
Bild: Zahlstelle an der FU: Studentische Gelder neu verteilen.
Studentische Gelder sollten nicht zentral, sondern an der Basis verteilt werden. Das würde das studentische Leben stimulieren.
Ein Kommentar von Tin Fischer
Die Schweiz hat ein geniales Steuersystem: Der grösste Teil der Steuern geht hier nicht an den Staat, sondern direkt an die Gemeinde. Das Geld kommt dem Bürger unmittelbar und selbstbestimmt zugute, ohne Umwege durch die Bürokratie.
Warum nicht auch an der FU so basisdemokratisch? Anstatt die studentischen Gelder dem AStA anzuvertrauen, könnten sie direkt an die Studierenden an den Instituten verteilt werden. In den Fachschaftsinitiativen (FSI) sind sie an zahlreichen Orten aktiv. Nicht wenige dieser »Inis« sind fester Bestandteil des Institutsleben. Nur finanziell sind sie zahnlos.
Wenn Studierende, ob aus der FSI oder nicht, eine Tagung organisieren, eine Party veranstalten, eine Videothek aufbauen oder einen Tagungsband herausgeben wollen, müssen sie das AStA-Plenum um ihr eigenes Geld bitten. Das funktioniert bei den FSI ganz gut. Andere erleben schon mal einen politischen Spießrutenlauf. Zurück kommt aber in beiden Fällen, bürokratisches Geschick, natürlich nur ein Bruchteil der eingezahlten Beträge.
Keine neuen Gremien nötig
Mit den Fachschaftsräten gäbe es bereits ein Gremium, das Gelder auf Fachbereichs- und Institutsebene direkt einsetzen könnte. Sie müssten nur konsequent wiederbelebt und mit namhaften Beträgen ausgestattet werden. Die Gelder würden zwar noch immer von oben kommen, aber zumindest an der Basis verteilt. Mit einem fakultativen Referendum (wir importieren es ebenfalls aus der Schweiz) könnte dann noch verhindert werden, dass die Fachschaftsräte (5-7 Leute) zu Kleinaristokratien werden.
Ein weiterer Schritt wäre dann natürlich, dass die Studierenden auf Fachbereichs- und Institutsebene Gelder nach oben verteilen. Sie könnten etwa selbst abwägen, welche Beratung sie ausbauen wollen. Die eigene am Institut oder die zentrale? Oder für welche Party sie mehr Geld aufwerfen. Die im eigenen Keller oder jene im Hof der Silberlaube?
Wer kann diesen Wandel bewirken? Ganz einfach: Eine Hand voll Studierende. Mehr braucht es zur Wiederbelebung der Fachschaftsräte nicht. Über die Beträge wird dann verhandelt.