FURIOS versteht: New Yorker Food-Truck-Verkäufer | FURIOS Online
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Bis dahin viel Spaß mit unseren wöchentlichen Ferienserien FURIOS auf Reisen und Berlins Bibliotheken im Test!

FURIOS versteht: New Yorker Food-Truck-Verkäufer

Auf der Suche nach Einblicken in das Leben der Food-Truck-Verkäufer der Stadt spazierte Sofie Eifertinger mit Kamera und Block durch die Straßen New Yorks.

In unserer Ferienserie „FURIOS versteht“ widmen sich unsere Autor*innen Menschen, deren Leben so ganz anders ist als das ihre und die sie schon immer einmal verstehen wollten.

Der Big Apple ist eine Oase des Konsums. Kleidergeschäfte teilen sich mit Fast-Food-Ketten die großen und kleinen Einkaufsmeilen, Tourist*innen schieben sich durch die Massen. Zwischen dem Trubel stehen sie an den Straßenecken und verbreiten würzige Düfte: silberne Food Trucks, die Gerichte aus aller Welt zubereiten. Ob bei Schneesturm oder strahlendem Sonnenschein, um zehn Uhr morgens oder drei Uhr Nachts – eine Mahlzeit bieten sie immer in dieser schlaflosen Stadt.

Doch wer verkauft eigentlich in den Ständen? Statt bei den Budenverkäufern nur eine Bestellung aufzugeben, habe ich versucht herauszufinden, was sie nach New York gebracht hat und wie sie das Leben hier wahrnehmen. Manche sind seit über zwei Jahrzehnten, andere erst seit zwei Jahren in der Stadt. Für ausschweifende Unterhaltungen waren die Schlangen zu lang und die Sprachbarrieren zu hoch – einen kleinen Einblick in den American Dream aus dem Food Truck gaben die Gespräche aber doch. 

 

Suraim

Suraim

„Ich bin seit zweiundzwanzig Jahren in New York. In Marokko habe ich als Goldschmied gearbeitet und Schmuck repariert. Als ich das erste Mal nach New York kam, habe ich sechs oder sieben Jahre lang viele verschiedene Jobs gemacht. Dann habe ich angefangen, Essen zu verkaufen und konnte so meine Frau und meine Kinder nachholen. Ich sehe gerne, wie frei und glücklich sie hier sind.“

Suraim-Truck

Suraims Truck in der Flatbush Avenue, Downtown in Brooklyn

Rahmat

Rahmat

„Von Bangladesh aus kam ich in Michigan an, blieb dort für sieben Monate und zog dann nach New York. Das ist vielleicht neun Jahre her. Vorher habe ich in einer Bäckerei gearbeitet, seit vier Jahren verkaufe ich jetzt direkt neben dem Central Park Essen. Es ist schön: Jeder ist nach einem Spaziergang im Park freundlich.“

Rahmats Truck in der W77th Street, vor dem American Museum of Natural History, Upper West Side in Manhattan

Rahmats Truck in der W77th Street, vor dem American Museum of Natural History, Upper West Side in Manhattan

Hani

Hani

„Ich bin seit fünf Jahren in New York, aber ich bin in Ägypten aufgewachsen. Ich liebe die USA. Ich habe hier eine Tochter und eine Ehefrau. Eine Liebesehe. In Ägypten suchen die Anderen aus, mit wem du den Rest deines Lebens verbringen sollst.”

Hanis Truck am Broadway vor dem Union Square, Midtown in Manhattan

Hanis Truck am Broadway vor dem Union Square, Midtown in Manhattan

Adam

Adam

„Ich kam vor zehn Jahren aus Ägypten. Ich glaube, dass die Menschen hier gut sind. Zum Beispiel, weil man sein Geld pünktlich bekommt. Du musst gar nichts sagen – es ist Freitag, also bekommst Du Dein Geld. Die Gesetze sind strikt, das mag ich. Ich mag auch Deutschland sehr gerne. Ich habe sogar eine Freundin, die Deutsch spricht. Ich ruf sie an, dann kannst du mit ihr reden.“

Adams Truck in der W 65th Street vor dem Lincoln Center for the Performing Arts, Upper West Side in Manhattan

Adams Truck in der W 65th Street vor dem Lincoln Center for the Performing Arts, Upper West Side in Manhattan

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