„Ein Mondschwein steht für Lebensträume“ | FURIOS Online
FURIOS wünscht Euch schöne Semesterferien! Aktuelles rund um die FU gibt es hier wieder ab dem 13. Oktober.
Bis dahin viel Spaß mit unseren wöchentlichen Ferienserien FURIOS auf Reisen und Berlins Bibliotheken im Test!

„Ein Mondschwein steht für Lebensträume“

Sie füllten ein ganzes Theater: Anita Brokmeier (21) und Isabelle Schulz (24) haben ein Stück geschrieben, inszeniert und aufgeführt. Im Interview erklären sie, warum wir alle „Mondschweine“ sein sollten. Von Margarita Dreiling und Lisa Ahrens

Anita (links) und Isabelle haben ein STück über Lebensträume auf die Beine gestellt. Foto: Margarita Dreiling

Anita (links) und Isabelle haben ein STück über Lebensträume auf die Beine gestellt. Foto: Margarita Dreiling

FURIOS: Anita und Isabelle, euer Stück „Mondschweine“  war ein Riesenerfolg im Theaterhaus Mitte. Wie entstand die Idee dazu?

Anita: Eine Schauspielschule, bei der wir uns beide beworben hatten, verlangte für das Vorsprechen einen selbstgeschriebenen Monolog. Meinen nannte ich „Mondschweine“ und spielte ihn Isabelle bei unseren Proben vor. Ich kann mich noch ganz genau erinnern, wie sie im Schnei dersitz vor mir saß und sagte: ‚Anita, ich kann mir das Stück richtig gut auf einer Bühne vorstellen.‘ Das war im Frühling 2014.

Isabelle: Bis zur Uraufführung war es dann noch ein langer Weg. Unsere Kommilitonen aus den Theaterwissenschaften und eine Sprecher-zieherin haben uns beraten. Neun Monate Arbeit und viele intensive Proben später stand die Inszenierung: eine Collage aus Videoinstallation, Choreographie, Gesang und Musikstücken.

Worum geht es in eurem Stück? Und vor allem: Was ist ein Mondschwein?

Isabelle: Es geht um Lebensträume. Im Mittelpunkt der Handlung steht ein Schweinchen, das geschlachtet werden soll, aber nicht weiß, was ein Schlachter ist. Es denkt, dass der Schlachter es zum Mond bringen wird. Weil es dort unbedingt hin will, tut es genau das, was die anderen Schweine im Stall auch tun: sich vollfressen, um schön dick zu werden.

Was wolltet ihr damit zum Ausdruck bringen?

Isabelle: Das Schwein ist eine Metapher dafür, dass viele Menschen ihren Lebenstraum – für das Schweinchen der Mond – nur auf konven-tionellem Weg zu erreichen versuchen, ohne auch mal nach links und rechts zu schauen.

Anita: Das Mondschweinchen macht sich am Ende des Stücks von allen Zweifeln frei und begreift, dass es bereit ist, seinen eigenen Weg zu gehen. Mit der Geschichte wollen wir den Zuschauern den Mut zum Träumen zurückgeben. Auch wollen wir zum Nachdenken anregen – über Lebensziele und die Vielfalt der Möglichkeiten, die dorthin führen können.

Die Botschaft scheint angekommen zu sein: Ihr habt das Stück nach zwei Aufführungen im November 2014 vergangenen März wieder aufgenommen.

Isabelle: Die Resonanz der Zuschauer war großartig. Die zweite Aufführung war sogar ausverkauft. Also haben wir uns entschieden, zwei weitere Vorstellungen zu geben. Zum Glück! Bei der dritten saß ein Regisseur aus Cottbus im Publikum. Ihm hat unsere Vorstellung so gut ge-fallen, dass er uns gefragt hat, ob wir sein Theaterfestival „Die lange Nacht der Theater“ im kommenden Juli mit dem Stück eröffnen wollen.

Anita: Wir haben natürlich zugesagt!

Der Weg des Mondschweins geht also weiter. Habt ihr schon Pläne für die Zukunft?

Anita: Wir wollen unter dem Namen „Die Mondschweine“ weiter als Duo zusammenzuarbeiten. Ein neues Projekt ist schon in Planung.

Isabelle: Wir können schon verraten, dass außer uns noch ein paar andere Leute mitspielen werden. Es kommt also viel Arbeit auf uns zu, aber wir können es kaum erwarten!

Kommentar verfassen

„Kein Massaker sollte vergessen werden“

Regisseur Bill Guttentag verfilmt Geschichten, die andere gern vergessen würden. Auch die des sogenannten „Massakers von Nanking“. Bei seinem Besuch an der FU traf Friederike Deichsler den Filmemacher zum Gespräch.  » weiterlesen