Keep Calm and Recycle | FURIOS Online
FURIOS wünscht Euch schöne Semesterferien! Aktuelles rund um die FU gibt es hier wieder ab dem 13. Oktober.
Bis dahin viel Spaß mit unseren wöchentlichen Ferienserien FURIOS auf Reisen und Berlins Bibliotheken im Test!

Keep Calm and Recycle

Unter dem Motto „Ist das Müll oder kann das weg“ drehte sich während der „Sustain it!“ Hochschultage alles um das Thema Nachhaltigkeit. Karo Tockhorn hat sich im Mensafoyer der Silberlaube aufklären und inspirieren lassen.

Die „Lebende Wand“ vor der Silberlaube. Foto: Karo Tockhorn

Ein LKW an Lebensmitteln landet in Deutschland pro Minute im Müll, in Berlin allein liegen auf einem Freifläche rund 2,7 Millionen Zigarettenstummel und H&M verbucht 2017 einen unabsetzbaren Überschuss von 3,4 Millionen Dollar. Diese Zahlen schockieren. Sie sind jedoch nur zufällig ausgewählte Fakten und nicht mal ein Bruchteil der schier endlosen Liste von Problemen, mit denen wir unseren Heimatplaneten überschütten.

Über Abfallvermeidung zur Wiederverwertung

Auch dieses Jahr möchte die Initiative „Sustain It!“ zum fünften Mal Studierende und Mitarbeiter*innen der FU für die Thematik sensibilisieren. So verwandelt sich das Foyer der Mensa II in einen „Markt der nachhaltigen Möglichkeiten“. Kaum jemand läuft an den Ständen, Ausstellungen und ArtLabs vorbei, ohne stehenzubleiben. Vor dem Eingang begegnet man der „lebenden Wand“, einem studentischen Projekt, das sich mit der Problematik des Bienen- und Insektensterbens auseinandersetzt. Anlässlich der Hochschultage haben die Studierenden zwei Paletten mit bestäuberfreundlichen Pflanzen zusammengewerkelt.

Nebenan lässt sich „spielend leicht“, das Handwerk der richtigen Mülltrennung erlernen oder eine Tomatenpflanze aus dem „essbaren Garten“ der Initiative „UniGardening“ gegen eine Spende erstehen. Wer ein Zeichen gegen Fast-Fashion und Wegwerfkultur setzten möchte, wird beim Kleidertausch im Mensa-Foyer fündig – und sogar eine nachhaltige Alternative zur Zahnpasta wird angeboten: Zahnputztabletten aus pflanzlicher Zellulose, die die Beißer auf natürlicher Weise zum Glänzen bringen – eine Erfindung made in Berlin.

Zu gut für die Tonne

Trotz des Spaßfaktors der vielen Mitmachaktionen geht die Ersthaftigkeit der Probleme nicht unter. Auf dem Tisch des Standes des „Open Space – Reif für die Tonne“ reihen sich Popcorn, Chips, Mate und andere Leckereien aneinander. Weil sie laut Verfallsdatum nicht mehr „gut“ waren, wären all diese Lebensmittel in der Tonne gelandet. Ziemlich paradox, wenn man überlegt, wie viele Menschen jede Nacht mit leerem Magen ins Bett gehen. Initiativen wie der Laden „SIRPLUS“, Kooperationspartner von „Reif für die Tonne“, kaufen diese vermeintlichen Abfälle auf und verkaufen sie in ihrer bisher einzigen Filiale in Wilmersdorf zu fairen Preisen: Eine dreifache Win-Situation.

Natürliche Schönheit

Einige Stände weiter klärt der DIY Workshop über die Kosmetikindustrie auf. Die Branche ist verantwortlich für tonnenweise Plastikmüll, der im Meer landet. Nicht nur die Verpackungen der Pflege- und Beautyprodukte sind hier die Übeltäter. Auch sogenanntes Mikroplastik, das unserem Make-Up, Shampoo und Spülmittel als Bindemittel und Füllstoff dient, findet über den Abfluss schnell seinen Weg ins Grundwasser. Vor Ort kann erfährt man schnell, dass es kein Hexenwerk ist, Kosmetika auf rein natürlicher Basis selbst herzustellen.

Von Cremes, über Haarprodukte bis hin zu Putzmitteln lassen sich so ziemlich alle umweltbelastenden Substanzen mit Zutaten aus Mutter Natur austauschen, die sich zudem in fast jedem Haushalt finden. Zitronen, Essig, Salz und Wasser kann man etwa im Handumdrehen zu einem Spülmittel verrühren. Als kostengünstiger Shampoo-Ersatz eignet sich für blonde Haarschöpfe Kamillentee und für Dunkelhaarige Schwarztee ausgezeichnet.

Nachhaltiges zu konsumieren ist also nicht nur simpler als oft gedacht, sondern essentiell. Nur wenn wir uns mit Missständen konfrontieren und Alternativen nutzen, können wir unserem Planeten – und damit auch uns Menschen – eine große Last von den Schultern nehmen.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Sexistische, sentimentale Kackscheiße

Victor Osterloh hat sich Wim Wenders Dokumentation „Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ angesehen und wird jetzt Priester. Außerdem findet er den Papst toll.  » weiterlesen