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Konsequenter helfen

Die Unterstützung für Geflüchtete soll an der FU in konstruktive Bahnen gelenkt werden. Dafür setzt sich die studentische Basisversammlung „Open Borders.Open University“ ein. Von Lukas Burger und Lucian Bumeder

In den Jahresrückblicken, die in den vergangenen Wochen über die Kanäle flimmerten, blieb sie das überragende Thema: die Flüchtlingskrise. Auch an der FU bleibt sie präsent. In der letzten Woche vor den Weihnachtsfeiertagen gab es mehrere Protestaktionen von Studierenden, die mehr Engagement für Geflüchtete einfordern. So wurden an mehreren Stellen auf dem Campus Plakate aufgehängt, die zertrümmerte Straßenzüge und das Meer bei trübem Wetter zeigten. Mit den abgedruckten Sprüchen wie „Driving home for Christmas“ sollte auf die prekäre Lage von Geflüchteten aufmerksam gemacht werden.

Druck und Diskussion

Des Weiteren hatte studentische Basisversammlung unter dem Motto „Open Borders.Open University“ zu Diskussion geladen. Ihr Ziel ist es, Geflüchteten einen möglichst schnellen und unkomplizierten Zugang zur Universität zu ermöglichen. Jeden Dienstag um 14 Uhr trifft sich die Gruppe im Foyer der Mensa II. Die Teilnehmer dieser Versammlung sind Mitglieder hochschulpolitischer Gruppen, aber auch Studierende, die bisher noch nicht hochschulpolitisch aktiv waren. Neue Gesichter seien bei den Treffen immer gern gesehen und ein aktives Mitarbeiten ausdrücklich gewünscht, so die Veranstalter.

Mit ihrem Protesten will die Gruppe Druck auf das Präsidium ausüben. Dessen Engagement im Rahmen des Welcome@FU-Projekts begrüßt sie zwar. Allerdings gingen die darin enthaltenen Maßnahmen nicht weit genug. Die bürokratischen Hürden für Geflüchtete seien immer noch zu groß. Deshalb fordert man ein höheres Engagement von Seiten der Universität.

Die Forderungen setzen sich aus drei Kernpunkten zusammen. Erstens sollen leerstehende Gebäude im Universitätsbesitz zur Unterbringung von Geflüchteten genutzt werden. Außerdem soll die Aufnahme eines Studiums – beispielsweise durch eine höhere Flexibilität bei verlorenen Dokumenten – erleichtert werden. Ein weiteres Anliegen ist, dass auch für geduldete Personen in ihrem oft lang andauerndem Zwischenstatus ein Studium ermöglicht werden soll. Das ist im aktuellen „Welcome@FU“-Programm nicht vorgesehen.

Kein Ende der Auseinandersetzung in Sicht

Bei der jüngsten Versammlung war außerdem der Protest im Akademischen Senat aus der Vorwoche Thema. Die anwesenden Mitglieder bemängelten, das Präsidium sei nicht bereit die Studierenden in den Prozess einzubinden. Stattdessen fühle man sich als „lästige Quälgeister wahrgenommen“. Statt zu streiten, würde man lieber konstruktiv zusammenarbeiten wollen. Auch, dass die ausgesprochenen Einladungen zur Teilnahme an den Basisversammlungen bisher weder vom Präsidium, noch vom AS wahrgenommen wurden, sei schade, so die Veranstalter.

Das Präsidium wiederum hatte den Studierenden angesichts des Protests vorgeworfen, nicht an einer Zusammenarbeit interessiert zu sein, sondern lediglich Konflikte zu schüren. Nach ihrem Protest im AS hatte die Gruppe eine Unterbrechung der Sitzung und auf Vorschlag von Professorin Blechinger-Talcott eine offene Diskussion zum Thema Geflüchtete erwirkt. Ein konstruktiver Diskurs war jedoch nicht zu Stande gekommen.

Auch im neuen Jahr will man sich nun mit ähnlichen Initiativen an anderen Universitäten, etwa der UdK oder der Uni Potsdam vernetzen. Daneben möchte man direkt mit Geflüchteten in einen Dialog treten und diese stärker einbinden. Zudem sollen die kommenden Stupa-Wahlen genutzt werden, um auf sich und die Problematik aufmerksam zu machen.

Anm. d. Red.: Im zweiten Absatz wurde nachträglich eine Änderung vorgenommen. Die Plakataktion stand in keinerlei Verbindung zu der studentischen Vollversammlung, wie es dort vorher angemerkt gewesen ist. Beide Ereignisse sind unabhängig voneinander.

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