Im Stupa sind die Tiere los | FURIOS Online
FURIOS wünscht Euch schöne Semesterferien! Aktuelles rund um die FU gibt es hier wieder ab dem 13. Oktober.
Bis dahin viel Spaß mit unseren wöchentlichen Ferienserien FURIOS auf Reisen und Berlins Bibliotheken im Test!

Im Stupa sind die Tiere los

Auf ihren Plakaten warb die Liste der Veterinärmedizinischen Fachschaft mit “sau-guten” Inhalten. Im neuen Studierendenparlament darf sie nun als einzige vier Abgeordnete stellen. Janine Ponzer und Anselm Denfeld haben Friedrich Rosenthal von der “Liste für StuTIERende” auf den Zahn gefühlt.

Einer der Wahlsieger*innen: Friedrich Rosenthal von der "Liste für StuTIERende". Foto: Anselm Denfeld

Einer der Wahlsieger*innen: Friedrich Rosenthal von der „Liste für StuTIERende“. Foto: Anselm Denfeld

Herzlichen Glückwunsch zu eurem Wahlergebnis! Was hat euch die vielen Stimmen gesichert? Im Vergleich zu anderen Fachbereichen überwiegt die Anzahl Studierender in der Veterinärmedizin ja nicht.

Unser verschulter Studienablauf ermöglicht die gute Vernetzung im Fachbereich. In meinem Semester gibt es 180 Leute; über die Fachschaft kennen wir uns semesterübergreifend. Das macht uns stark, gerade bei der Kommunikation über Themen wie z.B. das Semesterticket. Viele von uns bewegt das, da wir Teile unserer Veranstaltungen außerhalb von Berlin haben und die anfallenden Fahrtkosten selbst tragen müssen.

Nur dadurch habt ihr mehr Wähler*innen überzeugen können?

Insbesondere hatten wir zum ersten Mal eine Wanderurne an unserem abgelegenen Hauptstandort in Düppel. Davor konnten wir nur in der Koserstraße wählen, wo Vorlesungen lediglich für das erste bis vierte Semester stattfinden. Wenn man sich nicht so intensiv mit Hochschulpolitik auseinandersetzt, fährt keine*r wegen der Wahlen eine halbe Stunde hin und zurück.

Warum genau ist eure Liste „sau-gut“?

Wir sind ein starkes Team und haben ein super Netzwerk. Uns macht es Spaß, in der Fachschaft zusammenzuarbeiten. Außerdem sind unsere Ziele sau-gut.

Wie sehen eure Ziele aus?

Das Semesterticket ist unser zentrales Thema. Wir fordern, dass jede*r Studierende entscheiden können sollte, ob das eigene Semesterticket für den Bereich Berlin ABC oder für einen gewissen höheren Preis für den gesamten VBB-Bereich gelten soll. Das hat die meisten unseres Fachbereichs angesprochen.

Andererseits sind auch viele mit dem Fahrrad unterwegs. Da kam die Anregung für mehr überdachte Stellplätze. Beispielsweise im Parkhaus könnten Bereiche für Fahrräder umgestaltet werden. Zusätzlich überlegen wir, auf unserem Campus eine Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt einzurichten.

Ihr fordert mehr Transparenz und setzt euch für eine höhere Wahlbeteiligung ein – genauso wie andere Listen. Wie wollt ihr das konkret umsetzen?

Der AStA muss sich bemühen, mehr Studierende zu erreichen. Unsere Fachschaft engagiert sich erst seit einem Jahr hochschulpolitisch. Aber wir mussten selbst herausfinden, dass es einen hochschulweiten Fachschaftsverteiler gibt. Jetzt verstehen wir langsam, was auf FU-Ebene läuft. Der AStA sollte stärker nach außen tragen, was er tatsächlich macht. Im Stupa und in den Ausschüssen geschieht das bereits. Eine bessere Kommunikation bräuchte es jedoch auch darüber hinaus. Manche Studierenden wissen nicht einmal, was der AStA ist!

Dafür wisst ihr das anscheinend. Wie steht ihr zum AStA?

Durchaus kritisch. Letztes Jahr sind wir zum ersten Mal angetreten und waren eher in der Opposition. (lacht)

Vier von 60 Sitzen sind noch keine Mehrheit. Sprecht ihr schon mit anderen Listen über eine mögliche Zusammenarbeit?

Bisher noch nicht. Auf unserer Liste stehen viele Stupa-Unerfahrene; in der Hochschulpolitik müssen wir erst einmal Fuß fassen. Wir versuchen nun, unsere Vorschläge einzubringen und umzusetzen. Nichtsdestotrotz wollen wir auch im AStA mitmischen, falls in den nächsten Jahren Bedarf besteht.

Eine Frage noch: Was hat es mit den „StuTIERenden“ auf sich?

Letztes Jahr sind wir langweilig als „Vetmed-FSI“ angetreten. Diesmal musste ein lustigerer Name her, mit dem sich unsere Kommiliton*innen identifizieren können.

Scheint geklappt zu haben. Danke für das Gespräch!

 

Mit 242 Stimmen konnte die „Liste für StuTIERende“ vier Plätze bei den Stupa-Wahlen erreichen und stellt somit die meisten Abgeordneten aller Listen. Alle weiteren Ergebnisse der Wahlen zum Nachlesen hier zusammengefasst von FURIOS.

Ein Kommentar

  • Ihr hättet ruhig auch erwähnen können dass Friedrich Rosenthal auch Mitglied in der Grünen Hochschulgruppe ist und sich bei der Wahl zum Akademischen Senat letztes Jahr, nachdem diese wegen Formfehlern wiederholt werden musste und die Wahlbeteiligung deutlich gesunken ist, mit Freibier auf Platz 1 der Grünen Liste geschummelt hat. Dazu wäre eine kritische Nachfrage im Interview angebracht gewesen.

Schreibe einen Kommentar

Deutschland im Hinterhof

Lässt sich die Migrationsdebatte in einer Berliner Hausgemeinschaft simulieren? Maik Siegel, Autor von „Hinterhofleben", und Clara Eul im Gespräch über Klischees und die Grenzen des Diskurses.  » weiterlesen