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FURIOS versteht: Google sucht Ergebnisse

Wie erreichen selbstfahrende Autos pünktlich ihre Ziele? Janine Ponzer versteht Informatik-Studierende, die sich während eines Hackathons den Herausforderungen von Google stellen.

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Beim Hackathon konnten Informatik-Studierende Praxiserfahrungen sammeln. Foto: Justin Kohn

In unserer Ferienserie „FURIOS versteht“ widmen sich unsere Autor*innen Menschen, deren Leben so ganz anders ist als das ihre und die sie schon immer einmal verstehen wollten.

Knapp 50 Studierende verbringen den ersten Märzabend am Institut für Informatik. Trotz vorlesungsfreier Zeit treffen sie sich für den Google-Programmierwettbewerb „Hash Code” im „FU-Hub”. Bis 18.30 Uhr warten die Teilnehmer gespannt auf die Aufgabe der Qualifizierungsrunde: Wettbewerber*innen aus Europa, dem Mittleren Osten und Afrika sollen Ideen entwickeln, wie selbstfahrende Autos ihre Ziele pünktlich erreichen.

Stadtplan mit System

Horizontale und vertikale Straßen bilden eine Stadt als Koordinatensystem ab. Zwischen den Straßenkreuzungen bewegen sich Autos, die den Fuhrpark am Ursprung (0,0) verlassen. Die Länge einer Fahrt entspricht dem Abstand von Start- bis Zielkreuzung. Abfahrten sind so in eine Reihenfolge zu bringen, dass die Wagen an keinem Punkt stehen. Abhängig von der zurückgelegten Strecke erspielt jede rechtzeitige Ankunft Punkte.

Innerhalb von vier Stunden programmieren die Teilnehmer*innen mögliche Lösungen. Das Score Board zeigt stets die aktuellen Ergebnisstände der aufgelisteten Gruppen. „Unser Team Backstreet_Boys möchte dieses Jahr wenigstens einen Punkt bekommen“, erzählt Mitorganisator Giuseppe lachend. Gerade Anfänger*innen sollten sich keinen zu großen Kopf machen. „Habt einfach Spaß und lernt etwas dazu”, empfiehlt sein Kollege Justin.

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Die Teilnehmer*innen hatten vier Stunden Zeit eine Lösung zu finden. Foto: Justin Kohn

Gedanken auf das Display bringen

Während eine Person des Teams 1024-Bit den Code schreibt, entwerfen die anderen Mitglieder das Konzept. „Gemeinsam optimieren wir dann den Algorithmus“, erläutert Clemens. Alle möglichen Fahrten sortieren sie aufsteigend nach ihrer Entfernung zum Ziel. Anschließend werden die Autos der Reihe nach losgeschickt. Von seinem aktuellen Standpunkt fährt ein Auto immer zur Kreuzung, an der es seine nächste Route startet.

Zur Halbzeit erkennt Johann, dass das Programm der Backstreet_Boys nicht gelesen wird. Während zwei von ihnen in Python 2.7 schrieben, arbeiteten die Kommilitonen mit der Version 3.0. „Das ist alles auf dem Mist von Johann gewachsen“, beschuldigt Giuseppe seinen Kumpel scherzhaft. „Er überzeugte mich, den Hackathon an unserem Fachbereich gemeinsam ins Leben zu rufen.“ Nun veranstalten sie das Hash Code Event zum dritten Mal.

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Quelle: Justin Kohn

5 Millionen Punkte fehlten zum Sieg

Nach Bearbeitungsschluss erhalten die Masterstudenten Florian und Sebastian die höchste Punktzahl des FU-Hubs. Als Team Plaintext suchen sie für den ersten Fahrer ebenfalls jeden möglichen Weg, ordnen die Aufträge jedoch nach Startzeit. „Da wir kurze Wege nicht berücksichtigen, ist schnelles Anfahren allein noch keine optimale Lösung“, gesteht Sebastian. Deshalb fehlten ihnen vermutlich noch „die restlichen 5 Millionen Punkte“.

Insbesondere die Erfahrung mit vielen Algorithmen aus dem Studium habe dem Duo geholfen. Mit fast 45 Millionen Punkten lag ihr bemerkenswertes Ergebnis nicht weit hinter den Siegern. Den ersten Platz holte das polnische Team Warsaw Rhurbarbs. In über 110 Ländern nahmen mehr als 37.000 Personen an der Vorrunde teil. Die besten zehn Gruppen treten beim Finale in Dublin erneut gegeneinander an.

Anstelle von Gewinnen erhoffen sich die Gastgeber eine neue Tradition. Giuseppe, Johann und Justin möchten den Studierenden echte Anliegen der Informatik nahebringen: „Viele beschäftigen sich nur mit Uni-Kram und haben dann häufig Angst vor dem ‚richtigen’ Programmieren“, bedauert Justin. Während des Hackathons könnten alle in lockerer Stimmung ihren Lernstand testen. „Viele haben Spaß und sind im Folgejahr wieder dabei.“

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