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Außer Uni: Vom Hörsaal auf die Bühne

Genug von Unistress und trägem Alltag? Lisa Henjes gründete als Ausgleich zum Studium eine eigene Band. Seitdem heißt es für sie: Lockere Strand- statt strenge Schulmusik. Janis Meder hat sich eine Probe angeschaut.

Lisa Henjes (rechts) gründete 2014 mit drei Freunden ihre eigene Band.

Lisa Henjes (rechts) gründete 2014 mit drei Freunden ihre eigene Band. Foto: privat

Wenn Lisa Henjes die Proberaumtür schließt, dann lässt sie den alltäglichen Unistress draußen. Ab jetzt zählt nur noch die Musik. Neben ihrem Studium der Grundschulpädagogik und Sozialkunde spielt Lisa E-Bass in ihrer Band „Evin“. Die wöchentlichen Proben in den Räumlichkeiten der „Freien Schule für Musik“ in Treptow  ist Lisas Flucht aus dem Alltag. Hier muss sie zwar auch Konzentration aufbringen, doch es ist – anders als in der Uni – eine kreative Konzentration.

Gemeinsam etwas auf die Beine stellen, sich kreativ ausprobieren, Spaß haben – das waren die Impulse, als Lisa mit drei Freundinnen im Oktober 2014 Evin gründete. Als leichte Sommer- und Strandmusik bezeichnet sie das musikalische Schaffen ihrer Band. Die Bandzusammensetzung ist klassisch: Lisa am E-Bass, eine Sängerin, eine Gitarristin. Seitdem eine der Freundinnen abgesprungen ist, hat die Band am Schlagzeug auch ein männliches Mitglied.

Lisas lockerer Kleidungsstil und ihre offene Erscheinung unterstreichen die Begeisterung, die sie versprüht, wenn sie von ihrer Musik spricht. Das braune Haar fällt ihr beim Lachen in das Gesicht und ihre Stimme klingt euphorisch. Die Leichtigkeit ihrer Musik strahlt sie förmlich aus.

Musik, selbstgemacht

Anfangs spielte Evin noch Covers von bekannten Bands, die sie auch selber gerne hören und in ihrem Sound beeinflussen. „BOY“ oder „Of Monsters and Men“ zum Beispiel. Evins organisches, warmes Soundbild ist zwischen Indie-Pop, Singer-Songwriter-Musik und Folk angelegt. Zukünftig wollen sie auch häufiger eigene Songs schreiben. „On the road“ und „Boats“ sind die ersten Schritte in diese Richtung. Momentan läuft das gut – alle zwei bis drei Wochen entsteht ein neuer Song. Bis Februar soll eine CD herauskommen, welche die Band dann umsonst verteilen will.

„Wir befinden uns noch in der Findungsphase“, sagt Lisa, „Wir überlegen, demnächst auch Lieder auf Deutsch zu schreiben. Bisher haben wir nur englische Songs geschrieben, aber deutsche Musik ist ja zunehmend beliebter.“

Auf der Jagd nach dem Fame

„Natürlich wäre es toll, entdeckt zu werden“, findet Lisa und muss grinsen. Daher sucht die Band zunehmend Resonanz. Evin spielte letzten Sommer auf dem kleinen, elektronischen „Mit Dir“-Festival am Müggelsee. Für diesen Dezember ist ein Gig in einer Bar in Halle geplant.  Bandcontests oder Radioprogramme, wie „Fritz unsigned“ bieten ebenfalls Plattformen, welche die Band zukünftig nutzen möchte.  Die Einnahmen von den Auftritten investieren sie in Equipment, Sticker oder Merchandise – für die Musik und für die Promo. Das Geld für die Gruppe auszugeben, fördert das Gemeinschaftsgefühl.

Gemeinsam träumen von dem großen Durchbruch mit der eigenen Band. Lisa hebt vor allem das Zusammengehörigkeitsgefühl hervor, das ihr die Band gibt. Es entsteht besonders im kreativen Prozess: Die Sängerin liefert meistens den kreativen Anstoß, schreibt die Texte und in den Proben wird gemeinsam am musikalischen Rahmen gebastelt. Ein offener Umgang und gegenseitiger Respekt sind die Grundlagen. „Wir ziehen eine Grenze zwischen Persönlichem und dem Musikalischen. Du musst sagen können, wenn dir etwas nicht gefällt.“ Lisa weiß, dass das nicht immer ganz leicht ist. Zumal sich die Bandmitglieder auch außerhalb der Proben treffen. „Bisher hat das aber alles immer ganz gut geklappt.“ Ob sie erfolgreich werden oder nicht: Als Ausgleich zum trägen Unitrott ist Evin eine Bereicherung für Lisas Leben.

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