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Bloß ein Luxusproblem!

Eigentlich steht einem aufregenden Auslandssemester nichts mehr im Wege, wenn da nicht dieser bürokratische Aufwand wäre. Beschweren sich Studierende zu Recht? Karolin Tockhorn und Hannah Lichtenthäler finden nicht.

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Ein Semester im Ausland studieren – der Aufbruch in ein neues Abenteuer gespeist mit tausend neuen Möglichkeiten. Doch den Weg ins Auslandssemester empfinden viele Studierende als alles andere als spaßig. Geklagt wird über bürokratische Hürden, die den Interessierten während des Bewerbungsprozesses die Vorfreude raubt. Diese Beschwerden klingen eher nach Wehleiden pseudogestresster Studierender, denen das Ausfüllen eines Formulars bereits zu viel ihrer wertvollen Zeit stiehlt.

Jede Menge Papierkram

Die Bewerbungsformalitäten für die Austauschprogramme Erasmus, Direktaustausch, DAAD oder Promos sind übersichtlich auf der Webseite der FU aufgelistet. Neben den üblichen Bewerbungsunterlagen werden – je nach Stipendium und Fachbereich – noch ein  Motivationsschreiben, Studienvorhaben, Empfehlungsschreiben sowie ein Learning Agreement, in dem Studierende bereits ihre zu belegenden Kurse auflisten, gefordert. Das klingt zunächst nach einer Menge Papierkram. Man sollte jedoch bedenken, dass die Informationsveranstaltungen für die Auslandsaufenthalte bereits einige Zeit vor der Bewerbungsfrist stattfinden – zeitlich auf jeden Fall machbar.

Und mal ehrlich: Wer motiviert ist, sollte dies auch zu Blatt bringen können. Das ist keine Hürde, sondern ein normaler Bewerbungsprozess. Während der Aufwand für die Erasmus-Bewerbung überschaubar ist, kommt beim Direktaustausch der kostspielige TOEFL-Test hinzu. Außerdem müssen alle Unterlagen in englischer Sprache verfasst werden – auch die Gutachten. Was noch gravierender ist: Studierende, die erst für den Master an die FU kommen, können die Bewerbungsfrist Anfang November kaum einhalten. Dozierende kennen sie nach zwei Wochen noch nicht und könnten ein Empfehlungsschreiben verweigern. Die Bitte, das Gutachten dennoch auszustellen, geht aber oft leichter über die Lippen als gedacht.  

Beschwerde auf hohem Niveau

Eine tatsächliches Hindernis, oder besser gesagt eine Ungerechtigkeit, stellt jedoch für manche Studierende die Frage der Staatsbürgerschaft dar. Wer keine deutsche oder doppelte Staatsbürgerschaft hat, kann – je nach Zielland – mit größeren Komplikationen konfrontiert werden. Die Frage der Hürden muss relativiert werden, zum einen ob es sich um eigenen Aufwand, um finanzielle, sprachliche oder sogar systematische Schwierigkeiten handelt. Werden den Studierenden also zu viele Steine in den Weg ihres Auslandssemesterglücks gelegt?

Nein! Die Leistungen der Austauschprogramme sind beachtlich – Beschwerden über den Aufwand einer Bewerbung sind auf sehr hohem Niveau.  Studierende, die über Erasmus nach England gehen, sparen sich die Studiengebühren von 9000 Pfund und bekommen monatlich noch etwa 250 Euro Zuschuss. Diejenigen, die in die USA gehen, sparen sogar mehr als das Vierfache an Studiengebühren. Je nach Stipendium gibt es hohe monatliche Stipendienraten dazu. Wenn man das große Ganze im Hinterkopf behält, relativiert sich also schnell so manche Beschwerde. Schließlich suchen Studierende sich aus, ob sie ins Ausland gehen möchten. Erasmus bietet jährlich über 2000 Austauschplätze in 30 europäischen Ländern an, der Direktaustausch weltweit 90 Plätze. Es ist ein Luxusproblem, sich über den bürokratischen Aufwand für einen bezahlten Auslandsaufenthalt zu beschweren.

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