn der Autor mei­nes Wis­sens auch nicht im Him­beer­wurst­haus arbei­tet — noch nie gehört! Danke lie­ber Moritz.

    Comment von Bassermann — 10. Januar 2010, 14:28