Nachts im Museum | FURIOS Online
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Bis dahin viel Spaß mit unseren wöchentlichen Ferienserien FURIOS auf Reisen und Berlins Bibliotheken im Test!

Nachts im Museum

Der größte Albtraum aller Studierenden? Vermutlich, an einem Samstagabend noch in der Uni rumzuhängen. Victoria Weden hat es im Rahmen der “Langen Nacht der Wissenschaften” dennoch getan – und bereut es kein bisschen.

Herzlich Willkommen zur klügsten Nacht des Jahres! Foto: Victoria Weden

Von träger Uniatmosphäre ist an diesem Sommerabend nichts zu spüren. Den Haupteingang der Silberlaube ziert bereits das Banner „Die klügste Nacht des Jahres“. Die lange Nacht der Wissenschaften steht vor der Tür und das Angebot der FU kann sich sehen lassen. 431 Veranstaltungen aus den Bereichen Kultur, Gesellschaft, Naturwissenschaften, Medizin und Technik stehen auf dem Programm.

„Law in action“ heißt die Theatereinlage der Jura-Studierenden. Foto: Weden

Mein erster Stopp: Campusuniversität. Dass zu einem erfolgreichen juristischen Auftreten mehr als nur das Herunterbeten auswendig gelernter Gesetze gehört, präsentieren Jurastudierende in ihrem Theaterstück „Law in action“: Aufrechte Haltung, kräftige Stimme, Blickkontakt, pointierte Gesten. Kuriose Mandantengespräche und emotionale Diskussionen machen uns bewusst, welche Bedeutung Rhetorik, Körpersprache und „Soft Skills“ im Alltag von jedem von uns haben.

Mit Hilfe moderner Technik mal eben zum Saturn fliegen. Foto: Weden

Angezogen von einer lebensgroßen Astronautenfigur, mit der Kinder in Astronautenanzügen ‒ und ich ‒ Fotos schießen, verbringen wir unseren nächsten Zwischenstopp auf einem anderen Planeten. Sieben Jahre bräuchten Astronauten zum Saturn. Wir hingegen nur ein paar Sekunden ‒ Ein spektakulärer 3D-Film lässt uns über endlose rote Wüstenebenen schweben und präsentiert uns den neuesten Stand der Forschung.

Nicht nur Wissenschaft, auch reichlich Entertainment hatte die LNdW im Angebot. Foto: Weden

Draußen angekommen schallt Kampfgeschrei durch die Luft. Begleitet von mystischen chinesischen Klängen führt ein Team des Shaolin Tempels Shaolin-Kungfu vor. Auf der sonst so tristen Rasenfläche vor der Holzlaube tummeln sich die Zuschauer, um das Spektakel mitzuerleben und zwischen den ganzen Veranstaltungen kurz durchzuatmen.

Kein Sushi, aber genau so lecker: Kimbap. Foto: Weden

Nicht nur der Wissensdurst der zufrieden wirkenden Besucher wird im Laufe des Abends immer mehr gestillt, an jeder Ecke versteckten sich zudem Stände mit unterschiedlichsten Köstlichkeiten. Auch unsere Mägen fangen bei den verführerischen Gerüchen an zu knurren. Aber wir haben ein anderes Ziel: Der Garten des Instituts für Koreastudien. Dort soll ein Crashkurs zur Zubereitung der koreanischen Spezialität „Kimbap“ stattfinden. Es stellt sich heraus, dass es sich bei dem Gericht um Sushi ähnliche Reis-Omelett-Gemüse Rollen mit echtem Suchtpotential handelt.

Von den ganzen Eindrücken etwas erschlagen, treten wir mit vom Kimbap schweren Magen schließlich den Rückweg an. Der Weg durch den langen K-Gang wird noch einmal zum lebendig gewordenen Museum: Mein Sprachwandel-Seminarraum ist von wilden Unibienen bevölkert, eine lebensgroße Plastikkuh steht mitten im Gang, um von innen inspiziert zu werden. Den U-Bahnhof erreichen wir schließlich erst nach einer Stunde. Unser Gefühl sagt uns: Wir haben viel mitgenommen aus dieser Uninacht ‒ und doch nur einen Bruchteil gesehen.

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