Piraten wie Du und ich

Sie waren der große Über­ra­schungs­hit bei der Bun­des­tags­wahl 2009 – und muss­ten doch mit 2% der Stim­men nach Hause gehen. Nun hat die FU ihre eige­nen Pira­ten, die die­ses Jahr zum ers­ten Mal zur StuPa-Wahl antre­ten. Mar­lene Göring im Gespräch mit den Frei­beu­tern Lotte Steen­brink und Jakob Pfen­der.

Wol­len die Uni entern/ändern: Lotte Steen­brink und Jakob Pfen­der. Foto: Mar­lene Göring.

Ihr seid die­ses Jahr neu dabei – Warum braucht die FU Piraten?

Jakob: Ich finde, dass pira­tige The­men an der Uni noch unter­re­prä­sen­tiert sind. Gegrün­det haben wir uns im Novem­ber, rela­tiv kurz­fris­tig. Wir wer­den gebraucht, weil wir frisch sind und weil wir neue Ideen haben.

Wer sind die FU-Piraten?

Lotte: Wir sind keine Nerds!

Jakob: Nicht nur.

Lotte: Wir sind ein Sam­mel­su­rium von ver­schie­de­nen Stu­den­ten ver­schie­de­nen Alters und ver­schie­de­ner Erfahrung.

Jakob: Poli­tik­wis­sen­schaft­ler, Phi­lo­lo­gen, Geschichts­wis­sen­schaft­ler, Lehr­ämt­ler, eine Dozen­tin, auch Infor­ma­ti­ker. Ich würde sagen wir kom­men aus allen Rich­tun­gen.

Wofür setzt ihr euch ein?

Lotte: Die typi­schen Pira­ten­the­men sind natür­lich die freie Imple­men­tie­rung des Cam­pus­ma­nage­ments, von dem wir alle wis­sen wie beschis­sen es ist. Dann natür­lich Open Access, der freie Zugang zu For­schungs­mit­teln. Wir wol­len unter ande­rem die Abschaf­fung der Anwe­sen­heits­pflicht, obwohl das ja jetzt schon fast vom Tisch ist. Keine Stu­di­en­ge­büh­ren, mehr Fle­xi­bi­li­tät in den ABV-Punkten.

Jakob: Gene­rell wol­len wir mehr Fle­xi­bi­li­tät und Inter­dis­zi­pli­na­ri­tät. Man könnte zum Bei­spiel einen Bache­lor Gene­rale einführen.

Lotte: Wir wol­len außer­dem die Stu­di­en­fi­nan­zie­rung nach fin­ni­schem Modell. Dort erhält jeder eine Grundförderung.

Jakob: So wer­den soziale Hür­den zum Stu­dium wirk­lich abge­baut. Wir als Pira­ten glau­ben, dass Bil­dung ein Grund­pfei­ler der Gesell­schaft ist und dass es voll­kom­men kon­tra­pro­duk­tiv ist, jeman­dem auf Grund von sozia­len Umstän­den den Zugang zum Stu­dium zu ver­weh­ren. Wir for­dern außer­dem eine vor­le­sungs­freie Stunde von 12 bis 13 Uhr. Damit man jeden Tag ein­fach mal die Chance hat, zur Ruhe zu kommen.

Auch wich­tig sind Demo­kra­ti­sie­rung und Trans­pa­renz. Wir sind für die Wie­der­ein­füh­rung der Vier­tel­pa­ri­tät in allen aka­de­mi­schen Gre­mien. Ent­schei­dun­gen müs­sen trans­pa­rent gemacht wer­den. Auch der Asta und StuPa sol­len trans­pa­ren­ter arbei­ten und die Stu­die­ren­den mehr Ein­blick bekom­men. Wir sind auch noch nicht ganz ent­schie­den, ob wir den Asta tra­gen oder nicht.

Wie steht ihr zu eurer Bundes-Partei?

Jakob: Unsere The­men haben wir kom­plett als Gruppe in unse­ren Sit­zun­gen aus­ge­ar­bei­tet, unab­hän­gig von der Par­tei. Eigent­lich haben wir uns bloß an den Zie­len der Par­tei ori­en­tiert. Es gibt da nie­man­den der sagt: „Macht das und das“. Das ist voll­kom­men uns überlassen.

Lotte: Der pira­tige Ein­schlag zeigt sich schon, aber eben nur dadurch, dass wir alle Pira­ten sind.

Jakob: Wir sind alle Pira­ten, klar. Und wir hof­fen, dass wir unse­ren Wahl­kampf vom Ber­li­ner Lan­des­ver­band finan­ziert krie­gen. Sie fin­den auch gut was wir tun. Aber sie mischen sich kein biss­chen ein.

Für die Pla­nung und Zusam­men­ar­beit benut­zen die FU-Piraten ein Wiki, das man öffent­lich ein­se­hen kann.

Jakob: Ja, das ist prak­tisch und trans­pa­rent. Jeder kann sehen, wie wir als Hoch­schul­gruppe arbei­ten und es ist klar, wo die Ent­schei­dun­gen her­kom­men. Und wenn jemand an einem Tref­fen nicht teil­nimmt, heißt das nicht, dass er nicht mit­ent­schei­den kann.

Ihr sollt einen Bur­schen­schaft­ler in eurer Gruppe haben. Stimmt das?

Jakob (lacht): Ja. Da hatte Ste­fan tat­säch­lich Recht, das wird sofort auf­ge­grif­fen! Wir haben lange dar­über dis­ku­tiert. Der Kon­sens war dann, dass es uns scheiß­egal ist. Solange er sich für pira­tige Ziele ein­setzt, kann er mei­net­we­gen auch Bur­schi sein. Er ver­sucht ja auch nicht, irgend­wel­che kon­ser­va­ti­ven Rich­tun­gen durch­zu­drü­cken. Von daher bleibt das ihm über­las­sen. Für uns ist es kein Grund, ihn auszuschließen.

Wo setzt ihr da die Grenzen?

Lotte: Sobald jemand sich so ver­hält, dass es nicht mehr mit unse­ren Grund­sät­zen ver­ein­bar ist, tritt ein Kon­flikt auf.

Jakob: Wir leh­nen Extre­mis­mus grund­sätz­lich ab. Sobald jemand ver­sucht sol­che The­men bei uns durch­zu­drü­cken, ist Schluss.

Was ist euer Ziel für diese Wahl?

Lotte: Viele Erst­wäh­ler zu zie­hen und einen Sitz zu bekommen.

Jakob: Einen Sitz auf jeden Fall.

13. Januar 2010, Wahlen 2010

21 Kommentare

  1. ob die pira­ten wohl wis­sen, dass die sat­zung der stu­die­ren­den­schaft der FU bur­schen­schaft­li­ches enga­ge­ment — also nicht der ein­zel­nen bur­schis, aber der bur­schen­schaf­ten — an der uni ver­bie­tet? eine lehre aus der nicht ganz rühm­li­chen rolle, die ver­bin­dun­gen in der wei­ma­rer repu­blik und im natio­nal­so­zia­lis­mus gespielt haben. inter­es­sant, dass nun die pira­ten einem bur­schi ein neues forum bie­ten. ande­rer­seits: bei der bun­des­par­tei hat man ja auch keine pro­bleme damit, der »jun­gen frei­heit« ein inter­view zu geben.
    für einen AStA-vorsitzenden namens eber­hard diep­gen war seine ver­bin­dungs­zug­hö­rig­keit 1963 übri­gens das aus — eine urab­stim­mung sorgte für seine absetzung…

    Comment von heinz — 14. Januar 2010, 1:00

  2. Hallo Heinz (oder wie du auch immer heißt),
    in der Sat­zung der Stu­die­ren­den­schaft steht über­haupt nichts zu Bur­schen­schaf­ten. Kannst du gerne noch­mal nach­prü­fen: http://www.fu-berlin.de/sites/studwv/media/Rechtsgrundlagen/studsatz.pdf.
    Als geschichts­in­ter­es­sier­ter Mensch finde ich deine Andeu­tung zu der his­to­ri­schen Rolle der Bur­schen­schaf­ten etwas wage. Viel­leicht kannst du das mal aus­füh­ren.
    Der Betref­fende ist übri­gens in einer Lands­mann­schaft und nicht Bur­schen­schaft. Er ist ein net­ter Mensch und sehr enga­giert für die Stu­die­ren­den. Warum also aus­schlie­ßen? Das wäre näm­lich die Kon­se­quenz dei­ner Posi­tion und für sowas muss man schon starke Argu­mente haben.
    Im übri­gend hätte ich auch kein Pro­blem der »Jun­gen Welt« ein Inter­view zu geben. Es geht schließ­lich darum den Lesern die Posi­tion der Pira­ten näher zu brin­gen und nicht deren Mei­nung zu übernehmen…

    Viele Grüße
    Stefan

    Comment von Stefan Günther — 14. Januar 2010, 12:07

  3. Inter­es­san­ter­weise wer­den Lotte und Jakob hier als Frei­beu­ter bezeich­net. Ich glaube es han­delt sich aber um Piraten!

    Frei­beu­ter sind keine Pira­ten son­dern Kaper­fah­rer. Sie han­deln im staat­li­chem Auf­trag. Pira­ten tun dies nicht. Daher denke ich das der Begriff Frei­beu­ter für Lotte und Jakob kein pas­sen­der Begriff ist, sie han­deln ja nicht im staat­li­chen auftrag.

    Arrr!

    Comment von BitForce — 14. Januar 2010, 12:20

  4. Hallo Heinz, und alle ande­ren,
    ich bin der betref­fende »Bur­schi«, ich denke es macht Sinn wenn ich mich direkt selbst melde.

    Das Bild von Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen (ins­be­sondre schla­gen­den, wie ich einer ange­höre) unter den Stu­den­ten der FU beruht lei­der fast aus­schliess­lich aus den betref­fen­den Kam­pa­gnen sei­tens des AStA.

    Mit­nich­ten sind Kor­po­ra­tion (das ist der kor­rekte Ober­be­griff) alle­samt reak­tio­när, rechts­ra­di­kal und frauenfeindlich.

    Ebenso falsch ist es, sämt­li­che Ver­bin­dun­gen unter dem Begriff »Bur­schen­schaft« zu sub­su­mie­ren, das ist als würde ich sämt­li­che »Fahr­zeuge« mit »Auto« beschrei­ben. Hier der Wiki-Link zum CC, dem Dach­ver­band dem ich ange­höre:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Coburger_Convent

    Es ist sicher rich­tig, daß sich in Ver­bin­dun­gen eher ein kon­ser­va­ti­ver Quer­schnitt der Stu­den­ten­schaft abbil­det, dies allein jedoch ist kein Grund, Ver­bin­dun­gen an und für sich ableh­nend ent­ge­gen­zu­ste­hen. Im Gegen­teil! Sämt­li­che Kor­po­rier­ten sind ange­hal­ten, sich im demo­kra­ti­schen Pro­zess zu enga­gie­ren. Ich zitiere aus der Sat­zung mei­ner Verbindung:

    »[Die Gemein­schaft] beruht auf den Grund­sät­zen Ehre, Frei­heit, Freund­schaft, Vater­land sowie auf den Tra­di­tio­nen der demo­kra­ti­schen Gleich­heit, der Libe­ra­li­tät der Sache nach und der Ableh­nung jeder par­tei­po­li­ti­schen, ideo­lo­gi­schen und kon­fes­sio­nel­len Bin­dung der Kor­po­ra­tion. Ihre Ziele sind lebens­lange Ver­bun­den­heit und gegen­sei­tige mensch­li­che Hilfe, Bil­dung der Per­sön­lich­keit, Mit­ar­beit an der Gestal­tung der Hoch­schule und des frei­heit­lich demo­kra­ti­schen Rechtsstaates.«

    Diese Grund­sätze lebe ich eben DURCH ein hoch­schul­po­li­ti­sches Enga­ge­ment. Die PIRATEN sind eine im wört­li­chen Sinne FREIHEITLICH aus­ge­rich­tete Par­tei. Dies bedeu­tet, daß wir dafür kämp­fen, daß das Grund­ge­setz geach­tet, die Frei­heit des ein­zel­nen nur an der des Ande­ren eine Grenze fin­den und jeder nach sei­ner facon leben soll.

    Daß dies natur­ge­mäß in ALLE Rich­tun­gen gilt (aus­ser jenen, die Ver­fas­sungs­feind­lich aus­ge­rich­tet sind), wird den Pira­ten (und auch Ver­bin­dun­gen) gerne im Munde her­um­ge­dreht und gegen sie verwendet.

    Wenn Du Dir das Pro­gramm der PIRATEN AN DER FU anschaust, dann wirst Du kei­nen ein­zi­gen Punkt fin­den, der auch nur den Hauch von »Muff« trägt. Ich kann nur an den aka­de­mi­schen Geist in Euch allen appel­lie­ren, Euch selbst! ein Bild zu machen. Um es mit den Wor­ten der PIRATEN im letz­ten Wahl­kampf zu sagen: »Kün­dige Dei­nen Meinungsanbieter!«

    In PIRATISCHEM SINNE,

    Den­nis

    Comment von Dennis — 14. Januar 2010, 12:27

  5. Na, wenn wir uns hier schon Zitate von Ver­bin­dun­gen um die Ohren hauen:
    »Bist du häss­lich, fett, krank oder fremd im Lande, bist du von Sor­gen­fal­ten, Welt­schmerz oder links­li­be­ra­ler Gesin­nung gepei­nigt, […] hast du den Wehr­dienst ver­wei­gert oder hast du eine Freun­din mit, die weder schön noch still ist, dann bleib lie­ber zu Hause.
    – Bur­schen­schaft »Ger­ma­nia«, Hamburg

    Sexis­mus, Mili­ta­ris­mus und Aus­län­der­feind­lich­keit in Rein­kul­tur. Und wer genau hin­sieht, erkennt auch dass sich da nicht von links»extremen« Mei­nun­gen abge­grenzt wird, son­dern von »links­li­be­ra­len« — SPD-Wähler_innen und SZ-Leser_innen bei Bur­schen­schaf­ten unerwünscht?

    Wie ist das denn, @Burschi-Dennis, würde eine Frau bei euch auf­ge­nom­men wer­den? Oder eine Per­son ohne deut­schen Pass, oder mit nicht-weißer Haut­farbe? Oder ein offen schwul leben­der Mann?

    Soweit ich weiß, gab es vor 1963 keine lin­ken ASten an der FU, die »Hetz­kam­pa­gnen« gegen Ver­bin­dun­gen hät­ten betrei­ben kön­nen. RCDS-Mitglied und Bur­schi Diep­gen woll­ten die FU-Studierenden aber trotz­dem nicht.

    @stefan gün­ther: Was die his­to­ri­sche Rolle der Ver­bin­dun­gen angeht: zwei Minu­ten google anschmei­ßen soll­ten da rei­chen, gerade für dich als Pirat.

    Comment von dennis (aber ein anderer!) — 14. Januar 2010, 13:19

  6. Ich kann lei­der nicht beein­flus­sen, was Ham­bur­ger Bur­schen­schaf­ten so trei­ben. Genau­so­we­nig kannst Du Dich als »Lin­ker« (ange­nom­me­ner­ma­ßen) dage­gen weh­ren, mit »lang­haa­ri­gen Bom­ben­le­gern« unter eine Decke gesteckt zu wer­den. Nur weil jemand Katho­lik ist, heisst es nicht, daß er in Irland Bom­ben legt, um den Ver­gleich ein­fach zu halten.

    Die Bur­schen­schaf­ten (also der Ver­bin­dungs­typ »Bur­schen­schaft« im Gegen­satz zu den Ver­bin­dungs­ty­pen »Lands­mann­schaft«, »Tur­ner­schaft«, »Sän­ger­schaft« oder »Corps« mit ihren jewei­li­gen Dach­ver­bän­den, daher meine pein­lich genaue Tren­nung der ver­schie­de­nen For­men des Ver­bin­gungs­we­sens) ist ein­deu­tig wei­ter rechts ein­zu­ord­nen als der Rest der Korporationswelt.

    Für mei­nen Bund und den Cobur­ger Con­vent gilt, daß wir jeden männ­li­chen Stu­den­ten auf­neh­men, der sich unse­ren Prin­zi­pien ver­bun­den fühlt. Das kann der Dun­kel­häu­tige Musi­ker sein, der Ende 20 ent­deckt hat, daß er dann doch stu­die­ren will (gesche­hen in Hei­del­berg, letz­tes Wochen­ende per­sön­lich getrof­fen), das sind Geor­gier, Tsche­chen, Bul­ga­ren und US-Amerikaner (alles bei uns vor­han­den) — auch Schwule und Zivis (min­des­tens ein Bun­des­bru­der von mir bekennt sich zu sei­ner Homo­se­xua­li­tät, und ich selbst bin aus­ge­mus­tert, habe also kei­nen Wehr­dienst geleis­tet).
    Sogar ich als Span­dauer durfte mit­ma­chen.
    Einige mei­ner Bun­des­brü­der waren enga­gierte JuSos, bis raus­ge­mobbt wur­den auf Grund ihrer Kor­po­ra­ti­ons­zu­ge­hö­rig­keit. Ich frage mich, wo DA das Inter­esse, die Tole­ranz und nicht zuletzt der MUT ist her­aus­zu­fin­den, daß viel­leicht gar­nicht alle Vor­ur­teile wahr sind, die in Stu­den­ten­krei­sen über Ver­bin­dun­gen kursieren.

    Es ist mir und allen ande­ren klar, daß viele Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen im Natio­nal­so­zia­lis­mus ein­deu­tig auf der fal­schen Seite Posi­tion bezo­gen haben. Nichts was ich hier dazu schreibe kann mir zum Wohle gerei­chen, da es min­des­tens als rela­ti­vie­rend erach­tet wer­den würde.

    Aber wie der Rest der Gesell­schaft wird die Aus­rich­tung einer Ver­bin­dung durch ihre akti­ven Mit­glie­der bestimmt. Diese sind heute im Alter zwi­schen 20 und 30. Und ich kann mit Gewiss­heit für mich, mei­nen Bund und mei­nen Dach­ver­band spre­chen, daß radi­kale Ten­den­zen jed­we­der Art hier NICHT gedul­det werden.

    Comment von Dennis — 14. Januar 2010, 13:44

  7. Lie­ber Den­nis (der von der FSI OSI, der andere darf aber auch mit­le­sen ;) ),

    man kann ja Bur­schen­schaf­ten mögen oder nicht (ich tus auch nicht beson­ders). Aber man sollte zumin­dest ehr­lich zuhören.

    Wie Piraten-Dennis schon anmerkt, gibt es Ver­bin­dun­gen in allen Cou­lour. Die von dir ange­spro­chene Bur­schen­schaft Ger­ma­nia Ham­burg ist ein extre­mer Rechtsaußen-Verein von Leu­ten, denen die NPD zu pöbe­lig ist, und steht unter Beob­ach­tung des Ver­fas­sungschut­zes. Von ihrem Bei­spiel auf sämt­li­che Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen zu ver­all­ge­mei­nern ist sicher­lich keine faire Argumentation.

    Deine Fra­gen an Piraten-Dennis kannst du auch leicht selbst beant­wor­ten, wenn du ihm zuhörst: Wie er schon sagte, ist er in einer Lands­mann­schaft, nicht in einer Bur­schen­schaft. Wenn du den von Den­nis gepos­te­ten Wikipedia-Link zu sei­nem Dach­ver­band folgst, erfährst du dort im drit­ten Satz die Ant­wor­ten auf deine Fra­gen: »Die Ver­bin­dun­gen des Cobur­ger Con­vents ver­tre­ten das Tole­ranz­prin­zip, neh­men alle männ­li­chen Stu­den­ten unab­hän­gig von ihrer eth­ni­schen und sozia­len Her­kunft, ihrer sexu­el­len Ori­en­tie­rung und ihrer reli­giö­sen Über­zeu­gung auf.«

    Und ja: Es gibt auch viele Ver­bin­dun­gen, die Frauen auf­neh­men, es gibt sogar viele, die NUR Frauen aufnehmen.

    In der Hoff­nung jetzt kei­nen Grundsatz-Flamewar über Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen aus­ge­löst zu haben,

    bes­tens:

    Jupp

    Comment von Jupp — 14. Januar 2010, 14:25

  8. Lie­ber ande­rer Den­nis, würde ich das ganze wirk­lich inter­es­sie­ren, hät­test du dir den link zum Cobur­ger Con­vent, in dem unser Den­nis ist, ange­schaut und ent­deckt:
    1)das ist über­haupt keine Bur­schen­schaft, son­dern eine Lands­mann­schaft
    und
    2): (ich zitiere:) »Die Ver­bin­dun­gen des Cobur­ger Con­vents ver­tre­ten das Tole­ranz­prin­zip, neh­men alle männ­li­chen Stu­den­ten unab­hän­gig von ihrer eth­ni­schen und sozia­len Her­kunft, ihrer sexu­el­len Ori­en­tie­rung und ihrer reli­giö­sen Über­zeu­gung auf.«

    Was hat das Zitie­ren einer VOLLKOMMEN ande­ren Orga­ni­sa­tion (Bur­schen­schaft HH) mit dem Thema zu tun? Das ist wie die Revo in einer Dis­kus­sion über die Antifa zu zitie­ren, weil »das ist ja alles die­selbe linke Pampe«. Ich bin keine flam­mende Ver­fech­te­rin von Bur­schen­schaf­ten, aber ich sehe es nicht gerne, wenn jemand Men­schen, die er nicht kennt, mit an den Haa­ren her­bei­ge­zo­ge­nen Argu­men­ten für seine unfun­dier­ten Rants missbraucht.

    Wir Pira­ten lie­ben auch das Prin­zip, offen sein für jeden und erst­mal zu Prü­fen, ob even­tu­elle Vor­be­halte rich­tig sind. Schade, dass man sich so etwas auf die Fahne schrei­ben muss, da anschei­nend man­che Leute lie­ber von vor­ne­her­ein auf andere ein­prü­geln statt sich sel­ber ein Bild von der Sache zu machen.

    (oh, und klei­ner Hin­weis an die Redak­tion: mei­nen Namen schreibt man nur mit k ;) )

    Comment von Lotte — 14. Januar 2010, 14:32

  9. hey lotte,

    danke für dei­nen hin­weis, wird umge­hend geändert!

    Comment von die autorin — 14. Januar 2010, 14:34

  10. uUnd es muss natür­lich Vor­ur­teil sein, argh…

    Comment von Lotte — 14. Januar 2010, 15:36

  11. Ich zitiere Den­nis, der aus der Sat­zung sei­ner Ver­bin­dung zitiert hat:

    “[Die Gemein­schaft] beruht auf den Grund­sät­zen Ehre, Frei­heit, Freund­schaft, Vater­land sowie auf den Tra­di­tio­nen der demo­kra­ti­schen Gleich­heit, der Libe­ra­li­tät der Sache nach und der Ableh­nung jeder par­tei­po­li­ti­schen, ideo­lo­gi­schen und kon­fes­sio­nel­len Bin­dung der Korporation.«

    Eine Gemein­schaft, die u.a. auf den Grund­sät­zen EHRE und vor allem VATERLAND beruht, ist ja wohl ein­deu­tig rechts­kon­ser­va­tiv. Ent­schul­di­gung, aber wer wie die Pira­ten Tole­ranz zeigt, um sol­che »alt­ehr­wür­di­gen Tra­di­tio­nen« auf­recht zu erhal­ten, indem sol­che Grund­sätze nicht als Wider­spruch zu ihren eige­nen –wie auch immer gear­te­ten– frei­heit­li­chen Ideen auf­ge­fasst wer­den, hat irgend­was nicht ganz ver­stan­den. Oder will irgend­was nicht ganz ver­ste­hen. Wie auch immer. Bleibt nur zu hof­fen, dass sie kei­nen Sitz bekommt– und falls doch: Viel Spaß im StuPa.

    Comment von felix — 14. Januar 2010, 19:10

  12. Also, wenn »Ehre« und »Vater­land« für Dich per defi­ni­tio­nem »Rechts­kon­ser­va­tive« Begriffe sind, dann kann ich Dir auch nicht hel­fen. Bitte schmeiss Dei­nen Duden weg, da ste­hen noch andere Wör­ter drin mit Bezug zu kor­rek­tem Ver­hal­ten und Bezug aufs Land mei­ner Geburt.

    Es sind lei­der genau diese (gewoll­ten?) Mis­in­ter­pre­ta­tio­nen, die dazu füh­ren, daß jemand wie Du, felix, meinst vor Ver­bin­dun­gen Angst haben zu müs­sen. Uuuuh, wie gru­se­lig, einer mit »Ehre«, und ooooh, der hat »Vater­land« gesagt.

    Ich meine, wenn mir einer mit »Viva la revo­lu­ción!« kommt, grinse ich auch ein klein biss­chen, aber wird es »Euch« nicht irgend­wie mal lang­wei­lig, immer die­sel­ben ollen Kamel­len raus­zu­lul­lern, um vor »uns« zu warnen?

    Was ist denn am Vater­lands­be­griff so gefähr­lich? Über­trägt er Schnup­fen? Warum soll sich irgend­je­mand vor­wer­fen »ehr­bar« zu sein? Ist das nicht was immer ver­langt wird? Alle schimp­fen mit Schumi weil er seine Steu­ern in der Schweiz (nicht) zahlt. Das würde mit einem ver­nünf­ti­gen Bezug zu sei­nem Hei­mat­land nicht pas­sie­ren. Alle wei­nern, weil ihre Depfa-Zertifikate nichts mehr wert sind, und wo sei denn bitte die Ehre der Ban­ker geblie­ben, etc etc, o tem­pora o mores.

    Ich denke Ihr wisst wor­auf ich hin­aus­will. Und eigent­lich, wenn Ihr ehr­lich seid, ist es ziem­lich doof, diese Begriffe mit Natio­nal­so­zia­lis­mus, Aus­län­der– und Frau­en­feind­lich­keit, Homo­pho­bie oder was Euch sonst noch so grade ein­fällt gleichzusetzen.

    Klar wird von »uns« kei­ner zum »Sau­fen für den Kom­mu­nis­mus« am OSI kom­men, aber das ist auch nicht zu erwar­ten von einem halb­wegs intel­li­gen­ten Men­schen über 25.

    Ich hab manch­mal das Gefühl, daß für man­che alles, was nicht links vom Sozia­lis­mus ist, Nazis sind. Schade eigent­lich, Ihr ver­passt ne Menge.

    Comment von Dennis — 14. Januar 2010, 21:23

  13. Hm, ich hab mich mal gefragt, wie man heut­zu­tage Ehre denn noch in so all­ge­mei­nem Kon­text benutzt (also nicht irgend­ein Mensch wird geehrt *Dr hc-Titel-überreich*) son­dern »Grund­satz Ehre« und kam da nur auf »Würde« vor sich selbst, Würde des Men­schen etc… und siehe da: Wiki gab mir in die­sem Zusam­men­hang recht: http://de.wikipedia.org/wiki/Prinzipien_von_Studentenverbindungen#Ehre
    Der Arti­kel ist da ganz span­nend.
    »Vater­land« (direkt dar­über) muss sich heut­zu­tage ja auf unsere so-verfasste-Bundesrepublik bezie­hen… »Ver­fas­sungs­pa­trio­tis­mus«, das Wort klingt schon komisch.
    « … Das zeigt sich etwa in der Inte­gra­tion des Fachs Staats­bür­ger­kunde in die „Fuxen­stun­den“ für neue Mit­glie­der, spä­ter auch in der Teil­nahme und Durch­füh­rung von Fort­bil­dun­gen zu The­men wie EU oder Ver­einte Natio­nen, even­tu­ell Auf­rufe zu Wah­len, Unter­stüt­zung von Diens­ten an der Gesell­schaft: z. B. Wehr­dienst, Zivil­dienst, Frei­wil­li­ges Sozia­les Jahr, ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment beim Kata­stro­phen­schutz und ande­ren.»
    Staats­bür­ger­kunde is ja nun vor­bei (Wiki etwas ver­al­tet? ;-) ), aber Bil­dung zu The­men wie EU/UN und gemein­nüt­zige Dienste kann man nu eigent­lich nicht schlecht fin­den oder?

    Ganz ehr­lich — Bur­schen­schaf­ten ham nen sau­schlech­ten Ruf. Und man­che ja auch berech­tigt. Aber wie wir inzwi­schen fest­ge­stellt haben — ich danke mei­nen Vor­red­nern Lotte, Jupp etc. — kann man A schlecht für den Sche*ß von B ver­ant­wort­lich machen, bloß weil beide im Alpha­bet stehen.

    Grüße
    Drr­ra­chen­kot­zer
    PS: Arrrrr! ;-)

    Comment von Drachenkotzer — 14. Januar 2010, 21:50

  14. Da sitz ich und ver­su­che zu argu­men­tie­ren, und dann kommt einer und benutzt doch tatsäh­lich GOOGLE, etwas was

    - mir sel­ber
    – den antifanten

    auch hätte ein­fal­len kön­nen :-D

    Comment von Dennis — 14. Januar 2010, 21:57

  15. Und ich finde die Pira­ten toll dafür, dass sie jeman­den nicht danach beur­tei­len, wo er her­kommt, son­dern danach, was für ein Mensch er ist. Das ist so ziem­lich das Gegen­teil von kon­ser­va­tiv und an der FU mal etwas erfri­schend neues. Wei­ter so!

    Comment von Marco K. — 15. Januar 2010, 10:28

  16. Ich würde zu Ehre und Vater­land auch nur anmer­ken, dass erst vor 20 Jah­ren und ein paar Tagen ein Regime zu Fall gebracht wurde, das ganz wesent­lich auf die­sen Prin­zi­pien basierte. Die­ses Regime war aller­dings im Selbst­ver­ständ­nis ganz und gar nicht rechts. Was nur unter­strei­chen darf, dass diese Begriffe zwar viel­fach miss­braucht wer­den, aber jeden­falls keine ein­deu­tige poli­ti­sche Per­spek­tive kommunizieren.

    Comment von Thomas E. — 15. Januar 2010, 11:31

  17. Gut. Dann zitiere ich mal aus der aktu­el­len Bro­schüre vom TU-AStA »Geschichte, Ideo­lo­gie und Pra­xis stu­den­ti­scher Korporationen«:

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    »Im Cobur­ger Con­vent (CC) sind 100 Lands­mann­schaf­ten und Tur­ner­schaf­ten aus­schließ­lich sog. klas­si­schen Typs – d.h. farb­en­tra­gend und pflicht­schla­gend – ver­ei­nigt. Nach außen geben sie sich meist unpo­li­tisch, selbst­ver­ständ­lich tole­rant und gegen jede Art von Extre­mis­mus. Man stellt sich gerne als leben­dige Gemein­schaft von Stu­den­ten und Aka­de­mi­kern dar, deren Zweck nur in der Pflege von Freund­schaft, dem Erfah­rungs­aus­tausch und der gemein­sa­men Bil­dung besteht.

    UND IN ECHT?

    Tat­säch­lich ver­birgt sich hin­ter der welt­of­fe­nen und fort­schritt­li­chen Fas­sade ein gut orga­ni­sier­tes Sys­tem aus Seil­schaf­ten, wel­ches dem ein­zel­nen Mit­glied wirt­schaft­li­che und soziale Vor­teile ver­schaf­fen und als homo­gene Ein­heit poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Ein­fluss aus­üben soll. Frei­heit­li­che Werte stan­den dabei nie im Vor­der­grund. Viel mehr geht es stets darum, in beste­hen­den Herr­schafts­struk­tu­ren eine natio­nale Elite bereit­zu­stel­len. So fin­den sich im CC unter den „Alte Her­ren“ genann­ten Ex-Aktiven dann auch Namen wie Gün­ther Oet­tin­ger, der den Nazi­rich­ter Fil­bin­ger post­hum zum Anti­fa­schis­ten ver­klärt hat oder Fritz Hipp­ler, der sich sowohl für den NS-Propagandafilm „Der ewige Jude“, als auch für das revi­sio­nis­ti­sche Buch „Kor­rek­tu­ren“ ver­ant­wort­lich zeich­net, wel­ches im CC auch begeis­tert gele­sen wird. Eine Dis­tan­zie­rung des Cobur­ger Con­vent von der deut­schen und eige­nen Ver­gan­gen­heit ist zu kei­nem Zeit­punkt erfolgt. Bei der Revi­sion der Geschichte ist man bemüht sich gegen­sei­tig zu übertreffen.

    DER PFINGSTKONGRESS DES
    COBURGER CONVENT

    Der jähr­lich in Coburg statt­fin­dende Pfingst­kon­gress ist das zen­trale Ereig­nis und einende Ele­ment der Akti­vi­tä­ten des Dach­ver­ban­des. Für ein Wochen­ende im Jahr lässt er die Cobur­ger Innen­stadt zu einem Pflas­ter für reak­tio­närste Ansich­ten wie Mili­ta­ris­mus, Ras­sis­mus, dump­fen Standort-Nationalismus, Frau­en­feind­lich­keit und der Hass gegen Homo­se­xu­elle. Beson­de­ren und offi­zi­el­len Stel­len­wert hat jedoch
    der bereits genannte Geschichts­re­vi­sio­nis­mus. An zahl­rei­chen Orten kann man in Coburg rund um Pfings­ten so genannte Gedenk­fei­ern zu Ehren der in den Welt­krie­gen gefal­le­nen Sol­da­ten beob­ach­ten. Dabei wird in Neo­na­zi­ma­nier die Schuld vor allem am 2. Welt­krieg unter den Tisch gekehrt und den deut­schen Sol­da­ten in Sta­lin­grad und anderswo — soge­nann­ten Opfern der Hitler-Diktatur — hin­ter­her­ge­trau­ert. Im nächs­ten Satz folgt meist — dies­mal in CDU/CSU-Manier – die Klage um den Sta­si­ter­ror und das Studentenverbindungs-Verbot in der DDR.

    Zum mitt­ler­weile 141. Pfingst­kon­gress, vom 29.05. bis 02.06.2009, tra­fen sich erneut tau­sende Mit­glie­der des CC. Der Pfingst­kon­gress beinhal­tet fol­gende wesent­li­che Ele­mente: Eine der zen­tra­len Zere­mo­nien ist das Toten­ge­den­ken am Sonn­tag. Alle Kor­po­rier­ten zie­hen nach einem Grup­pen­photo der Char­gier­ten in den Hof­gar­ten zum Ehren­mal des CC, legen Kränze nie­der und lau­schen einer Rede der prä­si­die­ren­den Ver­bin­dung. Obwohl das Ritual haupt­säch­lich auf die Welt­kriegs­hel­den gemünzt ist, wurde die­ses Jahr expli­zit allen Ver­bin­dungs­brü­dern gedacht, die dem Mili­tär dien­ten oder noch die­nen. Über­haupt ist der CC dem Mili­ta­ris­mus in sei­nen ver­schie­de­nen Aus­prä­gun­gen gegen­über sehr offen. Neben dem Toten­ge­den­ken am Ehren­mal des CC, kommt die mili­tä­ri­sche Tra­di­tion beim all­jähr­li­chen Fackel­marsch am Mon­tag Abend am deut­lichs­ten zum Aus­druck.
    Bei die­sem Ritual para­die­ren sämt­li­che ange­reiste Kor­po­rierte mit Marsch­mu­sik, Fackeln und teil­weise in vol­lem Wichs (also in der jewei­li­gen Uni­form, samt Stie­fel und Degen) durch die nächt­li­che Klein­stadt. Bevor sie alle am Markt­platz ankom­men, lau­fen sie auf einer Route, die vor ihnen schon die SA mit Fackeln beschrit­ten hat. Im Herz­stück von Coburg gibt es erneut eine Rede der Prä­si­die­ren­den, die stan­des­ge­mäß vom Bal­kon des Rat­hau­ses gehal­ten wird und alle sin­gen gemein­sam mit der Cobur­ger Bevöl­ke­rung das Deutsch­land­lied – seit 2003 nur noch die dritte Stro­phe.»
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    Ist das deut­lich genug? Mehr Infos unter auf der web­site vom asta der tu berlin.

    Comment von felix — 15. Januar 2010, 13:05

  18. In (fast) jedem Haus hängt auch eine Tafel, auf der den im Krieg gefal­le­nen Bun­des­brü­der gedacht wird. Da das Ver­bin­dungs­we­sen an und für sich tra­di­tio­nell ori­en­tiert ist, ist es sicher schwer für aus­sen­ste­hende, dies kor­rekt zu deu­ten. Da die Bun­des­wehr nun­mehr wie­der in Kampf­hand­lun­gen ver­wi­ckelt ist, scheint es nur gerecht, nicht nur die in der Ver­gan­gen­heit gefal­le­nen Bun­des­brü­der zu betrau­ern, son­dern auch an jene zu den­ken, die even­tu­ell schon im Hin­du­kusch sind oder jeder­zeit dort­hin geschickt wer­den könnten.

    Dabei geht es aber nicht darum, daß wir oh-so-stolz dar­auf sind, daß einige von uns in irgend­ei­nem Krieg des Hei­li­gen Deut­schen Rei­ches den Opfer­tod fürs Völ­ki­sche erbracht haben, so wie uns nach­ge­sagt wird, son­dern um das echte Bedau­ern der kriegs­be­ding­ten Abwe­sen­heit der jewei­li­gen Per­so­nen. Daß auf über­lie­ferte Art und Weise getrau­ert wird scheint viel­leicht von außen befremd­lich, aber dafür braucht sich imho kei­ner von uns zu entschuldigen.

    Den Ver­weis auf jedes andere Land der Erde, in dem Unter­stüt­zung für Trup­pen und Vete­ra­nen ganz ein­fach zur Gesell­schaft gehört, spare ich mir mal (fast).

    Und auch hier: Beachte die Quelle! Die (soge­nannte) Bericht­er­stat­tung bei­der Sei­ten wird IMMER gefärbt sein. Die Wahr­heit liegt viel­leicht irgendwo in der Mitte? Ich selbst war jetzt mitt­ler­weile 6x in Coburg dabei und habe nach dem Fackel­lauf noch nie die ers­ten bei­den Stro­phen des Deutsch­land­lie­des gesun­gen oder gehört.

    Über die his­to­ri­sche Her­kunft des Wichs (genauer gesagt, der Peke­sche), der Far­ben Schwarz-Rot-Gold (Stich­wort: Urbur­schen­schaft) etc etc könnt Ihr Euch gerne sel­ber informieren.

    Ein wei­te­rer klei­ner Hin­weis sei erlaubt: die meis­ten schla­gen­den Ver­bin­dun­gen wur­den schon weit, weit vor dem Auf­tau­chen des Nazio­nal­so­zia­lis­mus gegrün­det, und ihre Tra­di­tio­nen haben sich seit dann kaum bis gar­nicht geän­dert. Nun mag man geteil­ter Mei­nung sein dahin­ge­hend, ob die Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen allein tra­gende Funk­tion im Auf­kom­men des Natio­nal­so­zia­lis­mus hat­ten, ob sich Kor­po­rierte aus Oppor­tu­nis­mus oder Über­zeu­gung anschlos­sen. Was auch immer man Stu­den­ten­ver­bin­dun­gen vor­wer­fen will: Sie sind in ihrer Gesamt­heit (Aus­s­reis­ser, siehe oben, wie üblich aus­ge­nom­men) in der Gegen­wart angekommen.

    Was auch immer Ihr für eine »Gefahr« seht, die von mir (im beson­de­ren), von mei­nem Bund, mei­nem Dach­ver­band oder von »den Ver­bin­dun­gen« (im all­ge­mei­nen) aus­geht — it’s not there.

    Comment von Dennis — 15. Januar 2010, 13:38

  19. Ähm, felix: ILLUMINATI!!1!

    Hast du ver­ges­sen. Kein Pro­blem, kann mal passieren.

    Comment von Tobi — 15. Januar 2010, 16:58

  20. Ich bin der erste Fünffach-Spion der Geschichte, jetzt habt Ihr’s rausgefunden^^

    Comment von Dennis — 15. Januar 2010, 17:07

  21. Meine Güte. Das ist nur eine Stu­den­ten­ver­bin­dung und kein die Demo­kra­tie umstür­zen­der Weltherrschaftszirkel.

    Comment von Alle mal locker bleiben — 26. Januar 2010, 17:19