Rückzug der Niemals-Präsidentin

Nach Raúl Rojas wirft auch Chris­tiane Lemke im Kampf um die FU-Präsidentschaft das Hand­tuch. Die Insze­nie­rung eines Prä­si­dent­schafts­wahl­kamp­fes, der kei­ner ist, erlebt ihren pein­li­chen Höhe­punkt. Caro­lin Benack kommentiert.


Romeo und Julia müs­sen ster­ben, Rich­ter Adam muss über­führt wer­den, Mut­ter Cou­rage muss den Regi­men­ten hin­ter­her zie­hen. So ist das mit Thea­ter­stü­cken. Noch bevor sie über­haupt auf die Bühne kom­men, ist das Ende nie­der­ge­schrie­ben. Und so ist es auch mit der Prä­si­dent­schafts­wahl an der FU.

Bereits seit der Aka­de­mi­sche Senat am 10. März die drei Kan­di­die­ren­den bekannt gege­ben hat, hagelt es Kri­tik. Der Vor­wurf: Die Wahl sei nur eine reine Farce. Denn schon im Vor­feld hät­ten sich die Pro­fes­so­ren auf das „Präsidenten-Paket“ Peter-André Alt und Monika Schäfer-Korting als Vize geeinigt.

In der Folge trat erst Raúl Rojas ab. Jetzt ließ auch Chris­tiane Lemke ihre Kan­di­da­tur fal­len und lie­ferte damit den end­gül­ti­gen Beweis, dass das Aus­wahl­ver­fah­ren längst ent­schie­den ist. Von Anfang an war es ein aus­sichts­lo­ses Unter­fan­gen gewe­sen, in das sich die Pro­fes­so­rin aus Han­no­ver da bege­ben hatte. Ohne den Rück­halt einer spe­zi­el­len poli­ti­schen Gruppe im aka­de­mi­schen Senat und die nöti­gen Seil­schaf­ten in der FU Land­schaft war sie von vorn­her­ein zur Sta­tis­tin degradiert.

Und so ist ihr Rück­zug ledig­lich die Umge­hung einer vor­pro­gram­mier­ten Nie­der­lage, wenn sie auch offi­zi­ell den ihr ange­bo­te­nen Max-Weber-Lehrstuhl an der New York Uni­ver­sity vor­schiebt, angeb­lich ihr „Traum­job“. Man hört gera­dezu das Zäh­ne­knir­schen in die­ser Bezeich­nung. Jemand, der sich gerade für das Amt der Prä­si­den­tin einer Uni­ver­si­tät bewor­ben hat, würde dem wohl kaum einen For­schungs­stuhl vorziehen.

Letzt­lich steht so nur noch der Wunsch­kan­di­dat auf der Bühne – Peter-André Alt. Einen wirk­li­chen Gefal­len hat der Aka­de­mi­sche Senat mit die­ser Demons­tra­tion von Fest­ge­fah­ren­heit und Unfair­ness ihm jedoch nicht getan. Denn der Makel, ohne ernst­hafte Kon­kur­renz ins Amt gehievt wor­den zu sein, wird dem Hel­den die­ses Stü­ckes, der sowieso schon genug mit dem Prä­di­kat „Lenzen-Zögling“ zu kämp­fen hat, wei­ter anhaf­ten. Und so einen guten Auf­takt der studentisch-präsidialen Bezie­hun­gen verhindern.

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