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„Wir wollen zu Kreativität ermuntern“

Die fünfte Ausgabe der Literaturzeitschrift „Sachen mit Woertern“ ist gerade erschienen. FURIOS hat die Redakteurinnen erneut zum Interview getroffen. Von Carlotta Voß

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Laura Schlingloff und Theresa Lienau sind Redakteurinnen des Literaturmagazins „Sachen mit Woertern“. Foto: Carlotta Voß

Als FURIOS vor mehr als zwei Jahren die „Sachen mit Woertern“- Redakteurinnen traf, war ihr Magazin gerade zum zweiten Mal erschienen. Was damals aus einem ABV-Seminar zu Kulturmagazinen hervorgegangen ist, hat sich mittlerweile zu einer festen Institution mit wachsender Reichweite entwickelt. FURIOS hat Theresa Lienau und Laura Schlingloff nun erneut zum Gespräch gebeten.

FURIOS: Die fünfte Ausgabe von „Sachen mit Woertern“ ist gerade erschienen, seit drei Jahren erscheint euer Magazin jetzt regelmäßig. Wie blickt ihr auf die ersten Ausgaben zurück? Habt ihr euch verändert?

Theresa: Unsere erste Ausgabe war noch ein Durcheinander von verschiedenen Einflüssen und Ideen. Mittlerweile haben wir Erfahrungen sammeln können. Ich denke, wir sind auch kompetenter im Bewerten von Literatur geworden. Und unser Team hat sich vergrößert, Anneke und ich sind nicht mehr bloß zu zweit: Seit der vierten Ausgabe unterstützen uns Laura und Mena, die vorher als Autorin für uns geschrieben hat.

Laura: Wir haben außerdem stark an Reichweite hinzugewonnen und sind über ein bloßes Uniprojekt hinausgewachsen. Dadurch bekommen wir viel mehr Texte, auch mehr gute Texte zugesandt. Für das letzte Heft haben wir sechzig Einsendungen erhalten. So können wir auf eine größere Basis zurückgreifen, gleichzeitig wird die Auswahl aber auch schwerer. Einen Text abzulehnen, bricht uns jedes Mal das Herz.

Theresa: Eine Konstante seit dem ersten Heft sind die Zeichnungen unseres Illustrators Petrus Akkordeon, sie sind von Anfang an ein wichtiger Teil unseres Konzepts gewesen. Es geht in seinem Werk viel um Sprache, um Wörter und Wortwitz. Er kann bildlich wunderbar ausdrücken, was wir gerne sagen würden.

FURIOS: Dem Literaturbetrieb wird oft vorgeworfen, exklusiv und elitär zu sein. Auch viele Autoren in eurem Magazin können bereits eine beachtliche Vita vorweisen. Nach welchen Kriterien wählt ihr die Texte aus?

Theresa: Wir wollen zuallererst gute Texte. Und wir wollen einer möglichst breiten Anzahl an Autoren die Möglichkeit geben, veröffentlicht zu werden. Wer schon Erfahrungen im Literaturbetrieb sammeln konnte, beherrscht natürlich meist sein Handwerk und liefert entsprechende Texte. Aber wir haben auch Autoren, die nicht in elitären Literaturdunstkreisen unterwegs sind, die nicht studiert haben und deren Texte woanders vielleicht auch nicht unbedingt veröffentlich würden.

Laura: Jemand, der kreatives Schreiben studiert, schreibt anders als jemand, der Gebäudereiniger ist, eine Achtzehnjährige anders als ein Sechzigjähriger. Aber genau diese Vielfalt suchen wir – unterschiedliche Themen, unterschiedliche Stile, unterschiedliche Annäherungsweisen an das Heftthema. Texte, die anecken, aber auf eine gute Art und Weise. Zum Glück haben die Einsendungen, die wir erhalten, immer so eine Bandbreite. Das liegt sicher auch an den Themen, die wir wählen: Beginn, Dunst, Strom – Wörter aus der Alltagssprache, zu denen jeder etwas zu sagen hat.

Furios: Welche Pläne habt ihr für die Zukunft?

Theresa: Wir würden uns gerne weiterhin mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten ausprobieren. In der Vergangenheit haben wir schon eine Lesung im Park organisiert – oder vor Kurzem eine Soli-Party in Kooperation mit dem Release einer neuen Biersorte, deren Etikett von einem unserer Autoren und unserem Illustrator gestaltet wurde. Vor allem aber hoffen wir, endlich einmal alle genug Zeit zu finden, um das ganze Potenzial ausschöpfen zu können, von dem wir glauben, dass es noch in „Sachen mit Woertern“ steckt.

Laura: Da sich unser regionaler Radius mittlerweile vergrößert hat und wir auch mit Autoren außerhalb Berlins arbeiten, würden wir gerne Lesungen in anderen Städten Deutschlands organisieren. Und wir möchten die Kooperation mit anderen Literaturmagazinen ausbauen um unseren Autoren ein Netzwerk bieten zu können. In der Literaturszene herrscht leider oft eine sehr konkurrenzbetonte Stimmung. Wir wollen mit unserem Magazin eine freundliche und unterstützende Atmosphäre schaffen und Hemmschwellen abbauen. Wir wollen dazu ermuntern, kreativ zu sein.

 

Texteinsendungen zum Thema KERN können noch bis zum 30.06.2015 an sachenmitwoertern@mail.de gesendet werden.

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