Das ist die neue Laube | FURIOS Online
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Das ist die neue Laube

Zweieinhalb Jahre Lärm, Staub und Bauzäune gehen zu Ende: Die Holzlaube, der größte FU-Neubau seit den 1970er-Jahren, ist fertig. Wir verraten euch alles, was es über die Neue zu wissen gibt. Von Enno Eidens

Klare Fassaden, große Terrassen – äußerlich wirkt die Erweiterung der Rost- und Silberlaube mächtig. Innendrin ist der Gebäudekomplex eher schlicht gehalten. Kleine gelbe und grüne Farbtupfer in den Pausenräumen sind die einzige Abwechslung. Zu Beginn des Sommersemesters gab es noch einige Baustellen, lose Kabel an der Decke, unfertige Gänge und Türen. Noch ist die Laube ihren Neubaugeruch nicht los.

Trotzdem fanden in den hochmodernen Räumen von Anfang an Seminare und Vorlesungen statt. In der Holzlaube haben 14 kleine Fächer des Fachbereichs „Geschichts- und Kulturwissenschaften“ ihr neues Zuhause gefunden, unter anderem die Sinologie und die Katholische Theologie. Auch das Dekanat und die Verwaltung des Fachbereichs sind nun nicht länger auf verschiedene Villen in Dahlem verteilt.

Das Großprojekt hat sich die FU einiges kosten lassen. Rund 52 Millionen Euro teuer war der Neubau. Davon trug die Uni 33,5 Millionen Euro selbst, der Rest stammt aus Bundesmitteln. Die Uni will ihren Anteil unter anderem durch den Verkauf einiger Villen, die nun leerstehen, finanzieren. Zentralisierung ist die Devise. Die Dekanin der Geschichtswissenschaften, Karin Gludovatz, verspricht sich von den kürzeren Wegen eine „interdisziplinäre inhaltliche Verflechtung“ der kleinen Fächer.

Entworfen hat die Holzlaube der Münchner Architekt Florian Nagler. Mit dem Bau sei ein Anknüpfen an die Struktur der alten Lauben gelungen, sagt er. „Die Frage ‚Was kommt nach Rost und Silber?‘ haben wir uns natürlich gleich zu Beginn gestellt“, so Nagler. Weil bereits bei den ersten beiden Lauben über Holz nachgedacht worden war, lag das sehr nahe.“

Dreh- und Angelpunkt der neuen Holzlaube ist für viele Studenten die Campusbibliothek. Diese schließt nahtlos an die frühere Bibliothek der Erziehungswissenschaftler und Psychologen an. Sie vereint jetzt Medien aus 24 Instituten und Fachbereichen unter einem Dach. Knapp eine Million Titel mussten dafür eine neue Signatur bekommen – dem Leiter der Bibliothek, Martin Lee, zufolge „ein organisatorisches Monsterprojekt“.

Bei den Studenten stößt die Holzlaube bislang auf geteiltes Echo. „Noch finde ich es schwierig, meine Räume zu finden“, sagt Claudia, die Sinologie studiert. „Das neue Nummernsystem ist verwirrend und ganz anders als das in der Rost- und Silberlaube.“ Ihr Kommilitone Benjamin lobt dagegen die gute Klimatisierung und die moderne Ausstattung der Räume.

Und was kommt nach Rost-, Silber- und Holzlaube? Vorerst wohl nichts. Zumindest ist kein weiterer Laubenkomplex in Planung. Trotzdem könnten die Bagger schon bald wieder an der FU anrollen. Diskutiert wird ein neuer Forschungsbau für die Naturwissenschaften, der in der Takustraße entstehen könnte.

 

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