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Aufbruch ins Neuland

Die Bundesregierung hegt den Verdacht, dass sich dieses Internet durchsetzen könnte. Ein neues Institut soll nun die Folgen der Digitalisierung erforschen. Auch die FU ist beteiligt. Von Vic Schulte

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Ob sich dieses Internet tatsächlich durchsetzen wird? Bild: pixabay

Es war im Juni 2013, als Angela Merkel bei einer Pressekonferenz anlässlich eines Besuches des damaligen US-Präsidenten Obama das Internet zum Neuland erklärte. Um besagtes Neuland in Zukunft besser verstehen zu können, wurde die Gründung eines Internet-Institutes im November desselben Jahres im Koalitionsvertrag der Großen Koalition festgehalten: „Ein mit öffentlichen Mitteln finanziertes Internet-Institut, das gleichzeitig als Ausgangspunkt für ein interdisziplinäres Kompetenznetz dient, soll sich mit den technischen und wirtschaftlichen, aber auch den politischen, rechtlichen und ethischen Aspekten des Internets beschäftigen.“

Berlin bekommt den Zuschlag

Der Bewerbungsprozess für den Standort begann 2015, im vergangenen Mai wurde dann die Entscheidung von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) bekanntgegeben: Das Internet-Institut kommt nach Berlin. Der Verbund aus FU, TU, HU, UdK, der Universität Potsdam, dem Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) hat sich somit gegen die Mitbewerber Bochum, Hannover, Karlsruhe und München durchgesetzt. Von der FU wesentlich Beteiligte sind Prof. Martin Emmer und Prof. Barbara Pfetsch vom Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft.

Breitgefächerte Forschungsbereiche

Das Bewerber-Konsortium hatte als zentrales Ziel die „Stärkung der Teilhabe und der demokratischen Selbstbestimmung in der vernetzten Gesellschaft“ benannt. Es sind sechs Forschungsbereiche geplant. Im Bereich „Arbeit, Innovation und Wertschöpfung“ werden die Veränderungen der Arbeitswelt durch Automatisierung und Vernetzung, aber auch Überwachung der Mitarbeiter sowie die Potenziale von Maker-Labs und Sharing Economy untersucht. Der zweite Forschungsbereich befasst sich unter dem Titel „Vertrag und Verantwortung auf digitalen Märkten“ mit der Nutzung persönlicher Daten als Zahlungsmittel und als Gegenstand neuer Geschäftsmodelle.

Ein weiterer Sektor behandelt unter dem Titel „Wissen, Bildung und soziale Ungleichheit“ Fragen nach den negativen Folgen der Digitalisierung auf Selbstbestimmung, Souveränität und Wohlbefinden. Der Forschungsbereich „Demokratie, Partizipation und Öffentlichkeit“ wirft einen Blick auf den Wandel der Möglichkeiten zur Teilhabe an politischen Prozessen und öffentlichen Diskursen. „Governance und Normsetzung“ untersucht Fragen der Rechtsetzung und Regulierung sowie deren Grenzen und Durchsetzbarkeit. Im letzten Forschungsbereich zum Thema „Technikwandel“ soll die deterministische Wahrnehmung technologischen Fortschritts in Frage gestellt werden, um Perspektiven für einen gesellschaftlich intendierten und gesteuerten Wandel zu entwickeln.

Finanzierung zunächst für fünf Jahre

Die einzelnen Arbeitsbereiche werden dabei nicht unter den Einrichtungen und Universitäten aufgeteilt, sondern durch interdisziplinäre Kooperation unter Einbeziehung der jeweiligen Kompetenzen bearbeitet. Außerdem soll eine enge Zusammenarbeit mit „Partnern aus Wirtschaft und Politik“ stattfinden. Für die kommenden fünf Jahre wird das Institut mit 50 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. Ob diese Finanzierung im Anschluss verlängert wird oder auf Drittmittel umgestiegen werden muss, steht noch nicht fest. Das Institut soll noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen.

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