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	<title>FURIOS Online &#187; Ewige Ehemalige</title>
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	<description>Studentisches Campusmagazin an der FU Berlin</description>
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		<title>Satiriker auf leisen Sohlen</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Jan 2011 22:38:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>interfilip</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ewige Ehemalige]]></category>
		<category><![CDATA[FURIOS 05]]></category>

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		<description><![CDATA[Satiriker auf leisen Sohlen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gemeinsam mit der Titanic-Rasselbande hielt F.W. Bernstein der jungen Bundesrepublik den Spiegel vor. Furios traf einen Pionier der deutschen Satire mit FU-Vergangenheit. Von Filip Tuma.</strong></p>
<div id="attachment_4483" class="wp-caption alignnone" style="width: 480px"><a rel="attachment wp-att-4483" href="http://www.furios-campus.de/2011/01/24/satiriker-auf-leisen-sohlen/neuer-scan_entrauscht_himmel/"><img class="size-large wp-image-4483" title="neuer scan_entrauscht_himmel" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2011/01/neuer-scan_entrauscht_himmel-470x276.jpg" alt="" width="470" height="276" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Kassian Mayr</p></div>
<p>„Sie erkennen mich an der rotgrünen Schirmmütze.“ Eine Woge Studenten schwappt über den U-Bahnsteig in Dahlem. Zurück bleibt eine hohe Erscheinung im schwarzen Mantel, die Schultern leicht gebeugt: Fritz Weigle, besser bekannt als F. W. Bernstein, Urgestein der deutschen Satire und Professor für Karikatur a.D. Seine hellen Augen über dem wirren Schnurrbart blicken neugierig umher, während der Satiriker mit bedächtigen Schritten vom Thielplatz zum Campus der FU läuft. Es war einmal seine eigene Uni, doch eine Weile ist das schon her. „Was hat ein alter Mann wie ich den jungen Leuten noch zu sagen?“ fragt Bernstein. Er setzt lieber zu tief an, als zu hoch. Gemeinsam mit seinen Gefährten von der Neuen Frankfurter Schule besetzte er die klaffende Lücke im Niemandsland der deutschen Satire. Die Titanic-Gründer rund um Gernhardt, Waechter, Poth und Bernstein warfen einen scharfen Blick auf die hiesige Artenvielfalt. Bernsteins Kommentar: “Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche.”</p>
<p>Statt Wild gibt es heute Fisch. Den Seehecht mit Sahnesoße balanciert Bernstein zielsicher durch das Gedränge in der Mensa. Obwohl sein Germanistikstudium bald 50 Jahre her ist, fragt die nette Dame an der Kasse nicht nach seinem Studentenausweis. „Fünfzig Jahre. Noch einmal so weit zurück, da ist man schon in der Kaiserzeit,“ amüsiert er sich. Der Seehecht scheint ihm zu schmecken.</p>
<p>Bernsteins FU war eine andere. Es geisterten noch keine Massen durch das Labyrinth der Silberlaube, die Germanisten residierten in einer gediegenen Villa. Für ein “Schmalspurstudium” war er eingeschrieben, erinnert er sich. „Ein Nachhilfekurs in Literatur, um Goethe richtig verstehen zu lernen.“ Das professorale Wort galt als Gesetz. Bei diesem Gedanken kommt der junge Student mit dem verschmitzten Lächeln zum Vorschein. „Es kam ja sonst niemand darauf, das auf die Schippe zu nehmen.“ Dem akademischen Ernst setzte er Leichtigkeit entgegen, auf Wollsocken tappt seine Satire heran.</p>
<p>Schön und gut, doch was ist mit der Politik? Die Sechziger Jahre, Berlin, Revolte, Revolte! „Über Dutschke unterhalte ich mich nicht. Über den habe ich nicht viel zu erzählen.“ Der Blick durch die 68er Brille ist ihm zu eng. Seine Kommilitonen waren keine Aufständler. Es war eine bürgerliche Elite, die da studierte, das verstand sich von selbst. Es brauchte kein Exzellenz-Komitee, um das Selbstwertgefühl der Studenten aufzupolieren. Politische Ambitionen hätten nur gestört. „Man war gegen Adenauer“, damit erschöpfte sich der aufrührerische Geist. Bernstein saß mit den anderen auf der Wiese vor dem Henry-Ford-Bau, lauschte einem charismatischen US-Präsidenten, der „ein geeintes Berlin in einem geeinten Deutschland“ forderte — unter demokratischer Fahne, versteht sich. Behaglicher als am radikalen Rand ist es Bernstein in der Mitte der Gesellschaft, da wo der gutbürgerliche Konsens schlummert, das Lieblingsobjekt seiner Satire.</p>
<p>Das Wichtigste liegt in der Mitte!<br />
Bitte:<br />
Streich weg das DE und am End das AND:<br />
DEUTSCHLAND wird hiermit UTSCHL<br />
genannt.</p>
<p>So dichtete der Satiriker. Und dann, auf der Terrasse des Pi-Café bei einer Tasse Tee, erzählt er doch von Dutschke. Da war diese Geschichte mit dem langhaarigen Typen. “Der wurde in Schöneberg von einer aufgebrachten Menge vermöbelt. Weil die ihn mit Dutschke verwechselt haben.” Bernstein lächelt vielsagend. “Dabei war Dutschke ein gut frisierter Typ, mit einem gepflegten Auftritt.“ Er nimmt noch einen letzten Schluck aus der Tasse. Wie der Satiriker gekommen ist, verabschiedet er sich: auf leisen Sohlen Richtung U-Bahnhof.</p>
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		<title>Der ewige Revoluzzer</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 22:37:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ewige Ehemalige]]></category>
		<category><![CDATA[FURIOS 04]]></category>

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		<description><![CDATA[RAF-Anwalt, passionierter Fahrradfahrer, Kreuzberg-Maskottchen, Mitbegründer von taz und den Grünen. Ein Portrait über Hans-Christian Ströbele von Tobias Heimbach.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>RAF-Anwalt, passionierter Fahrradfahrer, Kreuzberg-Maskottchen, Mitbegründer von taz und den Grünen. Ein Portrait über Hans-Christian Ströbele von <em>Tobias Heimbach</em>.</strong></p>
<div id="attachment_2966" class="wp-caption alignleft" style="width: 480px"><img class="size-large wp-image-2966" title="Hans-Christian Ströbele" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/06/stroebele-470x312.jpg" alt="" width="470" height="312" /><p class="wp-caption-text">FU-Veteran mit bewegter Vergangenheit: Hans-Christian Ströbele. Foto: Cora-Mae Gregorschewski</p></div>
<p>Ist es schwer, sich treu zu bleiben? Er nickt, ja, ganz gewiss. Bleibt sich aber nicht gerade derjenige treu, der sich auch verändert? Hans-Christian Ströbele sieht das nicht so. Seine ehemaligen Weggefährten haben Metamorphosen hinter sich, wurden Innenminister, Berater bei BMW, auch NPD-Mitglieder. Ströbele aber bleibt. Stur.</p>
<p>Wie ein 70-Jähriger wirkt der Mann in Jeans beim Besuch in seinem Abgeordnetenbüro nicht. Aufmerksam, angriffslustig und etwas lausbubenhaft blitzen seine auffallend blauen Augen unter den buschigen Brauen hervor. Es ist ein warmer Aprilnachmittag, das Fenster in Ströbeles Büro steht offen.</p>
<p>Als der Mann mit den weißen Haaren 1961 aus Heidelberg an die Freie Universität wechselte, sah es nicht so aus, als sollte 50 Jahre später »MdB« an seiner Tür stehen. Während seines Jura-Studiums hatte er das »Studentenleben und natürlich Frauen« im Sinn. In seiner Freizeit half er Ostberlinern bei der Flucht in den Westen. Für ihn eine »Mischung aus Abenteuerlust und humanitärem Engagement«.<br />
An der FU ging es zunächst weniger aufregend zu. Studentenproteste gab es Anfang der 60er Jahre noch nicht. Die Urabstimmung zum Sturz des Burschenschaftlers und späteren Berliner CDU-Bürgermeisters Eberhard Diepgen als Vorsitzender des rechts dominierten AStAs bleibt vorerst die einzige poltische Initiative, die Ströbele aktiv unterstützt.</p>
<p>Sein Erweckungserlebnis kommt, wie für so viele seiner Generation, als am 2. Juni 1967 der Polizist Karl-Heinz Kurras den wehrlosen Demonstranten Benno Ohnesorg erschießt. Noch am selben Abend tritt Ströbele in das Anwaltsbüro von Horst Mahler ein und wird schlagartig in die Studentenbewegung katapultiert. »Von da an war ich bei allen Demonstrationen dabei und habe viele Studenten vor Gericht vertreten.« Damals lernt er auch Rudi Dutschke kennen, von dem er heute noch mit großer Bewunderung spricht. »Mit seinem Charisma und politischen Reden hat er uns begeistert. So einen gab es danach nicht wieder.« Später vertritt Ströbele RAF-Mitglieder in Stammheim. Diese Jahre haben ihn geprägt, bis heute.</p>
<p>»Ich glaube, dass eine neue Art sozialistischer Gesellschaft kommen wird. Die Entwicklung der Menschheit führt dahin, davon gehe ich aus.« Ströbele ist seiner Überzeugung ein Leben lang treu geblieben. Andere knickten ein, er aber blieb stehen wie der trotzige Gegenbeweis auf die Phrase »Wer mit 20 Jahren nicht Sozialist ist, der hat kein Herz, wer es mit 40 Jahren noch immer ist, hat kein Hirn.«</p>
<p>Doch einfach war es nicht immer. Als Bundeskanzler Gerhard Schröder 2001 die Abstimmung über die Teilnahme am Afghanistaneinsatz an die Vertrauensfrage band, sprach sich Ströbele gegen den Krieg und somit auch gegen die rot-grüne Koalition aus: »Es ist nicht leicht bei seiner Meinung zu bleiben, wenn alle um einen herum auf eine andere Entscheidung drängen.«</p>
<p>Die Grünen wandelten sich mit der Zeit, Ströbele nicht. Obwohl ideologisch näher, will er mit der Linkspartei nichts zu tun haben. Vielleicht ist er zu alt für einen erneuten Frontwechsel, vielleicht zu unbeweglich. Vielleicht brauchen Idealisten immer auch eine Portion Sturheit.</p>
<p>Wie soll es nun weitergehen? Kehrt so jemand der Politik einfach den Rücken? »So lange es geht, werde ich mich für meine politischen Ziele einsetzen«, sagt er. Statt Busreisen in den Harz und Golfplätze interessieren ihn Afghanistan und die Finanzkrise. »Manche Sachen bringen mich immer noch auf die Palme. Da kann ich nicht ruhig vorm Fernseher sitzen und nur zusehen.«</p>
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		<title>Der Anti-Student</title>
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		<pubDate>Sun, 31 May 2009 22:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ewige Ehemalige]]></category>
		<category><![CDATA[FURIOS 02]]></category>
		<category><![CDATA[Benedict Wells]]></category>

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		<description><![CDATA[Als er mit 19 von München nach Berlin zog um Schriftsteller zu werden, waren die (Selbst-)Zweifel groß. Vier Jahre später veröffentlichte Benedict Wells (24) seinen Debütroman »Becks letzter Sommer«. Und zeigt, dass man auch ohne Studium erfolgreich sein kann. Ein Portrait.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als er mit 19 von München nach Berlin zog um Schriftsteller zu werden, waren die (Selbst-)Zweifel groß. Vier Jahre später veröffentlichte Benedict Wells (24) seinen Debütroman »Becks letzter Sommer«. Und zeigt, dass man auch ohne Studium erfolgreich sein kann. Ein Portrait.<span id="more-139"></span></strong></p>
<p><em>Von Johann Haber und Cora-Mae Gregorschewski (Foto)</em></p>
<p><em></em></p>
<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_234" class="wp-caption alignnone" style="width: 480px;">
<dt class="wp-caption-dt"><em><em><img class="size-large wp-image-234" title="0rqm5hywlbv1eal-krvp42qhtywfayvlbeb2glz7a3s1" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2009/06/0rqm5hywlbv1eal-krvp42qhtywfayvlbeb2glz7a3s1-470x352.jpg" alt="Ben Wells_Ewige Ehemalige" width="470" height="352" /></em> </em></dt>
<dd class="wp-caption-dd"></dd>
</dl>
</div>
<p><em>Wer schreiben will, muss leiden. Benedict Wells im Hausflur seiner alten Wohnung – »eine absolute Bruchbude«, wie er selbst sagt.</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Benedict Wells macht einen unauffälligen Eindruck. Er ist schmal, höflich, sogar herzlich. Kleidet sich nicht exzentrisch, hat gepflegt-ungepflegtes Haar und einen leichten Einschlag von bayerischer Mundart. Er wirkt eigentlich wie ein ganz gewöhnlicher Student.</p>
<p style="text-align: left;">Seltsam, dass er, obwohl früher mehrere Semester pro forma an der FU eingeschrieben, partout keiner sein will. »Das letzte mal als ich richtig in einer Vorlesung war, habe ich einen Freund begleitet, BWL war das, glaube ich.« Dort ist ihm erneut klar geworden, warum der Student Benedict Wells nie mehr als eine Karteileiche war. »Ich mag es einfach nicht, wenn einer so da oben steht und daherredet, ohne auf mich einzugehen. Ich habe grundsätzlich ein Problem mit Autorität.« Das klingt nach einer billigen und selbstgerechten Pose, aber im Gespräch wird klar, dass dies nicht zutrifft. Es ist weniger eine Kritik, als ein Eingeständnis, nicht in die Universität zu passen. Die Hauptvorwürfe an die Reformen des Bildungssystems, am Fokus auf das schnelle Studieren, dem erhöhten Druck und der Stromlinienförmigkeit der Ausbildung teilt er dennoch.</p>
<h2 style="text-align: left;"><strong>»</strong><strong>Ein grundsätzliches Problem mit Autorität«</strong></h2>
<p style="text-align: left;">Schon in der Schule verlief seine Karriere darum unregelmäßig: Drei verschiedene Internate besuchte er, bevor er nach dem Abitur nach Berlin zog, um seinen ersten Roman zu schreiben: »Becks letzter Sommer«, voriges Jahr bei Diogenes erschienen. Umso erstaunlicher, dass dieser ausgerechnet eine Lehrer-Schüler-Beziehung zum Thema hat, wenn auch eine auf gleicher Augenhöhe. Als bildungspolitisches Programm betrachtet er seinen Erstling aber nicht.   Auch sonst springen keine Berührungspunkte ins Auge – Wells ist keineswegs ein so abgeklärter Zyniker wie seine Hauptfigur Beck, was erklären mag, warum der manchmal etwas klischeehaft erscheint. »Becks letzter Sommer« ist kein großer Wurf, aber handwerklich so souverän, dass man sich von Wells noch einiges erhoffen kann.</p>
<p style="text-align: left;">Statt des Studiums arbeitete er einige Zeit als Redakteur bei »Menschen bei Maischberger«. Hinter den Kulissen habe es von Zynikern gewimmelt, so dass es einiger Anstrengung bedurfte, nicht selber einer zu werden. Trotzdem arbeitete er gerne mit ihnen zusammen. Ausgestiegen ist er, als es zuviel wurde: tagsüber den Lebensunterhalt zu verdienen, und sich parallel in seiner Wohnung — »eine absolute Bruchbude« — die Nächte beim Schreiben um die Ohren zu schlagen.</p>
<h2 style="text-align: left;"><strong>Nach Barcelona: </strong><strong>»Leben«</strong></h2>
<p><strong></strong></p>
<p style="text-align: left;">Als wichtige Lebenserfahrung betrachtet er diese Zeit, vor allem weil sie ihm einen Einblick ins Arbeitsleben brachte, der in seiner Zunft selten ist. »Einige Leute fragen mich jetzt auch, ob es mir gefällt, der Schriftstellerszene anzugehören. Aber erstens tue ich das nicht und zweitens würde mir das nicht gefallen. Ich mag Szenen grundsätzlich nicht.« Einige Dinge heben ihn ab vom Bild, das man von einem typischen Feuilletonliebling hat – seine unironische Bewunderung für SciFi-Blockbuster wie »The Matrix« beispielsweise. »Ich habe auch vor, einen Fantasy-Roman zu schreiben.«  Vorerst erscheint demnächst ein weiteres Buch, »in dem ich auch mal sagen will, dass es keine Schande ist, wenn das Studium nichts für einen ist.«  Danach plant er, zu reisen und ein Jahr in Barcelona zu leben. Was er da machen will? »Leben. Das habe ich in den letzten paar Jahren viel zu wenig getan.«</p>
<p><em><br />
</em></p>
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		<title>Who Feeds the »Fat Cat«?</title>
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		<pubDate>Sun, 31 May 2009 22:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Internationale]]></category>
		<category><![CDATA[Ewige Ehemalige]]></category>
		<category><![CDATA[FURIOS 02]]></category>
		<category><![CDATA[london]]></category>
		<category><![CDATA[UCL]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Clara Herrmann fühlt sich in London plötzlich reich. Darüber freuen kann sie sich nicht richtig. Die Wirtschaftskrise hat London durcheinander gebracht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Clara Herrmann fühlt sich in London plötzlich reich. Darüber freuen kann sie sich nicht richtig. Die Wirtschaftskrise hat London durcheinander gebracht.</strong></p>
<p>On this sunny first of April the image of the financial centre of London has changed. On Bishopsgate the usual secenery with men in suits standing outside the mighty buildings smoking cigarettes or rushing through the congested traffic is replaced by a colourful hustle and bustle of music, dance and Speakers-Corner-like happenings. Tents and bicycles block the street and a bright banner stretched between some banking houses shows what it›s all about: “Nature doesn›t do bail outs”. It is the day before the G20 are descending on the city in a summit to address the current global crisis and protesters give vent to their anger.</p>
<p>Listening to the speeches I feel slightly ashamed. I know full well that the money misery makes my student life in London a lot easier. The weak pound brought me unexpected financial relief. It is in fact the perfect time to study in London. One man›s meat is another man›s poison.</p>
<h2>First comes a full stomach …</h2>
<p>At the University College of London, where I study as an Erasmus affiliate the anger one could feel on the streets turns into anxiety. The financial crisis is also a graduate job crisis. “Recession-proof your career” says an advert on the university›s pinboards. But the 180 year old institution itself, which was founded to provide a progressive alternative to other institutions› social exclusivity, seems to have forgotton their own responsibility. It is an open secret that the leaders of the UCL plan to increase tuition fees. Students at the Faculty of Arts and Humanities for instance already pay £3,145 per annum for studying a Bachelor of Arts. This could be doubled in a few years as some concerned university lecturers tell me. Former ideals are munched by the “fat-cat”. Jeremy Bentham, the spiritual father of the university, who›s preserved skeleton sits watching in a wooden cabinet in the main building, must be little amused.</p>
<p>And the students? Their hunt for credit points keeps them busy. £20 000 debts after graduation is no curiosity so studying has to be effective. But some start to feel like they have been cheated. The fees were mainly accepted because of the good jobs and high salaries a degree promises, but the future seems to be very uncertain now.</p>
<h2>Poor but sexy</h2>
<p>But the Brits‹ famous sense of humour is not gone with the crisis. They make the credit crunch a fashion. Robin Hood dresses and seedy bankeroutfits can be seen at “Low life parties”. Altough pomp and glamour isn›t in vogue these days, the show must go on. Defiantly holding a drink in the hand the recession can be beaten with a smile. With astonishing naturalness the slogans of every day life have changed. The business lunch is replaced by the “credit crunch meal deal” and the newspapers now elect the best looking “broken broker” instead of the hottest business man. Berlin›s mayor Klaus Wowereit, who knows about the glamour of poverty could supply his London counterpart Boris Johnson with the perfect slogan to promote the city at the moment: “London is poor but sexy?”</p>
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		<title>Böser Zahn</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Nov 2008 22:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ewige Ehemalige]]></category>
		<category><![CDATA[FURIOS 01]]></category>
		<category><![CDATA[68er]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Eberhard Zahn]]></category>
		<category><![CDATA[NofU]]></category>

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		<description><![CDATA[Hans Eberhard Zahn hatte sich der Studentenbewegung in den Weg gestellt. Die 68er haben ihn gehasst. Wir haben ihn besucht. 

Von Björn Stephan

Zweimal saust das hölzerne Hämmerlein des Vorsitzenden nieder. Die letzten Gespräche verstummen in dem bis zum Bersten gefüllten Senatssitzungssaal des Henry-Ford-Baus. Die bedrohliche Spannung aber schwebt weiter über den penibel frisierten Häuptern der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hans Eberhard Zahn hatte sich der Studentenbewegung in den Weg gestellt. </strong><strong>Die 68er haben ihn gehasst. Wir haben ihn besucht. <span id="more-33"></span><br />
</strong></p>
<p><em>Von Björn Stephan</em></p>
<p><img class="size-medium wp-image-35 alignleft" title="Böser Zahn" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2009/05/20081110_mg_0775-200x300.jpg" alt="Böser Zahn" width="200" height="300" /></p>
<p>Zweimal saust das hölzerne Hämmerlein des Vorsitzenden nieder. Die letzten Gespräche verstummen in dem bis zum Bersten gefüllten Senatssitzungssaal des Henry-Ford-Baus. Die bedrohliche Spannung aber schwebt weiter über den penibel frisierten Häuptern der Kuratoriumsmitglieder. Nach ebenso langen wie kontroversen Diskussionen kommt es endlich zur Abstimmung. Die ersten Manschetten-umknöpften Hände recken sich zur Stimmabgabe in die Höhe, als plötzlich ein Sturm fauler Eier und Farbbeutel aus den Reihen der studentischen Zuschauer auf die Ordinarien niederbricht. Peinlich besorgt um die Reinlichkeit ihrer Anzüge suchen die Angegriffenen Schutz unter den Tischen und Stühlen. Nur einer versucht sich einen Weg durch die Geschosse der linken Aktivisten zu bahnen. Der Vertreter der wissenschaftlichen Mitarbeiter steigt auf einen Tisch und greift sich das Mikrofon: »Genossen, wenn ihr die Revolution machen wollt, müsst ihr besser zielen lernen! Werft hier hin«, ruft er auf seine Brust deutend. »Ich werde es wie einen Orden tragen!«</p>
<p>Geradezu beispielhaft wirkt diese Szenerie für die Assoziationen, die die Chiffre »68« in unseren Köpfen weckt: Aufbegehren, Tumulte und Proteste. Einzig der beißende Zynismus des Widerständlers fällt aus dem Rahmen. Dabei ist er charakteristisch für Hans Eberhard Zahn, der von sich selbst behauptet: »Ich war bei den Linken so verhasst, weil ich ihre Angriffe nie mit knirschenden Zähnen, sondern stets mit Ironie beantwortet habe. Die konnten ja nie über sich selbst lachen.« Wer ist dieser Mann, der als einer der Lieblingsfeinde der 68er an der FU galt?</p>
<p>Auf Spurensuche in seiner Schöneberger Wohnung. Die Zeit scheint hier stehengeblieben zu sein. Staubmoleküle tanzen im schräg einfallenden Sonnenlicht. Die antiquiert wirkenden Möbel atmen die Luft der sechziger Jahre. Ganz anders der Hausherr. Man begegnet einem rüstigen, aufgeschlossenen Herrn, mittlerweile 80, der mit großer Gelassenheit auf seine Vergangenheit zurückblickt. Das ergraute Haar ist noch immer sorgfältig nach hinten gekämmt, wie auf einer Fotografie von 1960. Nur die altersmilden Züge gleichen nicht mehr dem kantig-verhärmten Gesicht, das einen dort noch unverwandt anstarrt, gezeichnet von sieben Jahren Stasi-Haft.</p>
<p>Rückblick: Wir schreiben das Jahr 1953. Der Psychologiestudent Zahn verweilt zu Besuch in Ost-Berlin und wird von der Stasi verhaftet. »Agententätigkeit« lautet der Vorwurf. Das Urteil: Sieben Jahre Haft für den 25-jährigen.</p>
<p>Ein Jahr nach seiner Entlassung nahm Zahn sein Studium wieder auf. Die FU glich nur noch in Ansätzen seinen Erinnerungen. »Als ich die Uni notgedrungen verlassen musste, herrschte ein anti-totalitärer Konsens. De facto gab es weder linksradikale noch rechtsradikale Studenten«, erinnert er sich. Nun aber entwickelte sich ein politischer Diskurs, drängende Reformen wurden angemahnt. Sozialisten und Kommunisten übernahmen die Meinungsführerschaft auf dem Campus.</p>
<p>Auch Zahn, mittlerweile wissenschaftlicher Assistent, hegte keinerlei Zweifel an dem Reformbedarf der Ordinarien-Universität. Der wachsende Einfluss linksradikaler Kräfte erregte jedoch seine größte Besorgnis. Schließlich waren es »SED-hörige Westsozialisten«, die auf dem Vormarsch waren und dem totalitären Unrechtsstaat das Wort redeten, der ihm sieben Jahre seines Lebens genommen hatte. Noch heute erklärt er deshalb im Brustton der Überzeugung: »Die gemäßigten Linken waren Gegner. Aber diejenigen, die die Sache der DDR vertraten, waren Feinde.«</p>
<p>Zu letzteren zählte er vor allem die Hochschulgruppe Aktionsbündnis von Demokraten und Sozialisten (ADS), die finanziell und organisatorisch maßgeblich von der SED unterstützt wurde. Für Zahn war klar: Dieser radikalisierte Teil der Studentenschaft, der in zahlreichen Gremien der Geistes– und Sozialwissenschaften vertreten war, betrachtete die FU nur als ein Experimentierfeld, als einen ersten kleinen Schritt, bevor die sozialistische Maske nicht nur der FU, sondern der gesamten bundesrepublikanischen Gesellschaft gewaltsam übergestülpt werden sollte.</p>
<p>Ein wenig ächzend erhebt sich Zahn von seinem gepolsterten Stuhl und greift zu einem an den Rändern vergilbten Ordner. Alles ist sorgfältig archiviert. Vorsichtig zieht er ein Papier heraus, auf dem in großen Lettern die Überschrift »Freie Universität unter Hammer und Sichel« prangt.</p>
<p>Unter diesem Titel firmierte ein Kampfesblatt an der FU, das den wachsenden kommunistischen Einfluss geißelte und erhebliches Aufsehen erregte. Herausgegeben wurde es von der <em>Notgemeinschaft für eine freie Universität</em> (NofU), einer überparteilichen Vereinigung von Professoren, wissenschaftlichen Mitarbeitern und Studenten, unter deren Dach sich die Gegner der 68er versammelten. Zu ihren Mitbegründern im Jahre 1969 gehörte auch Zahn, der schon bald eine führende Rolle einnahm. Er war das Gesicht der NofU und permanent in der Öffentlichkeit. An ihm schieden sich die Geister. So blieb er auch vor Schikanen nicht gefeit. Mehrfach türmte sich Abfall vor seinem Büro oder das Schloss war mit Klebstoff verschmiert; einmal flog ein faules Ei durch das Fenster. Doch Zahn, der Verhöre, Schlafentzug und Isolationshaft über sich ergehen lassen musste, ließ sich nicht einschüchtern. Wesentlich schwerer jedoch wogen für ihn die Vorwürfe, er sei ein »Faschist« und »Nazi«. Der bekennende Antikommunist betont noch heute: »Ich hätte mich auch gegen Rechtsextreme zur Wehr gesetzt, wenn es sie denn gegeben hätte. Ich verabscheue politischen Extremismus jeglicher Couleur.«</p>
<p>Aber auch die NofU und Zahn verstrickten sich im ideologischen Grabenkampf. Sie fertigten Namenslisten an, die vor im ADS aktiven Studenten warnten und an Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik versandt wurden. Unzählige Male ist Zahn bereits mit kritischen Fragen dazu konfrontiert worden. Ein wenig Verärgerung schwingt in seiner Stimme mit, als er sich rechtfertigt: »Wir haben das getan, was jeder Bürger hätte tun können für den Schutz unserer freiheitlichdemokratischen Grundordnung. Ich schäme mich nicht dafür, sondern ich bin stolz darauf.« Während er so spricht, flackert die alte Kampfeslust wieder in seinen Augen auf und für einen Moment kann man sich den Mann vorstellen, der einst Tische erklomm und den Farbbeuteln trotzte.<em></em></p>
<p><em>Bild: Hans Eberhard Zahn mit </em><em>Dreizack. Foto: Tin Fischer </em></p>
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