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Bestellt Felder, nicht Essen!

Die Expansion der Lieferdienste wie Deliveroo und Foodora geht vor allem zu Lasten der Fahrer*innen, weswegen Anselm Denfeld dort nicht bestellt.

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Während in den USA am 16. November der National Fast Food Day gefeiert wurde, haben sich auch über 560.000 Deutsche schnelles Essen auf Rädern gegönnt – wie an jedem anderen Tag auch. Laut Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) von 2016 nutzen übrigens vor allem Single-Männer das verlockenden Angebot der Pizza auf Knopfdruck. Damit liegen sie voll im Trend – die Lieferdienste erzielen sagenhafte Wachstumsraten auch in Deutschland. Dass sie bei einem einsamen Snack zu Hause eine*n Partner*in finden, ist aber eher unwahrscheinlich.

Neue Lieferdienste wie Deliveroo und Foodora versuchen, dem Bestellen von Essen durch Koorperationen mit schickeren Restaurants, die von sich aus nicht liefern würden, ein modernes und hippes Image zu verpassen. Allerdings profitieren vom Lieferboom hauptsächlich die Lieferdienste selbst. Um keine Marktanteile an die Konkurrenz zu verlieren, werden auf den Rücken der Lieferant*innen und Restaurants Preiskämpfe ausgetragen. Dass dabei häufig der Mindestlohn umgangen wird, ist schlichtweg nicht akzeptabel.

Konsumentscheidungen überdenken

Immerhin gibt es auch Gegenbewegungen wie das Urban Gardening, das in ländlichen Gegenden logischerweise ohne den Zusatz „Urban“ auskommt – allerdings kann man dort auch nicht viel bestellen. Dabei ersetzt man die gesamte Lieferkette durch sich selbst, indem man persönlich Gemüse anbaut. Ein Heidenspaß, den man durch Kooperativen wie den Prinzessinnengarten in Berlin auch gemeinschaftlich betreiben kann.

Wer von Lohndumping nichts hält, sollte die Lieferdienste besser nicht nutzen. Gerade beim Essen fangen die Konsumentscheidungen eben schon lange vor dem Tellerrand an. Zieht doch einfach ein paar Zucchinis und bereitet sie mit Freund*innen selber zu. Das dauert vielleicht länger, aber wer schneller lebt, ist auch früher fertig.

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