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AS: Zieglers Präsidium nimmt Kontur an

Die Nominierten für die Ämter der Vizepräsident*innen im neuen Präsidium stehen fest. Der studentische Kandidat scheitert. Von Julian Sadeghi

Das neue Präsidium nimmt in Gestalt der Vizepräsidentschaftkandidat*innen Klaus Mühlhahn, Verena Blechinger-Talcott und Beate Koksch Form an. Foto: Felix Lorber

Bereits Anfang Mai wurde der bisherige Vizepräsident für Lehre und Studium (VP3) Klaus Hoffmann-Holland zum neuen Ersten Vizepräsidenten und somit ersten Stellvertreter des bestellten Präsidenten Günter M. Ziegler gewählt. Am Mittwoch haben der erweiterte akademische Senat (eAS) und der akademische Senat (AS) nun die drei weiteren Vizepräsident*innen nominiert. Die Abgeordneten folgten damit den Vorschlägen des Präsidenten. Die Vizepräsident*innen haben jeweils eigene Geschäftsbereiche und komplettieren zusammen mit der Kanzlerin das Präsidium der FU.

Die Nominierten

Für den Bereich Internationales (VP2) soll künftig Verena Blechinger-Talcott zuständig sein. Die Japanologin gehört der liberal-konservativen Liste “Liberale Aktion” an. Bei ihrer Bewerbungsrede stellte sie vor allem ihre internationale Erfahrung in den Mittelpunkt.

Die Biochemikerin Beate Koksch ist die designierte Nachfolgerin Hoffmann-Hollands als Vizepräsidentin für Studium und Lehre (VP3). Koksch, die wie Ziegler und auch Hoffmann-Holland von der größten Liste “Vereinte Mitte” unterstützt wird, kündigte an, sich insbesondere für die Gleichstellung stark zu machen, wirkte aber im Bereich Studium und Lehre inhaltlich bemerkenswert blass. Von Neuanfängen und Innovationen, die der neue Präsident mehrfach ausgerufen hat, ist noch nichts zu sehen.

Klaus Mühlhahn war bisher Vizepräsident für Internationales (VP2) unter Peter-André Alt und soll in den nächsten vier Jahren den Geschäftsbereich Forschung (VP4) verantworten. Der Historiker wurde vom “demokratisch-liberalen Dienstagskreis” vorgeschlagen, verwies auf seine Erfahrung als Vizepräsident und fiel programmatisch vor allem dadurch auf, dass er die gesellschaftliche Verantwortung von Forschung und FU betonte.

Studentischer Kandidat scheitert

Zu einer kleinen Überraschung kam es in der anschließenden Sitzung des AS dann doch. In der dort gesondert durchzuführenden Nominierung schlugen die Studierendenvertreter*innen als Kandidaten für den Vizepräsidenten Studium und Lehre den Doktoranden Lasse Thiele vor. Der ehemalige Asta-Referent für Hochschulpolitik konzentrierte sich bei seiner Vorstellung auf die Forderungen nach einer partizipativeren Uni und der Stärkung der Studierendenrechte, gab aber in der Sache ein ähnlich dürftiges Bild wie die vermeintliche “Konkurrentin” Koksch ab – ein möglicherweise bewusster Schachzug. Um ein “Zeichen für den demokratischen Hochschulprozess” zu setzen und eine “echte Wahlalternative” zu bieten, sei er von den Studierendenvertreter*innen um seine Kandidatur gebeten worden, führte Thiele weiter aus. Seine Nominierung scheiterte mit genau einer fehlenden Stimme schließlich denkbar knapp am notwendigen Quorum von einem Drittel der Mitglieder.

Präsident Günter M. Ziegler dürfte zufrieden sein mit seiner Führungsmannschaft: Keine*r der drei Nominierten erwägt ernsthafte Änderungen am Status quo der FU. Stattdessen soll eher “Erfolgreiches” und “bereits Bestehendes” in den Ressorts fortgeführt und ausgebaut werden. Kritiker*innen von Zieglers neuem Präsidium dürfte das designierte Führungspersonal so kaum besänftigen.

Die endgültige Wahl der Vizepräsident*innen soll schließlich in der Sitzung am 11. Juli erfolgen.

Frischer Wind in der Kommission für Lehre?

Bewegung scheint nun indes in den seit Jahren schwelenden Konflikt um die Kommission für Lehrangelegenheiten (KfL) zu kommen. Die gemeinsame Kommission der Statusgruppen der Professor*innen, der Studierenden, der wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen sowie der sonstigen Mitarbeiter*innen soll Vorschläge für Verbesserungen in der Lehre ausarbeiten. Die Gruppe der Studierenden entsendet seit geraumer Zeit jedoch keine Mitglieder mehr und übt sich in einer Vertagungstaktik. Die Abgeordneten im AS kritisieren, dass wesentliche Entscheidungen der KfL vorab in Gremien ohne studentische Beteiligung gefällt würden. Mokiert wird ebenfalls, dass der Vorsitz bislang ausschließlich dem Vizepräsidenten für Studium und Lehre (VP3) vorbehalten bleibt, statt vom Gremium selbst bestimmt zu werden. Dieser besitzt jedoch keinerlei Stimmrecht innerhalb der KfL.

Reagierte Beate Koksch als designierte Inhaberin des Amts in der eAS-Sitzung noch ausweichend zur Thematik, zeichneten sich in der anschließenden AS-Sitzung verschiedene Kompromissvorschläge ab. Bereits in der kommenden Sitzung sollen Änderungsanträge, die zumindest eine eigene Wahl des Kommissionsvorsitzes in Aussicht stellen, diskutiert werden. Dann wären die studentischen Vertreter*innen auch wieder bereit, die offenen Plätze der Statusgruppe zu füllen, wie sie geschlossen zum Ausdruck brachten. Der neue VP1 Hoffmann-Holland verteidigte zwar erneut die aktuelle Regelung, die von “kürzeren Kommunikationswegen” profitiere, stellte aber eine grundsätzliche Lösung in Aussicht. Abzuwarten bleibt, wer letztlich den entscheidenden Schritt gehen wird – Studis oder Hochschulleitung.

 

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