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Die Stimmen der Welt

Die Samuel Fischer-Gastprofessur ermöglicht Studierenden den Austausch mit Autor*innen aus aller Welt. Zum 20-jährigen Jubiläum hat Carry-Ann Fuchs den Klang der Worte auf sich wirken lassen.

Feierliche Atmosphäre im Pierre Boulez Saal. Foto: Phil Dera

Vier schwarz gekleidete Menschen werden abwechselnd von Lichtkegeln in Szene gesetzt. Sie lesen Zitate vor, welche die Stimmen ehemaliger Gastdozent*innen in Form von Zitaten hörbar machen. Auf diesem Weg sind heute Abend alle 41 Autor*innen anwesend, die in den letzten 20 Jahren die Samuel Fischer-Gastprofessur für Literatur inne hielten. Die Lesenden ziehen das Publikum in die Gedankenwelt der an diesem Abend im Mittelpunkt stehenden Autor*innen. Dabei vertieft die musikalische Umrahmung des Streichquartett Collegium Musicum die behagliche Stimmung.

1998 wurde die Gastprofessur zusammen mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), dem S. Fischer Verlag und dem Veranstaltungsforum der Verlagsgruppe Georg Holtzbrinck am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der FU ins Lebens gerufen. Seitdem ist sie Teil des Selbstverständnisses des Instituts. Sie gab bislang rund 1.200 Studierenden die Gelegenheit mit 41 Autor*innen aus aller Welt in einen direkten Dialog zu treten und einen hautnahen Austausch mit internationaler Gegenwartsliteratur zu erfahren.

Die Vielschichtigkeit der Literatur

Durch den Abend führt uns ein Programm, das Worte mit Stimme, Rhythmus, Klang und letztlich auch Geschrei verbindet. Auf der Bühne treten die ehemaligen Gastprofessor*innen László Krasznahorkai und Teresa Präauer sowie der aktuelle Gastprofessor Louis-Philippe Dalembert jeweils in einen Dialog mit den Vertreter*innen der Gründungsinstitutionen. Es wird philosophiert. Über den perfekten Satz, über Dialoge und Austausch und über deren Bedeutsamkeit für eine Annäherung der Menschen trotz unterschiedlicher Lebenswelten.

Alle sind sich einig: Den perfekten Satz gibt es nicht. Doch wird deutlich, dass die Idee der Samuel Fischer-Gastprofessur auch ohne diese Perfektion umgesetzt werden kann und soll. Die Aussage: Annäherung trotz der Möglichkeit des Scheiterns. Im Zeitalter der alternativen Fakten, kann der Dialog die Innovationskraft der Gesellschaft hervorbringen und so eine internationale Offenheit durch den Austausch und ein Lernen voneinander ermöglichen, meinen die Veranstalter*innen. Und hier setzt die Gastprofessur an: Sie schafft offene Räume, Dialoge und einen Austausch.

Kulturschaffende und Dozierende

Nach der Veranstaltung ist das Publikum dazu eingeladen sich bei einem Glas Wein oder wahlweise einer Limonade über den Abend auszutauschen. Lauscht man den Gesprächen fällt auf, dass sich neben zahlreichen Professor*innen und Dozierenden viele Kulturschaffende auf der Veranstaltung befinden. So zum Beispiel eine Mitarbeiterin des Haus der Kulturen der Welt sowie die Leiterin des Collegium Hungaricum.

Eine auffällig geringe Zahl an Studierenden verdeutlicht den Anlass der Veranstaltung. Im Mittelpunkt des Abends steht nicht die Lehre, sondern die Leistungen der Gastprofessor*innen. Nicht zuletzt macht die Wahl des vornehmen Veranstaltungsortes klar: Das Jubiläum bietet den Rahmen in einer ehrwürdigen Feier danke zu sagen, an alle, die bei der Gründung der Samuel Fischer-Gastprofessur mitgewirkt haben und sie bis heute weitertragen.

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