<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>FURIOS Online &#187; Furioser Kommentar</title>
	<atom:link href="http://www.furios-campus.de/themen/furioser-kommentar/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.furios-campus.de</link>
	<description>Studentisches Campusmagazin an der FU Berlin</description>
	<lastBuildDate>Sat, 04 Feb 2012 17:39:19 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.1</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Die Ungerechtigkeit bleibt</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2012/01/30/die-ungerechtigkeit-bleibt/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2012/01/30/die-ungerechtigkeit-bleibt/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 22:08:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hendrik.pauli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=7211</guid>
		<description><![CDATA[Alle Jahre wieder: Die Inspektoren der Exzellenzinitiative kommen an die FU. Doch im Rennen um die Fördermillionen drohen die wirklichen Probleme mal wieder ignoriert zu werden. Ein Kommentar von Lev Gordon.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Alle Jahre wieder: Die Inspektoren der Exzellenzinitiative kommen an die FU. Doch im Rennen um die Fördermillionen drohen die wirklichen Probleme mal wieder ignoriert zu werden. Ein Kommentar von <em>Lev Gordon</em>.</strong></p>
<p><a rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"></a></p>
<p><a rel="attachment wp-att-7174" href="http://www.furios-campus.de/2012/01/16/erst-die-arbeit-dann%e2%80%a6der-master/moko/"><img class="alignnone size-full wp-image-7174" title="MoKo" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2012/01/MoKo.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a><a rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"></a></p>
<p>Die Zahl ist beeindruckend: 2,7 Milliarden Euro sind in der dritten Runde der Exzellenzinitiative ausgeschrieben. Im Sommer wird über die Anträge entschieden. Die Förderung wird dann bis zum Jahr 2017 laufen. Die Freie Universität Berlin ist die erfolgreichste Uni im Wettbewerb der Exzellenzinitiative. Doch wie profitieren die Studierenden davon? Die fragen sich angesichts überfüllter Hörsäle und knapper Seminarplätze immer wieder: Ist das eine exzellente Universität?</p>
<p>Auf den ersten Blick ist die Exzellenzinitiative eine feine Sache: Sie bringt Bewegung in die Strukturen der Hochschullandschaft und ist eine wahre Jobmaschine: Allein 4057 neue Arbeitsplätze hat sie deutschlandweit seit 2007 geschaffen. Hinzu kommen 220 Professuren und 4000 WissenschaftlerInnen, die durch die Initiative an die Universitäten gekommen sind. Zur Exzellenzinitiative gehören drei Förderlinien: Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und „Zukunftskonzepte zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung“. Die Freie Universität hat in allen drei Förderlinien erfolgreich abgeschnitten und hat zwischen 2007 und 2012 Mittel in Höhe von 108 Millionen Euro erhalten.</p>
<h4>Wen kümmert die Lehre?</h4>
<p>Doch wo viel Licht ist, ist auch Schatten. Denn von dem Geld profitiert keinesfalls die gesamte Universität, sondern nur einzelne Bereiche. Mit dem Geld wird nur eine kleine Gruppe WissenschaftlerInnen gefördert, die der FU internationales Ansehen einbringen. Die 108 Millionen Euro verteilen sich auf drei Exzellenzcluster und fünf Graduiertenschulen. Dort, wo das Geld am meisten gebraucht wird, kommt es nicht an: in der Lehre. Die Inspektoren, die derzeit auf dem Campus unterwegs sind, schauen sich bei ihrem Rundgang weder die vollen Hörsäle an, noch wird die sinkende Anzahl der Professuren bewertet.</p>
<p>Grund dafür ist die Gesetzgebung: Die schreibt vor, dass Lehre Ländersache ist und dass der Bund sich nicht einmischen darf. In die Forschung darf aber weiter investiert werden. Selbst bei der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG), die zusammen mit dem Wissenschaftsrat die Federführung bei der Exzellenzinitiative hat, sieht man das kritisch. „Gelinde gesagt bescheiden“ sei die Situation laut DFG-Sprecherin Beate Konze-Thomas. „Das Hauptproblem ist die schlechte Grundausstattung an vielen deutschen Universitäten.“ Davon sei nicht nur die Lehre, sondern auch die Forschung betroffen. Knappe Forschungsbudgets können allerdings mit Drittmitteln ausgeglichen werden; für die Lehre ist das nicht möglich. Tatsächlich erhöhte sich nach der Teilnahme am Wettbewerb die Drittmitteleinwerbung von 57,1 Millionen Euro im Jahr 2007 auf 96,2 Millionen Euro 2009.</p>
<p>Aber muss die Lehre benachteiligt werden, nur weil sie sich nicht selbst retten kann? Die DFG gibt sich selbstkritisch: Man habe aus den Fehlern der letzten Runde gelernt und stelle die Lehre dieses Mal nicht in den Hintergrund. In den neuen Richtlinien finden sich dennoch nur vage Absichten zu „innovativen Konzepten zur forschungsorientierten Lehre“. So gibt es weiterhin wenige Anreize für die vom Sparzwang geplagte FU, in die Lehre zu investieren. Die FU muss jedes Jahr allein 75 Millionen Euro kürzen, um den Budgetplan einzuhalten. Das schafft unhaltbare Zustände wie am Otto-Suhr-Institut, wo unbezahlte Tutorien gängige Praxis sind.</p>
<p>Die Ungerechtigkeit bleibt also. Schlimmer noch, wenn sich nichts ändert, droht die Exzellenzinitiative die Verhältnisse von Forschung und Lehre zu zementieren. Die Länder müssen sich endlich ihrer Verpflichtung bewusst werden und die Lehre an den Unis ausreichend finanzieren. Aber auch der Bund ist mit Schuld: Er setzt auf Prestigewettbewerb, ohne auf die Defizite der Universitäten Rücksicht zu nehmen. AStA und Fachschaftsinitiativen haben heute und morgen zu Protesten aufgerufen, um diese Umstände zu kritisieren.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2012/01/30/die-ungerechtigkeit-bleibt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Erst die Arbeit, dann…der Master</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2012/01/16/erst-die-arbeit-dann%e2%80%a6der-master/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2012/01/16/erst-die-arbeit-dann%e2%80%a6der-master/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 23:03:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rani.nguyen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=7164</guid>
		<description><![CDATA[Masterplatz-Garantie für alle – dank eines Gerichtsbeschlusses über die Unrechtmäßigkeit des Psychologie-NC an der HU könnte dies bald Realität werden. Rani Nguyen hält davon nichts. Er befürwortet berufliche Praxis als Zugangshürde für den Master.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="_mcePaste"><strong><span style="font-family: Georgia, serif;"></p>
<p></span></strong><span style="color: #000000;"><strong>Masterplatz-Garantie für alle – dank eines Gerichtsbeschlusses über die Unrechtmäßigkeit des Psychologie-NC an der HU könnte dies bald Realität werden. <em>Rani Nguyen</em> hält davon nichts. Er befürwortet berufliche Praxis als Zugangshürde für den Master.</strong></span><a rel="attachment wp-att-7174" href="http://www.furios-campus.de/2012/01/16/erst-die-arbeit-dann%e2%80%a6der-master/moko/"><img class="aligncenter size-full wp-image-7174" title="MoKo" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2012/01/MoKo.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a></p>
</div>
<div id="_mcePaste">
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: .0001pt; line-height: 14.25pt; background: white;">
<p class="MsoNormal">„Masterstudium für alle“ war eine der am häufigsten artikulierten Forderungen in der StuPa-Wahl. Doch was wird da verlangt? Eine Masterplatzgarantie: Das heißt auch 50 auf Boden und Fensterbank zusammengepferchte Studierende, ein Dozent und wöchentliche Referatsmarathons – und das, obwohl hier doch Wissen vertieft werden soll. Laut der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) schließen heute schon drei Viertel aller Absolventen nach dem Bachelor sofort ein Aufbaustudium an. Gäbe es einen Masterplatzanspruch, wären es wohl noch mehr. Eine weitere Erhöhung des Berliner Bildungsetats ist in Anbetracht der allgemeinen Sparpolitik und des bereits um 17 Prozent erhöhten Hochschulbudgets (2006–2010) unwahrscheinlich.</p>
<p class="MsoNormal">Trotzdem ist die Argumentation für einen Anspruch auf einen Masterstudienplatz vielfältig – oftmals aber wenig stichhaltig. Die Annahme, dass mit einem Bachelor weniger verdient wird, stimmt mehrheitlich – allerdings ist der Unterschied gering. Die Gehaltsstudie 2011 der Personalvermittlung <em>alma mater</em> ergab: Bachelor-Absolventen steigen mit durchschnittlich 40.000 Euro bei deutschen Großunternehmen ein, Master-Absolventen mit 42.000 Euro. Bei Kleinunternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern verdienen Bachelor-Absolventen sogar 1000 Euro mehr als Master-Absolventen.  Laut dem <em>Staufenbiel Institut</em>, einem Karrieredienstleister, besteht der Gehaltsunterschied nur anfangs, denn danach steigt der Lohn im Verhältnis zur Leistung – ganz gleich ob Bachelor oder Master.</p>
<p class="MsoNormal">Auch bei der Arbeitsplatzsuche tun sich Bachelor-Absolventen nicht schwerer. Dass sie in etwa genauso schnell Arbeit wie Magister– oder Diplom-Absolventen finden, zeigte eine Studie der Universität Kassel. Die Kampagne „Welcome Bachelor“ der deutschen Wirtschaft bestätigt die gewachsene Akzeptanz des Bachelors.</p>
<p class="MsoNormal">Ein Master bedeutet also nicht automatisch mehr Akzeptanz und Bares. Welches Unternehmen will schon einen Master-Absolventen, der mit theoretischem Wissen glänzt, aber noch keine praktische Erfahrung gesammelt hat? Kritiker führen hier natürlich die Ökonomisierung der Bildung an: „Man lernt ja nicht für die Wirtschaft, sondern für sich selbst!“ Eine plausible Aussage, jedoch bleibt dabei eines unberücksichtigt: Die Hochschule stellt nur eine der verschiedenen Säulen des Lernens dar. Nicht nur im Master-Studium lernt man. Auch soziales Engagement, politische Teilnahme und eigenständiges Lernen führen zu persönlicher Reife – und das sogar weitgehend kostenlos.</p>
<p class="MsoNormal">Was unter Studenten im Alltag ständig geäußert, allerdings in der Debatte kaum eingestanden wird, ist die Unwissenheit, was man mit dem eigenen Leben eigentlich anfangen will. Da scheint der Master optimal, um die Entscheidungsfindung noch zwei weitere Jahre auf die lange Bank zu schieben. Nebenbei hat man noch das Äquivalent zum vermeintlich sicherheitsstiftenden Diplom ergattert – und die Solidargemeinschaft etwa 20.000 Euro gekostet. Studierende, die einfach mal einen Master machen, weil sie nicht wissen, was sie sonst machen sollen, kosten aber nicht nur Geld. Sie beeinträchtigen auch das Studium für jene, die nicht bloß zum Zeitvertreib an der Uni bleiben.</p>
<p class="MsoNormal">Deswegen sollte der garantierte Übergang ausschließlich bestimmten Berufsgruppen wie Forschern oder Lehrern vorbehalten sein: Für sie ist das weitere Studium nämlich Bedingung für eine spätere Berufspraxis. Aber wie prüfen, ob jemand tatsächlich in die Forschung gehen will? In den USA ist es zum Beispiel vielerorts üblich, künftige Forscher und Wissenschaftler nur dann für ein postgraduales Studium zuzulassen, wenn sie nicht nur den Master, sondern auch gleich den Doktor machen.</p>
<p class="MsoNormal">Um den Master nicht zum Auffangbecken für Unentschlossene verkommen zu lassen, ist es sinnvoll, Berufserfahrung zur Voraussetzung für den MA-Zugang zu machen. Während der Auseinandersetzung mit der Arbeitswelt nach dem Bachelor lassen sich berufliche Perspektiven und Interessen identifizieren. Im anschließenden Master kann dann Praxis mit vertiefter Theorie verbunden werden, so wie es bei MBA-Programmen bereits der Fall ist. An der FU existiert beispielsweise der Executive Master of Business Marketing, der nur mit dreijähriger Berufserfahrung zugänglich ist. Ein weiterer Vorteil des obligatorischen Berufseinstiegs: Einige Bachelor-Absolventen werden erkennen, dass sie doch keinen Master machen wollen.</p>
<p class="MsoNormal">Anstatt darauf zu pochen, allen ein Master-Studium zu garantieren, sollte der Fokus vielmehr darauf liegen, die Floskel Chancengleichheit beim Wort zu nehmen und möglichst Vielen ein Studium überhaupt zu ermöglichen. Aufgrund doppelter Abiturjahrgänge und aussetzender Wehrpflicht hatte Deutschland im Jahr 2011 eine Studienanfängerquote von sensationellen 55 Prozent (+ 10%). Selbst diese situationsbedingte Zahl liegt unter dem OECD-Durchschnitt. Bis Deutschland den Spitzenreitern Norwegen (77 Prozent), Polen (85 Prozent) oder gar Australien (94 Prozent) das Wasser reichen kann, ist es noch ein weiter Weg.</p>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2012/01/16/erst-die-arbeit-dann%e2%80%a6der-master/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Humboldt vermauert</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2011/12/12/humboldt-vermauert/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2011/12/12/humboldt-vermauert/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 23:01:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>vincent.novak</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=6526</guid>
		<description><![CDATA[Rot-Schwarz behindert mit seinem Koalitionsgeschacher nicht nur die Berliner Wissenschaftslandschaft, sondern liefert sie mit der neuen Ressortaufteilung nebenbei der Privatwirtschaft aus. Ein Kommentar von Matthias Bolsinger.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Rot-Schwarz behindert mit seinem Koalitionsgeschacher nicht nur die Berliner Wissenschaftslandschaft, sondern liefert sie mit der neuen Ressortaufteilung nebenbei der Privatwirtschaft aus. Ein Kommentar von <em>Matthias Bolsinger</em>.</strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong><a rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"><img class="alignnone size-full wp-image-4377" title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2011/01/montagskommentar.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a></strong></p>
<p style="text-align: left;">Wilhelm von Humboldt würde sich im Grabe umdrehen: Berlin tritt sein Bildungsideal mit Füßen. Wissenschaft funktioniert als Einheit von Forschung und Lehre – das war die Vorstellung Humboldts, die die Universitäten auf der ganzen Welt prägte. Ausgerechnet in seiner Heimat jedoch nimmt es die Politik damit nicht ganz so genau.</p>
<p style="text-align: left;">Wissenschaft und Forschung wurden im neuen rot-schwarzen Senat auf verschiedene Ressorts aufgeteilt. Die Sozialdemokraten bestimmen in der kommenden Legislaturperiode über das Ressort „Bildung und Wissenschaft“ und somit unter anderem über die Berliner Hochschulen und die Charité. Die CDU erhielt das Ressort für Wirtschaft, Technologie und Forschung. Darunter fallen die außeruniversitären Institute. Statt der Trennung von Bildung und Wissenschaft, die von allen Seiten für sinnvoll erachtet wurde, wird jetzt eine Mauer zwischen Forschung und Wissenschaft hochgezogen.</p>
<p style="text-align: left;">Doch das humboldtsche Ideal fiel dem schnöden Koalitionsgeschacher zum Opfer. Alles lief Sturm gegen die neue Aufteilung der Ressorts. Die Präsidenten der Universitäten sorgen sich nicht nur um die Exzellenz ihrer Universitäten, sondern schaudern ebenso vor der zu erwartenden wuchernden Bürokratie. Der Grenzwall zwischen universitärer und außeruniversitärer Forschung wird höher, zudem werden auf das Personal der Bildungseinrichtungen in Zukunft absurde Amtsgänge zukommen: Ein außeruniversitärer Wissenschaftler mag zwar auf demselben Gebiet wie seine Kollegin von der Universität forschen, muss aber auf ein anderes Amt. Eine effektive Forschungskooperation und –kommunikation: zugemörtelt.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Roter Teppich für die Fremdbestimmung</strong></p>
<p style="text-align: left;">Schlimm genug, dass der Senat so die wissenschaftliche Qualität beschneidet. Das Koalitionssüppchen hat aber darüber hinaus noch einen ganz bitteren Nachgeschmack: Forschung steht nun ganz offiziell unter neuem Label. Statt ihn beispielsweise mit der Kultur unter einem neuen Ressort zu vereinen – was als Alternative durchaus im Raum stand – muss sich der Erkenntnisdrang der Verwertungslogik der Ökonomie unterordnen. Statt universitärer und außeruniversitärer Forschung befruchten sich nun Wirtschaft und Wissenschaft. Letzterer wird das nicht gut tun.</p>
<p style="text-align: left;">In einem gemeinsamen Brief an SPD und CDU klagte zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Berliner Wissenschaft, durch die Zusammenlegung von Forschung und Wirtschaft in einem gemeinsamen Ressort dränge die „direkte wirtschaftliche Umsetzbarkeit von Forschungsergebnissen die Bedeutung der gerade in Berlin breit aufgestellten und sehr erfolgreichen Grundlagenforschung in den Hintergrund“. Im Klartext: Diktierten bisher ohnehin schon zum größten Teil wirtschaftliche Interessen, was und wie in der Spitze geforscht wird, wird dem privaten Sektor nun der rote Teppich zu weiterer Industrieforschung ausgerollt.</p>
<p style="text-align: left;">Das scheint die Verantwortlichen abseits ihrer formalen Bedenken indes kaum zu kümmern. Im April warb FU-Präsident Peter-André Alt selbst für die Senats-Ehe von Wissenschaft und Wirtschaft, die doch so viel voneinander lernen könnten. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit behauptete, die Forschung würde ohnehin immer die Nähe zur Wirtschaft suchen – und verwechselt dabei Ursache und Wirkung. Mit der Bologna-Reform stieß die Politik die Wissenschaft in Richtung Wirtschaft. Jetzt liefert  Rot-Schwarz mit der Forschung eine Hälfte des humboldtschen<a href="#_msocom_5"></a> Bildungstandems der Fremdbestimmung in die Arme.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2011/12/12/humboldt-vermauert/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Post vom Präsidenten</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2011/12/05/post-vom-prasidenten/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2011/12/05/post-vom-prasidenten/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 05 Dec 2011 18:22:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hendrik.pauli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=6469</guid>
		<description><![CDATA[Peter-André Alt rechtfertigt in einem Rundbrief sein resolutes Vorgehen gegen die Besetzer des Seminarzentrums und zeigt sich versöhnlich. Eine schöne Gelegenheit, neu über Bildungsprotest nachzudenken, findet Hendrik Pauli.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Peter-André Alt rechtfertigt in einem Rundbrief sein resolutes Vorgehen gegen die Besetzer des Seminarzentrums und zeigt sich versöhnlich. Eine schöne Gelegenheit, neu über Bildungsprotest nachzudenken, findet <em>Hendrik Pauli</em>.</strong></p>
<p><a rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"><img class="alignnone size-full wp-image-4377" title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2011/01/montagskommentar.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a></p>
<p>Nein, da haben wir uns nicht verguckt, als wir am vergangenen Donnerstag eine Email von unserem Präsidenten im Posteingang entdeckt hatten. Üblicherweise nutzt der Präsident diesen Kanal für allerlei Newsletterartiges: für das fällige Grußwort zum Semesterbeginn oder den Hinweis auf den neuen Internetauftritt der Uni. Das ist liebenswert, aber in der Regel uninteressant.</p>
<p>Dass sich Alt nun zur polizeilichen Räumung des Seminarzentrums äußert und damit auf Vorgänge jenseits seiner Schreibtischkante reagiert, ist also bemerkenswert. Im Anschluss an die studentische Vollversammlung am 16. November hatten etwa 60 Personen der „Occupy FU“-Bewegung das Seminarzentrum in der Silberlaube besetzt. Nachdem das Präsidium zu verstehen gegeben hatte, dass es diese Art des Protests nicht dulden würde, hatte Alt in den späten Abendstunden das Hausrecht durch eine Hundertschaft der Berliner Polizei durchsetzen lassen. Damit blieb dem FU-Raummanagement Ärger erspart und den Besetzern der Kater nach ihrem anarchischen Protest-Happening. Die Bilder der monatelang dahinsiechenden Hörsaal-Besetzung 2009/10 sind den meisten noch in guter Erinnerung.</p>
<h4>Prima Recycling</h4>
<p>Nach „FU brennt“ vor zwei Jahren ist  „Occupy FU“ der nächste Aufguss des studentischen Wutbürgers. So lässt sich auch der Forderungskatalog vom letzten Mal prima recyceln und in etwa auf folgenden Nenner bringen: Alles für alle und alles umsonst, solange man will. Das soll dann auf eine Art Revolution des Bildungssystems hinauslaufen.</p>
<p>Der Anblick brustbepanzerter Uniformträger an einem Ort des Geistes ist selbstverständlich verstörend. Dass es bei polizeilichen Zwangsmaßnahmen auch mal etwas robuster zugeht, liegt in der Natur der Sache; dass sich die Delinquenten im Nachgang darüber empören, ebenfalls. Der Präsident stellt sich in seinem Rundbrief der Empörung; das zeugt von Format. Bei der Gelegenheit erneuert er ausdrücklich das Dialogangebot, das er seinen Kritikern bereits zu seinem Amtsantritt gemacht hatte. Das ist gut und sollte ermuntern, es wahrzunehmen.</p>
<h4>Gesalbter Appell</h4>
<p>Alts Appell, die Universität als <em>communitas</em>, als Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden zu verstehen, klingt zwar gesalbt, ist aber im Kern pragmatisch: Er nimmt seine Kritiker in die Verantwortung und bittet zu sachlicher Auseinandersetzung. Doch wessen Zorn sich nicht nur gegen den vermeintlichen Ausverkauf der Uni richtet, sondern gleich auch gegen Bankenkriegemieterhöhung, bei dem wird die Botschaft ungehört verhallen. Der neuerliche Aufruf, sich konstruktiv einzubringen, löst zwar noch kein einziges Problem. Doch der Ton, den Alt damit setzt, ist für die Auseinandersetzung mit Missständen hilfreicher als jeder auf Systemkritik gebürstete Besetzungs-Flashmob.</p>
<p>So taugen die als kreative Protestform verbrämten Übersprungshandlungen lediglich als Beispiel, wie man es in Zukunft nicht mehr machen sollte. Sie können zu innovativen, weniger krawalligen Protestansätzen anspornen. Wenn man beispielsweise ernsthaft militärische Forschung vom Campus verbannen will, warum dann nicht als singuläre Kampagne über mehrere Jahre, als spezialisierte Lobby-Gruppe, die ihr Thema kontinuierlich zu platzieren vermag?</p>
<p>Protest und Widerspruch sind das Privileg der Jugend. Zeigten sie sich demnächst mal in einem unverbrauchten Gewand, wäre das ein Fortschritt für die politische Kultur an der FU. Damit hätte der Besetzungsversuch samt nachfolgendem Polizeieinsatz zur Abwechslung etwas erreicht.</p>
<p><a href="http://www.furios-campus.de/2011/11/30/in-ungnade-gefallen/"><em>Selbes Thema, andere Meinung: Kommentar von Max Krause vom 30.11.2011</em></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2011/12/05/post-vom-prasidenten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>(K)ein Grund zum Feiern</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2011/11/06/kein-grund-zum-feiern/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2011/11/06/kein-grund-zum-feiern/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 06 Nov 2011 13:49:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>interfilip</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=6335</guid>
		<description><![CDATA[Das Semesterticket wird fortgeführt. Doch statt damit zu gewinnen, manövriert sich die Berliner Studierendenschaft letztlich nur in weitere Macht- und Hilflosigkeit, meint Matthias Bolsinger.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a style="font-style: italic; font-weight: bold;" rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"><img class="alignnone size-medium wp-image-4377" title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2011/01/montagskommentar-300x183.jpg" alt="" width="300" height="183" /></a></p>
<p><strong>Das Semesterticket wird fortgeführt. Doch statt damit zu gewinnen, manövriert sich die Berliner Studierendenschaft letztlich nur in weitere Macht– und Hilflosigkeit, meint </strong><em>Matthias Bolsinger.</em></p>
<div id="_mcePaste">
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">Die gute Nachricht zuerst: Auch in Zukunft dürfen die Studierenden der Freien Universität mit dem Semesterticket durch Berlin tingeln. Die Urabstimmung ergab ein klares Ja (96,5%; Wahlbeteiligung: 27%). Der aktuelle Vertrag der Studierendenschaft der FU mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), der in diesem Wintersemester ausläuft, wird bis zum <a>Wintersemester </a>2014/15 fortgeführt. In der Rückmeldung zum folgenden Semester ist das Ticket gleich mit enthalten. Das erspart den FU-Studierenden nicht nur einen Mehraufwand, sondern auch Geld (alleine 91 Euro würde das VBB-Umweltticket kosten – im Monat). Ein Grund zum Feiern?</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">Die schlechte Nachricht: Der VBB verteilen keine Geschenke. Bis zum Sommersemester 2014 steigt der Preis fürs Semesterticket von derzeit 168 bis auf 179,40 Euro.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">Die noch schlechtere Nachricht: Wieder einmal muss sich die Berliner Studierendenschaft der Monopolmacht des Verkehrsverbundes beugen. Während die Preissteigerungen um wenige Prozentpunkte wie der stete Tropfen den Widerstand nur allmählich aushöhlen, entblößt die größere Perspektive die Hilflosigkeit der Studierenden. Nach einem Sommersemester ohne Ticket nahm man Ende 2005 dann doch das Angebot des VBB über 141 Euro an. Noch vor nur sieben Jahren war ein Semesterticketpreis von 109 Euro für die Verkehrsbetriebe wohl noch rentabel – und für die Gegenseite locker bezahlbar.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">Hilflos ist die Studierendenschaft einerseits durch die mangelnde Unterstützung des Senats, andererseits durch die Monopolstellung des VBB. Die Politik denkt nicht einmal daran, den Berliner ASten bei den Verhandlungen unter die Arme zu greifen. In Potsdam sieht das schon anders aus, das Land hilft dort eben mit. Die Folge ist ein günstigeres Semesterticket, das sowohl für Brandenburg als auch Berlin gilt.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><strong>Ein Sieg? Ein Witz!</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">Der Berliner Verkehrsmonopolist hätte ein Nein, einen Tritt in den Hintern mehr als verdient. Spätestens wenn nach der ersten Schneeflocke die S-Bahnen wieder kränkeln, wird einem fröstelnd klar werden, dass der konstanten Preissteigerung kein verbesserter Service entgegensteht. Nicht einmal außerhalb des ABC-Bereiches gilt das Ticket, was das Mindeste an Entgegenkommen wäre. Über dieses Upgrade wurde beispielsweise an der HU abgestimmt. Für diese Option zu stimmen, bringt aber nur einer Minderheit der Studierenden etwas. Klar, bei dann verbindlichen 42 Euro mehr für die Brandenburg-Option für jeden HU-Studierenden hört bei den meisten studentischen Geldbeuteln auch jedwede Solidarität auf. Ein Aufpreis, an dem der VBB weiter verdienen wird.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">Doch ein Nein war keine reale Alternative, zu teuer wäre der Kauf von Monatstickets. Keine Chance, kein Aufbegehren. Die Politik hat die Berliner Studierenden allein gelassen, der VBB kommt erneut mit anmaßend-willkürlicher Preisgestaltung durch und werden weiterhin in regelmäßigem Abstand den Wehrlosen in Desperado-Manier den Revolver an die Brust halten – „Mehr Geld oder noch mehr Geld!“ Das Ja der Urabstimmung ist pragmatisch. Und trotzdem kann kein noch so eindeutiges Ergebnis ein Sieg sein, sondern nur die nächste hilflose Kapitulationsurkunde. Das Semesterticket mag gerettet sein, die von ihm Abhängigen sind verloren. Man kann der an materielle Sachzwänge gefesselten Studierendenschaft keinen Vorwurf machen. Aber einen Grund zum Feiern gibt es nicht.</p>
</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2011/11/06/kein-grund-zum-feiern/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Alle Jahre wieder</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2011/10/31/alle-jahre-wieder-2/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2011/10/31/alle-jahre-wieder-2/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 13:21:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>valerie.schoenian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=6314</guid>
		<description><![CDATA[Die Schlange vor dem Festsaal Kreuzberg bei der Semesterauftaktparty vergangenen Donnerstag war geeignet, eine Massenpanik auszulösen – nicht zum ersten Mal. Von Valerie Schönian]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Die Schlange vor dem Festsaal Kreuzberg bei der Semesterauftaktparty vergangenen Donnerstag war geeignet, eine Massenpanik auszulösen – nicht zum ersten Mal. Von Valerie Schönian</strong></em></p>
<p><a rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"><img class="alignnone size-full wp-image-4377" title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2011/01/montagskommentar.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a></p>
<p>Vergangenen Donnerstag fand die traditionelle Semesterauftaktparty der FU-Fachschaftskoordination im Festsaal Kreuzberg statt. Wer hineinwollte, dem verging die Feierlaune jedoch erst einmal. Um 22 Uhr war die Schlange von feierfreudigen FU-Studierenden schon so lang, dass ihr Ende kaum noch auszumachen war. Irgendwann zwischen 23 und 24 Uhr ging vor dem Festsaal Kreuzberg dann nichts mehr. Mit Mühe wurde der Eingang mit einem Gitter versperrt. Doch die Leute drückten weiter.</p>
<p>Der Punkt, an dem es einfach zu viel wurde, kam schleichend, aber irgendwann war er erreicht. Ein Absperrgitter, das zwar mit fünf Metern viel zu kurz war, anfangs jedoch wenigstens noch vom Eingang wegführte und die Feierwütigen dazu zwang, so etwas wie eine Schlange zu bilden, verschwand in der Menge und plötzlich kamen die Leute von allen Seiten. Die, die seit Stunden anstanden, schubsten von rechts und die anderen von links. Alle in Richtung Eingang, in der abwegigen Hoffnung, gerade sie würden vielleicht noch reinkommen. Die Masse wogte in alle Richtungen. Wer nicht wollte, wurde einfach mitgezogen.</p>
<p>Es ist eigentlich eine schöne Idee, das neue Semester mit einer Party einzuleiten. Aber was am letzten Donnerstag passiert ist, war nicht mehr feierlich. An der Freien Universität studieren weit über 30 000 Menschen, dazu kommen zahlreiche Studierende anderer Hochschulen Berlins. Jeder war theoretisch eingeladen. Natürlich kommen nicht annähernd alle von ihnen zur Semesterauftaktsparty der FU. Aber schon der Versuch, auch nur einen Bruchteil davon in den Festsaal Kreuzberg zu bekommen, ist irrwitzig. Der Saal war ursprünglich für Hochzeiten gedacht. Es ist daher kaum überraschend, dass die Semester-Eröffnungsparties im Festsaal Kreuzberg seit Jahren gnadenlos überfüllt sind. Trotzdem bleibt es immer beim selben Veranstaltungsort.</p>
<p><strong>Keine Alternative?</strong></p>
<p>Wenn es aus irgendwelchen Gründen keine Alternative gibt, muss man sich eben arrangieren. Aber gerade dann ist es doch notwendig, den Einlass besser zu organisieren. Die drei oder vier Sicherheitsleute, die sich im Eingangsbereich aufhielten, konnten kaum mehr ausrichten als das Tor zu schließen und in die Menge zu brüllen. Selbst das passierte zu einem Zeitpunkt, als die Veranstaltung schon hoffnungslos überfüllt war. Viel zu spät schrie jemand von den Veranstaltern in die betrunkene Horde hinaus, dass nicht mehr eingelassen werde und alle einen Schritt zurück gehen müssten. Viel mehr konnten sie auch nicht tun. Denn raus kam selbstverständlich auch niemand mehr. Es ging so weit, dass  irgendwann die Polizei kam und die Schlange auflöste.</p>
<p>Man hätte dafür sorgen müssen, dass der Zaun stehen bleibt und sich eine vernünftige Schlange bildet. Es verlangt ja niemand, dass alle in Zweierreihen händchenhaltend hintereinander anstehen. Aber es muss doch möglich sein, dafür zu sorgen, dass die Massen nicht plötzlich von allen Seiten auf einen zwei Meter breiten Eingang zudrängen.</p>
<p>Weshalb so viele trotz geschlossener Türen ausharrten und nach vorne drängten, obwohl es da einfach nicht mehr weiter ging, muss ebenfalls ein Rätsel bleiben. Immer wieder versuchten einige lauthals, den Hinteren das Sackgassenprinzip verständlich zu machen und sie zu bitten, doch etwas zurück zu gehen. Nett gemeint, aber darauf reagiert in so einer Situation natürlich niemand. In die zwei Zentimeter, die man zurückweicht, könnte sich ja jemand anders drängeln. Auch bei Studierenden läuft es offensichtlich getreu dem Motto: Alkohol rein, Gehirn aus.</p>
<p>Ob das Chaos nur von vereinzelten Personen ausging oder nicht – die Masse macht’s eben. Das mag eine traurige Erkenntnis sein, doch bei so einer Veranstaltung muss damit gerechnet werden. Das nächste Mal sollte man vielleicht einfach einen größeren Raum mieten oder zwei, drei Sicherheitskräfte mehr engagieren. Damit es nicht heißt, alle Jahre wieder.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2011/10/31/alle-jahre-wieder-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Szene ist tot, es lebe die Szene</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2011/10/24/die-szene-ist-tot-es-lebe-die-szene/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2011/10/24/die-szene-ist-tot-es-lebe-die-szene/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 Oct 2011 12:26:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hendrik.pauli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=6287</guid>
		<description><![CDATA[In ganz Deutschland glaubt man an ein Berlin, das es so nicht mehr gibt. Besonders für Erstsemester ist dies Quell großer Verwirrungen. Von Julian Niklas Pohl.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In ganz Deutschland glaubt man an ein Berlin, das es so nicht mehr gibt. Besonders für Erstsemester ist dies Quell großer Verwirrungen. Von <em>Julian Niklas Pohl</em>. </strong></p>
<p><a rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"><img class="alignnone size-full wp-image-4377" title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2011/01/montagskommentar.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a></p>
<p>Eine erste Woche als Student an der Freien Universität ist ein Sprung ins kalte Wasser des Universitätsalltags. Bohrende Fragen wie „Was mache ich hier?“ und „Wer bin ich?“ und „Wie bloß funktioniert das alles?“ drohen einem die Luft aus den Lungen zu pressen. Ein Tauchgang in die Untiefen des Uniwissens.</p>
<p>Wer sich zudem stundenlang damit beschäftigt, wie er sich am besten inszenieren kann, für den ist das schlimmste Szenario wohl folgendes: ein gut gefüllter Seminarraum, der Dozent rollt eben den Semesterplan auf und die versammelten Dritt– und Fünftsemester sind innerlich noch nicht ganz aufgestanden, als plötzlich der modebewusste Neuling den Raum betritt.</p>
<p>Mit dem Selbstverständnis von monatelang aufgebautem Understatement streift er das lange Deckhaar seines Undercuts zurück, glotzt quer durch die massiven Gläser seiner Hornbrille in die Mitte des Raumes hinein. Seine Röhrenjeans verzerren sich gestresst als er sich niederlässt. Er platziert seinen Jutebeutel neben den Stuhl auf den Boden und pult aus dem Inneren seiner Lederjacke eine Flasche Club Mate hervor, stellt sie auf den Tisch, trinkt aber nicht. Der Hipster ist angekommen. Und jeder in diesem Raum weiß: da ist Jemand neu in Berlin.</p>
<h4>Von Delmenhorst nach Kreuzberg</h4>
<p>Wie jedes Jahr sind wieder Tausende Berlinfrischlinge in die Stadt gekommen, mit einem Bild von einer Szene, die gar nicht mehr existiert. Für den Hipster ein schweres Schicksal. War sein Hipsterdasein in Koblenz, Stuttgart oder Delmenhorst mit natürlicher Authentizität behaftet, so muss es in der Hauptstadt schon etwas mehr sein. Mit einer analogen Kamera im Anschlag durch Kreuzberg gewandelt zu sein, einen Fotoblog<em> </em>mit überbelichteten Bildern aus Göteborg zu betreiben und mit Sicherheit zu wissen, was der „Görli“ ist: So mag er überall das Alphatier der lokalen Jugendbewegung sein, doch in seiner neuen Heimat ist er eine Metastase der breiten Masse.</p>
<p>Berlin schreibt vor, was cool ist und der Rest von Deutschland folgt artig, doch um Jahre verzögert. Während Club Mate mehr und mehr zum Mainstream-Gesöff wird und es sich auf keiner ernst gemeinten illegalen Party in Schöneberg oder Friedrichshain mehr findet, fangen die  ausgesuchtesten Clubs in Köln und Leipzig grade erst mit dem Verkauf an. Gilt „Alle Farben“ in Aachen und Bremen nur unter Kennern als die neuste Offenbarung der elektronischen Musik, so geht ein echter Berliner nicht mehr hin, wenn „Alle Farben“ auflegt. Zu touristisch. Nur Spanier und Israelis da. Und eben die aus der Provinz.</p>
<h4>Die Ideologie des V-Auschnitts</h4>
<p>So steht dann der eingeschüchterte Ersti mitten in einer großen fremden Stadt, und merkt nun, wie sein Bild der Berliner Szene innerhalb von wenigen Augenblicken zu Staub zerfällt. Kann er so weitermachen wie bisher? Stand er nicht noch vor wenigen Tagen in der Dorfdisko herum, mit seinem Second-hand-Strickpulli und dieser Aura von Großstadt und Gleichgültigkeit? Sagte nicht sein Interesse an Kunst und Design, sein Freundeskreis, der aus Selbstmachern und Querdenkern besteht, kurz sein gesamtes C<em>reative potential</em> so viel mehr über ihn aus, als die Kategorien, in denen die große breite Masse denkt? War nicht schon sein riesiger V-Ausschnitt und das regelmäßige Kiffen ein Verweis auf sein individuelles Weltbild?</p>
<p>„Illusionen und Selbstbetrug!“ schreit Berlin die Antwort. Das, was du dir in deinem heimischen Kämmerchen auf ewig gestrigen Modeblogs an Charaktermasse zusammengeklaut hast, pfeifen hier schon längst nicht mehr alle Spatzen von allen Dächern. Deine Szene gibt es nicht. Berlin wird dir immer um drei Schritte voraus sein. Es lebe die Szene.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2011/10/24/die-szene-ist-tot-es-lebe-die-szene/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Keine Leere am OSI</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2011/07/11/keine-leere-am-osi/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2011/07/11/keine-leere-am-osi/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 Jul 2011 22:13:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hendrik.pauli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=6155</guid>
		<description><![CDATA[Mit dem neuen Berliner Hochschulgesetz dürfen keine unbezahlten Lehraufträge mehr vergeben werden. Damit der Lehrbetrieb nicht zusammenbricht macht man am Otto-Suhr-Institut nun Schulden. Von Charlotte Johann.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit dem neuen Berliner Hochschulgesetz dürfen keine unbezahlten Lehraufträge mehr vergeben werden. Damit der Lehrbetrieb nicht zusammenbricht macht man am Otto-Suhr-Institut nun Schulden. Von <em>Charlotte Johann</em>.</strong></p>
<p><a rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"><img class="alignnone size-full wp-image-4377" title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2011/01/montagskommentar.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a><a rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"></a></p>
<p>Es ist nichts Neues im Berliner Hochschulbetrieb, dass Verbesserungen an der einen Stelle Verschlechterung an der anderen bedeuten. Die Exzellenzinitiative hat uns das gezeigt, genauso die Novellierung des Berliner Hochschulgesetzes (BerlHG). Ein wenig erinnert die voranschreitende Schöpfung der wirtschaftlich effizienten Universität an die griechische Sage von König Midas, dem ein Gott die Fähigkeit verlieh, alles, was er berührte, in Gold zu verwandeln. An Ende verhungerte er.</p>
<p>Die schlecht oder gar nicht bezahlten Lehrbeauftragten sind neben den Studenten die Hauptverlierer der Sparmaßnahmen an deutschen Hochschulen. Die Situation der Politikwissenschaftler am Otto-Suhr-Institut (OSI) war dabei bisher ein besonders katastrophales Beispiel für die zunehmende Prekarisierung im akademischen Betrieb.  In jedem Semester blieben 50 bis 60% der Lehraufträge unbezahlt.</p>
<p>Die im Mai verabschiedete BerlHG-Novelle verpflichtet die Universitäten nun, nur noch bezahlte Lehraufträge zu vergeben. Nachdem das Präsidium zusätzliche Mittel für die Lehre verweigert hatte, musste der Institutsrat entscheiden: die Lehre auf ein nicht mehr vertretbares Maß reduzieren oder ein Angebot verabschieden, dass das Institut nicht bezahlen kann. Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiter, sonstige Mitarbeiter und Professoren entschieden sich einstimmig für Letzteres. Der Weg ist riskant, denn das Institut wird im nächsten Semester große rote Zahlen schreiben. Und es wird  sich damit im Fachbereich, im Präsidium und im Senat damit keine Freunde machen. Denn irgendjemand wird am Ende des Semesters die Schulden ausgleichen müssen.</p>
<p>Dennoch: Die Entscheidung des Gremiums ist richtig. Wegen der doppelten Abiturjahrgänge und der Abschaffung der Wehrpflicht wird das Institut im Herbst mehr Studenten aufnehmen müssen als in den vergangenen Jahren. Dabei würde das Lehrangebot, dass das Institut finanzieren könnte, nicht einmal ausreichen, um die höheren Fachsemester zu versorgen.</p>
<p>Es stellt sich die Frage, ob eine noch kurzsichtigere Bildungspolitik von Zöllner und Co überhaupt möglich ist. Offenbar hatte man die nächstliegenden Folgen des neuen Gesetzes übersehen. Dass aus unbezahlten nun bezahlte Lehraufträge werden würden – für die wiederum kein Geld da ist. Wenn das nicht einiges über Kenntnis der Senatsverwaltung über den Lehrbetrieb ihrer Unis aussagt. Das Universitätspräsidium mag sich damit herausreden, dass es gegen das trotz Widerstand von Zöllner durchgedrückte Gesetz nichts ausrichten kann. In seiner Stellungnahme zum Berliner Hochschulgesetz wird jedoch die Unmöglichkeit, unbezahlte Lehre ohne zusätzliche Mittel bezahlbar zu machen, mit keinem Wort erwähnt.</p>
<p>Der Institutsrat des Otto-Suhr-Instituts hat über alle üblichen Grabenkämpfe zwischen Professoren und Studierenden hinweg bemerkenswerte Entschluss– und Konsensfähigkeit bewiesen. Senat und Präsidium sollten dem Institut seine Finanzierungsstrategie durchgehen lassen. Alles andere wäre ein weiterer Schritt hin zum Hungertod des Berliner Hochschulsystems.</p>
<p>Und wenn wir eines aus der Rhetorik der deutschen Wirtschaftspolitiker während der Finanzkrise gelernt haben, dann ist es doch dieses: Wenn die einzige Alternative der Systemzusammenbruch ist, ist Schulden machen ein Muss.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2011/07/11/keine-leere-am-osi/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Student als Stichprobe</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2011/06/20/der-student-als-stichprobe/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2011/06/20/der-student-als-stichprobe/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 20 Jun 2011 16:00:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hendrik.pauli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=5982</guid>
		<description><![CDATA[Wieder einmal durften Studierende in einer Umfrage ihre Meinung zum Studium abgeben. Die Autoren der Studie nennen die Ergebnisse „überraschend und alarmierend zugleich“. Ein Kommentar von Max Krause.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wieder einmal durften Studierende in einer Umfrage ihre Meinung zum Studium abgeben. Die Autoren der Studie nennen die Ergebnisse „überraschend und alarmierend zugleich“. Ein Kommentar von Max Krause.</strong></p>
<p><a rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"><img class="alignnone size-full wp-image-4377" title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2011/01/montagskommentar.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a></p>
<p>Alle paar Monate passiert es wieder: Die Ergebnisse einer Umfrage werden vorgestellt, die der Frage nachgehen sollte, wie zufrieden Studierenden mit ihren Studienbedingungen sind. Die Erkenntnisse sind, ob der Vielschichtigkeit des Untersuchungsgegenstands, nie eindeutig. Zumeist sehen sich sowohl die zuständigen Politiker, als auch ihre Kritiker in ihrem Kurs bestätigt. Nach kurzer Aufregung legt sich der Staub – bis zur nächsten Studie.</p>
<p>Diesmal ist es das renommierte Allensbach-Institut, das die Studie durchgeführt hat. Auch diesmal sind die Ergebnisse zugleich „überraschend“ und „besorgniserregend“. Befragt wurden knapp 3000 Studierende aus ganz Deutschland. Das angeblich überraschende Ergebnis: Die Studierenden sind mit den Studienbedingungen im Großen und Ganzen zufrieden. Tatsächlich ist das kein Wunder, schließlich wird, wer unzufrieden mit seinem Studium ist, dieses in vielen Fällen auch abbrechen. Studienabbrecher wurden allerdings nicht befragt. Das ist ein bisschen so, als würde man nur CDU-Mitglieder nach ihrer Zufriedenheit mit der CDU fragen – zwar auch interessant, aber nicht zu verallgemeinern.</p>
<p>Spannender sind da doch andere Ergebnisse der Umfrage: So erwarten über 40 Prozent der Befragten eine Verschlechterung der Studienbedingungen in den nächsten Jahren. Das sollte sich die Politik als Alarmsignal nehmen, anstatt darauf zu verweisen, dass die meisten schon recht zufrieden seien. Als Verbesserungsmaßnahmen werden von den Befragten vor allem die Abschaffung der Studiengebühren und die Erhöhung des Universitätsbudgets genannt. Auch diese Vorschläge sind hinlänglich bekannt.</p>
<p>Außerdem untersucht die Studie ausführlich die Meinung der Studierenden zu Stipendien. Das dürfte vor allem für deren Initiator, das Reemstma Begabtenförderungswerk, interessant sein. Was herausgekommen ist, wundert wohl keinen Studenten, der sich schon einmal um ein Stipendium bemüht hat: Es ist schwierig, an Informationen zu kommen, und die Hemmschwelle, eine Bewerbung einzureichen, ist hoch. </p>
<p>Eine besondere Gefahr sehen die Meinungsforscher darin, dass viele Studierende – gerade die mit besseren Leistungen – nach dem Studium im Ausland arbeiten wollen; befürchtet wird die Abwanderung von Fachkräften. Man möchte ihnen zurufen: Das ist das Ergebnis, wenn man uns jahrelang erzählt, ein Lebenslauf ohne Auslandsaufenthalt sei nichts wert. Deutschland wird nicht untergehen, weil ein paar kluge Köpfe mal etwas von der Welt sehen wollen. Beunruhigend sind vielmehr die Gründe, warum die Studenten ins Ausland wollen: Ganz oben stehen bessere Karriereaussichten. In der Auslandserfahrung vor allem an Sprungbrett für die eigenen Karriere sehen – eine traurige Einstellung.</p>
<p> Was haben wir also gelernt? Wenig, was wir uns nicht schon gedacht hätten: Das Bologna-Chaos lässt langsam nach, die Studenten fühlen sich einigermaßen wohl an deutschen Hochschulen, machen aber vom Angebot weltweiter Bildungsmobilität gerne Gebrauch. Dann können wir uns wieder anderen Dingen zuwenden – bis zur nächsten Umfrage.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2011/06/20/der-student-als-stichprobe/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mit unfreundlicher Unterstützung</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2011/06/13/mit-unfreundlicher-unterstutzung/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2011/06/13/mit-unfreundlicher-unterstutzung/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 13 Jun 2011 21:59:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hendrik.pauli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=5967</guid>
		<description><![CDATA[Unternehmensfinanzierte Forschung ist nicht pauschal schlecht. Doch wo durch Geldgeber Ergebnisse gekauft oder zensiert werden, sollte man sich fragen: Ist das noch Wissenschaft? Ein Kommentar von Rebecca Ciesielski.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unternehmensfinanzierte Forschung ist nicht pauschal schlecht. Doch wo durch Geldgeber Ergebnisse gekauft oder zensiert werden, sollte man sich fragen: Ist das noch Wissenschaft? Ein Kommentar von <em>Rebecca Ciesielski</em>.</strong></p>
<p><a rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"><img class="alignnone size-full wp-image-4377" title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2011/01/montagskommentar.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a></p>
<p>Hätten die Studierenden der Technischen Universität und der Humboldt Universität vor einigen Wochen in den Unifluren ein überdimensioniertes Josef-Ackermann-Konterfei entdeckt, dann hätte es sich hierbei wahrscheinlich nicht um einen gesellschaftskritischen Scherz gehandelt. In diesem Fall wäre es nur eine weitere Absurdität, resultierend aus der Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Bank und den beiden Berliner Unis.</p>
<p>2006 wurde das „Quantitative Products Laboratory“, ein Institut für Angewandte Finanzmathematik, ins Leben gerufen, ausgestattet mit zwei „Deutsche-Bank-Stiftungsprofessuren“  und komplett durch den Konzern finanziert – mit drei Millionen Euro jährlich.  In diesem Monat läuft der Vertrag aus. Doch erst jetzt, kurz vor Beendigung des Projekts, wurde dessen Inhalt bekannt. Diese Form von Intransparenz hinterlässt einen üblen Nachgeschmack.</p>
<p>Aber ist es wissenschaftsethisch verwerflich, wenn sich Unternehmen finanziell an Forschungsbereichen beteiligen, deren inhaltliche Ausrichtungen für sie interessant sind? Kein wirkliches Problem ist erkennbar, wenn der Finanzier einer Universitätsbibliothek darauf besteht, dass diese nach ihm benannt wird. Das ist bei der Zentralbibliothek der Technischen Universität und der Universität der Künste der Fall, die den Autobauer Volkswagen  im Namen trägt. Das Problem entstünde erst, würde sich VW in die Auswahl der Bücher einmischen oder deren Inhalte mitbestimmen wollen.</p>
<p>Was sich nach einem reinen Gedankenspiel anhört, war bei den Abmachungen zwischen dem Konzern und den Hochschulen Realität. Nicht nur die Besetzung der Professorenstellen unterlag ausdrücklich dem „Einvernehmen der Deutschen Bank“, sogar der Standort des Instituts wurde im Vorfeld festgelegt. Dieser sollte sich „in räumlicher Nähe“ zu Einrichtungen des Finanzhauses befinden. Das kann man noch für legitim halten. Wirklich problematisch ist eine Klausel, die festlegt, dass Forschungsergebnisse nur publiziert werden dürfen, wenn „deren Veröffentlichung die Interessen der Deutschen Bank nicht berührt.“  Eine freie Verfügungsgewalt wird erst nach Ablauf von zwei Jahren gewährt.</p>
<p> Spätestens hier muss man schlucken. Nicht nur, weil wissenschaftliche Freiheit in entscheidenden Bereichen beschnitten wird, sondern auch, weil es möglich ist den Begriff „Interessen“ in jede erdenkliche Richtung auszulegen. Welche Forschungsergebnisse die Interessen eines Unternehmens berühren könnten, das laut der Organisation <em>Facing Finance</em> unter anderem in Geschäfte mit libyschen Streubomben involviert sein soll, kann man sich leicht vorstellen.</p>
<p>Vor sechs Jahren sorgte eine Studie eines schwedischen Forscherteams für Schlagzeilen, welche die Unschädlichkeit von Passivrauchen belegen sollte. Finanziert, um nicht zu sagen gekauft, wurde die Gruppe vom US-amerikanischen Tabakkonzern Philip Morris.</p>
<p>Die grundsätzliche Frage, die durch dieses Beispiel erneut in die Diskussion gebracht wurde ist nicht, ob im „Quantitative Products Laboratory“ die Forschungsintegrität verletzt wurde. Studierende des Instituts bestreiten das. Die Frage ist, was wir mittlerweile meinen, wenn wir von „Wissenschaft“ oder „Forschung“ sprechen. Können wir noch guten Gewissens davon ausgehen, dass Universitäten  für unabhängige Grundlagenforschung und für vorurteilsfreies Erkenntnisinteresse stehen?</p>
<p>Selbst wenn man davon absieht, ausschließlich gekaufte Ergebnisse zu verurteilen, sollte man die Verflechtung von Wirtschaft und Wissenschaft mit grundsätzlicher Skepsis betrachten und sich darüber im Klaren werden, welcher Form der „wissenschaftlichen“ Arbeit man dieses Prädikat noch zuteilwerden lassen möchte.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2011/06/13/mit-unfreundlicher-unterstutzung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Goldmedaille für Despoten</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2011/05/30/goldmedaille-fur-despoten/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2011/05/30/goldmedaille-fur-despoten/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 30 May 2011 12:27:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hendrik.pauli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=5921</guid>
		<description><![CDATA[Medaillen für einen Scheich, dem Verschleppung vorgeworfen wird, und eine Frau, die sich am ägyptischen Volk bereicherte? Was es damit auf sich hat, kommentiert Marcus-Andreas Goossens.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Medaillen für einen Scheich, dem Verschleppung vorgeworfen wird, und eine Frau, die sich am ägyptischen Volk bereicherte? Was es damit auf sich hat, kommentiert <em>Marcus-Andreas Goossens</em>.</strong></p>
<p><strong><a rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"><img class="alignnone size-full wp-image-4377" title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2011/01/montagskommentar.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a></strong></p>
<p>Kann man Wissenschaft und Ethik voneinander trennen? Diese Grundfrage aller Grundfragen sorgt nicht nur immer wieder für hitzige Debatten unter Forschern, sondern beschäftigt auch hin und wieder Kommissionen und Jurys, wenn es um die Ehrung einzelner Persönlichkeiten geht. Dass sich Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum um die Förderung von Wissenschaft, Bildung und Kultur in der arabischen Welt verdient gemacht hat, mag unbestritten sein und durchaus auch mit der FU-Ehrenmedaille in Gold gewürdigt werden. Nun gibt es da aber einen kleinen Schönheitsfehler, denn der Scheich ist nicht irgendwer, sondern kein geringerer als Premierminister und Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate und Herrscher über Dubai.</p>
<p>Als Wirtschaftsminister Michael Glos im April 2008 eine Festrede zu Ehren des Scheichs hielt und sich anschließend Bürgermeister Klaus Wowereit öffentlichkeitswirksam für diesen freute, mag wohl keiner an die miserablen Menschenrechtszustände in einem Land gedacht haben, das laut Amnesty vor Strafen wie der Steinigung nicht zurückschreckt, Homosexuelle verfolgt und die Presse zensiert, wo es nur kann. Auch  Scheich Al Maktoum selbst ist kein unbeschriebenes Blatt. So stand der passionierte Reitsportfan im Jahr 2006 wegen organisierter Sklavenhaltung in den USA vor Gericht. Unter anderem soll er pakistanische Kinder verschleppt und als Jockeys eingesetzt haben.</p>
<p>All das ist indes wenig neues, und trotzdem brauchte es geschlagene drei Jahre, bis sich der Akademische Senat (AS) im April dazu durchrang, das Präsidium zur Rücknahme der Ehrung aufzufordern. FU-Präsident Peter-André Alt sieht jedoch wenig Handlungsbedarf, schließlich wolle man ja die guten Beziehungen in die Region nicht aufs Spiel setzen. Viel lieber will er nun klären lassen, ob der AS überhaupt die Kompetenz für solch eine Entscheidung besitzt. Ein Handlungsgebahren, wie man es sonst nur von Ex-Präsident Dieter Lenzen kennt.</p>
<p>Unterdessen kommt man beim Durchlesen der bisherigen Ehrenempfänger schwer ins Grübeln, welche Kriterien dieser Auszeichnung wohl zugrunde liegen mögen. Unter den Namen findet sich eine gewisse Suzanna Mubarak, Frau des ägyptischen Ex-Diktators, welche zuletzt gegen eine millionenschwere Kaution aus der Haft entlassen wurde. Der Vorwurf: Korruption, Unterschlagung und Bereicherung am ägyptischen Volk.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2011/05/30/goldmedaille-fur-despoten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Studierter Sex im Angebot</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2011/05/22/studierter-sex-im-angebot/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2011/05/22/studierter-sex-im-angebot/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 22 May 2011 21:59:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>interfilip</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=5700</guid>
		<description><![CDATA[Studenten arbeiten nicht nur als Kellner oder Eisverkäufer. Einige sind auch im Rotlichtmilieu tätig oder können es sich vorstellen. Das Ergebnis der Studie „Nebenjob: Prostitution“ des „Studienkollegs zu Berlin“ kommentiert Margarethe Gallersdörfer.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Studenten arbeiten nicht nur als Kellner oder Eisverkäufer. Einige sind auch im Rotlichtmilieu tätig oder können es sich vorstellen. Das Ergebnis der Studie „Nebenjob: Prostitution“ des „Studienkollegs zu Berlin“ kommentiert <em>Margarethe Gallersdörfer.</em></strong></p>
<p><strong><em><a rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"><img class="alignnone size-full wp-image-4377" title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2011/01/montagskommentar.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a></em></strong></p>
<p>„Prostitution“ – eines von den wenigen Worten, das einem noch ungeteilte Aufmerksamkeit verschaffen kann, wenn man es nur laut genug ausspricht. Sehr laut ausgesprochen hat es am vergangenen Mittwoch das „Studienkolleg zu Berlin“. Diese Einrichtung für begabte Studierende aus Deutschland und Europa hat eine ungewöhnliche Studie vorgestellt, an der 3600 Studenten aus Berlin, Paris und Kiew teilgenommen haben.</p>
<p>Gefragt wurde, ob sie sich das Studium mit Jobs im Rotlichtmilieu finanzierten. Das Ergebnis ließ ein Rauschen durch den medialen Blätterwald gehen: 3,7% der Befragten in Berlin verdienen sich nebenher durch Telefonsex, Escort-Service und ähnliche Dienstleistungen etwas dazu. Und was für noch mehr Aufsehen sorgte: etwa ein Drittel der Befragten in Berlin gab an, sich einen Job in diesem Bereich vorstellen zu können. Nein, wie verrucht. Fast ist man versucht, sich in der U3 mal heimlich umzusehen und durchzuzählen, wer da in Frage käme.</p>
<p>Die Wahrheit ist: moralische Empörung ist jetzt wohlfeil. Egal, ob man sexuelle Dienstleistungen an sich unsittlich findet oder sich fragt, was wohl die Studis dazu treibt, ihren Körper zu verkaufen. Aber ist sie angemessen? Klar ist: Prostitution in Deutschland kann eine sehr hässliche Fratze haben. Drogen, Krankheiten, Ausbeutung Minderjähriger und illegaler Einwanderer – das alles ist Realität, die nicht verharmlost werden darf. Soll sie auch nicht. Denn hier geht es nicht um verzweifelte Frauen (und einige Männer), die keine andere Möglichkeit haben.</p>
<p>Sicher befinden sich auch unter den Studierenden einige, die aus Not heraus handeln: 30% der Befragten, die sich prostituieren, haben Schulden. Die Übrigen könnten auch anders Geld verdienen. Zwar werden „normale“ Studentenjobs meist erbärmlich vergütet, doch nur die Hälfte der akademischen LiebesarbeiterInnen muss ohne die finanzielle Unterstützung der Familie auskommen. Spätrömischer Sittenverfall also?</p>
<p>Gleichauf mit der Antwort „finanzielle Notsituation“ lagen „Spaß am Sex“ und „Suche nach Abenteuern“. Und selbst wenn es bei den meisten vermutlich nie über’s Fantasieren hinausgehen wird, so zeugt doch auch das erstaunliche Drittel aller Befragten, die sich solche Jobs vorstellen könnten, von etwas völlig anderem: Lust (auf Abenteuer). Neugierde. Von einem Selbstverständnis und einem Verhältnis zum eigenen Körper, das die Mehrheit der Gesellschaft mit Argwohn betrachtet. Ob es deswegen verwerflich ist, ist fraglich.</p>
<p>Berlin, du bist so dekadent? Kann man so sehen: in unserer Metropole tummeln sich sexuelle und andere Freigeister, das war schon zur Jahrhundertwende so. Und Tagungen und Kongresse schwemmen potentielle Kundschaft für ein studentisches Escort in die Stadt. Da geht es (natürlich nicht nur, aber vor allem) darum, am fremden Ort nicht alleine zu sein, um die Begleitung zu gesellschaftlichen Anlässen und Gespräche mit einem gebildeten Menschen, der gute Manieren hat. Viele, die als Escort gearbeitet haben oder es immer noch tun, empfinden ihre Tätigkeit als interessant und abwechslungsreich.</p>
<p>Es bleibt Sex für Geld und damit unvorstellbar für die meisten. Und dass solche Tätigkeiten genügend Schattenseiten haben, zeigen auch die Antworten in der Studie des „Studienkollegs zu Berlin“. Eine davon: Stigmatisierung.<br />
Ich werde weiterhin Kellnern oder Babysitten vorziehen. Aber auf jemanden herabzuschauen, der aus freier Entscheidung seine Gesellschaft und seinen Körper für einen Abend anbietet: dazu besteht kein Grund.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2011/05/22/studierter-sex-im-angebot/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Jürgen Zöllner, twelve points!</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2011/05/16/jurgen-zollner-twelve-points/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2011/05/16/jurgen-zollner-twelve-points/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 May 2011 20:08:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hendrik.pauli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=5579</guid>
		<description><![CDATA[Das neue Berliner Hochschulgesetz wurde ohne nennenswerten Widerstand verabschiedet. Trotzdem taugt es etwas, meinen Charlotte Johann und Hendrik Pauli: als Lehrstück über den Unterschied zwischen Protest und Politik.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das neue Berliner Hochschulgesetz wurde ohne nennenswerten Widerstand verabschiedet. Trotzdem taugt es etwas, meinen <em>Charlotte Johann </em>und <em>Hendrik Pauli</em>: als Lehrstück über den Unterschied zwischen Protest und Politik</strong>.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"><img class="alignnone size-full wp-image-4377" title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2011/01/montagskommentar.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a></p>
<p>Berlin, der Wissenschaftsstandort: innovativ, international anerkannt und exzellent sowieso. Selbstredend liegt den Berliner Bildungspolitikern nichts mehr am Herzen, als alles noch besser zu machen, besonders natürlich die Berliner Hochschulen. Sie sollen Talentschmieden für die Hochqualifizierten sein, um den Bildungsstandort Deutschland vor dem bewahren, was Lena beim europäischen Singewettstreit am Samstag passiert ist: der Absturz ins Mittelfeld.</p>
<p>Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner ließ verlauten, er sei „hochzufrieden“ mit der Novelle des Berliner Hochschulgesetzes, die vergangenen Donnerstag vom Abgeordnetenhaus verabschiedet wurde. Merkwürdig nur, dass er damit ziemlich allein zu stehen scheint. Denn sowohl Opposition als auch Hochschulen und Studenten äußerten massive Kritik.</p>
<p>Als „Flickenschusterei“ und „Discountlösung“ bezeichneten Oppositionspolitiker die Gesetzesnovelle. In einer Pressemitteilung der Freien Universität geriet das Gesetz gar zu Gefahr für „die Autonomie und Entwicklungsperspektiven“ der Berliner Hochschulen. Von Überregulierungen und Inkonsistenzen war da die Rede. Nach Innovation klingt das ebenso wenig wie nach Exzellenz. Dass das Gesetz der Qualitätssicherung an den Universitäten dient, sehen die Universitäten selbst offensichtlich nicht so. Trotzdem hat der Senator hat durchgesetzt.</p>
<p>Natürlich fühlen sich die Studierenden – wie eigentlich immer – als die Hauptleidtragenden der Neuerungen. Die Universitäten sorgen sich um die Qualität ihrer Forschung, zu der Zöllners neue „Wissenschaftliche Mitarbeiter mit Schwerpunkt Lehre“ nichts beitragen. Studierende fürchten dagegen existenzielle Nöte. Angesichts verschärfter Bestimmungen zur Zwangsexmatrikulation und zum Masterzugang, sehen sich viele von ihnen ihrer Lebensperspektive beraubt.</p>
<p>Aber die breite Empörung blieb aus;  der Protest war vorhanden, im Grunde kam er sogar von allen denkbaren Seiten, aber hörbar war er kaum. Zöllners Gesetz würde an den Status Quo vor dem Bildungsstreik 2009 heranreichen, schimpfen sein zornigen Kritiker.  Allein, es ist eine zornige Minderheit. Bildungsstreik ist momentan kein Massenbedürfnis. Ob sich das diesen Sommer noch ändern wird, wer weiß das schon.</p>
<p>Für die Rolle des Bildungssadisten taugt Jürgen Zöllner kaum. Das neue BerlHG ist nicht aus Daffke entstanden,  der Senator muss sparen. Er will die Scheinimmatrikulierten und Langzeitstudenten loswerden. Für die breite Masse will er trotz Spardrucks ein gutes Lehrangebot sichern und gleichzeitig das Berlins Image als Wissenschaftsstandort nicht gefährden.  Und Sparen lässt sich am besten dort, wo es für Exzellenz-Wettbewerb  und internationale Reputation nicht ausschlaggebend ist. Dass das Humboldt‘sche Bildungsideal solchen Maßnahmen zum Opfer fällt, geschenkt!</p>
<p>Legt man das Protestbarometer als Maßstab für die Entwicklungen in der Bildungspolitik an, hat Zöllner alles richtig gemacht. Kein Schlichter, kein runder Tisch kam zwischen ihn und das Gesetz. Nur ein paar homöopathische Nachbesserungen musste er schnell noch einbauen.  Ob es einem nun passt oder nicht:  Der Protestsong der Studierenden wurde zum Rohrkrepierer. Hingegen, der alte Polit-Fuchs hat einen politischen Sommerhit gelandet. Jürgen Zöllner: twelve points, douze points!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2011/05/16/jurgen-zollner-twelve-points/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Endlich Mittelmaß!</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2011/05/09/endlich-mittelmas/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2011/05/09/endlich-mittelmas/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 May 2011 09:34:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hendrik.pauli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=5228</guid>
		<description><![CDATA[Die Bologna-Konferenz sucht nach Wegen aus der Reformbaustelle. Wie es mit dem Masterzugang weitergeht, weiß Ministerin Schavan genau. Die entscheidenden Fragen sind aber ganz andere, findet Hendrik Pauli.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Bologna-Konferenz sucht nach Wegen aus der Reformbaustelle. Wie es mit dem Masterzugang weitergeht, weiß Ministerin Schavan genau. Die entscheidenden Fragen sind aber ganz<ins datetime="2011-05-08T18:21" cite="mailto:Lee"> </ins>andere, findet <em>Hendrik Pauli</em>.</strong></p>
<p><a rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"></a></p>
<p><a rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"><img class="alignnone size-full wp-image-4377" title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2011/01/montagskommentar.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a></p>
<p>Ein dickes politisches Brett zu bohren dürfte zu allen Zeiten eine große Herausforderung gewesen sein. Es ist aber ein Phänomen neuerer Zeit, dass praktisch kaum ein Großprojekt ohne außerparlamentarisches Vermittlungsorgan auskommt. Und damit ist nicht der nutzbringende Interessenaustausch im Vorfeld einer Entscheidung gemeint, sondern die Schadensbegrenzung im Nachhinein: kein neuer Bahnhof ohne Schlichtungsverfahren, kein neuer Atomausstieg ohne Ethikkommission.</p>
<p>Die jährliche Bologna-Konferenz mit Vertretern von Politik, Hochschulen und Studierenden, die in Berlin am vergangenen Freitag zum zweiten Mal tagte, gehört in diese Kategorie. Bundesbildungsministerin Annette Schavan gab dort die sanftmütige Supernanny für eine Reform, die laut Deutschem Hochschulverband politisch vermurkst wurde. Die Zahlen der Ministerin – wen wundert’s – sprechen eine andere Sprache: Nicht wie geplant 90.000, sondern gar 180.000 Studienplätze habe man in den letzten fünf Jahren geschaffen; in den nächsten fünf Jahren kämen 335.000 statt den ursprünglich geplanten 275.000 dazu.</p>
<p>Bei wem es mit dem Glauben an das deutsche Bildungsparadies trotzdem noch hapern sollte, für den hat die Theologieprofessorin Schavan weitere statistische Denkanstöße parat. Der Anteil an<ins datetime="2011-05-08T20:00" cite="mailto:Hendrik%20Pauli"> </ins>Studienanfängern pro Jahrgang sei gestiegen, von einem Drittel auf knapp die Hälfte jedes Jahrgangs; und beim Übergang vom Bachelor zum Master, um den es bei der Konferenz in erster Linie ging, sei sowieso alles bestens. Nur 20% der Masterplätze seien überhaupt mit einem Numerus clausus belegt. Wer wolle, der könne auch einen Master machen; wenn nicht in Berlin, dann sicher in Schmalkalden, Coburg oder Worms.</p>
<p>Nun darf man kaum annehmen, dass der Bachelorabsolvent aus Berlin für mehr Masterplätze in der Provinz kämpft. Aber der disziplinierend gemeinte Hinweis an die Studierenden zu mehr Flexibilität ist reine Verlegenheit. Man kennt das von der Arbeitsmarkt-Debatte. Wer in Rostock oder Magdeburg keine Job findet, der packe halt Kind und Kegel und versuche sein Glück in Bayern. Ende der Diskussion. Nach dieser Angebot-Nachfrage-Logik ist für Annette Schavan auch klar: die gestiegene Quote der Studienanfänger ist ein Zeichen für die Lust aufs Studium. Aber von was für einem Studium redet sie dabei?</p>
<p>Wenn Bologna schon als größter Umbruch des Bildungswesens nach dem Krieg beschworen wird, dann sollte man sich im zwölften Jahr der Reform vielleicht endlich darüber klarwerden, was man unter diesem seltsam schillernden Begriff „Studium“ noch zu verstehen hat. Was dürfen die Studierenden von einer akademischen Ausbildung erwarten? Was darf die Gemeinschaft von ihrem akademischen Nachwuchs erwarten?</p>
<p>Wer mehr Studienplätze schafft, wer Studiengänge immer weiter differenziert, wer wie Schavan berufsbegleitende Masterprogramme mit 250 Millionen Euro fördern will, der fördert auch die Differenzierung von Bildungskarrieren. Will ich ein schnelles, ergebnisorientiertes Studium als Karrieresprungbrett? Will ich ein Studium um Lebenserfahrung zu sammeln und einen Hochschulabschluss nebenbei? Oder will ich ungehemmt meinen Wissensdurst stillen dürfen und mir höhere akademische Meriten verdienen, und zwar als Freigeist und nicht als Fachidiot? Das sind nur einige von unüberschaubar vielen, individuellen Studienentwürfen. Trotzdem: So wie sich das Bachelorstudium im Moment darstellt, ist es ein akademischer Durchlauferhitzer, der keine Zeit lässt, um persönlich und intellektuell zu reifen. Diese Ansicht teilen übrigens auch immer mehr Personalchefs.</p>
<p>Dass es den bildungsbeflissenen Deutschen schwer fällt, sich vom Humboldt’sche Ideal des universalbildenden Studiums zu emanzipieren, ist verständlich. Aber mit Bologna ist den Studierenden endgültig die Bürde genommen, sich als Bildungselite fühlen zu müssen. Jeden, der in der Universität eine intellektuelle Veredelungsanstalt sieht, wird dabei ein mulmiges Gefühl beschleichen, erst recht mit Blick auf die aufstrebenden asiatischen Bildungsexporteure.</p>
<p>Wem aber Mittelmaß zu wenig ist, der sollte eines nicht tun: auf die vertrauen, die regelmäßig die Bildungsrepublik Deutschland ausrufen, und auch  nicht auf studentische Bildungsstreiker, denen es zu allererst darum geht, ihre eigenen Bildungskarrieren zu retten, aber gewiss nicht das deutsche Hochschulwesen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2011/05/09/endlich-mittelmas/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Organisieren geht über Studieren</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2011/04/25/organisieren-geht-uber-studieren/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2011/04/25/organisieren-geht-uber-studieren/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 25 Apr 2011 20:54:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RebeccaCiesielski</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=5102</guid>
		<description><![CDATA[Die inhaltliche Bewältigung eines Bachelor-Studiums ist vielleicht zu bewältigen, aber der organisatorische Aufwand berechtigt bald die Einstellung einer Sekretärin und schreit nach Entbürokratisierung, meint Jonna Lüers.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die inhaltliche Bewältigung eines Bachelor-Studiums ist vielleicht zu bewältigen, aber der organisatorische Aufwand berechtigt bald die Einstellung einer Sekretärin und schreit nach Entbürokratisierung, meint Jonna Lüers<em>.<br />
</em></strong><strong><a rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"><img title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2011/01/montagskommentar.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a></strong></p>
<p>Bereits der erste Kontakt mit den Formalitäten der FU ist mir in lebendiger Erinnerung geblieben. Immerhin begann mit dem Ausfüllen des Online-Anmeldeformulars ein neuer Lebensabschnitt — der Beginn des legendären und lang ersehnten Studentenlebens!  Dass man, um offiziell Teil dieses Studentenlebens sein zu können, zunächst Datenmengen und sogar Kfz-Kennzeichen aneinanderreihen muss, verwirrte mich zwar, doch die Vorfreude auf das freie Leben an der freien Uni blieb ungebrochen!</p>
<p><strong>Keine Zeit für Zeitmanagement</strong></p>
<p>Die große universitäre Bürokratiekrise kam mit dem Zusammenstellen des Stundenplans — es dämmerte mir, dass Formalitäten nicht nur eine Nebenrolle im Studium spielen würden. Habe ich mich nicht bewusst gegen ein Jurastudium entschieden? Jetzt arbeite ich mich zu Beginn jeden Semesters durch die Paragraphen meiner drei Studienordnungen, um am Ende verzweifelt festzustellen, dass sich die verpflichtenden Vorlesungen zeitlich überschneiden. Organisieren geht über Studieren – dieser Eindruck verfestigt sich während der Vorlesungszeit. Während ich mich langsam mit Blackboard anfreunde, entscheiden sich meine DozentInnen fürs Ignorieren dieses Systems und gehen ihre individuellen Wege. Die Folge ist, dass ich, statt Fachbegriffe fürs Studium zu lernen, immer noch verzweifelt versuche, die Passwörter der zahlreichen Onlineplattformen im Kopf zu behalten.</p>
<p><strong>Chaos als politisches Statement</strong></p>
<p>Eine Wissenschaft für sich, stellt auch das Finden der Gebäude an der FU dar. Mit dem Stadtplan bewaffnet und auf der Suche nach den richtigen Villen kenne ich mich in Dahlem mittlerweile besser aus, als in meinem Heimatstadtteil. Dafür suche ich immer noch die Logik hinter der Raumverteilung — nicht allen Kommilitonen muss ich so nahe kommen, wie es die überfüllten Vorlesungssäle erzwingen und, dass Veranstaltungen des Studienbereichs Judaistik auch am Institut für Islamwissenschaften stattfinden, mag eine schöne politische Aussagekraft haben, vereinfacht wird die Orientierung dadurch jedoch nicht.</p>
<p>Die Freie Universität sollte ihrem Namen eine größere Ehre erweisen. Ich wünsche mir lautere Stimmen für ein selbstbestimmtes Studium und einen konsequenten Abbau an Bürokratie. Eine einheitliche, datenrechtlich besser gesicherte Onlineplattform, freiere Prüfungsordnungen und nachvollziehbare Raumeinteilungen wären ein guter Anfang und würden wertvolle studentische Nerven erhalten. Auch ich bin bereit, den Organisationsanforderungen der FU entgegenzukommen. Hochmotiviert plante ich dieses Semester die Kurse Organisations– und Zeitmanagement zu belegen – die Umsetzung scheiterte an der zeitlichen Überschneidung!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2011/04/25/organisieren-geht-uber-studieren/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Härtefälle für Berlin</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2011/02/13/hartefalle-fur-berlin/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2011/02/13/hartefalle-fur-berlin/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 13 Feb 2011 19:00:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>interfilip</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=4917</guid>
		<description><![CDATA[Mit neuen Quoten und Härtefallkriterien möchte Bildungssenator Zöllner die Aufnahmechancen an hiesigen Hochschulen für Berliner Abiturienten verbessern. Leidtragende sind diejenigen, die wirklich Hilfe brauchen, meint Michael Wingens.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit neuen Quoten und Härtefallkriterien möchte Bildungssenator Zöllner die Aufnahmechancen an hiesigen Hochschulen für Berliner Abiturienten verbessern. Leidtragende sind diejenigen, die wirklich Hilfe brauchen, meint <em>Michael Wingens</em>.</strong></p>
<p><strong><a rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"><img class="alignnone size-full wp-image-4377" title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2011/01/montagskommentar.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a></strong></p>
<p>Wer sich neben der Studienfachwahl, dem Erreichen des Numerus Clausus und unzähligen widersprüchlichen Rankings noch um einen Härtefallantrag bemühen muss, ist nicht zu beneiden: Das Abitur in der Tasche, scheint die Aufnahme an einer Hochschule in weite Ferne gerückt zu sein – sei es durch eine körperliche oder gesundheitliche Beeinträchtigung,  einen Schicksalsschlag in der Familie oder eine unüberwindbare finanzielle Notlage. Um den Betroffenen einen leichteren Zugang zu ermöglichen, müssen die Berliner Universitäten mindestens zwei Prozent ihrer Studienplätze bereit stellen. Diese Regelungen gelten unabhängig von der Herkunft der Abiturienten. Selbstverständlich, möchte man meinen.</p>
<h4>Schwammiges Reformpaket</h4>
<p>Doch Bildungssenator Zöllner (SPD) sieht Reformbedarf und möchte die Aufnahmechancen von Berliner Abiturienten an den hiesigen Hochschulen verbessern. Dies erfordert eine ordentliche Portion Kreativität, denn die offene Bevorzugung von Landeskindern ist verfassungsrechtlich eindeutig untersagt. Der Vorwurf des Klientelismus wird jedoch geschickt umgangen, indem sich einige Berliner Abiturienten fortan als Sonderfälle bewerben könnten. Diese seien Minderjährige aus den so genannten Schnellläuferklassen die, so die Begründung des Senators, die Hauptstadt nach dem Abitur mit 17 Jahren schlecht verlassen könnten. Neben der Minderjährigen-Quote, die als weitere Sonderregelung eingeführt werden soll, werden vor allem die Härtefallkriterien ausgedehnt. Gemessen an dem schwammigen Begriff der „sozialen Härte“, der ein Abiturient ausgesetzt ist, soll ermessen werden, ob der Umzug in eine andere Stadt unzumutbar und die Aufnahme an einer Berliner Hochschule notwendig ist.</p>
<p>Damit macht es sich Zöllner jedoch zu leicht. Als Bildungssenator ist es seine Aufgabe, sicher zu stellen, dass Berliner Schüler auf den möglichen Eintritt in eine universitäre Laufbahn vorbereitet werden. Zudem sollte er eine angemessene und gerechte Hochschulzulassung gewährleisten. Doch was im Reformpaket als „verbesserter Übergang von Schule zu Hochschule“ angepriesen wird, entpuppt sich schnell als lokalpolitisches Kalkül angesichts der bevorstehenden Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus. Denn durch konstruierte Quoten und die Bestimmung neuer Härtefälle öffnet der Senator vielen Berliner Abiturienten eine Hintertür, die das Prinzip der Chancengleichheit nachhaltig untergräbt. Im Kampf um die Gunst der Wähler scheint jedoch jedes Mittel recht.</p>
<h4>Kein Geburtsrecht</h4>
<p>Dass Ortsansässige kein Geburtsrecht auf ihre städtische Universität haben, liegt auf der Hand. Zwar haben es Berliner Abiturienten nicht leicht, mit guten bis durchschnittlichen Noten einen Studienplatz in ihrer Heimatstadt ohne lange Wartezeiten zu ergattern. Doch das Gleiche gilt auch für alle anderen Absolventen, die es in die heiß umkämpfte Hauptstadt zieht. Deshalb sind einheitliche und transparente Auswahlverfahren gefragt, die eine gerechte Chancenverteilung für alle Bewerber gewährleisten. Härtefälle hingegen sollen das bleiben, was sie sind: Ausnahmeregelungen für solche, die auf Unterstützung wirklich angewiesen sind.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2011/02/13/hartefalle-fur-berlin/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Potential für’s ganze Jahr</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2011/01/31/potential-furs-ganze-jahr/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2011/01/31/potential-furs-ganze-jahr/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 Jan 2011 20:17:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hendrik.pauli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=4746</guid>
		<description><![CDATA[Die Winterchaos bei der S-Bahn scheint zur festen Institution zu werden. Die peinliche Feilscherei um die Entschädigungen muss aber ein Ende haben, meint Hendrik Pauli.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><strong>Die Winterchaos bei der S-Bahn scheint zur festen Institution zu werden. Die peinliche Feilscherei um die Entschädigungen muss aber ein Ende haben, meint <em>Hendrik Pauli</em>.</strong></span><a rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"><img class="alignnone size-full wp-image-4377" title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2011/01/montagskommentar.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a><span style="color: #000000;"> </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Bei manch einem machte sich Verwunderung breit, als Mitte Januar die Rückmeldeunterlagen im Briefkasten lagen. 272,70 Euro an Gebühren sollte jeder Student für das Sommersemester berappen. Waren es für das Wintersemester nicht knapp 60 Euro weniger gewesen?</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Genau genommen handelt es sich bei dem sprunghaften Anstieg des Semesterbeitrags um ein wetterbedingtes Phänomen. Dem Winterchaos bei der S-Bahn folgt das Gebührenchaos an der FU. </span><span style="color: #000000;">Der größte Teil des Gesamtbetrags, 168 Euro nämlich, entfallen auf das Semesterticket. Damit ist man dann sechs Monate lang König bei jeder Fahrscheinkontrolle. Ein König auch, auf dessen Verbindung Richtung Dahlem in den letzten Monaten Verlass war. Viele wollten sich schon aus Verzweiflung auf die Schienen stürzen, allein es kam kein Zug.</span></p>
<h4>Salami-Taktik</h4>
<p><span style="color: #000000;">Mindestens genauso ärgerlich wie vereiste Weichen und gebrochene Achsen bei der S-Bahn, sind die Verhandlungen über Regressansprüche. Denn die sind mittlerweile ein Ganzjahresthema. </span><span style="color: #000000;">Die Deutsche-Bahn-Tochter macht zwar Geld locker – aber dabei keine gute Figur. Für die Pannen des vergangenen Winters gab es nachträglich einen Scheck über ein Sechstel des Semestertickets und dann nochmal freie Fahrt für November und Dezember.  So kam der vermeintlich günstige Beitrag von 213,70 Euro für das Wintersemester zustande. Die Semesterticketbüros der Berliner Unis haben also gute Arbeit geleistet. Die Studierenden erhalten Geld zurück. Wo liegt also das Problem? </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die S-Bahn verfährt nach bewährter Salami-Taktik. Zugeständnisse gibt es nur dort, wo es sich nicht vermeiden lässt, und dann auch nur rückwirkend. Damit lässt sich das Unternehmen eine Leistung vergüten, die es nicht erbringt. Die Studierenden müssen erstmal zahlen – das Chaos gibt es dann gratis. </span><span style="color: #000000;">Die Verantwortlichen ficht das nicht an. Sie folgen dem Prinzip des längeren Hebels. Die Erstattungsmodalitäten verdienen das Prädikat „unbefriedigend“, wenn nicht sogar „schamlos“.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wer im laufenden Wintersemester nicht mehr eingeschrieben ist, erhält schlichtweg keine Entschädigung mehr. Die S-Bahn gibt den Stichtag vor. Basta! Dazu besitzen die Verhandlungsführer die Chuzpe, diese Regelung selbst als unfair zu bezeichnen. Studierende der Charité müssen auf ihre Rückerstattung bis zum Sommersemester warten, wegen organisatorischer Überschneidungen. Dazu gab es weitere Ausnahmen, die nur auf Antrag behandelt wurden. Wohlgemerkt, es geht immer noch um einen Ausgleich für das Winterchaos 09/10.</span></p>
<h4>Kundenfreundliche Dienstleistung</h4>
<p>Wie immer die Prognosen auch aussehen mögen, ob es nun 2011 winterfeste Züge geben oder ob der nächste Winter herbstlich milde daher kommen wird: S-Bahn und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg als weiterer Vertragspartner müssen endlich in Vorleistung treten, und zwar schnell und unbürokratisch. Immerhin gehört ihr Geschäftsfeld zum sogenannten Dienstleitungssektor. Kundenfreundlichkeit und Kulanz sollten in dieser Branche immer noch als ernstzunehmende Bezugsgrößen gelten.</p>
<p>Mehr als ein Drittel der FU-Pendler sind auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Keine andere Berliner Bevölkerungsgruppe nutzt den ÖPNV so oft wie die Studierenden. Ob für diesen Winter Forderungen seitens der Studierendenvertretungen erhoben werden und wie diese aussehen könnten ist bisher nicht bekannt. Den Rabatt für das laufende Semester hat der AStA zurecht als eigenen Erfolg verkauft – mit einer Pressemitteilung im November. Es wäre schön, wenn aus dem Semesterticketbüro etwas über den Stand der Dinge an die Öffentlichkeit dringen würde.</p>
<p>Unabhängig davon ist es schlechterdings inakzeptabel, jedes Jahr aufs Neue zäh um Minimalentschädigung ringen zu müssen. Denn freie Bildung bedeutet auch und vor allem eines: freie Mobilität.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2011/01/31/potential-furs-ganze-jahr/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hypokratische Verhältnisse</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 Jan 2011 16:13:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>carolin.benack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Campus]]></category>
		<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=4376</guid>
		<description><![CDATA[Weniger als die Hälfte der Studienanfänger fühlt sich an der FU gut betreut. Dies berichtet die Berliner Zeitung unter Berufung auf eine aktuelle Studie, die unter 3000 Dahlemer Studenten durchgeführt wurde. Ein wenig überraschender Befund, findet Nils Altland.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Weniger als die Hälfte der Studienanfänger fühlt sich an der FU gut betreut. Dies berichtet die Berliner Zeitung unter Berufung auf eine aktuelle Studie, die unter 3000 Dahlemer Studenten durchgeführt wurde. Ein wenig überraschender Befund, findet Nils Altland.</strong></p>
<p><strong></strong><br />
<a rel="attachment wp-att-4377" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/montagskommentar-7/"><img class="alignnone size-medium wp-image-4377" title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2011/01/montagskommentar-300x183.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a></p>
<p>Wer einmal an der Freien Universität in einem der überfüllten Hörsäle Platz genommen hat, der weiß: Diese Studie bestätigt lediglich, was für Studenten an der Freien Universität längst Alltag geworden ist — volle Veranstaltungen und überforderte Dozenten. Von individueller Betreuung ist da nur zu träumen, die Illusion vom Professoren einmal mit Namen angesprochen zu werden, wie es etwa in den Niederlanden gang und gäbe ist, längst in den Wind geschossen.</p>
<p>Vielleicht liegt es ja an den hohen Erwartungen, die Studienanfänger haben, nachdem sie frisch aus der Schule an die Uni kommen? Aber dann gleich individuelle Betreuung verlangen, wo sie in Berlin noch nicht einmal Studiengebühren zahlen müssen? Dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat, beweist das kaum bessere Abschneiden im Bereich Betreuung der gebührenpflichtigen Unis, wie ein Blick auf das Zeit Hochschul-Ranking verrät.</p>
<h4>Ertrunken in der Hausarbeitenflut</h4>
<p>Die Hochschulen – der nackte Finger zeigt auf die FU – befinden sich in einem Teufelskreis, soviel ist klar. Denn die Studie macht auf ein weiteres Problemfeld aufmerksam: Enormer Prüfungsdruck bei einer Betreuung tendierend gegen null. Im verschulten Bachelorsystem sind je nach Studienordnung drei bis vier umfangreiche Klausuren und mehrere Hausarbeiten zu Semesterende ganz normal. Und auch im Semester wird geprüft. Wie sonst, wenn nicht mit geballtem Klausurenfeuer, sollen die vielen Leistungen in den ohnehin schon knapp bemessenen sechs Semestern kontrolliert werden, erwidert darauf das Lehrpersonal. Die Zeit der faulen Studenten ist lange vorbei! Die Zeit eines angemessenen Betreuungsschlüssels noch nicht gekommen.</p>
<p>So fällt das Klausurenschreiben ungleich schwerer, wenn – wie es nicht selten der Fall ist – kein begleitendes Tutorium angeboten wird. Es ist inzwischen Usus auf die Note einer pünktlich abgegeben Hausarbeit noch zu warten, während die nächste schon wieder in der Produktion ist – hypokratische Verhältnisse.</p>
<p>Die Arbeit schlummert unter einem hohen Stapel auf irgendeinem Schreibtisch, während die Dozentin in Sofia oder Ilmenau an ihrer Dissertation sitzt, weil ihr befristeter Vertrag längst abgelaufen ist. Das ist alles andere als förderlich für die Kommunikation mit der Studierendenschaft. Und auch die gute alte Sprechstunde ist längst auf der Strecke geblieben. Keine guten Voraussetzungen für eine durchdachte und langfristig angelegte Stundenplanung.</p>
<h4>Hoffnungsschimmer?</h4>
<p>Doch es gibt auch Grund zu Hoffen: Laut der Studie sind zwei Drittel der Studenten zumindest mit dem Aufbau, Struktur und Umfang des Lehrangebots an der Freien Universität zufrieden – individuelle Interessen kommen jedoch auch hier zu kurz, nach Meinung von 62 Prozent der Befragten. Zeit über den Tellerrand des eigenen Fachs hinauszusehen bleibt da selten.</p>
<p>Auch fast zwei Jahre nach dem ersten Bildungsstreik sieht die Situation noch alles andere als rosig aus. Und viele haben sich damit abgefunden.Tatsächlich aber hat die Lehre an der Exzellenz-Universität immer noch nicht den Stellenwert eingenommen, den sie eigentlich verdient.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2011/01/24/hypokratische-verhaltnisse/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ein Jahr Später</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2010/11/16/ein-jahr-spater/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2010/11/16/ein-jahr-spater/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 09:08:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>interfilip</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildungsstreik]]></category>
		<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=3552</guid>
		<description><![CDATA[Vor einem Jahr erfassten die großen Studentenproteste auch die Freie Universität, wurde der Hörsaal 1A besetzt. Damals lud die SPD Protestierende in ihre Parteizentrale ein, um sich deren Sorgen und Nöte anzuhören, es war von weiterem, dauerhaftem Austausch die Rede. Jetzt haben die Sozialdemokraten ihr Versprechen endlich eingelöst. Max Krause überlegt, ob das Anlass zu Optimismus gibt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor einem Jahr erfassten die großen Studentenproteste auch die Freie Universität, wurde der Hörsaal 1A besetzt. Damals lud die SPD Protestierende in ihre Parteizentrale ein, um sich deren Sorgen und Nöte anzuhören, es war von weiterem, dauerhaftem Austausch die Rede. Jetzt haben die Sozialdemokraten ihr Versprechen endlich eingelöst. Max Krause überlegt, ob das Anlass zu Optimismus gibt.</strong></p>
<p><strong><a rel="attachment wp-att-3553" href="http://www.furios-campus.de/2010/11/16/ein-jahr-spater/montagskommentargros2-1/"><img class="alignnone size-full wp-image-3553" title="montagskommentargroß2 (1)" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/11/montagskommentargroß2-1.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a></strong></p>
<p>Am 11. November, dem Jahrestag der Hörsaalbesetzung, stehen wieder zwei Sofas an den alten Plätzen im Foyer des 1A. Eine Handvoll Aktivisten aus dem vorletzten Semester hält eine – wie sie sagen — „Mahnwache“ ab, sogar eine Kerze wird aufgestellt. Manche träumen von einem Wiederaufleben der Besetzung, aber am Abend sind die Sofas schon wieder verschwunden.</p>
<p>So fühlen sich viele, die im letzten Jahr die Streiks unterstützt haben: Wütend. Enttäuscht. Resigniert. Als am Montag letzter Woche im Willy-Brandt-Haus zum Gespräch mit Studierenden geladen wird, geben sie diesem Gefühl Raum. Hannelore Kraft, der Hauptverantwortlichen für die „Zukunftswerkstatt Bildung“ bei der SPD, schlägt eine Welle der Frustration entgegen. Die geladenen Gäste, viele davon JuSo-Vorstände oder AStA-Vorsitzende von Hochschulen aus ganz Deutschland, fühlen sich überhört, glauben, ihre Forderungen seien bewusst missverstanden worden.</p>
<p>In vielen Punkten stimmt die Linie der SPD offenbar mit jener der Studenten überein. Es fällt ja auch nicht schwer, den Forderungen zuzustimmen, wenn man selbst gerade nicht in der Position ist, sie auch durchsetzen zu müssen. Die einzige wirklich kontroverse Diskussion kommt auf, als ein Rechtsanspruch auf Masterplätze gefordert wird. Denn auch Ex-Kultusministerin Edelgard Bulmahn, die an der Einführung des Bachelor-Master-Systems maßgeblich mitgearbeitet hat, sitzt am Tisch, und sie will diese Verkehrung der ursprünglichen Idee des Bolognaprozesses nicht einfach so durchgehen lassen: Es sei ja gerade die Idee der Reform gewesen, dass nicht jeder einen Master macht. Schließlich findet Frau Kraft versöhnliche Worte und räumt ein, dass man über die Idee zumindest einmal nachdenken sollte.</p>
<p>Über weite Strecken läuft die Unterhaltung dann sehr formlos ab. Jeder darf einmal sagen, was ihm auf dem Herzen liegt, es kommt kaum wirklicher Austausch zustande. Dennoch behauptet Frau Kraft am Ende der Sitzung, viel gelernt zu haben. Man will den Kontakt auf jeden Fall aufrechterhalten. Vielleicht findet das nächste Treffen dann ja im November 2011 statt, wenn die ersten der ehemaligen Aktiven die Universität schon wieder verlassen haben. Als Student nehme ich aus dem Gespräch nicht mehr mit, als das tief empfundene Mitgefühl der SPD.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2010/11/16/ein-jahr-spater/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gutes Gewissen für 30 Cent</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2010/10/25/gutes-gewissen-fur-30-cent/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2010/10/25/gutes-gewissen-fur-30-cent/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 25 Oct 2010 17:45:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hendrik.pauli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Campus]]></category>
		<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=3361</guid>
		<description><![CDATA[Statt frei gehandeltem Kaffee bietet das Studentenwerk in den meisten Cafeterien seit diesem Semester nur noch Fair-Trade-Kaffee an. Ein Zeichen für Solidarität mit den Schwächsten? Eher für ausgesprägtes Profitstreben findet Henrice Stöbesand.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Statt frei gehandeltem Kaffee bietet das Studentenwerk in den meisten Cafeterien seit diesem Semester nur noch Fair-Trade-Kaffee an. Ein Zeichen für Solidarität mit den Schwächsten? Eher für ausgesprägtes Profitstreben findet Henrice Stöbesand.</strong></p>
<p><strong><img class="aligncenter size-full wp-image-3296" title="montagskommentargroß" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/07/montagskommentargroß2.jpg" alt="" width="450" height="275" /><br />
</strong></p>
<p><em>„Ei! wie schmeckt der Coffee süße/Lieblicher als tausend Küsse/Milder als Muskatenwein./Coffee, Coffee muss ich haben/Ach, so schenkt mir Coffee ein!“</em></p>
<p>So beschreibt das Liesgen aus der Kaffeekantate ihre Liebe zum Kaffee – und versucht, sich dem Kaffeeverbot ihres Vaters Schlendrian zu widersetzen.<br />
Auch die meisten von uns Studierenden sind ohne die allmorgendliche Dosis zu wenig zu gebrauchen. Verweise auf gesundheitsschädigende Wirkung lassen uns kalt. Allenfalls das Wissen um das Machtgefüge im globalen Kaffeehandel kratzt am Selbstverständnis des Gutmenschen. Der afrikanische Kleinbauer soll möglichst nicht unter unser westlichen Konsumlogik leiden. Das Angebot von fair gehandelten „Kaffeespezialitäten“ aus „kontrolliert biologischem Anbau“ an der Kaffeebar kommt uns da gerade recht.</p>
<p>Das Studentenwerk hat aus unserem moralischen Dilemma ein Marktsegment gemacht – mit satten Gewinnmargen. Ein Becher Fair-Trade-Kaffee der Marke Tchibo ist für 80 Cent zu haben. Der neokoloniale Ausbeuter-Kaffee kostet weiterhin 50 Cent, maximal 6 Cent davon das Kaffeepulver. „Höherwertiger“ nennt Hans Joachim Gabriel, Bereichsleiter Mensen beim Studentenwerk, sein neues Angebot. Gewinnbringender wäre die treffendere Beschreibung. Seine Einkaufspreise will Gabriel lieber nicht nennen. Doch es ist klar: Der Kleinbauer aus Afrika, der uns glücklich von den Werbeplakaten angrinst, profitiert kein Stück von den Zusatzeinnahmen.</p>
<p>Statt durch Kaffeekonsum die Welt zu verbessern, verbessern die Wohlgesinnten in erster Linie also die Geschäftsbilanz des Studentenwerks. Und wir ewigen Konsumkritiker lassen uns ganz unkritisch dafür einspannen. Die Ablasshändler an der Kaffeebar zeigen uns wie’s geht. Statt einer Extraportion Arabica gibt es eine Extraportion gutes Gewissen. Kaffee als Wohlfühl-Droge. Legitimiert durch Bio-Siegel und Fair-Trade-Logo.</p>
<p>Bei Fair Trade sind Marktmechanismen übrigens bewusst außer Kraft gesetzt. Den Kaffeebauern sind Mindestpreise garantiert. Eine Idee, die einst in den Erzeugerländern nachhaltige Landwirtschaft ermöglichen sollte, ist bei uns zum Marketing-Gag verkommen. Für Paul Collier, den Ökonom und Afrikaexperten aus Oxford, ist Fair Trade ohnehin nur „ein Instrument der Wohltätigkeit.“ Es setze den Bauern Anreize, ihre armutsfördernde Produktion fortzuführen. Eine Provokation für den verantwortungsvollen Kaffeegeniesser aus Dahlem.</p>
<p>Wer an solchen Widersprüchen und deren moralischer Bürde verzweifelt, kann es wie Bachs Liesgen mit einer Täuschung versuchen: Für die Erlaubnis zu heiraten verspricht sie dem alten Schlendrian das Kaffeetrinken aufzugeben. Was sie ihrem Vater verschweigt: Sie wird nur einen Mann heiraten, der ihr das Kaffeetrinken in der Ehe gestattet.</p>
<p>Wen wollen wir täuschen: das moralvergessene Liesgen in uns oder den tugendsamen Schlendrian? Oder gar beide? Darüber lohnt es sich nachzudenken – nicht nur einen Kaffee lang.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2010/10/25/gutes-gewissen-fur-30-cent/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Mövenpick-Juristen</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2010/07/12/die-movenpick-juristen/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2010/07/12/die-movenpick-juristen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 19:22:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hendrik.pauli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=3294</guid>
		<description><![CDATA[Viele Mitglieder des StuPa sind notorisch kamerascheu. Das ist OK so, findet die Sitzungsleitung. Das ist es nicht, findet Hendrik Pauli und hat überraschende Parallelen entdeckt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Viele Mitglieder des StuPa sind notorisch kamerascheu. Das ist OK so, findet die Sitzungsleitung. Das ist es nicht, findet<em> Hendrik Pauli </em>und hat überraschende Parallelen entdeckt.</strong></p>
<p><strong><img class="aligncenter size-full wp-image-3296" title="montagskommentargroß" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/07/montagskommentargroß2.jpg" alt="" width="450" height="275" /><br />
</strong></p>
<p>Juristen sind eine schreckliche Spezies. Ihre Ausbildung verbringen sie über bibeldicken Gesetzeskommentaren und lernen dabei unverständliche Begriffsdefinitionen auswendig. Sie sind kleinkarierte Paragraphenhuber mit grässlicher Neigung zur Haarspalterei. Das kann nervtötend sein. Aber die Materie verlangt das.</p>
<p>Viel schrecklicher als die Juristen sind allerdings die Anti-Juristen. Sie haben ein – vorsichtig gesagt – taktisches Verhältnis zu geltendem Recht. Und sie sitzen nicht in irgendeinem entlegenen Lesesaal, sondern im Studierendenparlament.</p>
<p>Dort verweigert die Sitzungsleitung penetrant eine freie Bildberichterstattung. Dazu richtet sie „geschützte“ Zonen ein, in denen nicht fotografiert werden darf. Aber wozu das Versteckspiel? Angeblich würden Neonazis und rechte Schläger das Internet systematisch nach  Linksaktivisten durchkämmen. Weiteres Argument: die ewige Systemkritik. Der Parlamentarismus sei eine bürgerliche Institution und daher rundweg abzulehnen. Eigentlich wolle man kein gewählter Vertreter sein, schon gar nicht als solcher erkannt werden. Für die Sitzungsleitung mag das schlüssig klingen, in Wahrheit ist es völlig gaga. Am Ende muss man sich gar fragen, woher die Pressefreiheit – zur Erinnerung: ein Grundrecht – in diesem Fall eigentlich unterminiert wird: von rechts oder von links?</p>
<p>Um die Sache wieder vom Kopf auf die Füße zustellen reicht ein Blick in die Satzung der Studierendenschaft. „Die Organe der Studierendenschaft tagen öffentlich“, steht dort unmissverständlich. Persönlichkeitsrechte, auch das Recht am eigenen Bild, sind somit bei diesen Anlässen eingeschränkt. Weiter heißt es: „Die Sitzungsleitung ist für eine geschäftsordnungsgemäße Arbeit des Studierendenparlaments verantwortlich.“ Dass die Sitzungsleitung ihre eigenen Rechtsgrundlagen nicht kennt, davon ist nicht auszugehen. Doch dass sie sie nicht durchsetzt, hat einen speziellen Grund: Vier von fünf Mitgliedern der Sitzungsleitung werden von den linken AStA-Listen gestellt. Da arrangiert man sich halt gerne, gemäß dem ersten Mövenpick’schen Gesetz: „Beiße nie in die Hand, die dich füttert.“ Klientelismus bester neoliberaler Schule. Eine Praxis, die rechtsvergessen und willkürlich ist und damit vor Allem eines: unpolitisch.</p>
<p>Wer wirklich Politik machen und nicht nur eine schlechte Karikatur davon darstellen will, der muss sich auch zu ihren ganz basalen Spielregeln bekennen, zur Stärke des Rechts und nicht zum Recht des Stärkeren.</p>
<p>Das kann nervtötend sein. Dafür muss man schon aus besonderem Holz geschnitzt sein. In diesem Sinne: Juristen rein ins StuPa, Anti-Juristen raus!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2010/07/12/die-movenpick-juristen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Opportunisten wie wir</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2010/07/05/opportunisten-wie-wir/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2010/07/05/opportunisten-wie-wir/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 21:52:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildungsstreik]]></category>
		<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=3261</guid>
		<description><![CDATA[Im letzten Sommer begann die Bildungsstreik-Offensive, ein Jahr später ist von Widerstand kaum noch etwas zu spüren. Max Krause sucht nach Gründen – bei der Protestbewegung und sich selbst.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Im letzten Sommer begann die Bildungsstreik-Offensive, ein Jahr später ist von Widerstand kaum noch etwas zu spüren. Max Krause sucht nach Gründen – bei der Protestbewegung und sich selbst.<a rel="attachment wp-att-3262" href="http://www.furios-campus.de/2010/07/05/opportunisten-wie-wir/montagskommentargros/"><img class="alignnone size-full wp-image-3262" title="montagskommentargroß" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/07/montagskommentargroß.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a></em></p>
<p>Es war einmal, im November 2009: Die deutschsprachige Universitätslandschaft erfasst eine Welle des Protests. Für Tage, fast Wochen richtet sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Hochschulen. Der große Erfolg der Studierenden ist zum Greifen nahe. Scheinbar. Denn im Juli 2010 zeigt sich ein ganz anderes Bild. Der groß angekündigte Bologna-Gipfel blieb ohne Ergebnisse, die Bildungsstreik-Demonstration eine Randnotiz in den Zeitungen, die Protestatmosphäre ist verflogen. Statt zu einer Siegesfeier rufen die ASten der FU, TU und HU diesen Dienstag zum Krisengipfel: „Ausgebrannt? Perspektiven und Utopien nach dem Uni-Streik“ ist der vielsagende Titel der Veranstaltung. Selbst der Runde Tisch, der vielen als größte Errungenschaft des Bildungsstreiks gilt, muss mangels Beteiligung über seine Auflösung nachdenken. Was ist passiert?</p>
<p>Als auf der Vollversammlung im Herbst darüber abgestimmt wurde, ob der Hörsaal 1A besetzt werden soll, hob ich die Hand, zusammen mit etwa fünfhundert anderen Anwesenden. Die Erwartungen waren groß, geschürt vom Erstarken der Bewegung im ganzen Land. Ich verfolgte die wöchentlichen Plena voller Interesse, ich ging für bessere Bildung auf die Straße. Ich war dabei.</p>
<p>Begeisterung ist eine starke Motivation, doch sie ist nicht lange haltbar. Bald war klar, dass die Erfolge sich nicht so schnell einstellen würden wie erhofft. Hier begann der Teufelskreis: Immer weniger Leute kamen zu den Plena, die Diskussionen waren mehr und mehr geprägt von zähen organisatorischen Fragen und langen Debatten über die richtigen Formulierungen. Sollte man wirklich schon wieder eine Vorlesung sausen lassen, um daran teilzunehmen? Hatte man nicht schon gezeigt, dass man die Sache unterstützte, hatte man nicht schon genug getan? Politik machen heißt auch, einen langen Atem zu haben. In der kritischen Phase, in der der Bildungsstreik Standhaftigkeit beweisen musste, wandte ich mich von ihm ab, und viele andere mit mir. Als es ernst wurde, haben wir gekniffen.</p>
<p>Heute stehen wir da, schauen auf den Bildungsstreik und sind unzufrieden, wünschen uns eine große Aktionswoche wie im letzten Jahr. Wir wollten vermeiden, dass wir wegen unseres Engagements weniger zum Studieren kommen und sind jetzt enttäuscht von denen, die nach zwei Semestern Arbeit im Aktionsbündnis wieder ein bisschen studieren wollen. Letztlich haben wir selbst dafür gesorgt, dass dem Streik die Puste ausgeht – wir hatten selbst keine. Wir haben nicht begriffen, was es heißt, zu streiken.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2010/07/05/opportunisten-wie-wir/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Nach dem Heft ist vor dem Heft</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2010/06/15/nach-dem-heft-ist-vor-dem-heft/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2010/06/15/nach-dem-heft-ist-vor-dem-heft/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 11:34:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[FURIOS 04]]></category>
		<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=2960</guid>
		<description><![CDATA[Die neue Ausgabe ist gedruckt. Aber keine Zeit für langes Feiern, denn die nächste schreibt sich nicht von selbst und nebenbei gibt es noch eine Fußball-WM zu zelebrieren, weiß Filip Tuma.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die neue Ausgabe ist gedruckt. Aber es bleibt keine Zeit für langes Feiern, denn die nächste schreibt sich nicht von selbst und nebenbei gibt es noch eine Fußball-WM zu zelebrieren, weiß <em>Filip Tuma</em>.</strong></p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-2961 aligncenter" title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/06/montagskommentar1.jpg" alt="" width="450" height="275" /></p>
<p>Mit einem furiosen 4:0 startete das deutsche Team am Sonntag in die WM. Es fällt schwer sich klar zu machen, dass es neben den aktuellsten Fußballergebnissen noch andere Dinge gibt, die Aufmerksamkeit verdienen. Seit über einer Woche ist die aktuelle Ausgabe der FURIOS verfügbar, ihr Erscheinen feierten wir wohlwissend einen Tag vor dem Eröffnungsspiel in Südafrika. Mit der Drucklegung ist die Arbeit aber nicht getan, das Heft muss auf dem Campus unters Volk gebracht werden.</p>
<p>In der Mittagspause beobachte ich unseren Politikspezialisten Hendrik, wie er hungrigen Studenten vor der Mensa die neue Ausgabe einflößt. Mit «Kostenlos! Kostenlos!», «Exlusiv-Interview mit Jogi Löw!» und «Nacktbilder von Lena!» preist er das Heft an. Sein Elan ist immens, ich frage mich (und ihn) dennoch, ob sein Flunkern nicht auf ihn zurückfallen wird. Er antwortet schulterzuckend: «Mein Artikel ist schon auf mich zurückgefallen.» Der grünen Hochschulgruppe habe es nicht gefallen, dass er sie in einem Artikel zur Koalition mit dem Ring-Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) aufgefordert hat.</p>
<p>Politik ist und bleibt ein bestimmendes Thema für die Redaktion. Bei der letzten Redaktionssitzung haben wir erfahren, dass uns eine der FU-Listen einen Platzverweis erteilt hat. Den haben wir uns nicht mit einer Blutgrätsche verdient, sondern weil unsere redaktionellen Texte – folgt man den selbsternannten Schiedsrichtern der Campuspolitik – sexistisch, rassistisch und homophob sind.</p>
<p>Nach dem Heft ist vor dem Heft (frei nach Sepp Herberger), aber eine FURIOS-Ausgabe dauert etwas länger als 90 Minuten, nämlich ein ganzes Semester. Dieser Umstand wird nicht dadurch erleichtert, dass wir in der Redaktionsleitung drei Posten neu besetzen müssen. Regelmäßige Spielerwechsel gehören zu diesem Magazin wie die Vuvuzela ins südafrikanische Stadion. Die Frage ist: Bleibt es dann noch unsere heißgeliebte FURIOS? Und überhaupt: Ist das Magazin zu sperrig und verkopft, oder ist das genau der Grund, wieso die Leute uns lesen?</p>
<p>Diese Frage ist beispielhaft für die Mitarbeit bei der FURIOS; nach außen kontrovers, nach innen kontrovers. Das mein vielleicht gründlichster Eindruck nach zwei Monaten FURIOS: Dass Konflikten nicht aus dem Weg gegangen wird, sondern sie möglichst frontal angegangen werden. Und weil es dabei nie darum geht, den anderen kleinzumachen, sondern die Sache großzumachen, bin ich zuversichtlich, dass wir noch die eine oder andere lesenswerte Ausgabe auf die Beine stellen werden. Am besten lassen wir uns dazu von Lukas Podolski motivieren, der nicht nur mit seinen Füßen zaubern kann, sondern auch mit Worten: «Wir müssen jetzt die Köpfe hochkrempeln und die Ärmel auch!»</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2010/06/15/nach-dem-heft-ist-vor-dem-heft/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bombengrüße aus Bagdad</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2010/06/07/bombengruse-aus-bagdad/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2010/06/07/bombengruse-aus-bagdad/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 21:42:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Campus]]></category>
		<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=2896</guid>
		<description><![CDATA[Dahlem befindet sich in Aufruhr. Die irakische Botschaft zieht in die Pacelliallee. Auch FU-Studenten sollten besorgt sein, finden Linn Voss und Angelina Scheck im Montagskommentar.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dahlem befindet sich in Aufruhr. Die irakische Botschaft zieht in die Pacelliallee. Auch FU-Studenten sollten besorgt sein, finden <em>Linn Voss</em> und<em> Angelina Scheck</em> </strong><strong>im Montagskommentar.</strong></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2897" title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/06/montagskommentar.jpg" alt="" width="450" height="275" /></p>
<p>Beschaulich war das Leben in der Villenhochburg Dahlem, doch nun ereilt uns die Bedrohung aus Nahost. Nicht die Mafia, nicht die Illuminaten, nein, schlimmer – der Schatten der irakischen Botschaft verdunkelt die Sonne nahe der Silberlaube. Die Republik Irak kaufte vor kurzem eine prunkvolle Villa in der Pacelliallee, um dorthin mit ihrer Vertretung umzuziehen. Das bisherige Gebäude in Zehlendorf sei nach Angaben des Botschaftssprechers Musawy „alt und verrottet“ und so wurde die neue Residenz am 22. April eröffnet. Unklar ist jedoch bisher, wie genau das Gebäude genutzt werden darf, da Anwohner bereits Beschwerden und Klagen eingereicht haben. Sie befürchten eine Gefährdung von Leib, Leben und Immobilienpreisen durch eventuelle Anschläge. Verständlich – immerhin werden die Selbstmordattentäter gleich mitgeliefert und sind im siebenstelligen Kaufpreis der Villa enthalten.</p>
<p>Man munkelt, dass erst vor kurzem ein Ausbildungslager für Terroristen eingerichtet worden sei, die zu Trainingszwecken unter Anleitung von als Botschaftern getarnten Agenten auf wehrlose Gartenzwerge schießen. Engagiert ergreifen die Anwohner die Initiative und verlassen sich nicht auf das qualitativ minderwertige Sicherheitspersonal der dubiosen Iraker, sondern errichten unüberwindbare Mauern in ihren Köpfen zum Schutz vor interkulturellem Austausch. Als gute Bürger wenden sie sich an die Justiz mit dem Argument, der Betrieb einer Botschaft widerspreche der Nutzung der Gegend um die Pacelliallee als reines Wohngebiet. Bei so viel Einsatz ist es nachvollziehbar, dass die Kapazität nicht ausreicht, um die bereits in genau diesem Wohngebiet befindlichen Botschaften des Omans und Marokkos zu bemerken. Viel vertrauenswürdiger für dort wohnende Vorstandsvorsitzende, Banker und Manager ist natürlich der ehemalige Mieter: die Göttinger Gruppe, eine der größten „Kapitalanlagengesellschaften“. Sie musste 2007 aufgrund zwielichtiger Geschäfte auf dem grauen Kapitalmarkt Insolvenz anmelden.</p>
<p>Hoffen wir also, dass die selbstlosen Anwohner mit ihren Klagen bald Erfolg haben, denn sonst sinken laut mathematischer Vorhersage eines dort beheimateten Bankers neben den Immobilienpreisen auch die Überlebenschancen um 5–35%. Bis dahin empfehlen wir Studierenden das Anlegen schusssicherer Westen beim Verlassen der U-Bahn, „denn schließlich bleiben im Falle eines Schusswechsels die Kugeln nicht im Gartenzaun stecken“.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2010/06/07/bombengruse-aus-bagdad/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Hummer bringt den Haushaltskummer</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2010/06/01/der-hummer-bringt-den-haushaltskummer/</link>
		<comments>http://www.furios-campus.de/2010/06/01/der-hummer-bringt-den-haushaltskummer/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 May 2010 22:18:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.furios-campus.de/?p=2677</guid>
		<description><![CDATA[Während es überall an Mitteln fehlt, versenkte die FU seit 2003 über 1 Million Euro in einem Alumni-Verein in New York, der eigentlich Geld einbringen sollte. Ein Kommentar von Karl Hosang.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Während es überall an Mitteln fehlt, versenkte die FU seit 2003 über 1 Million Euro in einem Alumni-Verein in New York, der eigentlich Geld einbringen sollte. Ein Kommentar von<em> Karl Hosang.</em><br />
</strong></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2682" title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/05/montagskommentar3.jpg" alt="" width="450" height="275" /></p>
<p>„Ein Freund, ein guter Freund, das ist das beste, was es gibt auf der Welt“, das wussten schon die Comedian Harmonists und das weiß man auch im FU-Präsidium, wo man stets bemüht ist innige Freundschaften zu knüpfen. Auch in Übersee wollte man eifrig Kontaktpflege betreiben und gründete zu diesem Zweck 2002 den gemeinnützigen Verein „Friends of FU Berlin“ samt Büro in New York City, mit dem Ziel, Spendengelder von Ehemaligen einzusammeln. Das klingt nicht nach wahrer Freundschaft? Das dachten sich wohl auch die Betreiber des Vereins, haben ihren Status als „Not-for-Profit-Association“ gleich allzu ernst genommen und lieber Geld ausgegeben als welches einzunehmen.</p>
<p style="text-align: left;">So flossen jährlich etwa 200.000 Euro in den Club, welcher sich eigentlich bald selbst tragen sollte. Die erhofften Einnahmen hingegen blieben leider aus. Eine verbriefte Spende über 600.000 Dollar kam von der Max-Kade-Stiftung für die Sanierung des Henry-Ford-Baus, doch diese Summe verschwand, wie die FU-Gelder auch, zwischen den eigenen Ausgaben. Letztlich mussten für die Sanierung Mittel des Universitätshaushalts dafür verbraucht werden.<br />
Guten „Friends“ gegenüber darf man jedoch nicht geizig sein und fuhr weiterhin mit schicken Abendveranstaltungen in 5-Sterne-Hotels auf, auch Stars wie Christo und Jeanne-Claude wurden gebucht und zuletzt Räumlichkeiten für 50.000 Dollar gemietet.  »Neben der jährlichen Fundraising-Gala zeigen wir Filme, wir führen Buchlesungen und Diskussionsveranstaltungen durch, demnächst auch eine Whiskeyprobe«, verkündete die Leiterin Helene Sostarich-Basariam berauscht.</p>
<p style="text-align: left;">»Es gibt seit vielen Jahren Absolventen von Oxford oder Cambridge, die in den USA leben und an ihre Alma Mater spenden, und wir machen das jetzt auch, mit Absolventen und Unterstützern », frohlockte Sostarich-Basariam weiter und zeigt die Inspiration für die desaströse Story auf. Was Oxford und Cambridge können, das kann die FU Berlin auch.<br />
Vielleicht fällt hier in Berlin aber auf, dass das Fehlen eines Vereins, der bei Ehemaligen hausieren geht, nicht der einzige Mangel ist und man erkennt darin womöglich einen Wink mit dem Champagnerglas für zweierlei Dinge: Erstens, dass solch eine Stelle gewisse Kompetenzen im Fundraising aufweisen sollte. Zweitens ist es bezeichnend, wenn die früheren Zöglinge die Gaben unterlassen und angesichts der Missachtung der studentischen Interessen zweifelhaft, ob diese Geschäftsidee in Zukunft allzu ertragreich sein wird.</p>
<p style="text-align: left;">Nun wird der Verein aufgelöst. Spannend bleibt, ob die FU auch noch auf den Kosten für die Abwicklung sitzen bleibt. Leider gibt es weder Einigkeit über die Schuldigen, noch waren die Geldflüsse nachvollziehbar, erklärt Ursula Lehmkuhl, bis Ende April noch Interims-Unipräsidentin. Sie möchte jedenfalls keine Nachlässigkeit von Seiten des ehemaligen Präsidenten Dieter Lenzen feststellen. Die FU betreibt nicht nur Betriebswirtschaft wo es nicht angebracht ist, sie hat nicht einmal Erfolg dabei. Eine Hochschule, die unter Lenzen zur „International Network University“ geadelt wurde, lässt sich davon natürlich nicht beirren und weiß, dass gute Beziehungen umso länger halten, wenn man sie bei Hummer und Champagner knüpft. Wohl bekomm’s!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.furios-campus.de/2010/06/01/der-hummer-bringt-den-haushaltskummer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

<!-- This site's performance optimized by W3 Total Cache. Dramatically improve the speed and reliability of your blog!

Learn more about our WordPress Plugins: http://www.w3-edge.com/wordpress-plugins/

Page Caching using disk (user agent is rejected)
Database Caching 15/35 queries in 0.032 seconds using disk

Served from: userpage.spline.inf.fu-berlin.de @ 2012-02-05 04:15:43 -->
