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FURIOS Fake News: EU verbietet Kondome

Die Plastik Paranoia findet kein Ende: Nach Strohhalmen und Wattestäbchen zieht die EU nun Kondome aus dem Verkehr. Carla Spangenberg über erregte Reaktionen.

Hat die Nahkampfsocke bald ausgedient? Bild: Pixabay

Die Europäische Union (EU) war ursprünglich als Massenorgie gedacht. Ein multilateraler Coitus – so intim, so nah, so grenzenlos erotisch. Diesem internationalen Lustspiel raubt der neueste Beschluss des EU-Parlaments seine Leichtigkeit: Nach Plastikbesteck und Strohhalmen, soll nun auch das Kondom aus dem Verkehr gezogen werden. Denn es ist das Wegwerfprodukt Nummer eins.

Über 240 Millionen Kondome werden allein in Deutschland pro Jahr verkauft. Was die meisten nicht wissen: Die luftdichten Verpackungen enthalten umweltschädliche Schwermetalle. Eindringlich mahnen Umweltschützer*innen auch vor der Beschädigung von Kautschukbäumen bei der Latexgewinnung, denn der unter Artenschutz stehende Kantobär ernährt sich vorwiegend von dem süßen Saft des „Gummibaums”. Durch das Abmelken der Bäume wird das possierliche Tierchen seiner Lebensgrundlage beraubt.

Umweltschutz statt Prävention

Bei Liebesakten in wilder Natur gelangen viele der latexbasierten Lustzipfel zudem in freie Gewässer. Das hat verheerende Folgen für den Fischbestand, wie eine Untersuchung des Niederländischen Instituts für Meeresforschung (NIOZ) ergab. Das Gleitgel der Kondome verringert nämlich nicht nur die Geschwindigkeit menschlicher Spermien. „Die Eier freilaichender Fische werden vom männlichen Fisch mit der sogenannten Milch befruchtet. Durch das Gleitgel wird auch diese Milch verlangsamt, was zu einer Reduktion des Fischbestandes um mehr als 25% führt”, erklärt Anieke van Leeuwen vom NIOZ.

Ohne Frage: Dieser Vorstoß der EU gibt sich umweltfreundlich. Für Verhütung und Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten ist er hingegen eine Schlappe. Sylvia Urban aus dem Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe äußert im Gespräch mit FURIOS harsche Kritik: „Diese Idee ist das Ejakulat der schlaffen Glieder alter, weißer Cis-Männer, die um ihre Lust und Potenz bangen. Gesundheit und Familienplanung müssen vorgehen!”

Bald ohne die Pariser?

Auch der französische Präsident Macron zeigt sich brüskiert, ist der „Pariser” doch das französische Geschenk an die Geilheit. „Das Präservativ ist unser ganzer Stolz, wir werden diese Demütigung nicht hinnehmen. Wird das Präservativ aus der EU verbannt, verlassen auch wir diese prüde Veranstaltung mit erigiertem Haupte.” Während man in EU-Kreisen einen Frexit fürchtet, äußert der Vatikan sich begeistert und zieht Beitrittsgespräche mit der EU in Betracht.

Tierdarm beim Techtelmechtel?

Wie sollen Verhütung und Prävention aussehen, wenn die EU-Maßnahme umgesetzt wird? In der Fernsehserie „Die Höhle des Löwen” übertreffen sich nun die Ideen für Alternativen zur naturfeindlichen Nahkampfsocke. Ein auswaschbares Mehrwegkondom aus recyceltem Plastik wird vorgestellt. Ein Bambusröhrchen ähnlich eines Strohhalmes, das in den Urogenitaltrakt eingeführt wird, oder auch der Rückgriff auf Tiergedärme finden sich ein. Nicht nur für Veganer*innen sind diese Vorschläge ein Lustkiller. Seit Ankündigung der Maßnahme sind die ersten Hamsterkäufe zu verzeichnen. Die führenden Marken können dem Anstieg der Nachfrage bald schon nicht mehr gerecht werden. Wer also nicht auf unbefriedigende Discounterware zurückgreifen will, sollte schnell reagieren.

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