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FURIOS tüftelt: Die Paletten-Jahre sind (nicht) vorbei

Ob vor dem Szeneclub oder in der Studi-WG: Die Palette ist der feuchte Traum eines jeden Berliner Indoorfetischisten. Anselm Denfeld braucht dafür nicht zum nächsten Möbelhaus – er baut sie einfach selbst.

Material vom Trödel und ran geht’s! Foto: Anselm Denfeld

Ihr raues, kantiges Holz ist immer für ein paar Splitter gut und, meist dilettantisch verbaut, machen sie schnell jeden Aufenthalt im Außenbereich eines Szeneclubs zur Tortur. Das schafft nur die beste Freundin der Berliner DIY-Bohème: Die Palette. Doch bei dem ganzen Pinterest-Palettengebastel kann das beliebte Bauholz so schnell vergriffen sein, dass sogar Gabelstaplerfahrer*innen um ihren Job fürchten müssen. Dem sei Abhilfe geschaffen: Um der akuten Not vorzubeugen, zeigen wir euch, wie man aus Sitzmöbeln praktische Paletten herstellen kann.

Schritt 1: das Material

Möbel findet man mit einem aufmerksamen Blick fast überall. In Cafés, Privatwohnungen und öffentlichen Gebäuden liegen und stehen sie herum. Wenn man nett fragt, bekommt man sie meistens für einen kleinen Taler direkt zum mitnehmen. Am besten eignen sich übrigens reine Holzmöbel. Dann braucht man noch Hammer, Säge und Nägel und schon kann es losgehen. 

Für nur fünf Euronen beim lokalen Trödelhändler. Foto: Anselm Denfeld

Schritt 2: Demontieren

Zunächst gilt es die Möbel zu zerlegen – ohne viel Schaden anzurichten. Stoffe und Polster sind nicht zu gebrauchen, nur die Schrauben lassen sich für den Palettenbau verwenden. Aus den übrig gebliebenen Teilen gilt es dann einen Stapel für die länglichen, flachen Holzstücke anzulegen. Aus diesen sägt man die charakteristischen kantigen Oberbretter der Palette. Teile wie Tischbeine, die einen größeren Durchmesser haben, werden zu Würfeln gesägt, die der Palette ihre Höhe und berühmte Stabilität geben.

Schritt 3: Bauen

Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt! Ob man nun die klassische Euro-Palette mit den 1200 x 800 x 144 mm und den typischen fünf Oberbrettern, oder eine individuelle Palette nach dem eigenen Gusto zusammensetzt, ist dem*der Erbauer*in selbst überlassen. Mit Nägeln oder Schrauben können die Holzteile einfach verbunden werden.

Die Hauptsache ist, dass euch die fertige Palette am Ende gefällt und euren individuellen Charakter ausdrückt. Wer möglichst authentisch arbeiten möchte, sollte eine stumpfe Säge verwenden und mit spitzen Gegenständen die Oberfläche des Holzes zerkratzen bis sich feine Splitter zu lösen beginnen. Das sorgt für den used-look, der schon von weitem zeigt, dass eure Palette allen abgeschliffenen Deko-Weinkisten überlegen ist.

Das fertige Stück. Foto: Anselm Denfeld

Schritt 4: Genießen

Jetzt könnt ihr dem*der inneren Schreiner*in freien Lauf lassen, 49 Kisten Red Bull transportieren, eure eigene kleine Spedition aufmachen oder euch einen Gabelstapler kaufen und auf der Palette euer Macbook zur Uni transportieren – darauf ist vermutlich wirklich noch niemand gekommen.

Geheimtipp: Falls euch die Palette doch nicht gefällt, lassen sich daraus auch prima Möbel bauen, die bei keiner Berliner Hinterhofparty fehlen dürfen. Aber dazu ein anderes Mal mehr!

Passt perfekt in jeden Haushalt. Foto: Anselm Denfeld

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