
Subjektiv und schonungslos: Die Plakatkritik der FURIOS.
Diesmal: “Kauderwelsch Liste”
Ihr kocht den besten Kaffee auf dem Campus und macht in eurem Laden multikulturelle Musik. Ja, ich komme immer wieder gerne zu euch, auch wenn ich weder Russisch, Kurdisch, Türkisch, Arabisch, Hebräisch oder Swahili beherrsche und mit meinem Deutsch nichts zum gewünschten Kauderwelsch beitragen kann.
So weit alles bestens. Nur: Warum zum Teufel wollt ihr ins Parlament?! Um das mal auf die grosse Politik zu übertragen und in der Gastro-Branche zu bleiben: Sollte McDonald‘s in den Bundestag? Oder der Chemie-Giganten Novartis, mit dem ihr hoffentlich nur das Logo teilt, in den Schweizerischen Nationalrat?
Nichts gegen eure drei politischen Forderungen. Aber gegen Studiengebühren, für kritische Wissenschaft und eine ökologische Welt sind noch fast 44 andere Listen. Auch nichts gegen Politiker, die in ihrem Leben wenigstens mal einen Kaffee verkauft haben. Aber selbst studentische Politik ist ein dreckiges Geschäft, mit dem man keinen Kaffe verderben sollte. Ausserdem sind die politischen Forderungen einer Tasse Kaffee recht partikular.
«Taten statt Worte» ist eure sympathische Devise. Mein Vorschlag: Konzentriert euch auf die Taten und überlässt das Labern denen, die nichts anderes beherrschen: Uns Journalisten und den Politikern im StuPa!
Tin Fischer
Also wir sollen uns lieber auf die Taten als auf das Labern konzentrieren, meinst du?
Sollten wir das dir überlassen, weil du als deutschsprechender Journalist und Politiker richtig “labern” kannst.
Dann würde die Uni ja nur noch dein unterschwellig rassistisches Gelaber zuhören bekommen. Das wollen wir wirklich keinem zumuten!
Was soll das ganze heissen?
Dass wir als russisch,kurdisch,türkisch sprechende nur Kaffee kochen können und weiter mit unserem “Gelaber” nichts vernünftiges bewerkstelligen. Als Journalist würde ich an deiner Stelle zunächst gründlich über das Recherchieren, was du der Welt zu berichten hast. Dann wüsstest du vielleicht, dass wir alle Studenten sind und nebenbei auch noch was im Kopf haben, dass dieses Café eine ideelle Basis hat und dass wir die Arbeit und die Projekte, die wir als Cafe machen (das Filmfestival) gerne machen und dabei auch noch viel Spaß daran haben!!
Also wenn du schon kritisierst, denn dafür sind wir immer offen und auch immer bereit zu diskutieren, dann bitte auf Basis von Tatsachen!
Unglaublich, dass so rassistische Menschen wie du an dieser Uni sind. Ich hoffe dessen bist du dir wenigstens bewusst!
SCHLUWA SAMA
Kommentar von Schluwa Sama — 15. Januar 2009, 23:00
Hör mal Schluwa,
ich glaube du hast den Text da gehörig missverstanden. Das fängt schon damit an, dass es gar nicht um das Café oder das Projekt Kauderwelsch geht, sondern – wie ein Blick in den Titel verrät – um das Plakat. Und wenn du dir mal die anderen Beiträge aus dieser Rubrik ansiehst, dann wirst du merken, dass sie alle mit einem gewissen Augenzwinkern daherkommen.
Von jemanden, der sich wie du ehrenhafterweise für Offenheit einsetzt, würde man schon erwarten, dass er auch einem Text gegenüber diese Offenheit aufbringt und versucht zu verstehen, was der Autor gemeint haben könnte, anstatt ihm sofort irgendwelche Feindbilder aufzudrängen.
Jemanden als Rassisten zu bezeichnen, der selbst in einem satirischen Artikel kein schlechtes Wort über die Sache verliert, ist jedenfalls ganz schön gewagt.
Kommentar von Thorsten — 16. Januar 2009, 00:59
Hey Tin Fischer,
Ich möchte dich einfach zu der Demokratie und Respekt einladen. Du sollst akzeptieren, dass die sich unterschiedlich definierenden Menschen auch im Stupa präsentieren können und Politik machen dürfen, weil wir uns in einer demoktatischen Gesellschaft befinden würden, in der sich jede hoffentlich mit seiner Rasse, Nationalität, Religion, Hautfarbe und Sprache präsentieren dürfte. Ich betrachte dich weder als Journalist noch als Politiker. Erstmal als Journalist musst du neutral und objektiv bleiben, das bedeutet, du sollst die Menschen nie falsch informieren, aber du informiert die Menschen leider falsch mit bösen Absichten, dass das Kauderwelsch nur Kaffee anbietet oder anbieten sollte. Das möchte ich dir aber klar machen, dass das Café Kauderwelsch nicht nur Kaffee und leckeres Gözleme anbietet, sondern es hat sich als eine unabhängige und hochschulpolitische Initiative für eine ökologische und umweltfreundliche FU, Tranzparenz, Gerechtigkeit, Respekt, Vielfältiglkeit und Akzeptanz etabliert. Es macht so viele unterschiedlichen Projekte, von denen jeden an der Uni etwas davon hat. Ich kann mir vorstellen, dass du gegen die Vielfalt diser Initiative bist, in der sich die Studenten aus unterschiedlichen Nationen präsentieren.
Ich betrachte dich auch nicht als Politiker, weil die Politiker in der Lage sind, die Realität so wahrzunehmen, wie es ist. Wie ich erwähnt habe, ist Kauderwelsch durch sein wertvolle und internationale Projekte eine politische Initiative geworden, die durch seine Projekte das Verständnis zwischen unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaften fördert. Aber du verleumdest die Realität dieser hochschulpolitischen Initiative, weil so viele unterschiedlichen Studenten aus unterschiedlichen Ländern mitmachen. Deine Position ist sehr dreckig, und wie oben genannt wurde, rassistisch. Du hast weder Ahnung von Politik noch vom Journalismus.
Auch Das Kauderwelsch Logo präsentiert die bunde Natur,in dersich jede Pflanze zu Nuzten der Menschheit blühen darf. Ich kann als ein längjähriger Besucher des Kauderwlsches bestätigen, dass diese Initiative nicht nur von Menschen her bund ist, sondern auch ihre Produkte sind sehr bund und ökologisch. Die FU-Studenten sollen eigentlich sehr froh sein, dass es so eine Art Café Kauderwelsch gibt. Deine Vergleiche sind absurd und so menschen- und kulturenfeindlich.
Zum Schluss möchte dir deine Haltung bewusst machen, dass du meiner Meinung nach nur aus dem Bauch heraus argumentierst, weil deine Haltung unsachlich und unrealistisch ist.
Kommentar von Serhat Ciya — 16. Januar 2009, 02:53
Hör mal Thorsten,
also ich glaube ich habe den text überhaupt nicht missverstanden. Ich habe sowohl die Überschrift als auch den Text gelesen und wenn DU dir den ersten Abschnitt durchliest dann geht es unmissverständlich um das ganze Café!
Zudem ist mir schon klar, dass alle Texte mehr oder weniger als Satire gelten sollen.
Das Augenzwinkern kann ich hier allerdings nicht erkennen. Es werden doch an bekannte Vorurteile appelliert und in diese Richtung zu argumentieren und damit so, auf diese Art und Weise zu spielen geht zu weit.
Ich versuche offen gegenüber dem Text zu sein aber ich komme immer nur zu dem Schluss, dass hier nichts anderes als eine rassistische Position offenbart wird.
Eine polemische Kritik ist für uns natürlich akzeptabel, wir sind immer bereit auch über uns selber zu lachen aber doch nicht auf diesem Niveau!
Also lies dir das doch noch mal genau durch: Was anderes impliziert den das ganze als das wir nur Café kochen können( Wenn dann noch zu Anfang auf russisch, arabisch…etc. sprechende
eigegangen wird) dann geht das doch nur in eine traurige Richtung!
Schluwa Sama
Kommentar von Schluwa Sama — 16. Januar 2009, 12:29
Lieber Tin Fischer,
ich danke dir für deinen Beitrag zum Cafe Kauderwelsch- Plakat. Durch deinen Artikel hast du bewiesen, dass du kein Journalist sein kannst; deine Thesen sind plakativ, gleichzeitig leer und leider in keiner Weise weder formal noch inhaltlich schlüssig. Du solltest dich demnach nicht zu der Gruppe der “Journalisten und Politiker” zählen, denen das “Labern” überlassen werden sollte.Ich würde dir vorschlagen, das Schreiben zu üben. Dir zu überlegen, wie man seine Eindrücke kompetent und argumentativ strukturiert vermitteln kann. Zudem erkenne ich, was mitunter an deinem noch sehr “unbedarften” Schreibstil liegen mag, in keiner Weise ein “Augenzwinkern” in deinem Text. Du hast völlig recht: Ich stimme mit dir darin überein, dass du nichts zum “ideellen” Kauderwelsch beitragen kannst. Dies aber nicht auf Grund deiner Nationalität, sondern auf Grund deiner tatsächlich rassistisch anmutenden Äußerungen. Ich möchte dir nicht unterstellen, dass du ein Rassist bist, allerdings, dass du dich mit deinem “Palaver” eher in den Dunstkreis derjenigen begeben hast, bei denen man sich nicht sicher sein kann, ob sie es nicht doch sind.
Ich denke aber auf jeden Fall, dass sich durch den Artikel dein Bekanntheitsgrad an der Uni steigern wird… nur eben in einer Weise, die dich weder zum Freund der politischen Aktivisten noch den Studierenden anderer Herkunft werden lässt.
Ich hoffe, du hast dir von dem politischen Engagement des Kauderwelsch- Teams nicht den Kaffee verderben lassen. Ein Hoch auf die Oberflächlichkeit!
Kommentar von Linda Kröger — 16. Januar 2009, 12:52
“Was anderes impliziert den das ganze als das wir nur Café kochen können ..”
-> Entschuldigung aber das steht doch genauso auf dem Flyer: Ihr realisiert multikulturelle Musik und leckeres Essen und Trinken. Alles darüber hinaus wurde eben in den parteilichen Bereich angesiedelt und das ist auch die einzige Frage die sich doch logisch aufdrängt: Soll ein Café (= ein Unternehmen) auch als politische Kraft agieren?
“Also wir sollen uns lieber auf die Taten als auf das Labern konzentrieren, meinst du?”
-> “Kauderwelsch heißt Taten statt Worte”
Ehe man dem Artikel im Zorn eine schlecht gemachte Art und latenten Rassismus vorwirft sollte man darüber nachdenken wie gut er das Plakat spiegelt und in die eigene Argumentation übernimmt. Dann kann man immer noch nicht einverstanden sein, aber vom Zitieren zum Rassismus ist es noch etwas weit.
Kommentar von Heiner — 16. Januar 2009, 14:42
Anscheinend habt ihr unsere Kritik an Tin Fischers Artikel immer noch nicht begriffen.
Der Sinn der Artikelserie, wie ich ihn verstanden habe, war doch wohl der, über Plakate/Flyer aller Listen “satirisch” zu berichten. Den hat Tin mit seinem Artikel über die Kauderwelsch-Liste gründlich verfehlt.
Allein an unsere Adresse ging der eindeutige Kommentar: Lasst die Finger von Hochschulpolitik und kocht weiter Kaffee - und somit die Absprache jedwediger Berechtigung, politisch an der Uni mitzuwirken. Dies war bei keinem anderen Artikel in eurer Serie der Fall. Dies ist also keine satirische Aufarbeitung unseres Plakates, sondern eine Diskriminierung!
Das Café ist kein Unternehmen, lieber Heiner, sondern ein seit fast 5 Jahren existierendes studentisches Projekt, das als Organisator der Internationalen Filmwochen, als Treffpunkt und Ort für Austausch und Diskussion fungiert. Durch eine Vertretung im StuPa und entsprechende Anträge können wir unsere Projekte verwirklichen, die sonst nicht stattfinden würden. Auch wenn Kritik am StuPa berechtigt ist, entspricht dessen Disqualifizierung als „Ort des Laberns“ einfach nicht den Tatsachen und fällt auch nicht unter „Satire“.
Es wäre übrigens nur verantwortungsbewusst, wenn du dich selbst mal zu Wort melden würdest, Tin!
Kommentar von Janna Frenzel — 16. Januar 2009, 18:54
Abgesehen davon, dass der beitrag wirklich latent rassistisch ist, ist er auch einfach plump, wie vieles andere an der Furios auch.
Hinter einer vermeintlich undogmatisch-lockeren art verbirgt sich eine unpolitische Denkfaulheit die sich darin erschöpft, einfach mal gegen den Asta oder die politisch aktiven Gruppen zu pöbeln, und sich dann schon für kritisch zu halten.
Aus dieser Haltung heraus kommen dann Sachen zustande, die alle Dummheiten des BZ-Alltagsdiskurses spiegeln und leider auch offen für Alltagsrassismus und reaktionäre Inhalte sind. Ein Beispiel ist diese mißglückte “Satire”, ein anderes zb. das Interview mit dem Antidemokraten und NoFu-Aktivist Zahn in der letzten Furios.
Kommentar von Carsten — 16. Januar 2009, 19:24