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Professorin mit leuchtenden Augen

Im Mai hielt Literaturwissenschaftlerin Claudia Olk ihre Antrittsvorlesung und wurde Präsidentin der Deutschen Shakespeare Gesellschaft. Ein Portrait einer vielseitigen Professorin. Von Angelina Eimannsberger

Seit 2011 an der Freien Universität: Claudia Olk. Foto: Christoph Friedrich

Seit 2011 Professorin an der Freien Universität: Claudia Olk. Foto: Christoph Friedrich

In ihrer Antrittsvorlesung spricht Professor Claudia Olk mit großer inhaltlicher Präzision zu „Shakespeare Inventionen: Samuel Becketts Happy Days“, und überrascht ihr Publikum dann mit der gesanglichen Darbietung eines Lieds, das im analysierten Stück vorkommt. Der Auftritt vor Publikum liegt ihr als Professorin und als kreative Person. In ihrer Studienzeit beschäftigte sie sich aktiv mit dem Schauspiel. Darauf angesprochen, winkt Claudia Olk lachend ab und sagt bescheiden: „Man fängt da ja klein an, als Leiche in einem Münsteraner Krimi zum Beispiel.”

Ihre zahlreichen Interessen bündelnd, ist die Anglistin 2011 dem Ruf auf eine Professur am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (AVL) der Freien Universität gefolgt. „Ich blicke mit Freude über den Tellerrand der Anglistik und schätze den großen Gestaltungsspielraum für neue Projekte hier am Institut“, erklärt sie.

Leistung und Enthusiasmus

Für das laufende Semester konzipierte Olk die Ringvorlesung “Mein Roman”, welche Literaturprofessoren einlädt, persönliche Zuneigung zu einem selbstgewählten Roman mit akademischen Analysen zu verbinden. Neben der Freiheit, solche neuen Konzepte umzusetzen, empfindet Olk die ständige Zusammenarbeit mit internationalen Gastprofessoren als große Bereicherung. Jedes Semester besetzen aktive Literaten für beschränkte Zeit Professuren am Institut. Zurzeit sind das der Schriftsteller Héctor Abad aus Kolumbien und der deutsche Autor Hans Joachim Schädlich. Olks Liebe zur Literatur und zu Sprachen lässt sie voll Bewunderung von diesen internationalen Autoren sprechen: “Diese Zusammenarbeit ist eine wunderbare Möglichkeit, mehr über das Entstehen von Literatur zu erfahren.“

Als Frau in der Unterzahl

Claudia Olk ist die erste Frau, die in der 150-jährigen Geschichte der Deutschen Shakespeare Gesellschaft zur Präsidentin gewählt wurde. Auch am Peter-Szondi-Institut ist sie als Frau unter den Professoren in der Unterzahl. „Befremdlich“ und „anachronistisch“ findet Olk das. Sie bedauert, dass die Position von Frauen, ganz besonders auf den höheren Ebenen der Hierarchie, noch nicht so gefestigt ist, wie es eigentlich zu erwarten wäre.

Ihre Empfehlung an Frauen in der Literaturwissenschaft: „Sie sollten sich selbst fragen: Trägt Sie das Interesse über lange Strecken? Wenn diese Frage mit ‚ja’ beantwortet wird, sollten sie dabei bleiben.” Außerdem verweist sie auf die „Liebe zur Literatur” als grundlegend für den schwer zu planenden Karriereweg in der Wissenschaft. Sie selbst erfüllt diese beiden Bedingungen ohne Frage. Nicht nur, wenn sie in ihrer Antrittsvorlesung durch Inhalt und Gesang glänzt, sondern auch im Alltag trägt Professor Olk dazu bei, die Uni zu einem wunderbaren Ort voller Möglichkeiten und Inspiration zu machen.

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