Die wahrscheinlich kürzeste StuPa-Sitzung der Welt

Das Stu­die­ren­den­par­la­ment hat sich zu sei­ner letz­ten Sit­zung in die­sem Semes­ter getrof­fen. Ideo­lo­gi­sche Gra­ben­kämpfe, die dort frü­her aus­ge­tra­gen wur­den, waren Fehl­an­zeige. Schon nach ein­ein­halb Stun­den war die Tages­ord­nung abge­ar­bei­tet. Von Max Krause

Abstim­mung als Form­sa­che: Auf der letz­ten StuPa-Sitzung des Semes­ter ging’s fried­lich zu. Foto: Cora-Mae Gre­gor­schew­ski (Archivbild)

Wer sich schon län­ger mit der Arbeit stu­den­ti­scher Grup­pen an der FU beschäf­tigt, geht mit gewis­sen Erwar­tun­gen in eine Sit­zung des Stu­die­ren­den­par­la­ments (StuPa). Frü­her folg­ten sie einem gewis­sen, unge­schrie­be­nen Zere­mo­ni­ell: Auf der einen Seite die linke AStA-Mehrheit, auf der ande­ren „bür­ger­li­che“ Grup­pen wie der Ring Christlich-Demokratischer Stu­den­ten (RCDS) oder die Libe­rale Hoch­schul­gruppe (LHG), die sich gern gebär­de­ten wie Bewoh­ner des letz­ten gal­li­schen Dorfs, das ein­fach nicht auf­hört, Wider­stand zu leis­ten. Irgendwo dazwi­schen stan­den Lis­ten, die zwar AStA-kritisch, aber doch irgend­wie links waren, etwa die Grüne Hoch­schul­gruppe (GHG). Wer ins StuPa ging, konnte fest mit einem hef­ti­gen Schlag­ab­tausch zwi­schen die­sen drei Frak­tio­nen rech­nen. Auch die­ses Mal war die Bühne bereitet.

Doch Pus­te­ku­chen! Auf der StuPa-Sitzung am ver­gan­ge­nen Diens­tag war von den sonst so tie­fen Grä­ben so gut wie nichts mehr zu spü­ren. Dabei gab es durch­aus Stoff, der in frü­he­ren Semes­tern hohe Wel­len geschla­gen hätte: Ein Antrag zu Tier­ver­su­chen in der Bio­lo­gie und ein gan­zes Paket mit vier Anträ­gen des RCDS, unter ande­rem zum Thema Links­ex­tre­mis­mus, stan­den zur Debatte. Doch von der alten Fun­da­men­tal­op­po­si­tion war nichts zu hören. Vom RCDS war noch nicht ein­mal jemand erschie­nen, um den Antrag vor­zu­stel­len. Er wurde dar­auf­hin ein­stim­mig abgelehnt.

So offen­barte sich am deut­lichs­ten das Feh­len einer Oppo­si­tion gegen den AStA: Sämt­li­che Ent­schei­dun­gen in der Sit­zung fie­len ein­stim­mig. Das Par­la­ment ver­ab­schie­dete eine Reso­lu­tion, die das Vor­ge­hen des Prä­si­di­ums bei der Ein­füh­rung der RSPO anpran­gert. Außer­dem erwei­terte es die Mög­lich­kei­ten, einen Zuschuss fürs Semes­ter­ti­cket zu erhal­ten und for­derte, dass an der FU Bio­lo­gie stu­diert wer­den könne, ohne dass dafür Tiere ster­ben müssen.

Haben die Oppo­si­ti­ons­lis­ten ange­sichts der Zwei­drit­tel­mehr­heit der AStA-Koalition den Mut ver­lo­ren? Das wäre jeden­falls schade für die Uni-Demokratie. Denn obwohl die Debat­ten aus frü­he­ren Sit­zun­gen oft über­trie­ben und gera­dezu bizarr waren, ist das StuPa doch ein Ort, wo nicht ein­fach die Vor­schläge des AStA abge­nickt wer­den soll­ten, son­dern ein Ort des geheg­ten Streits.

4. Juli 2012, Politik

2 Kommentare

  1. Es war nicht alles ein­stim­mig! Auch fan­den einige den Vor­schlag zur Semes­ter­ti­cket­be­auf­rag­ten unde­mo­kra­tisch — da war ja schon vor­her klar wer es wird! Jeden­falls gab es da ein Rau­nen.
    Aus­ser­dem war um 16 Uhr die Kfl wo einige hin­muss­ten, zb von ATTAC.
    Wich­tig war viel­leicht auch noch die Ände­rung an der Sat­zung zum Semes­ter­ti­cket, wo es sinn­volle Nach­fra­gen von der GHG gab. Wenn der RCDS nicht kommt, ist der ja selbst schuld. Und dabei hatte der RCDS auch inter­es­sante Anträge gestellt wo die Par­la­men­ta­rier aber nicht drü­ber dis­ku­tie­ren wollten.

    Comment von Horst — 8. Juli 2012, 01:06

  2. […] – und das in der Regel nicht unter fünf Stun­den. Dass die poli­ti­sche Sado-Mado-Session am ver­gan­ge­nen Diens­tag mit andert­halb Stun­den rekord­ver­däch­tig kurz aus­fiel, lie­fert lei­der keinen […]

    Pingback von FURIOS Online – StuPa abschaffen! Sofort! — 9. Juli 2012, 23:21