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Besetzung nach 10 Stunden beendet

Erst kamen die Besetzer, dann die Polizei: Die Spontanbesetzung eines Hörsaals im FU-Hauptgebäude ist vorbei. Doch die Aktivisten sind noch nicht fertig. Von Marius Mestermann

Das neu eingerichtete "Couchcafé" vor dem ehemals besetzten Hörsaal. (Foto: Marius Mestermann)

Das neu eingerichtete „Couchcafé“ am zuvor besetzten Hörsaal. (Foto: Marius Mestermann)

Am Ende dauerte die Besetzung des Hörsaals 1A an der FU Berlin am Dienstag nur etwas mehr als zehn Stunden. Schon gegen 22.30 Uhr war die Aktion als solche beendet – auch, weil die Uni offenbar nach erfolglosen Diskussionen mit den Studenten die Polizei rief.

„Vertreter der Hochschulleitung haben die Anwesenden darüber informiert, dass sie grundsätzlich keine Besetzung von Räumen und Gebäuden der Universität akzeptiert und in solchen Fällen notfalls auch von ihrem Hausrecht Gebrauch machen werde“, erklärte die Freie Universität auf Anfrage von FURIOS.

Nach mehreren Gesprächen habe sich jedoch keine Lösung abgezeichnet, weshalb die Univertreter „die Polizei informierten“. Die beteiligten Studenten beschrieben die Situation zunächst so, dass man vor Ort 17 „Wannen“ (gemeint sind Mannschaftswagen der Polizei) gesichtet und deshalb den Rückzug angetreten habe:

In einer Pressemitteilung vom Mittwochabend hieß es zudem: „Zur Schließzeit des Gebäudes um 22 Uhr verkündete Kanzlerin Bör vor Ort, dass sie die polizeiliche Räumung durchsetzen würde, sofern die Anwesenden den Raum nicht umgehend verließen. Eine Einsatzhundertschaft machte sich in diesem Moment bereits vor der Tür bereit.“

Daraufhin hätten die rund 50 Anwesenden beschlossen, den Hörsaal zu verlassen und stattdessen in die naheliegende „Asta-Villa“ umzuziehen. Die Polizei sei dann wieder abgezogen.

Nach Angaben der FU habe die Gruppe jedoch weiteren Diskussionsbedarf geltend gemacht, weshalb ihr „für Mittwoch in einem Zeitfenster Gelegenheit für weitere Diskussionen“ zugestanden wurde, sofern dies den Lehrbetrieb nicht beeinträchtige. Die Besetzer nutzten die Gelegenheit, um vor dem Hörsaal ein „Couchcafé“ einzurichten und dieses als Plattform für Diskussionen zu nutzen. Den Hörsaal räumten sie dafür.

Bernd Ladwig, Professor am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der FU, bewertete die Aktion unter einem Beitrag von FURIOS äußerst kritisch: „Das Apriori ist: Es muss besetzt werden. Das Aposteriori ist der Anlass: Irgendeiner wird sich schon finden lassen. Man kann Aktionsformen auch durch inflationäre Verwendung entwerten.“ Auch auf Twitter äußerten Nutzer ihr Unverständnis für die anlasslose Besetzung.

Zu den Vorwürfen der Besetzer bezüglich der neuen Hochschulverträge und mangelnder Freiräume an der Uni wollte sich die FU-Leitung auf Anfrage nicht äußern, da ihr konkrete Ziele „nicht bekannt“ seien. Die Besetzer warfen der Uniführung wiederum „arroganten Umgang“ vor und bekräftigten, dass sie weiter „für Freiräume kämpfen“ wollen. Am kommenden Dienstag will man erneut eine „große Versammlung“ abhalten – die Besetzung ist jedoch erstmal vorbei.

 

 

 

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