Nach dem Heft ist vor dem Heft

Die neue Aus­gabe ist gedruckt. Aber es bleibt keine Zeit für lan­ges Fei­ern, denn die nächste schreibt sich nicht von selbst und neben­bei gibt es noch eine Fußball-WM zu zele­brie­ren, weiß Filip Tuma.

Mit einem furio­sen 4:0 star­tete das deut­sche Team am Sonn­tag in die WM. Es fällt schwer sich klar zu machen, dass es neben den aktu­ells­ten Fuß­ball­er­geb­nis­sen noch andere Dinge gibt, die Auf­merk­sam­keit ver­die­nen. Seit über einer Woche ist die aktu­elle Aus­gabe der FURIOS ver­füg­bar, ihr Erschei­nen fei­er­ten wir wohl­wis­send einen Tag vor dem Eröff­nungs­spiel in Süd­afrika. Mit der Druck­le­gung ist die Arbeit aber nicht getan, das Heft muss auf dem Cam­pus unters Volk gebracht werden.

In der Mit­tags­pause beob­achte ich unse­ren Poli­tik­spe­zia­lis­ten Hen­drik, wie er hung­ri­gen Stu­den­ten vor der Mensa die neue Aus­gabe ein­flößt. Mit «Kos­ten­los! Kos­ten­los!», «Exlusiv-Interview mit Jogi Löw!» und «Nackt­bil­der von Lena!» preist er das Heft an. Sein Elan ist immens, ich frage mich (und ihn) den­noch, ob sein Flun­kern nicht auf ihn zurück­fal­len wird. Er ant­wor­tet schul­ter­zu­ckend: «Mein Arti­kel ist schon auf mich zurück­ge­fal­len.» Der grü­nen Hoch­schul­gruppe habe es nicht gefal­len, dass er sie in einem Arti­kel zur Koali­tion mit dem Ring-Christlich-Demokratischer Stu­den­ten (RCDS) auf­ge­for­dert hat.

Poli­tik ist und bleibt ein bestim­men­des Thema für die Redak­tion. Bei der letz­ten Redak­ti­ons­sit­zung haben wir erfah­ren, dass uns eine der FU-Listen einen Platz­ver­weis erteilt hat. Den haben wir uns nicht mit einer Blut­grät­sche ver­dient, son­dern weil unsere redak­tio­nel­len Texte – folgt man den selbst­er­nann­ten Schieds­rich­tern der Cam­pus­po­li­tik – sexis­tisch, ras­sis­tisch und homo­phob sind.

Nach dem Heft ist vor dem Heft (frei nach Sepp Her­ber­ger), aber eine FURIOS-Ausgabe dau­ert etwas län­ger als 90 Minu­ten, näm­lich ein gan­zes Semes­ter. Die­ser Umstand wird nicht dadurch erleich­tert, dass wir in der Redak­ti­ons­lei­tung drei Pos­ten neu beset­zen müs­sen. Regel­mä­ßige Spie­ler­wech­sel gehö­ren zu die­sem Maga­zin wie die Vuvu­zela ins süd­afri­ka­ni­sche Sta­dion. Die Frage ist: Bleibt es dann noch unsere heiß­ge­liebte FURIOS? Und über­haupt: Ist das Maga­zin zu sper­rig und ver­kopft, oder ist das genau der Grund, wieso die Leute uns lesen?

Diese Frage ist bei­spiel­haft für die Mit­ar­beit bei der FURIOS; nach außen kon­tro­vers, nach innen kon­tro­vers. Das mein viel­leicht gründ­lichs­ter Ein­druck nach zwei Mona­ten FURIOS: Dass Kon­flik­ten nicht aus dem Weg gegan­gen wird, son­dern sie mög­lichst fron­tal ange­gan­gen wer­den. Und weil es dabei nie darum geht, den ande­ren klein­zu­ma­chen, son­dern die Sache groß­zu­ma­chen, bin ich zuver­sicht­lich, dass wir noch die eine oder andere lesens­werte Aus­gabe auf die Beine stel­len wer­den. Am bes­ten las­sen wir uns dazu von Lukas Podol­ski moti­vie­ren, der nicht nur mit sei­nen Füßen zau­bern kann, son­dern auch mit Wor­ten: «Wir müs­sen jetzt die Köpfe hoch­krem­peln und die Ärmel auch!»

4 Kommentare

  1. mmh, mag die furios zur abwechs­lung mal ernst­haft stel­lung zu den sicher­lich nicht lustig-frivol gemein­ten *vor­wür­fen* stel­lung neh­men, anstatt im zuge des all­ge­mei­nen fußball-ist-toll-und-das-leben-auch–hypes augen­wi­sche­rei zu betrei­ben?
    oder hebt ihr euch den reflek­tier­ten teil für don­ners­tag auf?

    Comment von 0-0 — 15. Juni 2010, 15:00

  2. der reflek­tierte Teil folgt am Donnerstag

    Comment von filip — 15. Juni 2010, 23:38

  3. der kom­men­tar ist nicht mehr als drei ver­schwen­dete minu­ten. sorry, muss ich aber mal loswerden.

    Comment von mesut — 16. Juni 2010, 0:31

  4. Nein, das sind drei ver­schwen­dete minu­ten:
    http://www.youtube.com/watch?v=YcMT395UvWI

    Comment von nicole — 19. Juni 2010, 22:51