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Wenn Pausen Wörter werden

Am Freitag, 18. Januar, erscheint die zweite Ausgabe der an der FU entstandenen Literaturzeitschrift „Sachen mit Wörtern”. Josta van Bockxmeer hat sich mit den Redakteurinnen des Blattes getroffen.

Die Redakteurinnen Theresa Lienau und Anneke Lubkowitz (v.l.). Illustration: Cora-Mae Gregorschewski

Auf dem Weg ins studentische Café Pi bleiben die Redakteurinnen Theresa Lienau und Anneke Lubkowitz plötzlich stehen. „Pause”  lässt ein Werbeplakat direkt vor ihrer Nase verlauten und „Pausen” sind auch das Thema der zweiten Ausgabe der Literaturzeitschrift „Sachen mit Wörtern”, die am Freitag, 18. Januar, zum zweiten Mal an der FU erscheint.

Entstanden ist „Sachen mit Wörtern” in einem ABV-Projektseminar zu Kulturmagazinen, in dem die Teilnehmer eine eigene Zeitschrift produzieren sollten. Theresa, die Frankreichstudien studiert, und Anneke, Studentin der Allgemeinen und vergleichenden Literaturwissenschaft, waren begeistert. Zusammen mit drei anderen Studierenden riefen sie ihr Magazin ins Leben. Nach dem Abschluss des Seminars entschlossen sie sich, zu zweit weiterzumachen. „Wir konnten uns nicht davon trennen, glaube ich”, sagt Theresa.

Die erste Ausgabe unter dem Thema „Das Debüt“ thematisierte den Anfang mit all seinen Schwierigkeiten. Die bunte Mischung von Texten unbekannter und etablierter Autoren ließ die Grenze zwischen der angesehenen und der Erstlingsliteratur verschwimmen.

Das Heft lebt von guten Texten

Im zweiten Heft namens „Pausen“ dagegen wirken die vielen Zitate eher fehl am Platz. Oft ist unklar, ob die neuen Texte sich auf sie beziehen oder nicht. Die Unterstützung durch große Namen ist auch gar nicht nötig, es gibt genügend gute Texte.

Neben Gedichten und Kurzgeschichten umfasst „Pausen“ Künstlerinterviews und oder einen Artikel zu Pausenfüllern. Der Schriftsteller Andrew Sean Greer, zurzeit Gastprofessor an der FU, analysiert in einem kurzen Beitrag die Pausen am Anfang von Vladimir Nabokovs berühmten Roman „Lolita“. Die zweite Ausgabe macht deutlich: „Sachen mit Wörtern“ kann auf eigenen Beinen stehen.

Die Redakteurinnen wissen das. Im Vordergrund steht für sie die Qualität der Texte, nicht der Name des Autors oder wie viele Preise dieser schon gewonnen hat. „Sachen mit Wörtern” will keine Literaturinstanz  sein, sondern eine offene Plattform, an der die Leser gerne mitarbeiten wollen und dürfen. „Ein eingesandter Text kann der erste sein, den jemand geschrieben hat. Solange er gut ist, ist das uns schnuppe”, sagt Theresa.

Handgemachtes wird Kunst

Die Gestaltung der Zeitschrift macht deutlich, dass „Sachen mit Wörtern“ das Handgemachte zur Kunst erhebt. An Kinderzeichnungen erinnernde Illustrationen von Petrus Akkordeon, Gärtner und Künstler aus Steglitz, verraten durchaus einen ausgereiften Stil und verleihen der Zeitschrift eine spielerische, aber keine dilettantische Ausstrahlung. Petrus hat schon mehrere Künstlerbücher veröffentlicht und seine Zeichnungen erscheinen im Tagesspiegel.

Was haben Theresa und Anneke von ihrem „Debüt“ und den darauffolgenden „Pausen“ gelernt? Etwas Neues zu versuchen, das lohne sich, sagt Anneke. Der Anfang der zweiten Ausgabe war jedoch desillusionierend, es wurden nur wenige Texte eingesandt. Der Wendepunkt kam, als Petrus die Illustrationen für die zweite Ausgabe schickte und ein großes Unternehmen sich bereit erklärte, das Heft zu sponsern. „Inzwischen haben wir ein ganz gutes Netzwerk aufgebaut”, sagt Theresa stolz.

Die Zukunft ihrer Zeitschrift sehen die beiden Redakteurinnen positiv. Sie haben viele Ideen, dazu gehört auch der Plan, Schülerhefte herauszugeben. Eine Pause gönnen sie sich vorerst noch nicht. „Guck mal, hier sind die Fotos”, sagt Anneke und schon sind die beiden in eine Diskussion über die Bilder im Heft versunken.

Weitere Informationen gibt es hier.

Bestellen lässt sich die Zeitschrift per Mail.

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