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„Etwas dagegen machen“

Die Wahlbeteiligung unter Studierenden ist konstant gering. Das bilde die Studierendenschaft nicht richtig ab, sagen zwei Parlamentarier und gründen einen Arbeitskreis. Dorothea Engel hat sie interviewt.


Marcel Schatton und Ferhat Topcu im Café der Informatik / Foto: Felix Lorber

Seit Jahren liegt die Wahlbeteiligung für das Studierendenparlament (Stupa) bei unter zehn Prozent. Die Parlamentarier Ferhat Topcu (FSI Mathe/Info) und Marcel Schatton (FSI Jura/Café Tatort) haben einen Arbeitskreis gebildet, um Gründe für die niedrige Wahlbeteiligung zu finden – und Lösungen zu erarbeiten, die Studierende wieder zur Wahlurne bringen sollen.

Warum habt ihr euch gerade jetzt entschieden, einen Arbeitskreis zu bilden? In den vergangenen Jahren war die Wahlbeteiligung ja auch schon sehr gering.

Ferhat: Das Ganze ist aus einer Diskussion zur niedrigen Wahlbeteiligung im StuPa entstanden. Wir waren uns einig, dass wir etwas dagegen machen wollen. Dann haben wir einen Antrag auf Bildung des Arbeitskreises gestellt und der war erfolgreich.

Marcel: Ich bin zum ersten Mal im Stupa. Dort habe ich erst gemerkt, was für ein großes Problem die niedrige Wahlbeteiligung ist und wie leicht es ist, die nötigen Stimmen für einen Sitz zu beschaffen. Beim letzten Mal reichten glaube ich 30 Stimmen aus. Da kann man einfach seinen Freundeskreis abklappern und sagen: „Hey, wählt mich!“. Das ist nicht Sinn der Sache. Das bildet die Studierendenschaft nicht richtig ab.

Um die Wahlhürden zu senken, schlagt ihr in eurem Antrag vor, eine Wahlfeier zu organisieren. Was soll das bringen?

Marcel: Es geht um das Verbindende. Wenn viele kommen, senkt das vielleicht die Hürde, wählen zu gehen. Außerdem gibt es an der FU eh keine richtige Studiparty, zu der alle kommen können. Warum also nicht eine Open Air Party im Sommer mit Musik, wo man auch mal Leute kennenlernt, die nicht am eigenen Fachbereich studieren.

Ferhat: Open Air Democracy! Man kann doch einfach mal feiern, dass es die Demokratie überhaupt gibt und das als Anreiz nehmen, wählen zu gehen und sich zu informieren.

Warum gehen die Studierenden denn nicht wählen?

Ferhat: Es gibt viele Baustellen, die jahrelang nicht betrachtet wurden. Das beginnt beim ungünstig gelegten Wahltermin, gleich nach den Weihnachtsferien. Ich höre Studierende immer wieder sagen, dass sie noch etwas länger Ferien machen wollen. Und dann fehlt es an Motivation, extra für die Wahl zur Uni zu fahren.

Marcel: Ich glaube auch, dass Themen und Diskussionen an der Uni oft unsichtbar sind. Es fehlt die Möglichkeit, mit allen Studis beraten zu können, was man eigentlich gemeinsam möchte. Wäre das anders, hätte man auch eine stärkere Diskussionsgrundlage gegenüber der Uni.

Kann das Parlament das wirklich bewältigen? Immerhin gibt es 38.000 Wahlberechtigte …

Marcel: Es sollte vom Stupa veranstaltete Podiumsdiskussionen geben. Die Themen aus dem Stupa müssen auch mal rausgetragen werden, hinein in die Uni zu den anderen. Kein Studi weiß so genau, was im Stupa eigentlich passiert und deshalb liegt die Wahlbeteiligung nur bei neun Prozent.

Wie wird so etwas im Parlament aufgenommen? Insgesamt wart ihr ja nur zu dritt im Arbeitskreis.

Marcel: Ich glaube, die Richtung stimmt schon. Es finden alle wichtig, was der Arbeitskreis bearbeitet hat – anscheinend nicht sowichtig, dass sie alle kommen, aber wichtig genug, um nicht dagegen zu argumentieren (lacht).

Ihr sprecht von Baustellen. Wie seid ihr denn vorgegangen, um die zu finden?

Marcel: Wir haben mit einem Brainstorming gestartet. Jeder hat einfach alles aufgeschrieben, was ihm eingefallen ist. Die einzelnen Ursachen haben wir dann gruppiert und dabei drei Hauptgründe ausfindig machen können: Die Wahlhürden, die Unsichtbarkeit von Themen und das allgemeine Unwissen bei Wähler*innen und Gewählten.

Ferhat: Natürlich kann man sagen, wir sind nicht systematisch vorgegangen. Aber da spielt eben auch viel Erfahrung und Feedback von anderen Studierenden mit rein, das wir im Studium oder in der FSI (Fachschaftsinitiative, Anm. d. Red.) mitbekommen.

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