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	<title>FURIOS Online &#187; Politik</title>
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	<description>Studentisches Campusmagazin an der FU Berlin</description>
	<lastBuildDate>Sun, 25 Jul 2010 22:10:06 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Die Mövenpick-Juristen</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 19:22:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hendrik.pauli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele Mitglieder des StuPa sind notorisch kamerascheu. Das ist OK so, findet die Sitzungsleitung. Das ist es nicht, findet Hendrik Pauli und hat überraschende Parallelen entdeckt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Viele Mitglieder des StuPa sind notorisch kamerascheu. Das ist OK so, findet die Sitzungsleitung. Das ist es nicht, findet<em> Hendrik Pauli </em>und hat überraschende Parallelen entdeckt.</strong></p>
<p><strong><img class="aligncenter size-full wp-image-3296" title="montagskommentargroß" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/07/montagskommentargroß2.jpg" alt="" width="450" height="275" /><br />
</strong></p>
<p>Juristen sind eine schreckliche Spezies. Ihre Ausbildung verbringen sie über bibeldicken Gesetzeskommentaren und lernen dabei unverständliche Begriffsdefinitionen auswendig. Sie sind kleinkarierte Paragraphenhuber mit grässlicher Neigung zur Haarspalterei. Das kann nervtötend sein. Aber die Materie verlangt das.</p>
<p>Viel schrecklicher als die Juristen sind allerdings die Anti-Juristen. Sie haben ein – vorsichtig gesagt – taktisches Verhältnis zu geltendem Recht. Und sie sitzen nicht in irgendeinem entlegenen Lesesaal, sondern im Studierendenparlament.</p>
<p>Dort verweigert die Sitzungsleitung penetrant eine freie Bildberichterstattung. Dazu richtet sie „geschützte“ Zonen ein, in denen nicht fotografiert werden darf. Aber wozu das Versteckspiel? Angeblich würden Neonazis und rechte Schläger das Internet systematisch nach  Linksaktivisten durchkämmen. Weiteres Argument: die ewige Systemkritik. Der Parlamentarismus sei eine bürgerliche Institution und daher rundweg abzulehnen. Eigentlich wolle man kein gewählter Vertreter sein, schon gar nicht als solcher erkannt werden. Für die Sitzungsleitung mag das schlüssig klingen, in Wahrheit ist es völlig gaga. Am Ende muss man sich gar fragen, woher die Pressefreiheit – zur Erinnerung: ein Grundrecht – in diesem Fall eigentlich unterminiert wird: von rechts oder von links?</p>
<p>Um die Sache wieder vom Kopf auf die Füße zustellen reicht ein Blick in die Satzung der Studierendenschaft. „Die Organe der Studierendenschaft tagen öffentlich“, steht dort unmissverständlich. Persönlichkeitsrechte, auch das Recht am eigenen Bild, sind somit bei diesen Anlässen eingeschränkt. Weiter heißt es: „Die Sitzungsleitung ist für eine geschäftsordnungsgemäße Arbeit des Studierendenparlaments verantwortlich.“ Dass die Sitzungsleitung ihre eigenen Rechtsgrundlagen nicht kennt, davon ist nicht auszugehen. Doch dass sie sie nicht durchsetzt, hat einen speziellen Grund: Vier von fünf Mitgliedern der Sitzungsleitung werden von den linken AStA-Listen gestellt. Da arrangiert man sich halt gerne, gemäß dem ersten Mövenpick&#8217;schen Gesetz: „Beiße nie in die Hand, die dich füttert.“ Klientelismus bester neoliberaler Schule. Eine Praxis, die rechtsvergessen und willkürlich ist und damit vor Allem eines: unpolitisch.</p>
<p>Wer wirklich Politik machen und nicht nur eine schlechte Karikatur davon darstellen will, der muss sich auch zu ihren ganz basalen Spielregeln bekennen, zur Stärke des Rechts und nicht zum Recht des Stärkeren.</p>
<p>Das kann nervtötend sein. Dafür muss man schon aus besonderem Holz geschnitzt sein. In diesem Sinne: Juristen rein ins StuPa, Anti-Juristen raus!</p>
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		<title>StuPa schlägt sich, StuPa verträgt sich.</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 19:04:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hendrik.pauli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Dienstag ist der AStA 2010 komplett: Bei der dritten Sitzung des 29. Studierendenparlaments wurden die autonomen Referate bestätigt. Neben dem üblichen Gezänk gab es diesmal auch Versöhnliches, weiß Hendrik Pauli.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="_mcePaste">
<p class="MsoNormal"><strong>Seit Dienstag ist der AStA 2010 komplett: Bei der dritten Sitzung des 29. Studierendenparlaments wurden die autonomen Referate bestätigt. Neben dem üblichen Gezänk gab es diesmal auch Versöhnliches, weiß Hendrik Pauli.</strong></p>
<div id="attachment_3313" class="wp-caption alignnone" style="width: 480px"><a href="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/07/StuPa_03_20102.jpg"><img class="size-large wp-image-3313 " title="StuPa_03_2010" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/07/StuPa_03_20102-470x312.jpg" alt="" width="470" height="312" /></a><p class="wp-caption-text">Toter Winkel im StuPa: links die AStA-Koalition, rechts die Opposition. Dafür verantwortlich: die Sitzungsleitung (nicht im Bild).</p></div>
<p><span style="color: black;">Wenn sie nur immer so wollten, die Mitglieder des Studierendenparlaments (StuPa): sachlich diskutieren, dem anderen zuhören und ihn ausreden lassen. Beinahe ein Lehrstück für parlamentarischen Stil. Als das StuPa allerdings soweit war, neigte sich die Veranstaltung bereits dem Ende entgegen. Die kontroversen Themen waren durch, der Pulverdampf hatte sich verzogen</span>.</p>
<p class="MsoNormal">Zuvor stand die Bestätigung der autonomen Referate auf der Tagesordnung. Im Juni, fünf Monate nach der StuPa-Wahl, waren FU-weit Frauen, Ausländer, Schwule und Lesben aufgerufen in ihren jeweiligen Vollversammlungen (VVs) drei Mitglieder für die einzelnen Referate zu wählen.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Der Ekel der Anderen</strong></p>
<p class="MsoNormal">Tatsächlich erschienen zu den VVs kaum mehr als fünfzig Leute. Nicht zuletzt wegen der bewusst unzureichenden Ankündigungspolitik des AStA, wie die Opposition zürnte. Wer weiter nachfragte, begab sich auf gefährliches Terrain. Ob das biologische oder das soziale Geschlecht zähle, wann man als Ausländer gelte,<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>sowas mochte niemand recht beantworten. Ramazan Dag von der AusländerInnen-Liste sah schon in der Frage „Ausländerunfreundlichkeit“. Die Teilnahme erfolge auf Vertrauensbasis, sekundie<span style="color: black;">rte </span>Falko Grothe, Öffentlichkeitsreferent des AStA. „Das funktioniert schon seit Jahren sehr gut. Es gibt weder Zwangsouting noch Passkontrolle.“ Schwulenreferent Ronny Matthes indes lud den Fragesteller gleich zur nächsten Schwulen-VV ein<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>– „aber nur, wenn du dich nicht ekelst“.</p>
<p class="MsoNormal">Eigentlich soll der autonome Status der Referate die nötigen Freiheiten im Kampf gegen die strukturelle und alltägliche Diskriminierung an der FU gewährleisten. Daher besteht gegenüber dem StuPa keine Rechenschaftspflicht. Das Frauenreferat berichtete dennoch kurz über die Aktivitäten der letzten Monate – Organisation des Frauensports, Aufbau einer feministischen Bibliothek, Vorbereitung eines Workshops zum Thema Sexualität. Ronny Matthes bürstete sämtliche Nachfragen zum Schwulenrefat ab: „Wir sind autonom. Wir brauchen gar nichts zu sagen.“</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Totale Verwirrung</strong></p>
<p class="MsoNormal">Bürokratische Winkelzüge, verbale Ausfälle: Dem RCDS und der Liberalen Hochschulgruppe reichte es. Sie verließen das Plenum, wollten so die Beschlussunfähigkeit des Parlaments herbeiführen, offiziell wegen der verweigerten namentlichen Abstimmung über die autonomen Referate. Kurzzeitig ließen sich die AStA-Reihen davon verwirren, witterten gar Erpressung. Doch mit dem Denkzettel wurde es nichts: Trotz der dürftigen Teilnahme waren noch mehr als die Hälfte der Mitglieder anwesend. Alle hatten sich verzählt. Die Aufständler trotteten später zurück in den Saal – unter hämischem Applaus.</p>
<p class="MsoNormal">Den blieben die AStA-Leute sich selbst allerdings schuldig. Einige von ihnen hatten zu Beginn der Sitzung spontan ein österreichisches Klassenkämpferlied zum Besten gegeben. Es war das falsche Omen. Versöhnen statt spalten, das hatte sich die Grüne Hochschulgruppe (GHG) vorgenommen.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Grüne Friedensmission</strong></p>
<p class="MsoNormal">Während die einen die flammend rote Fahne der Arbeiter von Wien heranzitierten, appellierten andere für eine Rückbesinnung auf die parlamentarische Kultur. Die GHG hatte ein Diskussionspapier eingebracht. Darin kritisierte sie, das StuPa erfülle momentan nur seine Pflichtaufgaben. We<span style="color: black;">iter hieß es:</span> „Das StuPa muss kreativ werden, sich neue<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>Gestaltungsmöglichkeiten schaffen.“ Nur mit einer breiteren Öffentlichkeit könne die<span style="mso-spacerun: yes;"> </span>schwache formale Stellung gestärkt werden. Dann könne das StuPa erheblich zur Meinungsbildung am Campus beitragen und studentische Anliegen voranbringen. Seine Mitglieder müssten es nur endlich wollen.</p>
<p class="MsoNormal">Die Kritik am Zustand des StuPa war weniger eine Kampfansage als ein Versöhnungsangebot an die AStA-Koalition. Dazu müsste man sich vor Allem auf kultiviertere Umgangsformen einlassen, gab man sich einmütig zu verstehen. Überflüssige Geschäftsordnungsanträge, die lediglich die Moral des Gegners zersetzen, sollten in Zukunft unterbleiben. „Manchmal denke ich, ich könnte in der Zeit Sinnvolleres tun,“ gab sich ein AStA-Mann<span class="msoIns"><ins datetime="2010-07-10T17:50" cite="mailto:Marlene"> </ins></span>kampfesmüde.</p>
<p class="MsoNormal">Bei der nächsten Sitzung im Herbst können alle zeigen wie versöhnlich sie dann noch gestimmt sind – die grünen StuPa-Kritiker ebenso wie die roten Revolutionsbarden.</p>
</div>
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		<title>Opportunisten wie wir</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 21:52:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildungsstreik]]></category>
		<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Im letzten Sommer begann die Bildungsstreik-Offensive, ein Jahr später ist von Widerstand kaum noch etwas zu spüren. Max Krause sucht nach Gründen – bei der Protestbewegung und sich selbst.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Im letzten Sommer begann die Bildungsstreik-Offensive, ein Jahr später ist von Widerstand kaum noch etwas zu spüren. Max Krause sucht nach Gründen – bei der Protestbewegung und sich selbst.<a rel="attachment wp-att-3262" href="http://www.furios-campus.de/2010/07/05/opportunisten-wie-wir/montagskommentargros/"><img class="alignnone size-full wp-image-3262" title="montagskommentargroß" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/07/montagskommentargroß.jpg" alt="" width="450" height="275" /></a></em></p>
<p>Es war einmal, im November 2009: Die deutschsprachige Universitätslandschaft erfasst eine Welle des Protests. Für Tage, fast Wochen richtet sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Hochschulen. Der große Erfolg der Studierenden ist zum Greifen nahe. Scheinbar. Denn im Juli 2010 zeigt sich ein ganz anderes Bild. Der groß angekündigte Bologna-Gipfel blieb ohne Ergebnisse, die Bildungsstreik-Demonstration eine Randnotiz in den Zeitungen, die Protestatmosphäre ist verflogen. Statt zu einer Siegesfeier rufen die ASten der FU, TU und HU diesen Dienstag zum Krisengipfel: „Ausgebrannt? Perspektiven und Utopien nach dem Uni-Streik“ ist der vielsagende Titel der Veranstaltung. Selbst der Runde Tisch, der vielen als größte Errungenschaft des Bildungsstreiks gilt, muss mangels Beteiligung über seine Auflösung nachdenken. Was ist passiert?</p>
<p>Als auf der Vollversammlung im Herbst darüber abgestimmt wurde, ob der Hörsaal 1A besetzt werden soll, hob ich die Hand, zusammen mit etwa fünfhundert anderen Anwesenden. Die Erwartungen waren groß, geschürt vom Erstarken der Bewegung im ganzen Land. Ich verfolgte die wöchentlichen Plena voller Interesse, ich ging für bessere Bildung auf die Straße. Ich war dabei.</p>
<p>Begeisterung ist eine starke Motivation, doch sie ist nicht lange haltbar. Bald war klar, dass die Erfolge sich nicht so schnell einstellen würden wie erhofft. Hier begann der Teufelskreis: Immer weniger Leute kamen zu den Plena, die Diskussionen waren mehr und mehr geprägt von zähen organisatorischen Fragen und langen Debatten über die richtigen Formulierungen. Sollte man wirklich schon wieder eine Vorlesung sausen lassen, um daran teilzunehmen? Hatte man nicht schon gezeigt, dass man die Sache unterstützte, hatte man nicht schon genug getan? Politik machen heißt auch, einen langen Atem zu haben. In der kritischen Phase, in der der Bildungsstreik Standhaftigkeit beweisen musste, wandte ich mich von ihm ab, und viele andere mit mir. Als es ernst wurde, haben wir gekniffen.</p>
<p>Heute stehen wir da, schauen auf den Bildungsstreik und sind unzufrieden, wünschen uns eine große Aktionswoche wie im letzten Jahr. Wir wollten vermeiden, dass wir wegen unseres Engagements weniger zum Studieren kommen und sind jetzt enttäuscht von denen, die nach zwei Semestern Arbeit im Aktionsbündnis wieder ein bisschen studieren wollen. Letztlich haben wir selbst dafür gesorgt, dass dem Streik die Puste ausgeht – wir hatten selbst keine. Wir haben nicht begriffen, was es heißt, zu streiken.</p>
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		<title>Der Seiltänzer</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 22:39:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[FURIOS 04]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Im FU-Zirkus wagt ein Literaturwissenschaftler den Balanceakt. Jonas Breng über Professor Peter-André Alt, den neuen Präsidenten der Freien Universität.
Abstürzen verboten. Peter-André Alt in schwindelerregender Höhe. Illustration: Christine Spady
Auf den ersten Blick hat der neue FU-Präsident mit einem Seiltänzer nichts gemeinsam. Peter-André Alts Bewegungen wirken steif und hölzern, ein bisschen wie eine Fremdsprache, die er nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im FU-Zirkus wagt ein Literaturwissenschaftler den Balanceakt. <em>Jonas Breng</em></strong><strong> über Professor Peter-André Alt, den neuen Präsidenten der Freien Universität.</strong></p>
<div id="attachment_3023" class="wp-caption aligncenter" style="width: 480px"><img class="size-large wp-image-3023" title="Peter-André Alt" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/06/20100520083746341-2-470x808.jpg" alt="" width="470" height="808" /><p class="wp-caption-text">Abstürzen verboten. Peter-André Alt in schwindelerregender Höhe. Illustration: Christine Spady</p></div>
<p>Auf den ersten Blick hat der neue FU-Präsident mit einem Seiltänzer nichts gemeinsam. Peter-André Alts Bewegungen wirken steif und hölzern, ein bisschen wie eine Fremdsprache, die er nicht fließend beherrscht.</p>
<p>Erst, wenn er zu sprechen beginnt, zeigt sich, wie gut das Bild des umsichtigen Artisten passt. Alt formuliert in langen, wohldosierten Sätzen, schmeckt jedes Wort vorher ab. Immer bedacht, immer kontrolliert. Bloß nicht das Gleichgewicht verlieren. Das war man im Zirkuszelt FU vom ruppigen Dompteur Lenzen anders gewohnt. Das Peitschenknallen hat ein Ende, es lebe der gute Ton.</p>
<h4>Ohne Allüren</h4>
<p>Der Präsident der FU sitzt in seinem alten Büro im Philologischen Institut. Über eines ist auch er sich im Klaren: Präsident sein ist ein undankbarer Job. Man könne es niemandem recht machen, sagt er und lächelt freundlich. Einige Studenten sehen in der Verkörperung der Macht ihren natürlichen Feind und die Politik erwartet die Quadratur des Kreises: Leistungssteigerung bei gekürzten Geldern. »Im Prinzip ist es nicht möglich, als Lichtgestalt aus diesem Amt zu gehen«, glaubt Alt und blickt über die Ränder seiner rahmenlosen Brille hinweg. Im Kopf hat er dabei seinen Vorgänger Lenzen, der sich mit Schimpf und Schande nach Hamburg verabschiedete.</p>
<p>Eines wird deutlich: Alt will kein Politiker sein. Jetzt nicht und nach der Amtszeit schon gar nicht. Er spricht von der »Macht der Fiktion«, die in der Realpolitik zu finden sei und meint das Aufgeblasene, das Heuchlerische und die schmutzigen Tricks. Solchen »Drohkulissen« will der Theaterliebhaber Alt nicht auf den Leim gehen. So richtig würde er auch nicht ins affektierte Spiel der politischen Selbstdarstellung passen, das sein Vorgänger wie kein zweiter Uni-Präsident in Deutschland beherrschte. Zu wenig charismatisch, zu wenig eitel ist Alt. Präsidiale Allüren sind nicht die Sache des leidenschaftlichen Wissenschaftlers. Zur Arbeit kommt er mit dem Fahrrad. Ein Bekenntnis möchte er aber auch daraus nicht machen. Er findet es schlicht »praktisch«. Und so ist es dann auch die einzige persönliche Geschichte, die er erzählt: Dass er sein 30 Jahre altes Fahrrad so lange fuhr, bis sich seine Frau und die beiden Söhne ein Herz fassten und den alten Drahtesel heimlich entsorgten. Alt schmunzelt, als hätte er schon zu viel Privates gesagt.</p>
<h4>Akademisches Großkaliber</h4>
<p>Geboren wird der Sohn eines Steuerberaters im Berliner Westend. Nach einem Kurzintermezzo Medizin studiert er Germanistik, Philosophie und Politik an der FU. Die Geisteswissenschaften werden sein Zuhause. Nach der Habilitation geht seine wissenschaftliche Tournee von Berlin über Rostock nach Bochum. Mit 35 Jahren geht es auf die erste Professur. Alt scheint nicht stillsitzen zu können. Er forscht weiter in Princeton und Cambridge. Hier liebt er die Ruhe, die »klösterliche Atmosphäre der großen Bibliotheken«. Man könne dort wunderbar arbeiten, sagt er etwas wehmütig.</p>
<p>In Bochum und in Würzburg übernimmt er erste Leitungsfunktionen. Doch Berlin lässt ihn nie ganz los. 2005 kehrt er zu seiner Alma Mater, der FU, zurück. Er wird Dekan der Geisteswissenschaften und Leiter der Dahlem Research School, hilft Lenzen das Elitesiegel an Land zu ziehen und schreibt vielbeachtete Bücher über Schiller und Kafka. Alt ist ein akademisches Großkaliber, zweifellos.</p>
<h4>»Lenzen hatte phobische Seiten«</h4>
<p>Mit der Freien Universität ist Alt eng verwachsen: als Student, Professor und zuletzt als Dekan. So viel Nähe führt auch zu Verstrickungen. Mit der Streitfigur Lenzen verstand er sich gut, bezeichnet die gemeinsame Arbeit als »anregend«. Das allein macht ihn für manche verdächtig. Der FU-Stallgeruch hängt ihm wie ein schweres Parfum in den Kleidern. Der AStA wittert bereits eine Fortsetzung des autokratischen Systems Lenzen und poltert ordentlich gegen den frisch Gewählten.</p>
<p>Doch wer Alt zum Juniorpartner von Lenzen stempelt, benutzt das falsche Etikett. Alt kennt die Schrauben und Apparaturen in der FU-Maschinerie so exakt wie ein alter Klempner die eigene Heizung und weiß sich in seinem System zu arrangieren. So steht er vielleicht nicht für einen Neuanfang, aber für einen neuen Umgang. Das sieht auch ein scharfer Kritiker des ehemaligen Präsidiums so: »Alt ist eine herausragende Wahl«, findet Hajo Funke. »Man merkt, dass er über die einzelnen Statusgruppen hinausdenkt.« Für ihn ist Alts nüchterne Art ein Vorteil. »Er verliert nie die Fassung, bleibt argumentativ immer stark. Ganz anders als Lenzen, der hatte phobische Seiten.« Der Politikprofessor hält den neuen Präsidenten für kompetenter und mutiger. Ein Mut, der sich auch in der Zusammenstellung des neuen Präsidiums zeigt. Mit dem Theologen Michael Bongardt holte Alt eine starke Persönlichkeit in seine Mannschaft. Einen, der auch mal den Konflikt sucht und dessen Name eng mit dem Streikforum des Runden Tisches verbunden ist. Wird Alt also zum großen Versöhner?</p>
<p>Ausgerechnet Kafka bringt das Dilemma seines Biographen auf den Punkt: »Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt.« Und eben dieses ist nach dem rumpligen Wahlkampf bei einigen Studenten angeknackst. Alt ging als haushoher Favorit ins Rennen. Die Mitbewerber Rojas und Lemke schwenkten früh die weiße Fahne. Zu viele Professoren standen hinter dem Literaturwissenschaftler, die Chancenlosigkeit der Niemals-Präsidenten war offensichtlich. Der Klüngel-Vorwurf machte die Runde und die Intransparenz des Verfahrens wurde an den Pranger gestellt. Laut einem Mitglied des Akademischen Senats gab es sogar eine interne Absprache zwischen den professoralen Gruppen kurz vor der Wahl. Man wollte Alt und die neue Vize Monika Schäfer-Korting im Paket durchwinken. Die, die sich querstellten, wurden aufgefordert, nicht zur Wahl zu erscheinen. Alt dementiert dies. Für undemokratisch halte er den Wahlkampf nicht. Trotzdem sagt er: »Ich hätte mir den Streit mit anderen Persönlichkeiten und Vorstellungen gewünscht.« Der Vorwurf nagt.</p>
<h4>Lehre muss sich wieder lohnen</h4>
<p>Alt will viel, was Lenzen auch wollte. Daraus macht er keinen Hehl. Sein Programm steht für die Fortführung von Lenzens Konzept der »Netzwerkuniversität«. Auch die Idee von Internationalisierung und strategischer Nachwuchsförderung will er weiterspinnen, um die nächste Exzellenzrunde zu gewinnen. Alts ehrgeizigstes Vorhaben ist allerdings, dass endlich auch die Lehre zum Elitestempel passt. Lehrproben für Professoren sollen eingeführt und reine Lehrprofessuren geschaffen werden. »Ich möchte nicht sagen: ›Hier haben wir die Lehrsklaven und dort die Forschungsfürsten.‹ Aber wir brauchen eine Aufwertung dessen, was in der Lehre geleistet wird«, sagt Alt und setzt sich ein bisschen aufrechter hin. Dazu gehört auch eine bessere Betreuung der Studenten. Im Moment kommen auf einen Professor 77 Studenten. So schlecht ist in Deutschland derzeit keine andere Universität.</p>
<p>Alt redet jetzt schneller. Das Thema ist ihm wichtig. Er spricht von Mentor-Programmen für Nachwuchswissenschaftler, über eine stärkere Kooperation mit den Dahlemer Max-Planck-Instituten, die das Herzstück der neuen Exzellenzbewerbung ausmachen sollen.  Am Ende landet er aber wieder bei der Lehre. Sie mit den finanziellen Möglichkeiten der FU und dem Forschungsauftrag in Einklang zu bringen, ist für die Studenten der Prüfstein, an dem sie den neuen Präsidenten messen werden. Ein echter Balanceakt für den Seiltänzer. Also dann Herr Alt: Manege frei!</p>
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		<title>Opposition im Stimmbruch</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 22:39:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[FURIOS 04]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Im StuPa der Freien Universität herrscht der AStA wie ein alter Patriarch. Doch die Opposition zeigt sich zerrissen, unfähig den Wechsel herbeizuführen. Die Gründe liegen tief verwurzelt. Hendrik Pauli auf Spurensuche im Oppositionsgeflecht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im StuPa der Freien Universität herrscht der AStA wie ein alter Patriarch. Doch die Opposition zeigt sich zerrissen, unfähig den Wechsel herbeizuführen. Die Gründe liegen tief verwurzelt. Hendrik Pauli auf Spurensuche im Oppositionsgeflecht.</strong></p>
<div id="attachment_3019" class="wp-caption aligncenter" style="width: 479px"><img class="size-large wp-image-3019" title="Ewige Opposition" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/06/ewige_opposition_2-469x573.jpg" alt="" width="469" height="573" /><p class="wp-caption-text">Auf ewig zerstritten? Selbst bei der Wahl des Nachtischs sieht die Opposition alt aus. Illustration: Anne Vanselow</p></div>
<p>Die Opposition krächzte. Der AStA auch. Am Ende war es still. Zumindest auf Seiten der Oppositionellen, denen lediglich drei klägliche Stimmen zum Teilerfolg in eigener Sache fehlten. Einen Grund zu verhaltener Freude hätten die Verlierer aber eigentlich doch gehabt. Denn wer die bisherigen Kräfteverhältnisse im Studierendenparlament (StuPa) kennt, der weiß, dass dieses Ergebnis fast schon spektakulär ist. Zum ersten Mal seit langem hatte sich die chronisch zerstrittene Opposition zusammengerauft. Ihr Ziel: Ein eigener Kandidat im Haushaltsausschuss.</p>
<p>De facto ist das StuPa ein schwaches Organ. Seine Beschlüsse sind nur für sich selbst bindend; gelegentlich verabschiedet es Resolutionen, an die sich niemand halten muss. Aber: Es wählt den AStA und der AStA verteilt das Geld. Kontrollieren tut er sich dabei selbst. Denn im Haushaltsausschuss, der über Ausgaben und Einnahmen wacht, darf die Opposition nicht mitreden. Durch ein spezielles Wahlrecht wird sie gezielt aus dem Kontrollgremium herausgehalten. Ein Schlag ins Gesicht für diejenigen, denen an Transparenz und Offenheit gelegen ist.</p>
<h4>Aufbruchstimmung oder Muster ohne Wert?</h4>
<p>Seit Jahren kann der AStA auf eine sichere Zweidrittel-Mehrheit im StuPa bauen. Sein Alleinvertretungsanspruch ist wie in Stein gemeißelt. Auch in Haushaltsfragen. Bei der Kampfabstimmung im Februar schien es jedoch, als würde die Koalition der AStA-tragenden Listen erstmalig bröckeln. Nur knapp schrammten sie an einer Niederlage vorbei. Denn die äußerst heterogene Opposition – darunter Grüne, Liberale und Linke verschiedenster Prägung – votierten gemeinsam, um endlich mal beim Geld mitbestimmen zu dürfen. War das geschlossene Auftreten der Uneinigen nur ein Zufallsprodukt? Oder das erste Anzeichen für eine Trendwende? Bei einigen kam tatsächlich so etwas wie Aufbruchstimmung auf. Nach den Wahlen im Januar hatte die Gruppe »Not-my-President« alle Listen des StuPa zu einem offenen Treffen zusammengetrommelt. Das Motto: »Für einen linken, demokratischen und transparenten AStA«. Gemeinsamkeiten wurden ausgelotet und Vorschläge für eine Runderneuerung des AStA gemacht. Immerhin eine neue Idee. »Zum ersten Mal überhaupt gab es solche Sondierungsgespräche«, sagt ein Insider und langjähriger Kenner der FU-Verhältnisse, der den jetzigen AStA lieber heute als morgen in die Wüste schicken würde. Für »Not-my-President« an vorderster Stelle dabei war einer der umtriebigsten Politaktivisten der FU: Mathias Bartelt hatte selbst lange Zeit erfolglos versucht, im AStA etwas zu werden. Mittlerweile ist er einer seiner erbittertsten Gegner. Er und seine Mitstreiterin Sarah Walz finden sich problemlos im Dickicht von Satzungen und Hochschulbürokratie zurecht – beide saßen bereits in verschiedenen universitären Gremien.</p>
<h4>Traumpaar mit Schönheitsfehlern</h4>
<p>Trotzdem fällt es schwer, sich dieses Paar – auch ungeachtet politischer Inhalte – an der Spitze einer neuen, geeinten Opposition vorzustellen. Denn: Die Geschichte mit dem offenen Listentreffen hat einen Schönheitsfehler. Bereits zuvor hatten die Juristen vom »Café Tatort«, eine linke, pragmatische Liste, zu einem solchen Treffen eingeladen. Unter den Gästen waren auch nicht-linke Gruppen, wie der konservative RCDS, die Liberale Hochschulgruppe oder die »Liste gegen verschulten Bachelor«. Zum Missfallen von Bartelt, Walz und anderen Oppositionslinken. Sie fürchteten um ihre Deutungshoheit und ließen sich auf ein Kräftemessen ein. Das »Café Tatort« zog zurück. Die Folge: Knapp ein Fünftel der Opposition wurde ausgeschlossen.</p>
<p>Dieses Hickhack ist ein Sinnbild für die Opposition an der FU. Sie gleicht einem pubertierenden Teenager in der Trotzphase: Launisch, leicht reizbar, unzufrieden mit seiner Umgebung und mit sich selbst. Während der Pubertät strukturiert sich das Gehirn neu, zwischen den Nervenzellen werden neue Verbindungen geknüpft. Genauso geht es der Opposition. So langsam reift sie und wird erwachsen. Doch der Weg der Adoleszenz ist lang, ideologische Grabenkämpfe sind längst nicht überwunden. Noch steckt die Opposition mitten im Stimmbruch.</p>
<h4>Im Wahlkampf liegen die Nerven blank.</h4>
<p>Was die Oppositionellen dennoch eint, ist ihr Wille zu zeigen, wie man es besser machen kann als der AStA. Aber anstatt Argumente zu liefern, hagelt es vor allem Polemik, Halbwahrheiten und manch böswillige Unterstellung. Die Opposition erklärt nicht mit ruhiger Stimme, sondern sie krakeelt – und der AStA keilt zurück, besonders vor den Wahlen. Für Falko Grothe sind das die »üblichen emotionalen Überreaktionen« des Wahlkampfes. Er ist der Öffentlichkeitsreferent des AStA, ein aufgeschlossener Typ mit freundlichem Blick unter dem schwarzen Basecap. Sehe man mal von der Wahlkampfzeit ab, komme man aber im Großen und Ganzen ganz gut miteinander aus, erklärt er gelassen. »Die Hauptlast des studentischen Engagements tragen ohnehin die Fachschaftsinitiativen.« Dort gebe es gute Kontakte zwischen AStA-Leuten und denen der Opposition.</p>
<p>Auch wenn es an den Instituten tatsächlich eine vernünftige Zusammenarbeit geben mag; im StuPA stehen sich die beiden Fronten fast unversöhnlich gegenüber. Der AStA herrscht, trotz anhaltender Kritik an seinen Strukturen und Finanzpraktiken, scheinbar unbeeindruckt. Gerade deshalb lohnt es sich, den Blick auf die Regierung der Studenten zu richten. Oder, wie es einer formuliert, der einmal Referent beim AStA war und anonym bleiben möchte: »Man kann die Situation der Opposition nicht verstehen, wenn man die Verhältnisse im AStA nicht kennt.« Vom basisdemokratischen Ideal, dem sich der AStA verpflichtet fühlt, bleibt im politischen Alltagsgeschäft oft nur Utopie. Dort wird mit harten und sehr irdischen Bandagen gekämpft.</p>
<p>Der AStA-Block verfügt nur über eine knappe Mehrheit im StuPa. Oberste Maßgabe ist deshalb die Abstimmungsdisziplin. Hauptsache: Machterhalt. Interne Missstände werden von den meisten einfach runtergeschluckt. Die unterschiedlichen Strömungen müssen sich der vorgegeben Linie unterordnen. Schließlich will man nach außen keine Angriffsfläche bieten. Es gibt starke Leute innerhalb des AStA und solche, die mitlaufen und mitstimmen. Dabei spiele das Sponsoring der einzelnen Gruppen, aber auch psychologischer Druck eine Rolle, behauptet der ehemalige AStA-Referent. Im Klartext: Wären alle Abgeordneten ihren Überzeugungen und nicht ihren Listen verpflichtet, hätte es längst einen politischen Wechsel gegeben.</p>
<h4>Erschwerte Bedingungen</h4>
<p>Das Kommen und Gehen der Jahrgänge erschwert zudem eine kontinuierliche Arbeit. »Vieles steht und fällt mit einzelnen Personen«, resümiert Ronny Patz, ehemaliger FU-Student und von 2005 bis 2007 für die LHG im StuPa. »Kürzere Studienzeiten tun ihr Übriges.« So bleibt zwar manches an praktischem Wissen auf der Strecke. Aber weil persönliche Vorbehalte schneller wieder verflogen sind, entkrampft sich dadurch auch das politische Klima. Falko Grothe jedenfalls stellt fest, dass es »von Jahr zu Jahr besser« wird. Ebenfalls lange beim AStA aktiv ist Emil von der FSI Geschichte, lilafarbener Strubbelkopf, legeres Sakko. Auch er sieht Anzeichen für eine Entspannung: »Die letzten StuPa-Sitzungen waren richtig angenehm, kein Vergleich zu früher. Dass eine Kandidatin der sogenannten Opposition in die Sitzungsleitung gewählt wurde, zeigt ja, dass alle mittlerweile besser miteinander können«, meint er.</p>
<p>Gutes Klima hin, persönliche Kontakte her. Die Kritiker haben ihre Chance gewittert. Dass der AStA ihnen den kleinen Finger entgegen streckt, ist ihnen nicht genug. Denn am liebsten will die Opposition gleich die ganze Hand in den Schraubstock legen. Die Kraft dazu reicht aber noch nicht. Um einen politischen Wechsel herbeizuführen, muss die Opposition untereinander besser kooperieren und lernen, Kompromisse zu schließen. Obwohl sich die Oppositionellen angenähert haben, sind persönliche Eitelkeiten und gegenseitige Abneigungen noch lange nicht überwunden. Wenn sich dies nicht ändert, werden die gut gemeinten Ansätze weiter im Niemandsland zwischen Pragmatismus und Ideologie versanden. Und die Opposition wird weiter krächzen. Wie ein Pubertierender im Stimmbruch.</p>
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		<title>Zwischen Revolte und Campingurlaub</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 22:39:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[FURIOS 04]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Empörung, Demos und ein demoliertes Präsidium – der Bildungsstreik hat Spuren hinterlassen. Im Sommer 2010 startet der nächste Anlauf. Doch was ist bisher passiert? Max Krause und Tobias Heimbach ziehen eine vorläufige Bilanz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Empörung, Demos und ein demoliertes Präsidium – der Bildungsstreik hat Spuren hinterlassen. Im Sommer 2010 startet der nächste Anlauf. Doch was ist bisher passiert? <em>Max Krause</em> und <em>Tobias Heimbach</em> ziehen eine vorläufige Bilanz.</strong></p>
<p><em>Illustrationen: Christoph Witt</em></p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-3010" title="vorsaal" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/06/vorsaal-470x382.jpg" alt="" width="470" height="382" />Die Geschichte vom Bildungsstreik ist die eines Eingeschlafenen. Wer an seiner Erweckungszeremonie teilnehmen wollte, musste an einem frühjährlichen Mittwochnachmittag in die Mehringhöfe nach Kreuzberg kommen: zur Strategiebesprechung der Organisatoren des Bildungsstreiks 2010.</p>
<p>Die Sorge um den chronisch Kranken tragen 20 Studenten in schwarzen Pullis mit der Aufschrift »Bildung für alle«. Beseelt von der Idee des Widerstands sitzen sie in bequemen Sesseln und rauchen. Sie sprechen mit großer Geste über all die Dinge, über die schon so viel gesprochen wurde und die jetzt doch noch anders werden sollen. Die Schlagworte: selbstbestimmtes Lernen und Demokratisierung. Dazu weniger Einfluss der Wirtschaft auf die Bildung. Es ist eine andächtige Szene. Das Grüppchen hat sich einiges vorgenommen in diesem Jahr. Bunter, größer und lebendiger soll der Streik werden, vor allem aber erfolgreicher als im letzten Jahr. Auf die Frage nach neuen Protestideen außer den üblichen Besetzungen und Demos folgt Ratlosigkeit. Es haben sich Zweifel eingenistet. Hat der bisherige Streik überhaupt etwas gebracht?</p>
<p>Da sind sich selbst die Protestler uneinig. »Ich weiß nicht, ob man wirklich sagen kann, wir hätten etwas erreicht«, sagt Tobias, ehemaliger Besetzer des Hörsaals 1a. »Der Bildungsstreik war ein Erfolg, wir haben viel erreicht«, meint wiederum Max, auch er ein Aktiver. »Tiefgreifende Reformen blieben aber aus«, relativiert er. Ins Feld gezogen war man mit viel Kritik und der Unterstützung von mehr als 270 hochschulpolitischen Gruppen. Auch die Studenten der FU versuchten damals mit zahlreichen Aktionen, wie der Besetzung des Otto-Suhr-Instituts und der Stürmung des Präsidiums, ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.</p>
<h4><img class="alignright size-medium wp-image-3011" title="studi2" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/06/studi2-300x272.jpg" alt="" width="300" height="272" />Gestreichelt und Verstanden</h4>
<p>An der Bildungsstreik-Großdemo am 17. Juni 2009 beteiligten sich in Berlin mehr als 10 000 Menschen, landesweit sogar über 200 000. Kreativster Protest: der symbolische Banküberfall auf die Hypo Real Estate. Die Öffentlichkeit und die Politik blieben davon nicht unberührt. Bildungsministerin Schavan etwa meinte, die Studenten bräuchten »klare Signale, dass es Korrekturen gibt«. Eine grundlegende Reform des Bildungswesens steht aber immer noch aus. Von überall wurde gestreichelt und verstanden, konkret wurde es nicht.</p>
<p>Als der Streik im Laufe des Sommers schon ergebnislos zu verebben drohte, rollte im Herbst die zweite Welle des Protestes an. Hörsaalbesetzer in Österreich inspirierten die deutschen Streiker zu ihrem sogenannten »heißen Herbst«. Bald schon befand sich auch der Hörsaal 1a der FU fest in Studentenhand. Zelte wurden aufgeschlagen und Diskussionsrunden ins Leben gerufen. Mitten in der Silberlaube feierte der Bildungsstreik ein Comeback, das ihm wohl die wenigsten zugetraut hätten: Mit Sofas, Tischkicker, Gitarren und VoKü. Der Streik war plötzlich im Herzen der FU angekommen. Auch wenn er manchmal ein wenig an einen Campingurlaub erinnerte.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-3012" title="studi1" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/06/studi1-258x300.jpg" alt="" width="258" height="300" /></p>
<h4>Der Streik findet sein Gremium</h4>
<p>Als Reaktion auf die wiederbelebten Bildungsproteste rief der Akademische Senat bereits Ende November den Runden Tisch ins Leben. Dort sollten die Interessen aller vier Statusgruppen – Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter, sonstige Mitarbeiter und Studenten – von einer überschaubaren Anzahl an Vertretern zusammengeführt werden. Dagegen begehrten die Studenten auf, die Zugangs- und Rederecht für alle Interessierten forderten. Während den ersten Sitzungen bis zu hundert Studenten beiwohnten, schrumpfte diese Zahl zuletzt deutlich auf unter zehn.</p>
<p>Michael Bongardt, Theologieprofessor und als Professorenvertreter von Anfang an mit dabei, sieht die Offenheit positiv: »Dass es von Beginn an ein breites Spektrum von Meinungen und Lösungsvorschlägen gab, war ein echter Gewinn für unsere Arbeit.« Die Anwesenheitspflicht, Sinnbild für ein starres Fließbandstudium, wurde schon im Dezember gekippt. Ein Etappensieg von eher symbolischem Wert. »Die vielen Prüfungen in kurzen Abständen machen den Studierenden mehr zu schaffen«, relativiert Bongardt, »ebenso die beschränkte Modulauswahl.« Der wirklich große Erfolg des Runden Tisches sind Leitlinien zur Reform der Studien- und Prüfungsordnungen. Vom Runden Tisch ausgearbeitet wurden sie im Akademischen Senat beschlossen. Mittlerweile sind sie an die Fachbereiche weitergeleitet, die konkrete Umsetzungsvorschläge machen sollen. Zum Wintersemester sollen sie dann in Kraft treten.</p>
<p>Vielen ist das zu wenig. Die AG Öffentlichkeitsarbeit zum Beispiel beklagt, dass die Kernforderungen des Streiks kein Gehör gefunden hätten. Schon laufen die Vorbereitungen für eine neue Runde im Bildungsstreik. Die Studenten sind ungeduldig. Verständlich, denn sie wollen die Früchte ihres Engagements auch ernten. Prof. Bongardt warnt vor Aktionismus, Verständnis für die Ungeduld der Studenten habe er trotzdem. »Bologna war auch deswegen ein Problem, weil es mit heißer Nadel gestrickt worden ist.« Wieviel Zeit die Reform der Reform erfordere, müsse man immer wieder neu abwägen. »Wenn neue Proteste kommen, sollten sie klug und kreativ sein«, fordert Bongardt. Wirkungsvoll wären sie aber nur, wenn sie für eine möglichst große Gruppe sprechen und – mit Blick auf die letzte Hörsaalbesetzung – zu einem würdigen Ende kämen.</p>
<h4>Blasse Resultate</h4>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-3013" title="abwasch" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/06/abwasch-300x232.jpg" alt="" width="300" height="232" />In der Tat sind die Änderungen am Bachelor-Master-System für die Verantwortlichen an der Universität und in der Politik weitgehend schmerzfrei: Sie kosten kein Geld. Die Studenten werden angesichts knapper Mittel auch weiter in überfüllten Seminaren sitzen. Mehr Einfluss wurde den Studenten ebenfalls nicht zugestanden, sodass größere studentische Mitbestimmung weiterhin ein Wunschtraum bleibt. Die bisherigen Beschlüsse wirken wie zähneknirschend abgerungene Kompromisse, mit denen die Universitätsleitung die Studenten beschwichtigen will. Wirkliche Reformbereitschaft lässt das nicht erkennen.</p>
<p>Jedoch darf man das Ausbleiben umfassender Reformen nicht nur den Entscheidungsträgern anlasten. Der Bildungsstreik schaffte nie den Sprung zur Massenbewegung und konnte zu keiner Zeit für sich reklamieren, für alle Studenten zu sprechen. Der harte Kern der Bewegung engagierte sich sehr, ihre Aktionen stießen dagegen oft auf Desinteresse. Zudem rief die scharfe Rhetorik der Protestierenden bei vielen Studenten Ablehnung hervor. Die gingen dann auf Distanz, ohne sich näher mit den Inhalten zu befassen.</p>
<p>Wie soll es also weitergehen? Für den Großteil der Studenten sind die bisherigen Veränderungen zweifellos ein Segen. Ein Fluch sind sie jedoch für die, die die Proteste fortsetzen wollen. Nach den Zugeständnissen, die die Bildungstreik-Aktivisten der Politik und der Hochschulleitung abgerungen haben, werden sie es mit weiteren Forderungen schwer haben. »Einen Streik halte ich in der jetzigen Phase für ein falsches Mittel«, meint auch FU-Präsident Peter-André Alt. Stattdessen hält er die Studenten dazu an, konstruktiv in den Gremien mitzuarbeiten.</p>
<h4>Kleinere Brötchen</h4>
<p>Ohnehin ist unklar, ob die Mehrzahl der Studenten überhaupt einen neuen Streik will. Zwar sind Protestaktionen und eine Großdemonstration am 9. Juni in Planung, doch die Organisation läuft schleppend. Vorbereitungstreffen wurden mehrfach wegen geringer Beteiligung verschoben. Dem Streik geht die Puste aus. Es gelingt kaum noch, Nachwuchs zu mobilisieren, eine Kundgebung im April besuchten gerade einmal fünfzig Personen.</p>
<p>Die Wahl des neuen Präsidenten zeigt jedoch, wie wenig die Studenten immer noch in die Gestaltung der Universität einbezogen werden. »Wir brauchen mehr Demokratie an der Uni, hier hat ein Umdenken noch nicht stattgefunden«, meint auch Max. Zudem räumt die Politik trotz beschwichtigender Worte der Bildung noch immer nicht den angemessenen Stellenwert ein.</p>
<p>Der Streik hat sein Haltbarkeitsdatum also noch nicht überschritten. Doch wer den Protest an den Erfolgen des letzten Semesters misst, wird eine Enttäuschung erleben. Jetzt, wo die Motivation der Studenten nachlässt, müssen wohl kleinere Brötchen gebacken werden. Das sehen auch manche von denen, die weiterhin aktiv sind: Ein Insider glaubt, der Bildungsstreik habe seinen Zenit überschritten, möchte sich mit dieser Meinung aber nicht zitieren lassen. Denn die offizielle Linie des Bildungsstreik-Bündnisses ist klar: Die Proteste müssen fortgesetzt werden. In den Mehringhöfen sieht man das genauso.</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-3014" title="vorlesbunt" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/06/vorlesbunt-470x245.jpg" alt="" width="470" height="245" /></p>
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		<title>Der Hummer bringt den Haushaltskummer</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 22:18:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Während es überall an Mitteln fehlt, versenkte die FU seit 2003 über 1 Million Euro in einem Alumni-Verein in New York, der eigentlich Geld einbringen sollte. Ein Kommentar von Karl Hosang.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Während es überall an Mitteln fehlt, versenkte die FU seit 2003 über 1 Million Euro in einem Alumni-Verein in New York, der eigentlich Geld einbringen sollte. Ein Kommentar von<em> Karl Hosang.</em><br />
</strong></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2682" title="montagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/05/montagskommentar3.jpg" alt="" width="450" height="275" /></p>
<p>„Ein Freund, ein guter Freund, das ist das beste, was es gibt auf der Welt“, das wussten schon die Comedian Harmonists und das weiß man auch im FU-Präsidium, wo man stets bemüht ist innige Freundschaften zu knüpfen. Auch in Übersee wollte man eifrig Kontaktpflege betreiben und gründete zu diesem Zweck 2002 den gemeinnützigen Verein „Friends of FU Berlin“ samt Büro in New York City, mit dem Ziel, Spendengelder von Ehemaligen einzusammeln. Das klingt nicht nach wahrer Freundschaft? Das dachten sich wohl auch die Betreiber des Vereins, haben ihren Status als „Not-for-Profit-Association“ gleich allzu ernst genommen und lieber Geld ausgegeben als welches einzunehmen.</p>
<p style="text-align: left;">So flossen jährlich etwa 200.000 Euro in den Club, welcher sich eigentlich bald selbst tragen sollte. Die erhofften Einnahmen hingegen blieben leider aus. Eine verbriefte Spende über 600.000 Dollar kam von der Max-Kade-Stiftung für die Sanierung des Henry-Ford-Baus, doch diese Summe verschwand, wie die FU-Gelder auch, zwischen den eigenen Ausgaben. Letztlich mussten für die Sanierung Mittel des Universitätshaushalts dafür verbraucht werden.<br />
Guten „Friends“ gegenüber darf man jedoch nicht geizig sein und fuhr weiterhin mit schicken Abendveranstaltungen in 5-Sterne-Hotels auf, auch Stars wie Christo und Jeanne-Claude wurden gebucht und zuletzt Räumlichkeiten für 50.000 Dollar gemietet.  &#8220;Neben der jährlichen Fundraising-Gala zeigen wir Filme, wir führen Buchlesungen und Diskussionsveranstaltungen durch, demnächst auch eine Whiskeyprobe&#8221;, verkündete die Leiterin Helene Sostarich-Basariam berauscht.</p>
<p style="text-align: left;">&#8220;Es gibt seit vielen Jahren Absolventen von Oxford oder Cambridge, die in den USA leben und an ihre Alma Mater spenden, und wir machen das jetzt auch, mit Absolventen und Unterstützern &#8220;, frohlockte Sostarich-Basariam weiter und zeigt die Inspiration für die desaströse Story auf. Was Oxford und Cambridge können, das kann die FU Berlin auch.<br />
Vielleicht fällt hier in Berlin aber auf, dass das Fehlen eines Vereins, der bei Ehemaligen hausieren geht, nicht der einzige Mangel ist und man erkennt darin womöglich einen Wink mit dem Champagnerglas für zweierlei Dinge: Erstens, dass solch eine Stelle gewisse Kompetenzen im Fundraising aufweisen sollte. Zweitens ist es bezeichnend, wenn die früheren Zöglinge die Gaben unterlassen und angesichts der Missachtung der studentischen Interessen zweifelhaft, ob diese Geschäftsidee in Zukunft allzu ertragreich sein wird.</p>
<p style="text-align: left;">Nun wird der Verein aufgelöst. Spannend bleibt, ob die FU auch noch auf den Kosten für die Abwicklung sitzen bleibt. Leider gibt es weder Einigkeit über die Schuldigen, noch waren die Geldflüsse nachvollziehbar, erklärt Ursula Lehmkuhl, bis Ende April noch Interims-Unipräsidentin. Sie möchte jedenfalls keine Nachlässigkeit von Seiten des ehemaligen Präsidenten Dieter Lenzen feststellen. Die FU betreibt nicht nur Betriebswirtschaft wo es nicht angebracht ist, sie hat nicht einmal Erfolg dabei. Eine Hochschule, die unter Lenzen zur „International Network University“ geadelt wurde, lässt sich davon natürlich nicht beirren und weiß, dass gute Beziehungen umso länger halten, wenn man sie bei Hummer und Champagner knüpft. Wohl bekomm’s!</p>
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		<title>Ein Theaterstück für Bologna</title>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 23:41:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Montag fand die lang angekündigte Bolognakonferenz statt. Auf ihr wollte Bildungsministerin Annette Schavan über Verbesserungen im Bachelor/Master-System diskutieren, doch leider geriet das Event zur Schmierenkomödie. Eine Zusammenfassung von Max Krause.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am Montag fand die lang angekündigte Bolognakonferenz statt. Auf ihr wollte Bildungsministerin Annette Schavan über Verbesserungen im Bachelor/Master-System diskutieren, doch leider geriet das Event zur Schmierenkomödie. Eine Zusammenfassung von Max Krause.</strong></p>
<div id="attachment_2647" class="wp-caption aligncenter" style="width: 492px"><img class="size-full wp-image-2647    " title="Schavan" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/05/Schavan.jpg" alt="" width="482" height="241" /><p class="wp-caption-text">Bildungsgipfel mit Ministerin, aber leider ohne Ergebnisse Illustration: Max Krause</p></div>
<p>Bühne frei für die Anwesenheitsliste, dem Hassobjekt Nummer Eins der Studenten. Auch der Bolognagipfel kommt nicht ohne das papiergewordene Symbol für die Verschulung des Studiums aus. Vielen ist sie ein Dorn im Auge, kaum jemand hält sie für notwendig, doch abgeschafft wird sie trotzdem nicht. Aber erstmal der Reihe nach.</p>
<p>Auf der Konferenz sollten alle Anspruchsgruppen im universitären Bereich in den Dialog über die Zukunft der Studiums treten. An der FU können sich nur wenige für diese Idee begeistern. Dass sich zu Beginn der Veranstaltung um neun Uhr morgens, die live im Hörsaals C des Henry-Ford-Baus übertragen wurde, nur etwa zehn Personen eingefunden haben, mag einerseits der frühen Uhrzeit, andererseits auch dem offensichtlichen Desinteresse vieler Studierender geschuldet sein.</p>
<p>Was denen, die gekommen sind auf der großen Leinwand geboten wird, hat zwar wenig substanziellen Charakter, kann aber wenigstens mit einigen prominenten Darstellern der Bildungspolitik aufwarten. Alles, was Rang und Namen hat, ist anwesend: mehrere Landesbildungsminister, Hochschulrektoren, Bundestagsabgeordnete und die Sprecher der studentischen Hochschulgruppen.</p>
<h4>Studierbarkeit: Ein Wohlfühlthema</h4>
<p>Eröffnet wird die Diskussionsrunde mit dem Thema Studierbarkeit. Ein Wohlfühlthema, denn hier vertreten eigentlich alle Beteiligten die gleiche Meinung: Die Hochschulen brauchen mehr Geld, der Stellenwert der Lehre muss erhöht werden, Studierende müssen stärker in die Ausgestaltung der Studiengänge mit einbezogen werden. Auch das Thema Anwesenheitspflicht wird angesprochen, und unter allen Teilnehmern findet sich kein Einziger, der sie grundsätzlich befürwortet. Erste Diskrepanzen treten bei der Frage nach der Finanzierung auf: Schavan bietet zwei Milliarden Euro, Hochschulvertreter fordern elf Milliarden.</p>
<p>Im zweiten Akt ist es jedoch vorbei mit der Harmonie. Ben Stotz, Mitglied im Verband Die Linke.SDS und Student an der FU, spricht die Reizparole aus: „Master für alle“. Endlich gibt es Widerspruch, endlich kommt eine echte Diskussion zustande. Vertreter der Kultusministerkonferenz erklären, durch die Ermöglichung des Masters für alle werde die Idee der Bologna-Reform „ad absurdum geführt“. Gerade wird das Klima etwas rauer, da entschließen sich die beiden Vertreter des Bildungsstreiks, den Gipfel platzen zu lassen: Sie beschweren sich darüber, dass die Bildungsmisere an den Schulen ignoriert werde, werfen Schavan vor, sie wolle nicht auf Augenhöhe mit ihnen diskutieren, und verlassen aus Protest den Saal; Ben Stotz, der bis dahin noch auf dem Podium saß, schließt sich ihnen an. Die ganze Szene wirkt einstudiert, ein konkreter Anlass für den Eklat fehlt. Man bekommt den Eindruck, die Studierenden wollten weniger konstruktiv mitarbeiten als vielmehr den Showeffekt für ihre Zwecke nutzen.</p>
<h4>Monolog statt Diskussion</h4>
<p>Schavan nimmt das Ereignis als Vorwand, sämtliche Rednerlisten zu ignorieren, läuft zum Podium und ruft: „Wir nehmen euch ernst, aber ihr müsst auch uns ernst nehmen.“ Dann legt sie zwanzig Minuten lang ihren Standpunkt zur Thematik dar. Die Diskussion wird zugunsten ihres Monologs unterbunden. Wer noch nicht wusste, wie die Bildungsstreik-Aktivisten zu der Überzeugung kommen, dass ein Gespräch auf Augenhöhe mit Schavan nicht möglich ist, weiß jetzt Bescheid.</p>
<p>Am Ende der Konferenz lädt Schavan dazu ein, im nächsten Jahr einen weiteren Gipfel zu veranstalten. Das bleibt die einzige Zusage, zu der sie sich durchringen kann. Viele erklären die Veranstaltung für gescheitert, und tatsächlich wurde der Ruf nach einem Aktionsplan nicht einmal in Ansätzen beantwortet. Wenn in den nächsten Wochen nichts geschieht, werden die Studierenden bei der nächsten Bolognakonferenz wohl nicht mit am Tisch sitzen, sondern wieder draußen vor der Tür stehen und demonstrieren.</p>
<p>Was ist zu tun? Die Hochschulrektorenkonferenz sollte sich den Konsens des Gipfels zu Herzen nehmen und die Vorschläge schnell umsetzen. Zum Beispiel könnte sie sich mit einem einfachen Votum gegen die Anwesenheitspflicht aussprechen; tut sie das nicht, geht ihr auch der letzte Rest an Glaubwürdigkeit verloren. Am Ende hängt es also wieder an den Anwesenheitslisten. Vorhang. Applaus.</p>
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		<title>+++ Peter-André Alt zum neuen FU-Präsidenten gewählt +++</title>
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		<pubDate>Thu, 13 May 2010 01:10:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentenwahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Als einziger verbliebener Kandidat ist der Literaturwissenschaftler Peter-André Alt zum Präsidenten der Freien Universität gewählt worden. Neue Erste Vizepräsidentin ist Monika Schäfer-Korting.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als einziger verbliebener Kandidat ist der Literaturwissenschaftler Peter-André Alt zum Präsidenten der Freien Universität gewählt worden. Neue Erste Vizepräsidentin ist Monika Schäfer-Korting.</strong></p>
<p><a href="http://www.fu-berlin.de/presse/fup/2010/fup_10_139/index.html">Peter-André Alt wurde am Mittwoch vom erweiterten Akademischen Senat erwartungsgemäß zum neuen Präsidenten der FU gewählt.</a> Der 49-Jährige konnte im ersten Wahlgang 37 von 50 Stimmen auf sich vereinen. Ebenfalls im ersten Anlauf wurde die Pharmazeutin Monika Schäfer-Korting, die 35 Stimmen erhielt, zur Ersten Vizepräsidentin gewählt. Bei beiden Abstimmungen gab es keine Gegenkandidaten.</p>
<p>Alt folgt dem Erziehungswissenschaftler Dieter Lenzen ins Amt, der Anfang diesen Jahres an die Spitze der Universität Hamburg wechselte. Nach der Wahl sprach Alt von großen Herausforderungen, die in den kommenden Jahren auf die Freie Universität zukämenund kündigte an, sich seiner neuen Aufgabe mit &#8220;viel Ernst und Einsatz&#8221;  widmen zu wollen. In einem Interview mit <a href="http://www.fu-berlin.de/campusleben/campus/2010/100512_interview_p_alt/index.html">&#8220;campus.leben&#8221;</a>, dem Online-Magazin der FU, erklärte Alt zudem die Lehre an der Universität verbessern zu wollen.</p>
<p>Die Wahl war im Vorfeld besonders von Seiten der Studierendenschaft, als nicht transparent und undemokratisch kritisiert worden.</p>
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		<title>Rückzug der Niemals-Präsidentin</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Apr 2010 16:42:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentenwahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach Raúl Rojas wirft auch Christiane Lemke im Kampf um die FU-Präsidentschaft  das Handtuch. Die Inszenierung eines Präsidentschaftswahlkampfes, der keiner ist, erlebt ihren peinlichen Höhepunkt. Carolin Benack kommentiert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Nach Raúl Rojas wirft auch Christiane Lemke im Kampf um die FU-Präsidentschaft  das Handtuch. Die Inszenierung eines Präsidentschaftswahlkampfes, der keiner ist, erlebt ihren peinlichen Höhepunkt. <em>Carolin Benack</em> kommentiert.</strong></p>
<p><strong><img class="aligncenter size-full wp-image-2570" title="freitagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/04/freitagskommentar1.jpg" alt="" width="450" height="275" /><span id="more-2560"></span><br />
</strong></p>
<p>Romeo und Julia müssen sterben, Richter Adam muss überführt werden, Mutter Courage muss den Regimenten hinterher ziehen. So ist das mit Theaterstücken. Noch bevor sie überhaupt auf die Bühne kommen, ist das Ende niedergeschrieben. Und so ist es auch mit der Präsidentschaftswahl an der FU.</p>
<p style="text-align: left;">Bereits seit der Akademische Senat am 10. März die drei Kandidierenden bekannt gegeben hat, hagelt es Kritik. Der Vorwurf: Die Wahl sei nur eine reine Farce. Denn schon im Vorfeld hätten sich die Professoren auf das „Präsidenten-Paket“ Peter-André Alt und Monika Schäfer-Korting als Vize geeinigt.</p>
<p style="text-align: left;">In der Folge trat erst Raúl Rojas ab. Jetzt ließ auch Christiane Lemke ihre Kandidatur fallen und lieferte damit den endgültigen Beweis, dass das Auswahlverfahren längst entschieden ist. Von Anfang an war es ein aussichtsloses Unterfangen gewesen, in das sich die Professorin aus Hannover da begeben hatte. Ohne den Rückhalt einer speziellen politischen Gruppe im akademischen Senat und die nötigen Seilschaften in der FU Landschaft war sie von vornherein zur Statistin degradiert.</p>
<p style="text-align: left;">Und so ist ihr Rückzug lediglich die Umgehung einer vorprogrammierten Niederlage, wenn sie auch offiziell den ihr angebotenen Max-Weber-Lehrstuhl an der New York University vorschiebt, angeblich ihr „Traumjob“. Man hört geradezu das Zähneknirschen in dieser Bezeichnung. Jemand, der sich gerade für das Amt der Präsidentin einer Universität  beworben hat, würde dem wohl kaum einen Forschungsstuhl vorziehen.</p>
<p style="text-align: left;">Letztlich steht so nur noch der Wunschkandidat auf der Bühne – Peter-André Alt. Einen wirklichen Gefallen hat der Akademische Senat mit dieser Demonstration von Festgefahrenheit und Unfairness ihm jedoch nicht getan. Denn der Makel, ohne ernsthafte Konkurrenz ins Amt gehievt worden zu sein, wird dem Helden dieses Stückes, der sowieso schon genug mit dem Prädikat „Lenzen-Zögling“ zu kämpfen hat, weiter anhaften. Und so einen guten Auftakt der studentisch-präsidialen Beziehungen verhindern.</p>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow: hidden;"><img src="file:///C:/Users/Caro/AppData/Local/Temp/moz-screenshot.png" alt="" /></div>
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		</item>
		<item>
		<title>+++Christiane Lemke zieht Kandidatur zurück. Einspruch von Studierenden+++</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 08:22:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentenwahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Politikwissenschaftlerin folgt dem Ruf an die New York University. Einziger Kandidat für die FU-Präsidentenwahl ist nun Peter-André Alt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Politikwissenschaftlerin folgt dem Ruf an die New York University. Einziger Kandidat für die FU-Präsidentenwahl ist nun Peter-André Alt.</strong></p>
<p>Christiane Lemke hat laut Informationen des <a href="http://www.tagesspiegel.de/wissen/fu-studenten-wollen-wahl-anfechten/1803878.html;jsessionid=DF5B191F0CE442C91C0F37EFBF9450AC">„Tagesspiegel“</a> ihre Kandidatur um das Präsidentenamt an der FU zurückgezogen. Damit ist der <a href="http://www.furios-campus.de/2010/03/29/ich-habe-mich-uber-rojas-geargert/">Germanist Peter-André Alt</a>, der schon im Vorfeld als Favorit galt, der einzige verbleibende Bewerber.</p>
<p>Als Begründung für die Entscheidung nannte Lemke die Berufung an die New York University, wo sie einen Lehrstuhl für deutsche und europäische Studien übernehmen werde. Ohnehin seien ihre Chancen auf die FU-Präsidentschaft „nicht ganz klar“ gewesen.</p>
<p>Vertreter der Studierendenschaft legten indes Einspruch beim Wahlvorstand der FU ein. Sie sehen den gesamten Vorgang, mit dem die Kandidaten für die Wahl am 12. Mai gefunden wurden, einer illegitime Einflussnahme ausgesetzt.</p>
<p><em>(red)</em></p>
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		<title>Herrscherin über 40 000</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Apr 2010 19:41:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[präsidium]]></category>
		<category><![CDATA[ursula lehmkuhl]]></category>

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		<description><![CDATA[Die amtierende Präsidentin Lehmkuhl schickt ihren Kritiker Hajo Funke in den Ruhestand und macht damit viel kaputt. Ein Kommentar von Christina Peters.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die amtierende Präsidentin Lehmkuhl schickt ihren Kritiker Hajo Funke in den Ruhestand und macht damit viel kaputt. Ein Kommentar von Christina Peters.</strong></p>
<p><strong><img class="aligncenter size-full wp-image-2521" title="freitagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/04/freitagskommentar.jpg" alt="" width="450" height="275" /><br />
</strong></p>
<p>„Wohlverdient“ gehörte wahrscheinlich nicht zu den Attributen, die Ursula Lehmkuhl für den Ruhestand einfielen, in den sie den Rechtsextremismusforscher Hajo Funke nach siebzehn Jahren als Professor für Politik und Kultur am OSI entließ. Den Antrag des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften auf eine eigenfinanzierte Verlängerung seiner Amtszeit, eine vom Präsidium bereits durch Mehrheitsbeschluss genehmigte Formalität, lehnte die Interimspräsidentin ab, indem sie die Richtlinienkompetenz ihres Amtes gegen alle demokratischen Gremien ausspielte. Die Rechtfertigung: Funkes angeblich mangelndes Interesse an Forschung und Drittmittelakquise. Dass sie damit einen der schärfsten Kritiker der obersten Führungszirkel der FU pünktlich vor der Präsidentenwahl von seinen Ämtern entbindet – ein misstrauischer Schelm, wer Böses dabei denkt.</p>
<p>Das überbeanspruchte Diktum, dass Vertrauen gut, Kontrolle aber besser sei, bestätigt sich in solchen Momenten. Man braucht dabei nicht über Lehmkuhls politisches Kalkül zu spekulieren. Es reicht, dass ihr Durchregieren mit der Eleganz eines Elefanten noch mehr Porzellan im angeschlagenen Verhältnis zwischen Präsidium und Restuniversität zerstört. Die Möglichkeit des Bruchs mit den Entscheidungen aller untergeordneten Gremien mag dem Präsidentenamt per Verfassung gegeben sein. Was zählt, ist die Praxis, in der ein Mindestmaß an Respekt für das ohnehin eingeschränkte demokratische Prinzip bestehen muss, damit das Miteinander an einer Universität mit fast 40 000 Angehörigen funktioniert. Man muss darauf vertrauen können, dass die Inhaberin des höchsten Amtes, wenn nicht aus persönlicher Überzeugung, so zumindest aus der Logik der Angemessenheit heraus keine autokratischen Alleingänge durchzieht.</p>
<p>Lehmkuhls Akt als Alleinherrscherin ist Verrat. Melodramatisch? Nur auf den ersten Blick. Die Causa Funke zeigt einmal mehr, dass Demokratie an der FU ein zahnloser Tiger ist, der unter der Willkür einer Übergangspräsidentin als Bettvorleger endet. Es gibt keine Kontrolle des umsichtigen Machtgebrauchs von ganz oben. Es gibt nur Vertrauen, auf das sowohl Studierende und Lehrende als auch Verwaltende angewiesen sind. Wer es für niedere Zwecke mit Füßen tritt, mag sich über den kurzfristigen Erfolg freuen. Das durch den Präzedenzfall verstärkte Misstrauen gegenüber einer übermächtigen Präsidentenfigur aber wird die politische Situation langfristig nur unangenehmer machen. Mag sein, dass Lehmkuhl dann aus ihrem eigenen wohlverdienten Ruhestand feststellen wird, auch ihrem Wunschkandidaten mit diesem Schachzug höchstens einen Bärendienst erwiesen zu haben.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Ich kann auch ohne Alkohol Spaß haben.&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Apr 2010 09:50:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentenwahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Hannoveraner Politikprofessorin Christiane Lemke bewirbt sich um das Präsidentenamt an der FU. Im Interview sprach sie mit FURIOS-Online über Ihre Pläne für die Zukunft der Universität, die Exzellenzinitiative und ihre Schlafgewohnheiten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Hannoveraner Politikprofessorin Christiane Lemke bewirbt sich um das Präsidentenamt an der FU. Im Interview sprach sie mit FURIOS-Online über ihre Pläne für die Zukunft der Universität, die Exzellenzinitiative und ihre Schlafgewohnheiten.</p>
<div id="attachment_2514" class="wp-caption aligncenter" style="width: 480px"><img class="size-large wp-image-2514" title="Lemke" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/04/Lemke-470x279.jpg" alt="" width="470" height="279" /><p class="wp-caption-text">Möchte wieder an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehren: Politik-Professorin Christiane Lemke. Foto: Tobias Heimbach</p></div>
<p><em>Das Interview führten Jonas Breng und Tobias Heimbach.</em></p>
<p><em><strong>Frau Lemke, Sie sind ein verlorenes Kind der FU, haben hier studiert und lange gearbeitet. Ist es nun das Heimweh, das Sie wieder nach Berlin holt oder zieht Sie der Posten in die Hauptstadt?</strong></em></p>
<p>Ich beschäftige mich seit Längerem mit Hochschulpolitik und bin an meiner Heimatuniversität in Hannover in verschiedenen Gremien und in Leitungsfunktion tätig. Ich habe 16 Jahre an der FU gearbeitet, sowohl meine Promotion als auch meine Habilitation hier erworben. Ich kenne die Universität sehr gut und habe nachwievor gute Kontakte hierher. Wenn Sie mich fragen welche deutsche Hochschule mich reizen würde, dann ist es wirklich die FU. Es geht nicht darum irgendwo als Präsidentin eine Universität zu leiten, sondern in erster Linie nach Berlin zurückzukehren. „Circular biography“ nennt man das glaube ich (lacht).</p>
<p><em><strong>Man räumt Ihnen bisher allenfalls Außenseiterchancen ein. Auf wessen Stimmen hoffen Sie?</strong></em></p>
<p>Mein Vorteil ist es, dass ich keiner politischen Gruppe im Akademischen Senat angehöre. Ich würde gern mit allen Gruppen arbeiten, sowohl mit den hochschulpolitischen Gruppierungen, als auch den Statusgruppen. Darin sehe ich eine große Chance, denn als Außenstehende kann ich bestimmte Dinge kritischer sehen. Ich möchte zuhören was die einzelnen Gruppen zu sagen haben und gemeinsame Vorstellungen für die nächsten vier Jahre entwickeln. Das ist eine große Gelegenheit für mich, aber auch für die Freie Universität.</p>
<p><em><strong>Sie sind die einzige externe Bewerberin. Haben Sie überhaupt noch den notwendigen Einblick in die Strukturen und Probleme der Uni?</strong></em></p>
<p>Ich habe vom Akademischen Senat und vom Kuratorium umfangreiche Informationsmaterialien erhalten. Das umfasst Haushaltspläne, Berichte, Stellungnahmen und Expertisen. Auf dieser Ebene habe ich daher einen sehr guten Einblick über die Strukturen, die Entscheidungsprozesse und die Problemzonen der Uni.</p>
<p><em><strong>Was wissen Sie über das Verhältnis zwischen Studierenden und dem ehemaligen Präsidenten Lenzen?</strong></em></p>
<p>Präsident Lenzen hat viel für die FU getan, er hat sie gemeinsam mit seinem Stab sehr gut für die Exzellenzinitiative aufgestellt und auch die Umstrukturierung der Forschung stark vorangetrieben. Er hat Managerqualitäten gezeigt, jedoch ist mir aufgefallen, dass er einen sehr autokratischen Führungsstil gepflegt hat. Er hatte nicht den Kontakt zu den Studierenden, den es braucht, gerade wenn man eine große Studienreform umsetzen will. Ich finde, dass man in dieser Phase über das normale Maß hinaus den Kontakt pflegen muss. Das aber ist nicht passiert, das ist eine Frage des Führungsstils. Ich glaube besonders an diesem Punkt würde ich mich sehr unterscheiden.</p>
<p><em><strong>Gerade der Kommunikationsstil Lenzens war für viele am Campus ein rotes Tuch. Wie könnte man den erstickten Dialog zwischen Präsidium und Studierenden wiederbeleben?</strong></em></p>
<p>Die Studierenden sind die Seele der Universität. Die Lehre ist ebenso wie die Nachwuchsausbildung sehr wichtig. Ich würde daher eher einen kooperativen Führungsstil pflegen. Es gibt ja durchaus eine Reihe von Kommunikationsmöglichkeiten mit den Studierenden, wie etwa die Gremien, in denen man den Studierenden sehr viel mehr zutrauen und zuhören  sollte.</p>
<p>Die zweite Kommunikationsform sind offene Foren. Ich habe mit Interesse von dem Runden Tisch an der FU erfahren. Man sollte ein offenes Forum weiterführen, indem man die Probleme der Studienreform mit den Bachelor- und Masterstudierenden bespricht, die dort ihre Erfahrungen einbringen können, um gemeinsam Möglichkeiten entwickelt wie man die Bologna-Reform besser umsetzen kann.</p>
<p>Der dritte Punkt ist, dass Präsidenten früher stets eine offene Sprechstunde für einzelne Studierende oder auch bestimmte Gruppen angeboten haben. Das würde ich auch so halten.</p>
<p><em><strong>Heißt das sie möchten die studentische Mitbestimmung in den Gremien stärken oder die Zusammenarbeit nur über eine bessere Kommunikation verbessern?</strong></em></p>
<p>Ich denke, dass die Studierenden auf der Fachbereichs- und Institutsebene gut vertreten sind und auch in den Studienkomissionen eine wichtige Stimme haben. Ich habe jedoch mit großem Erstaunen gehört, dass auf der zentralen Ebene Einfluss genommen wird, darauf welche Studierende in den zentralen Gremien vertreten sind. Ich finde das sehr befremdlich, denn die Studierenden müssen selber ihre Vertreter bestimmen können.</p>
<p><em><strong>Rojas und Alt sind sich uneins über das Gedankenexperiment einer Fusion von TU und FU. Wie stehen Sie dazu? Illusorisches Luftschloss oder innovative Zukunftsperspektive?</strong></em></p>
<p>Es hat diese Ideen der Zusammenlegung der Berliner Universitäten ja schon in den 90er Jahren gegeben. Zum Glück sind sie dann ganz schnell wieder fallen gelassen worden. Ich kann hier aus meiner Erfahrung an der University of North Carolina und  Harvard sprechen, dass eine große Stadt wie Berlin mit dem interessanten Umfeld und den vielen außeruniversitären Einrichtungen sehr gut mehrere Universitäten verkraften kann. Die Vielfalt der vier Universitäten sollte angesichts der Breite des Wissenschaftsspektrums durchaus erhalten werden. Was man in Zukunft allerdings überlegen muss, ist wo die Hochschulen stärker kooperieren können. Nicht jede Hochschule muss das gleiche Fächerspektrum anbieten. Ich würde gern die fächernahe Kooperation stärken und auch die Profilierung unterschiedlicher Bereiche an den Hochschulen vorantreiben. Dennoch soll die FU Volluniversität bleiben.</p>
<p><em><strong>Einige am Campus befürchten, dass die FU den Exzellenzstempel verlieren könnte. Muss alles dafür getan werden, damit dieses Etikett auch in Zukunft weiter geführt werden kann?</strong></em></p>
<p>Die Finanzierung der Hochschulen wird ja vor allem durch die staatliche Grundversorgung gesichert. Aus den Haushaltberichten der letzten zehn Jahre geht jedoch hervor, dass die Lage dramatisch schlecht ist: Die  Zuwendungen von staatlicher Seite stagnieren oder nehmen zum Teil sogar ab. Ich sehe auch aufgrund der Situation in anderen Bundesländern und auch aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise keine großen Chancen, den Senat in Berlin dazu zu bewegen viel mehr für die vier Berliner Universitäten auszuschütten. Daher sind wir immer mehr darauf angewiesen Drittmittel wie z.B. über die Exzellenzinitiative anzuwerben. Von daher würde ich sagen, wir sollten alles daransetzten in der dritten Runde der Exzellenzinitiative erfolgreich dabei zu sein.</p>
<p><em><strong>Sie waren schon mehrfach an renommierten US-Unis wie Harvard. Was müsste Ihrer Meinung nach passieren, dass die FU der internationalen Konkurrenz standhalten kann?</strong></em></p>
<p>Harte Arbeit, über einen längeren Zeitraum. Harvard und andere Spitzenuniversitäten haben sich über einen sehr langen Zeitraum entwickelt. Man muss dazu die internen Netzwerke aufbauen und auch den wissenschaftlichen Nachwuchs anziehen und gut behandeln. Einer der größten Unterschiede zwischen den Hochschulen in Amerika und Deutschland ist die bessere Betreuungsrelation in den USA. Dort kann man sehr viel einfacher auch schon im B.A.-Studium die Studierenden an Forschungsprojekten beteiligen.</p>
<p><em><strong>Die anderen Kandidaten scheinen über mehr Erfahrung bezüglich Leitungsverantwortung zu verfügen. Was haben Sie in diesem Bereich zu bieten?</strong></em></p>
<p>Ich habe sehr gründliche Erfahrung im Bereich von Institutsleitung gesammelt und war unter anderem Direktorin des Niedersächsischen Landtages, wo ich alle Verwaltungsbereiche von Haushalt, Personal und PR geleitet habe.</p>
<p>Ich sehe einen großen Vorteil darin, dass ich den Verwaltungsbereich sehr gut kenne und dafür auch ein Händchen entwickelt habe. Dadurch habe ich gelernt in Konfliktsituationen zu vermitteln. Darüber hinaus habe ich in dieser Position mit allen politischen Fraktionen gearbeitet, kenne also auch die Logik des politischen Arbeitens. Das wird mir mit Sicherheit auch bei den Verhandlungen mit dem Berliner Senat helfen.</p>
<p><em><strong>Gesine Schwan ist der Überzeugung, dass der Präsidentenposten an der FU so anspruchsvoll ist wie der des Bundespräsidenten ist. Wie viel Schlaf brauchen Sie?</strong></em></p>
<p>(lacht). Ich stehe gern um sechs Uhr auf und bin dann oft schon um sieben im Büro, weil ich zu dieser Zeit am ungestörtesten Arbeiten kann Ich halte mich mit Fahrradfahren fit und verfüge über eine sehr gute Kondition. Ich bin lange Arbeitstage gewohnt, habe auch über 20 Jahre lang die Arbeit und Familie vereinen können. Ich arbeite sehr strukturiert und trinke übrigens keinen Alkohol.</p>
<p><em><strong>Das klingt ja fast langweilig.</strong></em></p>
<p>Naja, ich kann auch ohne Alkohol Spaß haben. (lacht)</p>
<p><em><strong>Wie würden Sie ihre Rolle als Präsidentin der FU interpretieren: Menschelnde Professorin oder knallharte Uni-Managerin?</strong></em></p>
<p>Ich bin in erster Linie Wissenschaftspersönlichkeit und sehe mich vor allem als Forscherin. Dennoch denke ich, dass ein professionelles Management einer so großen Hochschule wie der FU gut zu Gesicht steht. Ich bin der Überzeugung, dass man knallhartes Management durchaus mit einer menschlichen Herangehensweise verbinden kann. Dass ich umgänglich und freundlich bin wissen alle, die mit mir zusammenarbeiten. Fairness, Transparenz und Offenheit sind Grundprinzipien meiner Arbeit und das möchte ich auch gern weiter so praktizieren.</p>
<p><em><strong>Zur letzten Frage: Wo fühlen Sie sich ihren Mitkonkurrenten überlegen?</strong></em></p>
<p>Mein großer Vorteil ist die Unabhängigkeit, die ich mitbringe. Ich bin bereit mit allen politischen Gruppen und den Statusgruppen ins Gespräch zu kommen und gemeinsam zu überlegen wie die nächsten Jahre ausgestaltet werden können. Ein weiterer Vorteil ist meine große internationale Erfahrung. Ich habe in den USA nicht nur geforscht, sondern auch in Harvard eine ordentliche Professur mit allen Rechten und Pflichten bekleidet. Diese Internationalität möchte ich gern in die Arbeit an der internationalen Netzwerkuniversität einbringen. Außerdem bin ich authentisch.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Alte Apparatschiks statt frischer Ideen</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2010/04/05/alte-apparatschiks-statt-frischer-ideen/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Apr 2010 11:27:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentenwahl]]></category>
		<category><![CDATA[Akademischer Senat]]></category>
		<category><![CDATA[dienstagskreis]]></category>
		<category><![CDATA[FU-Präsident]]></category>
		<category><![CDATA[liberale aktion]]></category>
		<category><![CDATA[peter-andré alt]]></category>
		<category><![CDATA[Raúl Rojas]]></category>
		<category><![CDATA[Universitätspräsident]]></category>
		<category><![CDATA[vereinte mitte]]></category>

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		<description><![CDATA[Rojas Rückzug zeigt: An der FU regiert die Politik, nicht die Idee. Ein Kommentar von Tin Fischer.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Rojas Rückzug zeigt: An der FU regiert die Politik, nicht die Idee. Ein Kommentar von Tin Fischer.</strong></p>
<div id="attachment_2504" class="wp-caption aligncenter" style="width: 480px"><img class="size-full wp-image-2504" title="osterpredigt1" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/04/osterpredigt1.jpg" alt="" width="470" height="330" /><p class="wp-caption-text">Illustration: David Goldwich</p></div>
<p>Die Osterpredigt des Papstes war eine Rockshow im Vergleich zu dem, was am Donnerstag im Henry-Ford-Bau stattfand und sich «Anhörung der Kandidaten für das Präsidium» nannte. Kaum zu glauben, dass es um die Zukunft einer Universität ging.</p>
<h4>Hier regieren nicht die Ideen&#8230;</h4>
<p>Dem Alphabet folgend war zuerst Peter-André Alt an der Reihe. Alt ist ein feiner und fähiger Kerl, aber sein Zukunftskonzept für die FU war so ambitioniert wie der Maibummel einer Kirchgemeinde. In der Lehre etwa solle die FU Platz 1 werden. Oha! Das ließ aufhorchen, bis sich herausstellte: Gemeint war Platz 1 in Berlin. Aber Alt hatte Glück: Christiane Lemke konnte ihn noch unterbieten. Sie sehe die FU in Zukunft als «internationale Netzwerkuniversität». Das ist ungefähr so innovativ, wie wenn der Papst die Zukunft des Katholizismus im Christentum sieht.</p>
<p>Begeistern konnte an diesem Nachmittag einzig Raúl Rojas. Als einziger legte er ein Konzept vor, das weiter als bis zur nächsten Exzellenzrunde reicht. Sein Plan ist bekannt: FU und TU zusammenführen. Erstens, weil es ist im 21. Jahrhundert nur noch absurd ist, die technischen Wissenschaften von den Humanwissenschaften zu trennen. Zweitens, weil jede Berliner Universität für sich ein armer Regionalverein ist. An dem Vorschlag kann man einiges kritisieren. Aber jeder Außenstehende hätte nach den Vorträgen Rojas wenigstens den Hauch einer Chance auf die Präsidentschaft eingeräumt. Doch die Freie Universität funktioniert anders. Hier regiert nicht die Idee, sondern der politische Apparat. Und der hat sich längst auf Alt geeinigt.</p>
<h4>&#8230; sondern die Mailinglisten?</h4>
<p>Der Akademische Senat, der den Präsidenten wählt, wird von drei Professorengruppen regiert: Der bürgerlichen Vereinten Mitte, dem sozialliberalen Dienstagskreis und der Liberalen Aktion. Was politische Vorlieben mit Wissenschaft und der Zukunft der FU zu tun haben, weiß allenfalls der liebe Gott. Aus Bequemlichkeit und Opportunität hält man das an der FU trotzdem so. Wo sich Gruppen um eine politischen Idee organisieren, brauchen sie sich nicht um eigene Ansätze zu kümmern und können sich auf die Postenverteilung konzentrieren. Falls mal jemand fragt, rechtfertigt die Liberale Aktion ihre Existenz einfach damit, dass es an der FU Linke gibt, und der Dienstagskreis seine umgekehrt mit der Liberalen Aktion. Ideen für die Zukunft der FU bringt das keine hervor. Der Vatikan ist der reinste Think Tank im Vergleich zur Vereinten Mitte. Ihre Pläne für die Zeit nach der Exzellenz sind ein so gut gehütetes Geheimnis, dass man davon ausgehen kann, dass sie nicht existieren.</p>
<p>Die Professorengruppen sollen sich mit ihren Vertretern Philip Kunig, Hajo Funke und Paul Nolte endlich in die Öffentlichkeit stellen und sagen, welche Ideen sie in den letzten 10 Jahren hervorgebracht haben und welche sie für die nächsten 10 Jahre erwägen. Das Podium Ende April wäre eine gute Gelegenheit dazu. Falls sie dazu nicht in der Lage sind, können sich die Gruppen getrost auflösen und ihre Mitglieder den Bezirkssektionen ihrer Parteien beitreten. Wenn sie, wie Alt betont, eigentlich nicht mehr als Mailinglisten sind, wäre das weder ein großer Aufwand noch ein Verlust.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>+++Meldung+++ Rojas zieht Kandidatur zurück. Zweikampf zwischen Lemke und Alt</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2010/04/02/meldung-rojas-zieht-kandidatur-zuruck-zweikampf-zwischen-lemke-und-alt/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Apr 2010 10:48:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentenwahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Kandidaten für die Wahl am 12. Mai stehen fest: Die Politikwissenschaftlerin Christiane Lemke und der Germanistik-Professor Peter André Alt gehen ins Rennen um das höchste Amt an der FU]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Kandidaten für die Wahl am 12. Mai stehen fest: Die Politikwissenschaftlerin Christiane Lemke und der Germanistik-Professor Peter André Alt gehen ins Rennen um das höchste Amt an der FU</strong></p>
<p>Peter-André Alt und Christiane Lemke sind für die Wahl um das Amt des FU-Präsidenten nominiert. Zwar ist Lemke nicht vom Kuratorium gewählt worden, erhielt aber die nötigen Stimmen durch den Akademischen Senat. Der <a href="http://www.furios-campus.de/2010/03/09/raul-rennt/">Informatiker Raúl Rojas </a>zog seine Kandidatur überraschend zurück, obwohl er vom Kuratorium aufgestellt wurde.  Laut „Tagesspiegel“, wolle er der FU einen zermürbenden Wahlkampf ersparen. Im Übrigen sehe er nur geringe Chancen auf einen Erfolg. Rojas hatte im Vorfeld mit spektakulären Plänen wie der Fusion von TU und FU für Aufsehen gesorgt.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.furios-campus.de/2010/03/29/ich-habe-mich-uber-rojas-geargert/">Als aussichtsreichster Bewerber für die Wahl am 12. Mai gilt nun der Germanist Peter André Alt</a>, dem gegenüber seiner verbleibenden Konkurrentin  Christiane Lemke aus Hannover der größere Rückhalt im erweiterten Akademischen Senat nachgesagt wird, der den Präsidenten wählt.</p>
<p style="text-align: left;"><em>(red)</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Schiller vs. Fussballroboter</title>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 00:14:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentenwahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Wettlauf um das Präsidium ist in vollem Gange. Heute stellen sich die Kandidaten dem Akademischen Senat vor. FURIOS vergleicht vorab ihre Programme!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a rel="attachment wp-att-2477" href="http://www.furios-campus.de/2010/03/31/schiller-vs-fussballroboter/skulptur/"><img class="size-large wp-image-2477 alignnone" title="Wettlauf" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/03/skulptur-470x317.jpg" alt="" width="470" height="317" /></a></p>
<p>Kandidat Rojas mit Unterstützern auf dem Campus.</p>
<p><strong>Der Wettlauf um das Präsidium ist in vollem Gange. Heute stellen sich die Kandidaten dem Akademischen Senat vor. FURIOS vergleicht vorab ihre Programme!</strong></p>
<p><em>Hinweis: Die Vorträge im Akademischen Senat sind öffentlich. Sie beginnen heute Mittwoch um 15:30 Uhr im HS A im Henry Ford-Bau.</em></p>
<p>«Ich verliere selten», sagte Raúl Rojas nach dem Interview. So klingt also einer, dem man nur 10 % Siegeschancen nachsagt. Vieles spricht dafür, dass nicht er, sondern Peter-André Alt der nächste FU-Präsident wird. Die politischen Gruppierungen im Akademischen Senat (AS) haben sich auf Alt geeinigt. Doch Rojas hat sie herausgefordert: «Zuerst muss man die Programme diskutieren, dann erst die entsprechenden Köpfe suchen!»</p>
<p>Unterschiedlicher könnten die Köpfe Alt und Rojas nicht sein. Alt der stille Schiller-Forscher, der sich in sämtlichen Gremien der FU verdient gemacht hat. Rojas der Trainer von Fussballrobotern, der das heimliche Aushängeschild der Freien Universität ist. <strong>Aber wie unterscheiden sich ihre Programme? </strong>Rojas hat seines bereits publik gemacht. Alt hat im Interview mit FURIOS darüber gesprochen. Über das Programm der dritten Kandidatin, Christiane Lemke, werden wir noch berichten.</p>
<h2>Studentischer Dialog</h2>
<p><strong><span style="font-weight: normal;">Unter Präsident Lenzen war der <strong>Dialog mit den Studenten</strong>, vor allem mit den studentischen Vertretern, vergiftet. Damit dürfte es vorbei sein. Ob Rojas oder Alt: die Zeichen stehen auf Dialog. Beide betonen, dass sie mit den Studenten – und den Mitarbeitern – das Gespräch suchen werden. Beide wollen eine regelmässige Sprechstunde einrichten und an den Fachbereichen mit den Studenten direkt kommunizieren. Das dringendste Problem ist natürlich <strong>Bologna</strong>. Und auch hier sind die Unterschiede klein. Beide halten an der Trennung zwischen BA und MA fest, <strong>Alt</strong> plädiert allerdings für einen <strong>achtsemestrigen Bachelor</strong> in den Geisteswissenschaften. Beide wollen die Reform reformieren und die Studienpläne weniger starr gestalten. <strong>Rojas</strong> fordert sogar den <strong>Ausstieg aus dem Akkreditierungsprozess</strong>.</span></strong></p>
<h2>Zukunftskonzept</h2>
<p><strong><span style="font-weight: normal;">Der wichtigste Unterschiede liegen im <strong>Zukunftskonzept</strong>. Unter Lenzen wurde die FU zu einer «Internationalen Netzwerkuniversität» entwickelt. Damit war sie im Exzellenzwettbewerb erfolgreich. Was aber auch der Exzellenzstatus nicht geändert hat: Die Freie Universität ist und bleibt arm. Sie braucht, um international erfolgreich zu sein, <strong>schlagkräftige Partner.</strong> Die Frage ist: welche?</span></strong></p>
<p><strong>Rojas Vorschlag:</strong> «Die Kräfte der Berliner Universitäten bündeln. Für ein Zusammengehen mit der HU sind die Ängste zu gross, weil das zu Sparmassnahmen durch den Senat führen könnte. Die TU hingegen ist komplementär.» Er will <strong>FU und TU</strong> zusammenführen und meint: «Wir hätten mit einem Schlag die beste Uni Deutschlands. Sie wäre so gut wie Stanford.» Rojas Vorbilder sind Institutionen wie das Earth Institute an der Columbia University, das sich mit globalen Zukunftsfragen beschäftigt, etwa wie der Verkehr in den nächsten Jahrzehnten funktionieren wird. Für solche Fragen braucht es Ingenieure genauso wie Geografen, Sozialwissenschaftler oder Juristen. Gemeinsam hätten sie FU und TU alle. Der Vorschlag ist ambitioniert – und birgt Gefahren. FU und TU haben unterschiedliche Kulturen. Ein überbordender Verwaltungsapparat könnte entstehen. Ausserdem ist der das Konzept für viele Fachbereiche, vor allem für die Geisteswissenschaften, wenig attraktiv.</p>
<p><strong>Alt hingegen</strong> sieht in den <strong>Max-Planck-Instituten</strong> in Dahlem den idealen Partner. Sie sind finanziell hervorragend dotiert und liegen in direkter Nachbarschaft. Ihr Problem ist, dass sie keinen eigenen Nachwuchs haben – den hätte die FU. Deshalb will Alt vor allem auf die Nachwuchsförderung setzen, wie er im Interview mit FURIOS Online sagt. Das Vorhaben hat aber ebenfalls Knackpunkte. Das Interesse der Max-Planck-Institute an der FU ist wesentlich kleiner als das der FU an ihnen. Der wissenschaftliche Nachwuchs findet auch ohne die FU den Weg zu den MPIs. Tonangebend in dieser Partnerschaft wäre nicht die FU.</p>
<p>Ob TU oder MPI, am Ende heisst der neue Partner der FU vielleicht auch einfach: CL – Christiane Lemke.<strong> FURIOS bleibt dran! </strong><em>(red)</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>„Ich habe mich über Rojas geärgert“</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Mar 2010 11:54:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Präsidentenwahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Peter-André Alt geht als Favorit ins Rennen um die Präsidentschaft der FU. Mit FURIOS sprach er darüber, wie er den Kontakt zu den Studenten pflegen möchte und weshalb er sich nicht auf einen Wahlkampf einlassen will.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Peter-André Alt geht als Favorit ins Rennen um die Präsidentschaft der FU. Der Professor für Neuere Deutsche Literatur und Direktor der Dahlem Research School sprach im Interview mit FURIOS darüber, wie er den Kontakt zu den Studenten pflegen möchte und weshalb er sich nicht auf einen Wahlkampf einlassen will.</p>
<p><img class="aligncenter size-large wp-image-2468" title="Furios 018" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/03/Furios-018-470x352.jpg" alt="" width="470" height="352" /></p>
<p><em>Peter-André Alt in seinem Büro zwischen Lenin und Kafka. </em><em>Foto: Julia Levenson</em></p>
<p><em>Das Interview führten Carolin Benack und Tin Fischer</em></p>
<p><em><strong>Viele halten Sie bereits für den neuen Präsidenten der FU. Haben Sie schon den Umzugswagen bestellt?</strong></em></p>
<p>Umzugswagen? Warum?</p>
<p><em><strong> Damit der Ihre Sachen ins Präsidium bringt.</strong></em></p>
<p>Achso. (lacht) Dafür braucht man keinen Umzugswagen.</p>
<p><strong><em>Warum sind so viele der Meinung, dass Sie Präsident werden?</em></strong><em> </em></p>
<p>Das müssen Sie diese &#8216;vielen&#8217; fragen. Es liegt natürlich etwas näher, weil ich an der FU in den letzten Jahren schon in verschiedenen Bereichen Verantwortung übernommen habe. Ich war Dekan und Studiendekan, habe dann während des Exzellenzwettbewerbes eine Graduiertenschule für die FU eingeworben und die Dahlem Research School übernommen. Dadurch habe ich nicht nur meinen eigenen Fachbereich, sondern auch andere Fächer besser kennen gelernt.</p>
<p><strong><em>Sie gelten als Vertrauter des ehemaligen Präsidenten Dieter Lenzen. Wie nah stehen Sie ihm?</em></strong><em> </em></p>
<p>Ich habe die Zusammenarbeit mit ihm immer als anregend empfunden. Mit ihm in kleiner Runde zusammen zu sitzen, war für mich inspirierend, denn er hat wirklich gute Ideen entwickelt. In der Regel hat es sich aber um sehr kurz bemessene Kontakte gehandelt, weshalb ich nicht das Gefühl habe, ihn wirklich gut zu kennen. Ob man das nun Vertrauter nennen kann?</p>
<p><strong><em>Angenommen Sie werden Präsident: Was werden Sie anders machen als Ihr Vorgänger?</em></strong><em></em></p>
<p>Ich denke, dass in der Universität ein Wunsch nach mehr Kommunikation besteht. Es ist wichtig, dass Entscheidungen, die Hochschule betreffend, auf einer breiteren Ebene diskutiert werden. In den letzten Jahren ist das zu selten geschehen.</p>
<p><strong><em>Dieter Lenzen pflegte kaum den Kontakt zu den Studierenden. Wie werden Sie das halten?</em></strong><em></em></p>
<p>Es hat mir niemals eingeleuchtet, dass das Präsidium keine Sprechstunden anbietet. Nicht nur der Präsident, sondern auch die Vizepräsidenten sollten regelmäßig erreichbar sein, wie das ordentliche Professoren sein müssen. Generell muss man den Kontakt zu den Fachbereichen und ihren Fachschaften halten. Ich finde aber auch, dass man den Bezug zum eigenen Beruf, nämlich dem des Hochschullehrers, nicht verlieren sollte. Deshalb würde ich versuchen, wenigstens alle zwei Semester eine Lehrveranstaltung zu halten.</p>
<p><strong><em>Ihr Herausforderer Raúl Rojas hat sein Wahlprogramm im Internet veröffentlicht. Er schreibt, dass er die Kompetenzen nach unten verteilen und weniger im Präsidium konzentrieren möchte. Wie würde Ihre Politik aussehen?</em></strong><em></em></p>
<p>Wir haben an der FU, im Vergleich zu anderen Universitäten, bereits eine Struktur, in der die Fachbereiche sehr stark sind, allein schon dadurch, dass sie ihr Budget selbst verwalten können. Daher sehe ich von der rechtlichen Seite her nicht, dass wir in der Hochschulleitung Kompetenzen haben, die eigentlich in die Fachbereiche gehören. Das Präsidium muss eine Entscheidungsinstanz sein, die Fachbereiche müssen da Kompetenzen haben, wo sie auch fachlich und organisatorisch zuständig sind. Wichtig dabei ist, dass man sich wechselseitig respektiert. Das zeigt sich vor allem in den Zielvereinbarungen. In den letzten Jahren wurden diese Vereinbarungen zu stark von der Hochschulleitung vorgegeben. Das hat große Konflikte heraufbeschworen, ich war selbst verärgert, als uns Vorgaben auf den Tisch geknallt wurden und wir dann unsere Pflicht tun mussten. Ich stehe dafür, dass Zielvereinbarungsgespräche wieder das werden, was sie einmal waren: ein gemeinsamer Klärungsprozess zur Bestimmung zukünftiger Aufgaben.</p>
<p><strong><em>Rojas schlägt auch vor, die TU und die FU zu fusionieren. Was halten Sie davon?</em></strong><em></em></p>
<p>Ich halte von dem Vorschlag gar nichts. Ich sehe nicht, wie aus einem gigantischen Tanker, der durch solche Fusion entstünde, eine erquickliche Einrichtung werden soll. Es gibt aus guten Gründen keine Universität dieser Breite in Deutschland, denn in ihr würden keine Synergien entstehen, sondern sich aufblähende Verwaltungsstrukturen. Außerdem wäre es illusionär zu glauben, dass man so etwas realisieren kann, ohne dabei unter dem Druck der Politik gleich Rationalisierungskonzepte mitzuliefern, die dann Studien – und Arbeitsplätze kosten.</p>
<p><strong><em>Wo sehen Sie denn die FU in fünf Jahren?</em></strong><em></em></p>
<p>Mein Zukunftskonzept setzt vor allem auf Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Dazu ist sicherlich eine bessere Zusammenarbeit der Universitäten, gerade auf dem Gebiet der Naturwissenschaften, unabdingbar. Ich denke dabei aber auch an die Max-Planck-Institute, von denen sich ja vier in unserer unmittelbaren Umgebung befinden. Die Institute verfügen über starke Ressourcen in der Forschung und üppige Etats, dafür bieten wir ihnen etwas, was sie in dieser Zahl nicht haben: glänzenden Nachwuchs. Deswegen plädiere ich für einen Forschungscampus Dahlem. (überlegt) Den könnte man „FC Dahlem“ nennen.</p>
<p><strong><em>Wird das Ihr Wahlslogan?</em></strong><em></em></p>
<p>(lacht) Ja, das können Sie gerne schreiben. Nur: als Label von mir, bitte.</p>
<p><strong><em>Noch einmal zur Ausgangsfrage: Warum sollten die Max-Planck-Insitute mit der Freien Universität kooperieren? Allein wissenschaftlichen Nachwuchs anzubieten ist doch ziemlich wenig.</em></strong><em></em></p>
<p>Das stimmt, es wird nicht ganz einfach werden, die Max-Planck-Institute ins Boot zu holen. Neben dem Nachwuchs ist ein wichtiges Thema dabei das Promotionsrecht. Nur Universitäten dürfen den Doktorgrad verleihen, die Max-Planck-Institute hätten dieses Recht aber auch gern. Ich plädiere nicht dafür, das Promotionsrecht aus der Hand zu geben, aber ich denke, dass man eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung finden kann.</p>
<p><strong><em>Auf seiner Website impliziert Professor Rojas, dass er sich ums Präsidentenamt bewirbt, weil er die anderen Kandidaten für ungeeignet hält. Fühlen Sie sich von dieser Aussage  angegriffen?</em></strong><em></em></p>
<p>Es hat mich schon geärgert, dass er gesagt hat, er sähe keine wissenschaftlich qualifizierten Bewerber. Das finde ich unhöflich, schließlich verfüge ich über wissenschaftliches Renommee und möchte nicht, dass mir das von einem fachfremden Kollegen abgesprochen wird. Umgekehrt würde ich so etwas nie über ihn sagen.</p>
<p><strong><em>Werden Sie mit einer eigenen Wahlkampagne antworten?</em></strong><em></em></p>
<p>Nein, ich führe keinen Wahlkampf. Ich sehe das Amt des Präsidenten als ein Amt, in das man nach einem Wahlakt berufen wird, ohne dass es primär politisch definiert ist. Wer eine Hochschule leiten möchte, sollte zuallererst über wissenschaftliche Qualifikation verfügen &#8211; sie ist es, die die Voraussetzung für das Ansehen eines Präsidenten schafft. Wir sind keine Politiker, die um Ämter kämpfen. Für mich stimmt dieser Vergleich mit der Politik daher nicht.</p>
<p><strong><em>Viele Studierenden sind aber daran interessiert, die Kandidaten und ihre Wahlprogramme kennen zu lernen. Hätten sie nicht einen ordentlichen Wahlkampf verdient?</em></strong><em></em></p>
<p>Am 31.März findet eine Sitzung des Akademischen Senats statt, in der die Kandidaten ihre Konzepte vorstellen; die anschließende Diskussion findet ohne Öffentlichkeit statt. Einen Tag vorher wird auf meiner Website ein Zehn-Punkte-Programm publiziert, das die wesentlichen Werte und Ziele benennt, die mir in der Funktion des Präsidenten wichtig wären. Sollte man mich zur Wahl vorschlagen, würde ein ausführlicherer &#8216;Wahlbrief&#8217; folgen.</p>
<p><strong><em>Nehmen wir an, wir hätten eine basisdemokratische Universität und die Studierenden würden ihren Präsidenten selbst wählen. Wie hieße der neue Präsident der FU?</em></strong><em></em></p>
<p>Wenn man eine Wahlbeteiligung von 100 Prozent hätte, würde man wohl mich wählen.</p>
<p><strong><em>Warum?</em></strong><em></em></p>
<p>Weil ich insgesamt das in sich durchdachtere Konzept biete.</p>
<p><strong><em>Kennen Sie denn das Konzept von der dritten Kandidatin, Professor Lemke?</em></strong><em></em></p>
<p>Nein, überhaupt nicht.</p>
<p><strong><em>Herr Alt, noch eine letzte Frage: Warum sind Sie der beste Kandidat fürs Präsidentenamt?</em></strong><em></em></p>
<p>(lacht) Das ist eine Wahlkampffrage. Aber gut. Von denen, die zur Wahl stehen, habe ich die beste Kenntnis der Universität. Und ich glaube, dass ich mit dieser Grundlage am ehesten in der Lage bin, die Probleme, die es gibt, und die, die auf uns zukommen, zu lösen.</p>
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		<item>
		<title>+++ Aktuell: 3 Kandidaten für Präsidentenamt nominiert +++</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 21:08:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentenwahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Alt, Lemke und Rojas im Rennen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus der <a href="http://www.furios-campus.de/2010/03/09/raul-rennt/">kleinen Sensation</a> ist eine etwas grössere geworden: Gestern noch richtete der Informatikprofessor Raúl Rojas die Seite www.running-for-president.de ein, weil er befürchtet hatte, bei der Wahl des neuen FU-Präsidenten nicht berücksichtigt zu werden. Heute hat der Akademische Senat der Freien Universität getagt und Rojas wurde, zusammen mit dem FU-Germanisten Peter-André Alt und der Hannoveraner Politologin Christiane Lemke, für die Wahl nominiert. Am 31. März werden sie sich den entsprechenden Gremien vorstellen. Am 12. Mai soll die Wahl stattfinden. Insgesamt hatten sich 14 Personen beworben. Dies wurde FURIOS von mehreren Quellen bestätigt und ist auch bei <a href="http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/art304,3053719">Tagesspiegel Online</a> nachzulesen.</p>
<p>Zwar berichtet der Tagesspiegel, dass die beiden Kandidaten Rojas und Lemke «lediglich Außenseiterchancen» hätten. Spitzenkandidat bleibt Peter-André Alt. Auch Matthias Bartelt, studentischer Vertreter im erweiterten Akademischen Senat und intimer Kenner der FU-Politik, ist skeptisch bezüglich den Chancen von Rojas und Lemke. Mathias glaubt, dass mit der 3er-Nominierung teilweise wohl nur «der Schein gewahrt werden soll, dass es sich nicht um ein 1er-Ticket handelt» – will heißen: die Wahl von Alt steht längst fest. Dieser hat sich für das Amt bereits seit längerer Zeit in Position gebracht und gilt als Vertrauter des früheren Präsidenten Lenzen, der die FU in Richtung Hamburg verlassen hat. <a href="http://www.furios-campus.de/2010/03/09/raul-rennt/">Gegenüber FURIOS hat Rojas jedoch angekündigt</a>, dass er einen offenen Wahlkampf führen möchte, in dem nicht mehr nur im Hintergrund über Personen entschieden, sondern öffentlich über Programme und Inhalte diskutiert wird. Ob die beiden anderen Kandidaten diesem Schritt folgen werden, steht offen. Matthias Bartelt zumindest erwartet es nicht: «Ich denke nicht, dass sich Alt auf einen öffentlichen Wahlkampf einlassen wird. Dafür ist er nicht der Typ.» <em>(tin)</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Raúl rennt: Informatiker Rojas bewirbt sich um FU-Präsidium</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2010/03/09/raul-rennt/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 16:35:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentenwahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine kleine Sensation: Raúl Rojas, Vater der FU-Fussballroboter und heimliches Aushängeschild der Universität, kandidiert für das Präsidium. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-large wp-image-2438 alignnone" title="presidial" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/03/presidial-470x290.jpg" alt="" width="470" height="290" /></p>
<p>Noch rennt er am Präsidium vorbei. Kommt er bald rein? Informatiker Raúl Rojas.</p>
<p>Foto: running-for-president.de</p>
<p><strong>Eine kleine Sensation: Raúl Rojas, Vater der Fussballroboter und heimliches Aushängeschild der FU, kandidiert für das Präsidium. </strong></p>
<p><em>von Tin Fischer</em></p>
<p>So sieht man Professoren selten und Informatiker wahrscheinlich nie: Auf seiner Website «<a href="http://www.running-for-president.de/">Running for President</a>» joggt Raúl Rojas, Professor für Informatik an der FU Berlin, über den Dahlemer Campus. Sein Lauf hat ein Ziel: Rojas kandidiert für das Präsidium der Freien Universität. Das hat er heute öffentlich gemacht.</p>
<p>Dass ein Kandidat für das Präsidentenamt einer Universität öffentlich Wahlkampf macht, ist mehr als ungewöhnlich. Und noch dazu so kurzfristig. Schon morgen wird im Akademischen Senat eine Vorauswahl getroffen, ein Drittel der Stimmen ist erforderlich. Die Namen der Kandidaten sind nicht offiziell bekannt. Aber man darf vermuten, dass die Shortlist im Hintergrund bereits gemacht wurde – und dass der Aussenseiter Rojas nicht drauf steht.</p>
<p>Deshalb ist er mit seiner Kandidatur – und einem Wahlprogramm – an die Öffentlichkeit gegangen. «Ich würde es begrüßen, wenn wir einen öffentlichen Wahlkampf hätten», sagt er gegenüber FURIOS Online. Und betont: «Aber nicht um Personen! Ich strebe nicht an, dass man über mich redet. Ich möchte, dass man über die Universität redet.»</p>
<p>Sein Ziel ist, eine Kommission einzurichten, in der offen und «ohne Tabus» über die Zukunft der Freien Universität diskutiert wird. Dabei schlägt er nicht nur vor, universitätsintern die Verantwortung von oben nach unten zu verteilen und ständigen Kontakt mit den Studenten zu halten («damit diese nicht wie Geysire regelmäßig explodieren»). Auch über sensible Fragen will er reden, etwa wie viele Sozial- und wie viele Naturwissenschaften die FU haben soll. Sein <a href="http://www.running-for-president.de/">Wahlprogramm</a> stellt er – anders als seine Mitbewerber – online.</p>
<p>Ein Student habe ihn gefragt, ob sie jetzt T-Shirts mit seinem Gesicht drucken sollen. «Um Gotteswillen: Nein!», habe er gesagt. Aber klar ist: Wenn nicht gerade Semesterferien wären, würde man heute die ersten «Rojas for President»-T-Shirts im Obama-Style auf dem Campus sehen. Der Mexikaner ist populär, nicht nur unter Studenten. Er gilt als unkonventioneller Denker und erfolgreicher Wissenschaftlicher – und als das heimliche Aushängeschild der FU. Er hat mit berlinerisch beschränktem Budget <a href="http://www.furios-campus.de/2009/07/09/robocup/">Fußballroboter</a> entwickelt, die an der Weltspitze mitspielen, und arbeitet an einem <a href="http://www.furios-campus.de/2009/11/03/iphone-auto/">Auto, das sich selbst steuert</a>. Zugleich hat er immer wieder nach neuen Unterrichtsformen gesucht.</p>
<p>Aber am wichtigsten für die FU, die in ihrer Vergangenheit immer wieder von politischen Grabenkämpfen gelähmt wurde: Rojas lässt sich in einem Links-Rechts-Schema nicht klar festlegen. Der ehemalige Präsident der FU, Dieter Lenzen, galt als wirtschaftsaffiner Vertreter einer unternehmerisch geführten Universität. Auch Rojas hält seine Studenten dazu an, <a href="http://www.furios-campus.de/2009/06/01/die-unternehmenslustigen/">Unternehmen zu gründen</a> &#8211; damit ihre Ideen sozial nutzbar werden. Zugleich hat er zusammen mit linken Schwergewichten des Otto-Suhr-Instituts Bücher zur internationalen Schuldenkrise veröffentlicht. Er gilt als disziplinierter Pusher, der aber zugleich die Verschulung der Bologna-Studiengänge kritisiert. Wenn er jetzt den Dialog fordert, dann ist das auch ein Bruch mit Lenzen, der die Freie Universität nach vorn gebracht hat, indem er zermürbenden Diskussionen ausgewichen ist. Rojas hätte als einer der wenigen das Profil, sie zu führen. Nicht zuletzt deshalb, weil er Außenseiter und nicht die politisch-akademischen Seilschaften an der FU verwickelt ist. Bei der Vorauswahl morgen ist das allerdings ein Nachteil.</p>
<p><strong>So oder so: FURIOS bleibt dran! </strong></p>
<p><strong>Gewählt wird voraussichtlich am 12. Mai. </strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Frieren gegen Nazis</title>
		<link>http://www.furios-campus.de/2010/02/19/frieren-gegen-nazis/</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 18:52:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Jahr lang hat das Bündnis „Dresden Nazifrei“ an der Blockade des Neonazimarschs getüftelt. Am Samstag war es soweit. In Bussen ging es Richtung Sachsen. Viele FU-Studenten waren dabei. Ein Demosparziergang mit Hendrik Pauli.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Jahr lang hat das Bündnis „Dresden Nazifrei“ an der Blockade des Neonazimarschs getüftelt. Am Samstag war es soweit. In Bussen ging es Richtung Sachsen. Viele FU-Studenten waren dabei. <em>Ein Demospaziergang mit Hendrik Pauli.</em></p>
<div id="attachment_2410" class="wp-caption aligncenter" style="width: 479px"><img class="size-large wp-image-2410" title="Bild_Demo_Dresden" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/02/Bild_Demo_Dresden-469x352.jpg" alt="" width="469" height="352" /><p class="wp-caption-text">Gruppenbild mit Helm: Die Polizei in Dresden. Foto: Hendrik Pauli</p></div>
<p>Wer Clausewitz, den preußischen Militärtheoretiker, gelesen hat, sollte für den Tag gewappnet sein, so Fabian Weißhaupt von den Jusos. Rund 4 000 Neonazis gilt es an diesem Tag festzusetzen. Die wollen den alliierten Luftangriff auf Dresden vor 65 Jahren zum Bombenholocaust umdeuten. Ihnen gegenüber mehr als 10 000 Gegendemonstranten aus dem gesamten Bundesgebiet. Es ist kurz nach 9 Uhr als der Buskonvoi aus Berlin unvermittelt  stoppt. Rund um den Versammlungsort der Rechten am Neustädter Bahnhof sollen gezielt Straßen und Plätze besetzt werden. Kurzfristig ist der Aufmarschplan noch einmal geändert worden. Für die Berliner heißt das Ziel nun: Hansaplatz, Blockadepunkt Lila. Blitzartig setzt sich die Demonstrationsarmee in Bewegung. Die Polizei scheint überrumpelt. Eine Vorhut ist bereits über den Platz hinaus. Die nachrückende Masse drängt lautstark gegen die Einsatzkräfte an. Diese halten die Stellung trotz Schneeballtreffer und kleinerer Rangeleien.</p>
<h4>Mitgefühl für Freund und Helfer</h4>
<p>Am Albertplatz haben sich Aktivisten aus anderen Teilen Ostdeutschlands eingefunden. Statt Aggression schlägt den Polizisten hier Mitgefühl entgegen. Sie täten pflichtgemäß, aber gewiss nicht gern ihren Dienst in der Kälte, nur um der brauen Bande freies Geleit zu geben. Auch der Grünen- Abgeordnete Jan Philipp Albrecht und seine Kollegin Cornelia Ernst von der Linken sind an diesem Tag unterwegs, als Beobachter für das Europaparlament. Am Kontrollpunkt hat man dafür zunächst wenig Verständnis. Der freundliche Truppführer ist dankbar für weitere Erklärungen, und die beiden können ihre Mission fortsetzen.</p>
<p>In der Zwischenzeit neue Lage am Hansaplatz: Die erste Polizeikette ist aufgelöst, der Platz nun in der Hand der Demonstranten. Ein Stück dahinter ist Schluss, eine Straßenbahn versperrt den Weg, flankiert von bayerischer Bereitschaftspolizei. Erfahrene Antifa-Kämpfer versuchen über eine Böschung auf die Bahngleise zu gelangen. Als dies misslingt, wird ein Mannschaftswagen der Polizei ins Visier genommen – und mittels Schottersteinen dessen Sicherheitsverglasung kontrolliert. Die friedlichen Blockierer reagieren gelassen, sie lassen sich lieber von der Trommel-Combo und satten Technobeats einheizen. Selbst mancher Uniformträger möchte da die Füße nicht stillhalten.</p>
<h4>Linke Strategie geht auf – Polizei ist zufrieden</h4>
<p>Die Situation beruhigt sich weiter als Bodo Ramelow, linker Fraktionchef aus Thüringen, über Lautsprecher den Lagebericht der Einsatzleitung verkündet. Wenn die Blockaden friedlich blieben, werde nicht geräumt. Die Nazis könnten dann nicht marschieren. Jubel brandet auf.<br />
Erlebnisorientierten Autonomen ist das zu wenig. Hinter der Front werden ein paar Autos auf die Seite gelegt und Müllcontainer in Brand gesetzt. Bei der Polizei zeigt man sich trotz Allem nicht unzufrieden. Der Tag verlaufe eigentlich ruhig.<br />
Einmal wird es noch hektisch als linke Gegendemonstranten versuchen in die Nähe vorbeiziehender Rechter zu gelangen. Die Polizei behält die Übersicht, es bleibt beim verbalen Meinungsaustausch.</p>
<p>Gegen halb acht werden die Berliner zu ihren Bussen auf der anderen Elbseite geleitet. Die Neonazis haben Dresden längst verlassen, ihr Marsch hat nicht stattgefunden. Ein gelungener Einsatz von Polizei und linkem Bündnis. Clausewitz wäre stolz gewesen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Streitbare Sternstunde im Parlament</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Feb 2010 09:52:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Knapp einen Monat nach den Wahlen konstituierte sich das StuPa am Dienstag. Gelang der Übergang von Wahlkampf zu parlamentarischen Gepflogenheiten?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Knapp einen Monat nach den Wahlen konstituierte sich das StuPa am Dienstag. Gelang der Übergang von Wahlkampf zu parlamentarischen Gepflogenheiten? </strong><em>Von Hendrik Pauli</em></p>
<div id="attachment_2359" class="wp-caption aligncenter" style="width: 479px"><img class="size-large wp-image-2359" title="Foto_StuPa_090210" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/02/Foto_StuPa_090210-469x352.jpg" alt="" width="469" height="352" /><p class="wp-caption-text">Außen ruhig, innen brodelt&#39;s: StuPa-Sitzung am 08.02.2010 (Foto: Hendrik Pauli)</p></div>
<p>Fehlender Durchblick über politische Optionen galt allenfalls für den Wahlkampf. Die parlamentarische Wirklichkeit, wie sie sich in der konstituierenden Sitzung des 29. Studierendenparlaments am Dienstagabend zeigte, ist dagegen erfrischend übersichtlich. Dem sehr linken AStA-Block, hauptsächlich bestehend aus Fachschaftsinitiativen, steht eine linke bis pragmatische Opposition um die parteinahen Hochschulgruppen gegenüber. Daneben ein Katzentisch, der themenabhängig mal mehr, mal weniger dicht an die Oppositionsbänke herangerückt wird: Bei der Planung eines gemeinsamen Vorgehens im Vorfeld der StuPa-Sitzung waren die Liberale Hochschulgruppe und der RCDS ausgeschlossen gewesen.</p>
<h4>Lautstarke Grundsatzdebatten</h4>
<p>Kritik traf wie üblich die Arbeit des Haushaltsausschusses, dem seit Jahren vorgeworfen wird, die Regeln transparenter Haushaltsführung zu missachten. Bisher setzte sich das fünfköpfige Gremium ausschließlich aus Mitgliedern AStA-tragender Listen zusammen. Ein Antrag der Opposition zielte nun auf eine Veränderung des Wahlmodus: Statt nach Mehrheitswahlrecht, bei dem der AStA-Block die Bewerber der Opposition ablehnen kann, sollte nach Verhältniswahlrecht über geschlossene Listen mit je fünf Kandidaten abgestimmt werden. So sollten mehrheitsfähige Ausschüsse zustande kommen, in denen sich mindestens ein Oppositionskandidat befindet.</p>
<p>Die Frage nach oppositioneller Kontrolle über die Finanzen des AStA ist für beide Seiten existenziell. Maximilian Michels von der AStA-tragenden FSI Mathe/Info gab sich selbstkritisch und plädierte für eine Beteiligung der Opposition schon aus Gründen des politischen Stils. Dennoch fand der Antrag keine Mehrheit. Auch der Versuch der Liste „Not my President“, durch einen spontanen Antrag die Listenwahl doch noch zu ermöglichen, scheiterte nach einem heftigen Schlagabtausch sowohl mit den AStA-Listen als auch mit der Sitzungsleitung. Der Knackpunkt: Eine Änderung des innerparlamentarischen Wahlrechts hätte bereits vor der Sitzung feststehen müssen. Die Sitzungsleitung ließ es dennoch zur Abstimmung kommen, der Antrag wurde abgelehnt. Im anschließenden Wahlgang scheiterte der Oppositionskandidat knapp, aber erwartungsgemäß.</p>
<p>Hoch schlugen die Wogen auch beim Thema der Hausverbote in Einrichtungen der Studierendenschaft. Hintergrund war ein kürzlich ausgesprochenes Hausverbot der AStA-Villa für Mathias Bartelt von „Not my President“. Pikanterweise trug dieser die Antragsbegründung dem Plenum selbst als Gast vor. Obwohl der Antrag inhaltlich darauf abzielte, willkürliche Hausverbote zu verhindern, scheute sich keine Seite davor, die Aussprache für gegenseitige Schuldzuweisungen zu nutzen. Nur mühevoll gelang es der Sitzungsleitung, den lautstarken Streit zu beenden.</p>
<h4>Das Wichtigste zum Schluss – oder gar nicht</h4>
<p>Die Beschränkungen der BVG beendeten die Sitzung kurz vor Mitternacht. Während die ersten mit ihren Stimmkarten wedelnd gen U-Bahn eilten, wurde als letzter Antrag die Nominierung von Martin Sonneborn als Lenzen-Nachfolger diskutiert, eingebracht vom FU-Ableger seines Satire-Projekts „Die PARTEI“. Damit waren am Ende immerhin fast die Hälfte der angesetzten Tagesordnungspunkte behandelt worden. Etwas Wesentliches wurde allerdings schon am frühen Abend vertagt: die eigentliche Wahl des AStA mit seinen Referenten. Man hatte sich innerhalb der Koalition noch nicht auf Kandidaten verständigt. Es bleibt also noch was für die nächste Sitzung.</p>
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		<title>Kühler rechnen</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jan 2010 16:49:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildungsstreik]]></category>
		<category><![CDATA[Furioser Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Bologna]]></category>
		<category><![CDATA[naturwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Runder Tisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Sind Naturwissenschaftler weniger protestfreudig? Nur rationaler, meint Chemiestudent Devid Mrusek.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Sind Naturwissenschaftler weniger protestfreudig? Nur rationaler, meint Chemiestudent Devid Mrusek</strong><img class="aligncenter" title="Freitagskommentar" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2009/12/freitagskommentar.jpg" alt="Freitagskommentar" width="405" height="247" /></p>
<p style="text-align: center;">
<p>Die Bologna-Reform-Reform-Debatte geht in die nächste Runde. Der vom Akademischen Senat eingerichtete Runde Tisch ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Proteste der Studentenschaft in ein konstruktives Miteinander gemündet sind. Für Zulauf an Diskutierwilligen werben nun Aufrufe zur Mitarbeit auf Leintüchern und per Email. Auch der dicht plakatierte Kern der Silberlaube konnte nach Streikbeginn den Eindruck erwecken, dass händeringend nach sich solidarisierenden Studenten gesucht wurde. Bei den Naturwissenschaften wurden diese Aufrufe aber kaum erhört. Wieso?</p>
<h4>Durchhalten und weiterarbeiten</h4>
<p>Gestöhne ob Bologna klingt auch aus den naturwissenschaftlichen Instituten, grundsätzlich sind deren Studierende aber gut weggekommen: Das Institut für Chemie und Biochemie beispielsweise setzte nach eigenem Gutdünken einige „überbürokratisierte Bestrebungen zur Vereinheitlichung der Studiengänge“ nicht um. Die naturwissenschaftlichen Fächer sind außerdem seit je verschult, viele Studierende überaus leistungswillig. Plancks Devise von 1918, „Durchhalten und weiterarbeiten“, hat für die meisten bis heute nichts von ihrer Programmatik eingebüßt. Ohne Doktortitel gibt es keinen Job in der Branche. Das Versprechen, dass der Bachelor ein berufsbefähigender Abschluss sei, wurde daher in unseren Instituten stets als das aufgenommen, was es war: Augenwischerei.</p>
<p>Auch die Form des Protests ist zu konventionell für Augen, die nach Innovation und fester Datengrundlage suchen. Den platten Slogans rund um den Hörsaal 1A fühlt man sich nur schwerlich verbunden, sie spiegeln in keinster Weise die Bedeutung dieser Strukturdebatte wider. Dabei ist eine intellektuelle Herangehensweise schon des Publikums wegen nötig. Gerade dessen Zusammensetzung macht aber stutzig: Viele Erst- und Zweitsemester tragen den Streik mit. Wie können sie etwas sabotieren, das sie kaum kennen gelernt haben? Wurden die Studierenden in den heutigen Gymnasien womöglich nicht darauf vorbereitet, dass ein Studium gute Organisation und viel Bereitschaft erfordert? Daraus ergibt sich nun eine falsche Anspruchshaltung. Die Jusos liegen richtig, wenn sie das Recht auf Bildung in den Menschenrechten verorten. Eine Erfolgsgarantie ist dort aber nicht verankert.</p>
<h4>Kurzsichtige Gemütlichkeit?</h4>
<p>Die Berechtigung des Protests offenbart sich tragischerweise gerade in seiner mangelnden Methodik. Sie ist Zeugnis einer Bildung, die sich darin genügt, ihre Absolventen zu Nachplapperern zu erziehen. Deduktiv ist die Vorgehensweise jedenfalls nicht und für unsereins leicht unter unreflektiertem Nörgeln zu verbuchen. Denn die Streikenden leiden anscheinend kollektiv unter ebenjener Kurzsichtigkeit, die sie Bologna attestieren. Wer sich schlicht das Studium gemütlicher einrichten will, blendet offensichtlich aus, dass auch der Arbeitsmarkt harsche Bedingungen aufweist. Ein Naturwissenschaftler würde hingegen kühl nachrechnen und zu dem Schluss kommen, dass es weniger kostet, jetzt einmal die Zähne zusammenzubeißen, als sich später ohne angemessene Beschäftigung durchzukämpfen. Die naturwissenschaftliche Prägung macht uns nicht mundfaul, sondern zukunftsfähig.</p>
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		<title>Im Westen kaum Neues</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 12:03:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen 2010]]></category>
		<category><![CDATA[asta]]></category>
		<category><![CDATA[Not my President]]></category>
		<category><![CDATA[piraten]]></category>
		<category><![CDATA[stupa]]></category>
		<category><![CDATA[stupawahl]]></category>
		<category><![CDATA[wahlbeteiligung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Wahlen sind vorbei: Trotz Bildungsstreik und ersten Reformversuchen erwartet uns ein weiteres Jahr lang Lagerkampf und Kommunikationsmangel. Einzig die gestiegene Wahlbeteiligung weckt ein kleines Fünkchen Hoffnung. Ein Kommentar von Nick Flamang.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Wahlen sind vorbei: Trotz Bildungsstreik und ersten Reformversuchen erwartet uns ein weiteres Jahr lang Lagerkampf und Kommunikationsmangel. Einzig die gestiegene Wahlbeteiligung weckt ein kleines Fünkchen Hoffnung. Ein Kommentar von Nick Flamang.</strong></p>
<div id="attachment_2307" class="wp-caption alignleft" style="width: 479px"><img class="size-large wp-image-2307" title="Wahl 001" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/01/Wahl-001-469x352.jpg" alt="" width="469" height="352" /><p class="wp-caption-text">Gut besuchte Wahllokale. Foto: Max Krause</p></div>
<p>Es hätte so schön werden können. Die Bildungsproteste im Sommer und Herbst 2009, neue Listen, die sich nicht ganz im Lagerkampf verloren, und erste Anzeichen der Reformwilligkeit seitens Politik und Hochschulleitungen ließen auf Bewegung in der politischen Landschaft der FU hoffen. Bildete sich nicht zum Beispiel mit der „Not My President“-Kampagne eine Bewegung, die, losgelöst vom alten Raster, weder AStA- noch parteinah war? Hatte man auf den Bildungsstreiksdemos nicht SDSler, Grüne, FSI-Aktive, vielleicht sogar LHGler oder JuLis gemeinsam mit sonst Unpolitischen auf die Straße gehen sehen?</p>
<p>Die FU hatte die Chance für Veränderung. Laut den Ergebnissen der StuPa-Wahl scheinen das aber nur wenige mitbekommen zu haben. Der alte AStA ist der neue AStA, die Grüne Hochschulgruppe stellen vor den Jusos die meisten Mitglieder des StuPas und gerade einmal 12 Listen schafften es überhaupt, mehr als ein Mandat zu erringen. Auch in diesem Jahr dürfte sich der AStA in Intransparenz und Proporz verlieren – Eigenschaften, die man sonst eigentlich Parteien vorwirft. Dass die Parteilisten sich anstatt der Parole: „Und was ist mit den 700.000 Euro?“ auf konstruktive Kritik zurückbesinnen, scheint so real wie die Aufstiegschancen des Tabellenletzten Hertha. Und echte Akzente sind von den neuen Listen wohl auch nicht zu erwarten.</p>
<p>Immerhin: Die Wahlbeteiligung war in diesem Jahr um über ein Viertel, absolut um etwa 3 %, höher als im Jahr zuvor. Mit „Not My President“ und den Piraten sind zwei neu angetretene Listen mit je zwei Mandaten im StuPa vertreten, die sich für Dialog und Transparenz aussprechen. Das sind Dinge, die zusammen mit einer besseren Kommunikation des Angebots auch für alle jenseits der Weltrevolution die Attraktivität hochschulpolitischer Beteiligung vorantreiben können. Wenn eine gestiegene Wählerzahl auf eine weitere Politisierung der Studierendenschaft deutet, dann besteht der Hoffnungsschimmer weiter: Je mehr sich beteiligen, desto eher bewegt sich auch wieder was in Dahlem.</p>
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		<title>Im Farbenkreuz</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 11:07:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen 2010]]></category>
		<category><![CDATA[AStA FU Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[AStA-Haushalt]]></category>
		<category><![CDATA[Gegen Bachelor]]></category>
		<category><![CDATA[Marcel Niknafs]]></category>
		<category><![CDATA[rcds]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Physik kennt es als Rotverschiebung. Doch die politische Farbenlehre an der FU folgt eigenen Regeln. Wird schlichtes Schwarz unter dem roten Scheinwerfer gleich zur braunen Gefahr? Hendrik Pauli im Gespräch mit Marcel Niknafs, dem Spitzenkandidaten des RCDS.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Physik kennt es als Rotverschiebung. Doch die politische Farbenlehre an der FU folgt eigenen Regeln. Wird schlichtes Schwarz unter dem roten Scheinwerfer gleich zur braunen Gefahr? <em>Hendrik Pauli</em> im Gespräch mit Marcel Niknafs, dem Spitzenkandidaten des RCDS.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-2302" title="FURIOS Interview" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/01/furios_interview2.jpg" alt="" width="470" height="198" /></strong></p>
<p><strong>D</strong><strong>u hast als Spitzenkandidat des RCDS keinen einfachen Stand an der FU. Wie fühlt man sich als „Rechtsextremer“?</strong></p>
<p>Klar und deutlich: Wir sind nicht einmal annähernd rechtsextrem. Wir sind eine schlichtweg liberal-konservative Studentenorganisation, im Übrigen die älteste und größte in Deutschland. Bei uns ist eine bunte Mischung gesellschaftlicher Gruppen vertreten, auch solche, die dem AStA besonders am Herzen liegen, wie Homosexuelle und Migranten. Ich selbst bin zur Hälfte persischer Abstammung. Dementsprechend finden wir Äußerungen, die uns rechtsextremes Gedankengut unterstellen, nicht nur falsch, sondern auch ehrabschneidend und persönlich verletzend.<strong> </strong></p>
<p><strong>Als weitere Denunziation kursiert, dass die Liste 28 „Gegen verschulten Bachelor – Für freies Studium“ eine Tarnliste des RCDS sei.</strong></p>
<p><strong> </strong>Das ist völliger Blödsinn. Ich kenne die Kandidaten von Platz eins und zwei sehr<br />
gut. Darum soll das nun eine Tarnliste von uns sein? Ich verstehe mich übrigens auch gut mit Leuten von den Jusos, von der GHG, der LHG und vom SDS.</p>
<p><strong>Wie sitzt es sich denn als politischer Außenseiter auf so einem Einzelsitz im StuPa?</strong></p>
<p>Natürlich sehr, sehr unbequem. Gerade wenn man sieht, was im StuPa so alles schief läuft.</p>
<p><strong>Was kritisierst du an AStA und StuPa?</strong></p>
<p>Die mangelnde Transparenz ist ein großes Problem. Keiner weiß genau, wo die AStA-Gelder wirklich landen. Das sind im Semester rund 700.000 Euro. Beziehungsweise 7,50 Euro, die jeder Student über seinen Semesterbeitrag zahlt, ob er will oder nicht.</p>
<p><strong>Kann man nicht im Rechenschaftsbericht des AStA nachlesen, was mit den Geldern passiert?</strong></p>
<p>Die Zahlen erscheinen uns schlichtweg unrealistisch. Für ehrenamtliche Tätigkeiten kann man sicher den einen oder anderen Euro aufwenden, aber kaum vorstellbar, dass das in die Tausender geht. Das gilt auch für die Unterhaltskosten des AStA-Autos. Der Rechenschaftsbericht zeigt nicht wirklich, was mit dem Geld passiert.</p>
<p><strong>Welche Initiativen habt ihr seit eurer Wiederbelebung 2007 ergriffen?</strong></p>
<p><strong> </strong>Zunächst betrachten wir unser gutes Standing bei den Erstsemestern als Erfolg. Für sie haben wir jede Menge Informationsmaterial bereitgestellt. Wir werden regelmäßig angesprochen, wenn es Probleme rund ums Studium gibt. Entweder helfen wir selbst oder wir vermitteln Hilfe. Wir engagieren uns auf den unterschiedlichsten inhaltlichen Ebenen. Uns ist wichtig, dass es der Student auch heutzutage schafft, neben dem straffen Studium über den Tellerrand zu schauen. Dazu sind unsere Veranstaltungen da. Daneben sind uns die gemeinsamen Unternehmungen wichtig, über die sich Freundschaften und Netzwerke bilden.</p>
<p><strong>Wie steht Ihr eigentlich zu unserem Noch-Präsidenten Dieter Lenzen?</strong></p>
<p>Grundsätzlich finden wir, dass er in den letzten Jahren sehr erfolgreiche Arbeit geleistet hat, insbesondere die für Exzellenz. Das ist ein Wahnsinns-Aushängeschild. Wir galten lange Zeit als Schmuddeluni. Mittlerweile haben wir einen bundesweiten Namen.</p>
<p><strong>2007 hattet ihr 6 Mitglieder, heute 35, bei der letzten StuPa-Wahl 88 Stimmen. Das hat nicht ganz für einen zweiten Sitz gereicht. Wo siehst du Euch in zwei Jahren?</strong></p>
<p><strong> </strong>Unser Ziel ist natürlich einen AStA zu bilden, der konstruktiv und transparent für die Interessen aller Studenten eintritt. Was derzeit in der AStA-Villa passiert, ist eine sich stets steigernde Katastrophe. Hochschulpolitik muss für alle Studenten da sein, die Hilfe brauchen, nicht nur für Lobby-Gruppen. Was die Mandate oder Bündnispartner angeht, ist das im Moment ein Blick in die Glaskugel. Wir möchten uns jetzt weiter an den Fachbereichen und Instituten verankern und konsequent auf die Missstände aufmerksam machen. Gleichzeitig geht es aber auch darum, nicht nur in den Gremien an der Basis, sondern auch im Akademischen Senat vertreten zu sein. Wir haben jetzt erstmal ins StuPa reingeschnuppert, wissen wie es dort läuft und wo die Probleme sind. Ich denke, das ist eine gute Ausgangslage.</p>
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		<title>„Wir sind keine Burschenschaftler“</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 10:22:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen 2010]]></category>
		<category><![CDATA[asta]]></category>
		<category><![CDATA[AStA-Haushalt]]></category>
		<category><![CDATA[Bachelor]]></category>
		<category><![CDATA[Dieter Lenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Gegen Bachelor]]></category>
		<category><![CDATA[präsidium]]></category>
		<category><![CDATA[StuPa-Wahl]]></category>

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		<description><![CDATA[Moritz Leetz im Gespräch mit Lukas Krieger (22 , Jura) und Anton Petrov (22, Jura) von der Liste 28 „Gegen verschulten Bachelor – für freies Studium“ über Grabenkämpfe und den AStA-Garten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Moritz Leetz</em> im Gespräch mit Lukas Krieger (22 , Jura) und  Anton Petrov (22, Jura) von der Liste 28 „Gegen verschulten Bachelor – für freies Studium“ über Grabenkämpfe und den AStA-Garten.</strong></p>
<p><strong><img class="alignleft size-full wp-image-2302" title="FURIOS Interview" src="http://www.furios-campus.de/wp-content/uploads/2010/01/furios_interview2.jpg" alt="" width="470" height="198" /><br />
</strong><br />
<strong>Wer seid ihr?</strong><br />
Wir sind ein Zusammenschluss von Studenten, die sich gegen alles Ideologische aussprechen. Was uns verbindet, ist der Glaube an die Vernunft; dass man zusammen etwas erreichen kann ohne dabei auf die etablierten Grabenkämpfe zurückzugreifen.</p>
<p><strong>Was meint ihr mit etablierten Grabenkämpfen?</strong></p>
<p>Im StuPa gibt es seit Jahren auf der einen Seite die etablierten Gruppen, die den AStA tragen und auf der anderen Seite die parteinahen, beziehungsweise freien, politisch unabhängigen Listen wie uns.  Zwischen beiden Seiten wird wenig gesprochen.</p>
<p><strong>Welche Themen liegen euch besonders am Herzen?</strong></p>
<p>Unser Hauptziel ist es, die Arbeit des StuPa transparenter zu machen. Zurzeit bekommen die Studenten nichts von der Arbeit ihres Parlaments mit. Immerhin wird da über einen Haushalt von 700.000 Euro entschieden. Wir wollen, dass sich die Studenten tatsächlich vertreten fühlen und erfahren, was im StuPa passiert. Natürlich klingt das schwer, 36.000 Studenten an der Arbeit des StuPa teilhaben zu lassen. Aber schaut man auf die Fachbereiche,  in die Inis, stellt man fest, dass studentische Teilhabe gut funktionieren kann. Warum sollte sie nicht auch im AStA besser funktionieren können? Wir wollen, dass der Haushalt transparenter wird. Der Rechenschaftsbericht über die 700.000 Euro AStA-Gelder ist nur eine knappe halbe Seite lang. Das sind einfach Dinge, die nicht sein können. Außerdem werden die guten Angebote des AStA, wie die Beratung, nicht richtig beworben.</p>
<p><strong>Der AStA müsste mehr Werbung für seine Beratungsstellen und</strong> <strong>Angebote machen?</strong></p>
<p>Genau. Wir haben das Gefühl, dass über die Jahre hinweg ein geschlossenes System von AStA-Eliten und deren Dunstkreisen entstanden ist. Wir sind für eine generelle Öffnung dieses Kreises. Das fängt bei der AStA-Villa an – wir würden etwa gern den Garten als Treffpunkt für alle Studenten zugänglich machen – und hört bei den Unterstützungs- und Betreuungsangeboten auf. Man muss als Student auch ohne direkten AStA-Kontakt das Gefühl haben: Da kann ich hingehen, da wird mir geholfen.</p>
<p><strong>Bis jetzt habe ich von euch fast nur Kritik am aktuellen  AStA gehört – wie passt das zum Programm eurer Liste „Gegen verschulten Bachelor – für freies Studium“?</strong></p>
<p>Die BA-Studenten befinden sich in einer prekären Lage mit Anwesenheitspflichten und einem engen, verschulten Zeitplan. Wir möchten wieder mehr studentisches Leben auf dem Campus.</p>
<p><strong>Die Anwesenheitspflicht wurde doch bereits abgeschafft.</strong></p>
<p>Das ist natürlich wahr. Hatte ich vergessen.</p>
<p><strong>Ihr sagt, die niedrige Wahlbeteiligung sei ein Problem. Wie könnte man sie erhöhen?</strong></p>
<p>Wir schlagen für die nächste Legislaturperiode vor, die Möglichkeit der Online-Stimmabgabe zu prüfen. Das funktioniert bei der Kursanmeldung oder der Lehrpreisvergabe ja auch. Außerdem wollen wir, dass das StuPa und der AStA stärker von außen kontrolliert werden. Es muss viel mehr Information stattfinden.</p>
<p><strong>Auf eurer StudiVZ-Seite steht: „Die AStA-Villa ist derzeit eine quasi geschlossene Gesellschaft, man ist dort als Außenstehender nicht willkommen.“ – wie kommt ihr zu dieser Behauptung?</strong></p>
<p>Weil wir es selbst erlebt haben. Nach der StuPa-Wahl 2009, sind wir als neue Liste zur Villa und haben die Leute angesprochen, weil wir ernsthaft mitgestalten wollten. Erst einmal wurden wir ignoriert, dann sollten wir unsere E-Mail-Adressen hinterlegen. Doch es kam nichts. Außerdem wurde uns deutlich signalisiert, dass wir nicht erwünscht sind. Nach außen treten die AStA-Leute immer sehr für Toleranz ein, aber sie leben sie selbst nicht. Wir kamen dort mit Hemd und Polo-Shirt an und mussten uns auf die Frage, warum man uns nicht mitmachen lässt, anhören, dass wir unsere „Uniform“ selbst gewählt hätten. Genau diese ideologischen Grabenkämpfe wollen wir überwinden. Auf AStA-nahen Internetseiten wird über uns geschrieben, wir seien eine Tarnliste der Jungen Union und des RCDS, Burschenschaftler und überhaupt von rechts außen. Das ist Quatsch. Mit diesem Abblockverhalten des AStA sehen sich fast alle Oppositionslisten konfrontiert.</p>
<p><strong>Lukas Krieger war von 2006 bis 2008 Bundesvorsitzender der Schüler Union  (einer CDU / CSU nahen Schülerorganisation). Seid ihr nicht doch parteiisch?</strong></p>
<p><em>Lukas</em>: Ich war bis vor zwei Jahren Mitglied, bin dann infolge interner Machtkämpfe ausgetreten. Seit dem bin ich unabhängig.</p>
<p><em>Anton:</em> Bis auf Lukas war von unserer Liste noch nie jemand politisch aktiv. Wir kennen zwar ein Mitglied von der RCDS-Liste persönlich, stehen denen politisch aber nicht nahe und sind auf keinen Fall eine Tarnliste. Wir unterscheiden uns inhaltlich vom RCDS – die wollen zum Beispiel die Studentische Selbstverwaltung zurückschrauben, wir nicht.</p>
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