10 Delikte – eine Checkliste für den universitären Untergrund | FURIOS Online
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10 Delikte – eine Checkliste für den universitären Untergrund

Manchmal ist es gar nicht so leicht, den Uni-Alltag legal zu meistern. Doch nicht jedes Verbrechen lohnt sich.  Was geht an der Uni gar nicht und welche Delikte man ohne schlechtes Gewissen begehen kann, haben wir für Euch zusammengestellt. Von Hanna Sellheim

Verbote über Verbote: Was lohnt sich und was solltet Ihr wirklich lassen. Foto: flickr/Martin Abegglen

Verbote über Verbote: Was lohnt sich und was solltet Ihr wirklich lassen? Foto: flickr/Martin Abegglen

Mensa-Besteck stehlen: Lass es!

Wer die metallene Kühle des hochwertigen Mensa-Bestecks in seiner Handfläche gespürt, über den zarten Messergriff gefahren und die lieblichen Gabelzinken betrachtet hat – den wird es in den Fingern gejuckt haben. Ist die Bestecknot in eurer WG wirklich schon so weit gekommen? Müsst ihr Suppe mit den Händen schöpfen? Heißer Tipp: Bei Ikea gibt es auch Besteck.

Sexmatrikulation: Mehr davon!

Junge Menschen , die viel Zeit auf beengtem Raum miteinander verbringen – da brodeln die Hormone! Um sicherzugehen, dass die explosive Mischung aus sexy Nerdbrillen, stickiger Bibliotheksluft und unzüchtiger Barock-Literatur nicht in ungewollten Kindern und noch weniger gewollten Krankheiten endet, ist Sex vermeintlich im gesamten Unigebäude verboten. In den unendlichen Weiten der FU existiert jedoch so manches Örtchen, das kaum eine Menschenseele je besucht. Zum Glück! Wenn das Knistern in der Luft also kaum auszuhalten ist, sucht einen der kleinen JK-Gänge oder ein Bücherregal mit hebräischen Autoren des Frühmittelalters auf. Nur bitte – seid leise!

Mozzarella-Bällchen klauen: Lass es!

Wer die Preise an der Salatbar der Mensa aufmerksam verfolgt, dem wird es aufgefallen sein: Mozzarella-Bällchen sind hier das weiße Gold. Für 60 Cent dürfen derzeit fünf Bällchen das Salatbouquet garnieren, sonst zahlt man einen Aufschlag. Dieser Wucher lässt sich nur auf eine Weise erklären: skrupellose Studenten, die den Mozzarella heimtückisch unter Salatblättern verbergen und sich mit Engelsgesichtern an der Kasse vorbeilügen. Das bleibt dem wachsamen Mensa-Personal natürlich nicht verborgen – und brave Bällchen-Zähler leiden künftig unter steigenden Käse-Kosten. Reißt euch gefälligst zusammen, ihr gierigen Liebhaber gegorener Wasserbüffelmilch!

Alkohol trinken: Mehr davon!

Alkohol ist gefährlich, Kinder! Wie gut, dass auch die Uni das weiß und deshalb vorsichtshalber den Alkoholkonsum auf dem gesamten Gelände verboten hat. Kaum auszumalen, was sonst passieren könnte. Vandalismus? Unsittlichkeit? Mord? Für jene, die nach bestandenen Prüfungen mit einem kühlen Sterni anstoßen wollen, bleibt also nur die Verbannung – oder die Flucht in den Schatten der Laube.

Halblegales Streaming über’s Uni-WLAN: Mehr davon!

Eine neue Serie ist wie eine neue Droge: Kaum hat man die erste Folge geschaut, ist das Leben ein Jammertal, solange man nicht weiß, wie es weitergeht. Umso schlimmer, wenn eigentlich eine Hausarbeit fällig ist. Der Klick auf dubiose Streamingseiten ist schließlich viel verlockender als der auf “Primo”. Mit Kopfhörern ausgestattet steht der Prokrastination nichts im Wege. Auch wenn Adorno sich vermutlich im Grabe umdreht.

Im Gebäude bleiben, bis der Pförtner einen rausschmeißt: Mehr davon!

Draußen ist es kalt, Wind peitscht den Nieselregen waagerecht durch die Luft. Wer will  denn ernsthaft den Weg durch Nacht und Nebel bis zum U-Bahnhof auf sich nehmen? In einem der Hörsäle kann man sich doch recht häuslich einrichten, wenn man vorsorglich Kissen, Decken und einen Campingkocher einpackt. Jedenfalls solange, bis der Pförtner seinen Kontrollgang macht und euch samt liebevoll aufgestellten Teelichtern vor die Tür setzt.

Buch-Vandalismus: Lass es!

Ob Jura-Student oder nicht, es gibt Momente, da ergreift uns alle die eisige Faust des postmodernen Leistungsdrucks. Wer hat sich nicht schon einmal zu dem Gedanken hinreißen lassen: Lernen ist schön und gut, sabotieren ist sicherer! Das Standardwerk für die Klausur liegt nach wochenlanger Suche endlich in der Hand: die Versuchung ist groß. In einer dunklen Ecke der Bib sind Seiten blitzschnell rausgetrennt, ein Hüsteln kaschiert die Tat. Wer ganz sicher gehen will, kann ja noch schnell alle Bestände in den Berliner Buchläden aufkaufen. Erfolg hat schließlich seinen Preis!

In den Studi-Cafés Sachen mitgehen lassen ohne zu zahlen: Lass es!

Beim Anblick von veganem Schokokuchen, glutenfreien Brötchen und Couscous-Salat in recyclebarer Pappschachtel läuft so manchem das Wasser im Mund zusammen. Normalerweise muss man sich mit dem Angebot eines “Netto” im Wedding begnügen. Mal ehrlich: 2, 50 Euro für ein Stück Quiche in der Größe eines Fingernagels sind recht happig, aber zu klauen, wofür andere stundenlang gebacken, geschnibbelt und gebraten haben, ist wirklich das Letzte! Zahlt gefälligst brav in den Studi-Cafés – oder macht selbst eins auf.

Tisch-Blockade: Lass es!

In der Klausurenzeit lässt sich in der Bib ziemlich genau beobachten, was Hobbes als den „Naturzustand“ beschrieben hat. Belesene und gebildete Studenten fangen an zu schubsen, auf Füße zu treten und die Ellbogen auszufahren, nur um einen der heiß begehrten Plätze zu erhaschen. Naht die Mittagsessenszeit, sieht man einige von ihnen mit den dicksten Büchern der Bibliothek beladen durch die Gänge wanken. Daraus errichten sie auf ihrem Tisch ein kleines Fort und blockieren ihren liebsten Platz während stundenlang ausufernder Pausen. Bei so viel Missgunst lernt man doch lieber zu Hause.

Auf Dozenten-Partys schleichen, um Essen zu klauen: Mehr davon!

Wer es geschickt anstellt, wird trotz Flaute in der Mensa nie Hunger leiden. Im Labyrinth der Rostlaube findet sich so gut wie täglich eine Gruppe feierwütiger Dozenten, die in einem Raum mit Sektbar und Kuchen-Buffet auf Geburtstage, Veröffentlichungen oder gelungene Ringvorlesungen anstoßen. Ein paar abstruse Ausführungen über die eigene Dissertation zu einem frei erfundenen Thema fallen meist nicht auf und genügen, um nach drei Stunden Smalltalk angenehm gesättigt und einigermaßen angesäuselt nach Hause zu fahren.

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