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Peter gut, Günter gut – alles gut!

Mit einem Festakt wurde Peter-André Alt verabschiedet, gleichzeitig Günter M. Ziegler als neuer Präsident der FU im Amt willkommen geheißen. Auch Leonhard Rosenauer hat es durch die Veranstaltung geschafft.

Die „Total E-Quality“ Uni FU präsentiert sich in all ihrer Diversität: (v.l.n.r.) Ex-Präsident Peter-André Alt, Kuratoriumsvorsitzender Jürgen Zöllner, Regierender Bürgermeister Michael Müller, Präsident Günter M. Ziegler. Foto: Leonhard Rosenauer

 

Es sind seine letzten Minuten als Präsident der FU als Peter-André Alt am Freitag vor dem Henry-Ford-Bau eintrifft. Noch bevor er das Gebäude betritt, werden die ersten Hände geschüttelt und warmen Worte in Empfang genommen. Nur vier Minuten später trifft sein Nachfolger Günter M. Ziegler ein – das gleiche Bild. Gemeinsam betreten die beiden Männer in Harmonie das Audimax der FU. Die Party kann beginnen.

Abschiedstränen für Alt

Doch das Publikum muss sich noch gedulden. Zunächst gibt das „Blechbläserensemble des Collegium Musicum Berlin“ ein Stück zum Besten, dann erst folgen endlich die langersehnten Reden der alten, weißen Männer. Voller Stolz, rhetorisch versiert und mit einer Vielzahl an Anekdoten blicken die Redner auf 70 Jahre Geschichte der Freien Universität zurück. Lieblingsthema sind die letzten acht Jahre: Die Amtszeit von Alt und dessen herausragende Persönlichkeit. Man ist sich einig: Alt ist sowas wie ein habilitierter Halbgott mit Social-Skills, die jeden Influencer vor Neid erblassen lassen. Ein Macher, Entscheider, ein Denker, ein Leader – so einer, wie ihn die deutsche Elf bei der WM hätte gebrauchen können. Hinzu kommt, dass das Unternehmen, manche nennen es auch Universität, einfach geil läuft. Noch geiler als die Uni, sind eigentlich nur die Redner selbst und vielleicht Berlin. Aber Berlin, das ist ja auch das hippe Zentrum für Innovation und Zukunft, der Standort der Wissenschaft und der Forschung. Und die Wissenschaft, das wiederum sind schließlich die Leute, die an diesem Tag auf der Bühne stehen und die ersten Reihen besetzen.

Der Schönheitsfehler

Es hätte ein perfekter Nachmittag werden können. Wären da nicht diese kritischen Studierenden, die die Veranstaltung unterwanderten und dafür sorgten, dass sich die Sorgenfalten tief in die Gesichter der akademischen Führungselite fressen. Denn immer wieder unterbricht eine kleine Gruppe Studierender mit ironischen Lachern, „Peter-“ Fangesängen, Konfettikanonen und Partytröten den Kollektivorgasmus auf der Bühne. Während die Redner die Störenfriede weglächeln, platzt einem erregten Mann aus dem Publikum der Kragen: „Schämen Sie sich!“, brüllt er in Richtung der Gruppe. Schämen tut sich dann zwar keiner, aber ein paar Umsitzende gucken erschrocken und greifen reflexartig zum Tablettendöschen – vermutlich um mit einem Blutdrucksenker die Zeit bis zum Sektempfang zu überbrücken.

Schließlich betreten zwei Vertreterinnen des Asta die Bühne. Eine studentische Stimme war im Programm zunächst nicht vorgesehen, der neue Präsident Günter M. Ziegler erklärte sich jedoch bereit, einen Teil seiner Redezeit abzutreten. Hella Polze und Lola Zeller bedanken sich zunächst bei Ziegler, dass auch Studierende am heutigen Tag sprechen dürfen, „bezeichnenderweise als einzig nicht männliche Stimme.“ Bei diesen Worten können sich selbst einige der Besucher*innen ein Klatschen nicht verkneifen.

Lichtblick im Tunnel der Eitelkeiten

Doch als die Studierendenvertreterinnen beginnen die Polizeieinsätze auf dem Campus während der Amtszeit Alts zu kritisieren, auf Kürzungen und die Neoliberalisierung der Uni hinweisen und mehr Mitbestimmungsrechte in den Gremien der FU fordern, hört die Einhelligkeit auf. Teile des Publikums amüsieren sich über die Studierenden. Ein paar alte, weiße Männer tun es den Studierenden gleich und stören mit Buhrufen. Bei den Worten „neoliberale Universität“ macht sich gar ein Grinsen in Kanzlerin Börs Gesicht breit.

Doch es ist mehr drin, als Kindergarten. Zurück am Mikrofon betont Günter M. Ziegler immerhin, er freue sich auf weitere Gespräche mit den Vertreter*innen der Studierendenschaft und gibt zu, dass die Uni auch „große Probleme“ habe. Doch davon sollte an diesem Tag eigentlich nicht die Rede sein und deshalb ist es jetzt auch Zeit für ein Glas Sekt. Prost – auf Peter, auf Günter, auf den Asta und auf vier weitere erfolgreiche Unternehmensjahre.

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