Wort frei! | FURIOS Online
FURIOS wünscht Euch schöne Semesterferien! Aktuelles rund um die FU gibt es hier wieder ab dem 13. Oktober.
Bis dahin viel Spaß mit unseren wöchentlichen Ferienserien FURIOS auf Reisen und Berlins Bibliotheken im Test!

Wort frei!

Bist du die nächste Herta Müller? Sollte Marvel lieber deine Graphic Novels verfilmen? Ob nun Prosa, Lyrik oder Comic, ganz egal, wo eure Begabungen liegen – wir geben euch das Wort frei! In unserer gleichnamigen neuen Rubrik könnt ihr euch ausprobieren. Also schickt uns eure künstlerischen Ergüsse, hier habt ihr das Wort.unspecified

Den Anfang macht ein surrealer Gedankenstrom, der sich in Zeilen gefügt hat. Böse Zebras, kleine Märchenerzähler und austrocknende Meere geistern durch den Text. Von Julian Daum

Das Zebra

Ich könnte jetzt gar nicht sagen, wer hier wen zu fragen hat. Ich meine, wenn der Dieb sich der Anklage bewusst ist, möchte man doch meinen, dass das Problem die Wälder sind, in denen der Vogel singt. Der immer wieder seinen Kopf gegen den Stumpf schlägt, sodass er unwillkürlich die Beine eines Zebras in die Wiege legt. Denn Zebras sind ganz lieblose Geschöpfe, sie verschenken faule Äpfel an weinende Kinder. Wenn ich es mir recht überlege, möchte ich nie etwas mit Zebras zu tun haben, da ich auf der anderen Seite Kinder sehr gerne mag. Wenn ich also ausreite in der Savanne, so werde ich sie tunlichst meiden, auch wenn man mir das übel nehmen wird.

Denn Märchenerzähler gibt es nicht mehr. Man kann sagen, was man will, aber sie sind nirgends mehr aufzufinden, außer vielleicht in den kleinen Gassen in der Stadt, zusammengekauert unter einem Pflasterstein, die man aber eigentlich gar nicht aufheben darf, wegen der autonomen Gefahr von links, die einen, ehe man sich versieht überrollt, wenn man die Schleusen nicht dicht macht und mit Mann und Maus untergeht. Ich war schon lange nicht mehr am roten Meer, sie sagen, es wird bald austrocknen. Ein Meer. Austrocknen. Ich sehe mich lachen. Das rote Meer liegt unter dem Meeresspiegel, wenn der Nebel am Morgen verfliegt. Ich habe dort nie Nebel gesehen, aber wenn der ostafrikanische Grabenbruch so weiter macht und weiter aufreißt, wird er zu Massen da unten rumhängen. Ich aber bezweifle indes, dass sich dort überhaupt Nebel bilden kann. Trotzdem ist ein Nebel netter als beispielsweise ein Zebra.

Kommentar verfassen

Dschihad für das Deutsche Reich

Die älteste Moschee Deutschlands steht in Wünsdorf bei Berlin. FU-Archäologen haben nun ihre Reste ausgegraben. Projektleiter Reinhard Bernbeck erklärt die historische Bedeutung dieses Ortes. Von Carla Hegerl  » weiterlesen