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Erneut niedrige Wahlbeteiligung

Die „Liste für StuTIERende“ wird bei schwacher Wahlbeteiligung stärkste Kraft im Stupa 2018. Die Asta-Mehrheit bleibt voraussichtlich stabil. Anselm Denfeld fasst zusammen.

Weniger als 10 Prozent der FU-Studis haben ein Kreuz gesetzt. Foto: Furios (Archiv)

Weniger als 10 Prozent der FU-Studis haben ihr Kreuz auf den Wahlzetteln gesetzt. Bild: FURIOS (Archiv)

Weit ab vom Schuss liegen die Institute der Sieger*innen. Ein Wahlprogramm hatte man weder aus dem etwa sechs Kilometer von der Rost- und Silberlaube entfernten Düppel, noch den näher gelegenen Dahlemer Standorten des Fachbereiches Veterinärmedizin veröffentlicht. Ob es allein der griffige Name war, der den Wahlerfolg entscheidend beeinflusste, ist vorerst unklar. Fest steht aber, dass die “Liste für StuTIERende” mit 242 Stimmen das Vorjahresergebnis ihres Fachbereiches (damals als “Vetmed-FSI”) fast verdoppeln konnte und als einzige Gruppe vier Abgeordnete im neuen Studierendenparlament (Stupa) stellen darf. Anfragen von FURIOS, was die Studierenden von den Wahlsieger*innen zu erwarten hätten, blieben bisher unbeantwortet.

Ergebnisse kompakt

Die 60 Sitze des Parlaments verteilen sich in diesem Jahr auf ganze 40 Listen. „FSI+*OSI“ (171 Stimmen) und die „Juso-Hochschulgruppe“ (166 Stimmen) dürfen weiterhin jeweils drei Abgeordnete entsenden. Dreizehn Listen erhalten 2 Mandate und 25 Listen bekommen einzelne Sitze, darunter 12 Gruppen, die zum ersten Mal gewählt wurden. Diese können ins Parlament einziehen, weil vormals starke Listen wie die „Initiative Campusbar“, die „Liberale Hochschulgruppe“ und die „Grüne Hochschulgruppe“ nicht zur Wahl antraten. Einen Sitz räumen müssen außerdem „Die Linke.SDS“, „FSI WiWiss“ und „FSI Jura/ Cafè Tatort“. Während die „Ersties ohne Grenzen“ und die “FSI Germanistik” mit je 32 Stimmen noch knapp ins Parlament einziehen können, reichten 30 Wähler*innen für „Aufstehen gegen Rassismus“ nicht. Ihre Kandidat*innen und die sieben weiterer Gruppierungen müssen auf das nächste Wahljahr hoffen. „Die PARTEI“ hingegen schafft es, sich nach einem Jahr Pause mit zwei Sitzen aus der politischen Versenkung zu befördern.

Da vor allem Stupa-erfahrene Listen mehrere Sitze erringen konnten, werden die kritischen, Asta-tragenden Listen allem Anschein nach weiterhin eine knappe Mehrheit haben. Genaue Machtverhältnisse werden allerdings erst nach den anstehenden, hinter verschlossenen Türen stattfindenden, Koalitionsverhandlungen feststehen. Auch unter den erstmalig gewählten Listen verbergen sich noch Überraschungen. Wie die „Autonomen Geos“, die „Feministischen Unterb*tches“ oder auch „Falafel und Schawarma auf dem Campus“ ihren politischen Auftrag wahrnehmen, bleibt abzuwarten.

Hochschulpolitik und Wahlbeteiligung

Gewählt haben 3445 der 38.012 Studierenden. Das sind gerade einmal 9.06 Prozent der Studierendenschaft. Damit bleibt die Wahlbeteiligung trotz der vermehrten medialen Präsenz des Studierendenparlaments aufgrund der Gender-Debatte und einem hochschulpolitisch spannendem Jahr extrem niedrig und überbietet das Vorjahresergebnis nur um ein Viertel Prozent. Auch die aktuellen Streiks der studentischen Beschäftigten brachten keinerlei Einfluss auf die Beteiligung an der FU. Auf den Mobilisierungserfolg der Urabstimmung zum Semesterticket, bei der fast 25 Prozent der Studierenden den Weg zu den Urnen suchten, folgt die hochschulpolitisch beinahe gewohnte Ernüchterung.

 

Die endgültigen Ergebnisse der Stupa-Wahlen 2018 findet ihr hier.

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