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AS: Lösung im Streit um die KfL

Erstmals seit Jahren entsenden die Studierenden wieder Mitglieder in die Kommission für Lehrangelegenheiten. Julian Sadeghi beobachtet das vorläufige Ende eines langen Konflikts.

Der Sitzunssaal des Akademischen Senats. Foto: Archiv

Die Kommission für Lehrangelegenheiten (KfL) hat wieder studentische Mitglieder. Nachdem bereits in der letzten Sitzung des Akademischen Senats (AS) über Möglichkeiten diskutiert wurde, die verschiedenen Interessen zu vereinen, stimmten die Mitglieder am Mittwoch nun mehrheitlich für einen aus den Reihen der Professor*innenliste „Vereinte Mitte“ vorgebrachten Kompromissvorschlag.

Statusgruppen finden Kompromiss

Es ist ein ungewöhnliches Bild, als sich am Mittwoch im Senatssaal ein gutes Dutzend AS-Mitglieder über zwei Computerbildschirme beugt und lebhaft diskutierend um Formulierungen ringt. Wenige Minuten später sehen sich die Senatsmitglieder mit gleich drei verschiedenen Vorschlägen zur Regelung über den KfL-Vorsitz konfrontiert, von denen zwei von Professor*innen und einer von Studierendenseite ausgearbeitet wurden.

Die KfL berät den AS in Fragen von Studium und Lehre. Sie befasst sich vorher mit Themen wie der Rahmenstudien- und -prüfungsordnung, der Satzung für Studienangelegenheiten oder der Einrichtung und Aufhebung von Studiengängen. Auch für die Erarbeitung fächerübergreifender Ordnungen wie im ABV-Bereich (Allgemeine Berufsvorbereitung) spielt die KfL eine Rolle.

Über Jahre hinweg entsandten die Studierenden in die Kommission keine Mitglieder. Kritisiert wurde vor allem die inhaltliche Gestaltung der Sitzungen und die personelle Besetzung des Vorsitzes, der bislang der*dem Vizepräsident*in für Studium und Lehre vorbehalten blieb. Die KfL konnte ihre*n Vorsitzende*n nicht selbst wählen. Der Studierendenvertreter Marten Brehmer bekräftigte abermals, man brauche einen Vorsitz, „dem man vertraut.“ Der nun beschlossene Kompromiss sieht vor, dass der Kommissionsvorsitz aufgeteilt wird auf die*den Vizepräsident*in für Studium und Lehre und eine*n zweiten Vorsitzende*n, welche*n die Kommission selbst wählt und die*der gegenüber dem AS eine Berichterstatterfunktion wahrnimmt.

Der Beschluss setzt nur zum Teil den Inhalt des von den Studierenden eingebrachten Änderungsantrages um. Zentrale Forderung darin war ein kollegialer Vorsitz, der „die Hierarchiegleichheit der beiden Vorsitzenden wiederspiegeln soll“, führte Brehmer aus. Es gehe beim KfL-Vorsitz nicht um bloße Terminorganisation, sondern auch darum, die Sitzung inhaltlich vorzubereiten und die Frage, wer zur Sitzung eingeladen werde. Zwar stimmten die Studierenden gegen die nun beschlossene Regelung, gaben aber ihre Blockadehaltung auf und nominierten erstmals wieder Mitglieder für die KfL. Diese setzen sich exakt aus den Studierendenvertreter*innen des AS zusammen.

Weiterhin verhärtete Fronten

Damit haben sich die Statusgruppen der Studierenden und der Professor*innen einen Schritt aufeinander zu bewegt. Wie viel Zeit verstrich, bis beide Seiten ihre Maximalpositionen aufgaben, veranschaulicht einmal mehr die langanhaltenden Streitigkeiten der Statusgruppen über zukünftige Ausrichtung und Organisationsstruktur der FU.

Deutlich wurde das auch bei der Diskussion über die Notwendigkeit einer Begründung für das Nichterscheinen eines Mitglieds in der AS-Sitzung. Die Studierenden beantragten mit Verweis auf das allgemeine Persönlichkeitsrecht, die verpflichtende Begründung abzuschaffen. Andreas Löffler („Vereinte Mitte“) echauffierte sich wie bereits bei der Diskussion zur Reform des KfL-Vorsitzes über die Haltung der Studierendenvertreter*innen: Sie arbeiteten ja schließlich nicht bei „Investmentbanken”, eine AS-Sitzung sei „eine sehr planbare Sache“, weshalb es nicht verständlich wäre, warum Studierende nicht zu Sitzungen kommen könnten. Bereits im Vorhinein begründete er mit derartiger Position die aus seiner Sicht mangelnde Verlässlichkeit studentischer Mitglieder für leitende Ämter. Der Asta-Vertreter (Allgemeiner Studierendenausschuss) Janik Besendorf warf Löffler daraufhin eine seltsame Logik vor- es seien schließlich ebenso immer wieder einige Professor*innen nicht anwesend. Auch Studierende könnten übergreifende Verantwortung wahrnehmen.

Wer letztlich Recht behält, dürfte sich angesichts der neuen Regelung im zukünftigen Vorsitz der KfL zeigen.

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