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Mensa: Da rollt der Rubel!

Die Mensen auf dem weitläufigen Campus Dahlem sind Lebensretter für hungrige Studierende. Doch die aktuelle Preispolitik des Studierendenwerks findet Julian Sadeghi unangemessen.

Regelmäßige Besucher*innen der Mensa FU II reiben sich beim skeptischen Blick auf die Preisanzeigen immer mal wieder verwundert die Augen. Waren die Chicken Fingers an der “roten Theke” nicht vor einer Woche noch einen Euro günstiger? Das Studierendenwerk hat die Preise in letzter Zeit kräftig angehoben, ohne dass sich die Qualität der Lebensmittel oder die Portionsgrößen verbessert hätten. Hinzu kommen unbegründete Preisunterschiede zwischen Mensen und Cafeterien auf dem Campus.

Doppelter Preis für das gleiche Gericht

Wer genau hinschaut, stellt fest: Die Preise für die gleiche Mahlzeit unterscheiden sich abhängig vom Standort. Ein Beispiel: Vor etwa einem Monat wurde sowohl in der Mensa FU II als auch in der Cafeteria am Fachbereich Rechtswissenschaft das Gericht “Jungschafsgeschnetzeltes in Curry-Gemüse-Sauce” angeboten. In der Mensa FU II kostete es für Studierende samt Reisbeilage drei Euro. In der Cafeteria im Fachbereich Rechtswissenschaft lag das Gericht bei 5,95 Euro. Fast doppelt so viel!

Das Studierendenwerk erklärt dazu auf Anfrage, dass nur die Mensen durch die Semesterbeiträge und das Land Berlin subventioniert würden, die Cafeterien nicht. Diese müssten wirtschaftlich arbeiten, das Gebot der Wirtschaftlichkeit erkläre den Preisunterschied. Diese Argumentation hinkt jedoch: Laut dem Gesetz über das Studierendenwerk Berlin muss das gesamte Studierendenwerk, also auch die Mensen, wirtschaftlich arbeiten. Und selbst wenn: Warum werden Cafeterien nicht auch subventioniert, wenn sie doch vielerorts Mensa-ähnliche Funktionen wahrnehmen?

Wer nicht läuft, verliert

Es ist ein reichlich merkwürdiger Ansatz, eine flächendeckende Versorgung mit einem warmen Mittagessen auf dem Rücken derjenigen Studierenden zu realisieren, deren Lehrveranstaltungen nicht in der Nähe einer „richtigen“ Mensa stattfinden. Aber auch ganz unabhängig vom Standort sind die Preissteigerungen nicht nachvollziehbar. Gerade die Preise für Gerichte an der „roten Theke“ in der Mensa FU II, einem der wenigen Orte auf dem Campus, an dem auch nach 14 Uhr noch warmes Essen erhältlich ist, sind zuletzt enorm gestiegen. Eine logische Erklärung dafür gibt es nicht. Transparente Preise – Fehlanzeige!

Klar muss sein: Gute Lebensmittel haben ihren Preis und das Mensapersonal verdient eine anständige Bezahlung. Klar muss aber auch sein: Die Preise müssen sich nach dem durchschnittlichen studentischen Budget richten – und das ist naturgemäß nicht besonders groß. Standortübergreifend identische und somit faire Preise müssen ebenso eine Selbstverständlichkeit sein, wie ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis.

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